Mein Foto

Letzte Kommentare

Letzte Einträge

Februar 2008

Mo Di Mi Do Fr Sa So
        1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29    

Archiv (Typepad)

Kategorien

Powered by TypePad
Mitglied seit 01/2005

57 Artikel der Kategorie "Thema: Kultur"

Freitag, 24. August 2007

...und wo wir gerade dabei sind:

Daß Civilization unbestritten das großartigste Computerspiel ist, seit die Null die Eins getroffen hat, ist eine allgemein bekannte Tatsache (Widerspruch ist hier ausnahmsweise nicht zulässig und ohnehin völlig zwecklos). Der Streit darüber, welche Version die beste ist, wird die Menschheit hingegen noch Jahrhunderte beschäftigen. Um zukünftigen Generationen die Beantwortung dieser existentiellen Frage zu erleichtern, kann hier jeder seinen kleinen Teil dazu beitragen, ihr bei der Lösung dieses komplexen Problems die nötige Orientierung zu verschaffen:

+++ Aktuelles zur Spielemesse!!! +++

Mügelnstein 3D

In dieser Mischung aus Action-Adventure und 3D-Shooter stehen Ihnen in der Grundeinstellung die vier Charaktere Sascha, Maik, Bomber und Adi mit jeweils unterschiedlich ausgeprägten Fähigkeiten zur Verfügung. Nachdem Ihr Charakter an einem der zahlreichen "Stände" seinen Aggressionslevel aufgetankt hat, jagen Sie "Eindringlinge" dorthin, wo sie hingehören, nämlich zur Hölle. Nachtanken nicht vergessen!

Über einen Leserhinweis (Dank an lowlevel!) bin ich auf die gestern stattfindende Games Convention in Leipzig gestoßen, wo neben anderen interessanten Spielen wie den "Ossims" nicht nur der obengenannte Ego(ismus)-Shooter vorgestellt wurde, sondern auch der langerwartete Strategiehammer "Uncivilized":

In dieser Echtzeit-Abrißsimulation gründen Sie vor 4000 Jahren in den Wäldern Sachsens eine Siedlung und versuchen das Steinzeitniveau ihrer primitiven Krieger so lange wie möglich gegen die zahlreichen Gefahren der Moderne aufrechtzuerhalten. Hierzu sind alle Mittel recht:

  • Bauen Sie keine florierende Wirtschaft auf, sondern kämpfen Sie lieber gegen alle Völker, die diesbezüglich erfolgreicher sind als Sie
  • Vernichten Sie dabei dutzende verschiedener, liebevoll animierter Gebäudetypen vom Ausländerwohnheim über ein Jugendzentrum bis zur Pizzeria
  • Vertreiben Sie Wissenschaftler, Ingenieure und sonstige Spezialisten, die ihren Wohlstand erhöhen könnten, und entziehen sie so den Steuereintreibern jegliche Arbeitsgrundlage
  • Schützen Sie ihre Kultur vor der Unterwanderung durch Diplomaten mit Migrationshintergrund, die Ihre Städte durch giftiges FastFood, merkwürdige Kopfbedeckungen und fremdsprachige Musik zu zersetzen versuchen
  • Erklären Sie Kulturleistungen wie den Sieg im diesjährigen Kirmeswettsaufen oder das fehlerfreie Absingen des Horst-Wessel-Liedes zu den wahren Weltwundern
  • Erforschen Sie auf der Suche nach Volksfesten und sonstigen lohnenswerten Veranstaltungen die umliegenden Dörfer und zetteln Sie dort zünftige Pogrome an
  • Wählen Sie aus zahllosen Truppentypen mit jeweils spezifischen Agressions-, Tapferkeits-, Intelligenz- und Moralwerten, wie beispielsweise dem hirnlosen Hooligan (A:10, T:6, I:0, M:0), dem reizbaren Alkoholiker (A:8, T:10, I:3, M:2), dem globalisierungsfeindlichen Arbeitslosen (A:3, T:1, I:2, M:3), dem ahnungslosen Biedermann (A:0, T:0, I:3, M:1), dem beschwichtigenden Bürgermeister (A:0, T:2, I:4, M:3), dem brutalen Skinhead (A:10, T:1, I:1, M:-1) oder auch dem skrupellosen Führer (A:10, T:0, I:10, M:-99)
  • Erobern Sie mit diesen die heimische Scholle von den feindlichen Störenfrieden zurück und vertreiben Sie dazu alle Einheiten anderer (Haut)farben

Wenn die Häuser Ihrer Gegner heller brennen als deren Lichterketten, bevor aufgrund der nationalen Abschottung der Lebensstandard Ihrer Bürger unter ihr geistiges Niveau gefallen ist, haben Sie gewonnen und dürfen Ihren Namen im "Walhalla der Infamie" verewigen. Ein Spiel für echte Führerpersönlichkeiten!

(Systemvoraussetzungen: R-OS/TOC92 als Umgebung für das gesunde Volksempfinden, Intelligenz-inkompatibler Prozessor mit max. 1945KHz, 88GByte freier Speicherplatz für Vorurteile und Ressentiments, wahlweise Sütterlin- oder Runentastatur, Schäferhund statt Maus, Bildschirmauflösung ab 2,8 Promille egal, wegen extrem laut gebrüllter Hetzparolen Kopfhörer empfohlen, keine Schnittstellen zum Datenaustausch mit Fremdsystemen, unterstützt daher keinerlei internationale Standards gleich welcher Art)

Donnerstag, 16. August 2007

Das Herz schlägt rechts

Ich frage mich immer, wieso die meisten derjenigen, die sich hierzulande für links halten, mir irgendwie eher ziemlich reaktionär vorkommen. Jost Kaiser hat eine interessante Antwort darauf gefunden, die umso plausibler erscheint, je länger man darüber nachdenkt:

In Wahrheit ist "links" zu sein, nicht parteipolitisch definiert, sondern beschreibt die immer noch vorhandene antiwestliche Unterströmung in unserer Gesellschaft.

So traurig es ist, aber das trifft es wohl leider auf den Punkt. Was nicht heißen soll, daß es auf der Rechten besser wäre. Da erwartet man es ja nicht anders. Aber für die Linke und ihre einstmals fortschrittlichen Ideale ist es schon ein ganz schönes Armutszeugnis.

Dienstag, 07. August 2007

Stachelschweinbaum gefunden!

Ein weiteres Geheimnis aus der mysteriösen Geschichte der zweifellos besten Band, seit Menschen sich zusammensetzen, um Töne in Form von Melodien aneinanderzureihen, konnte vom bekannten Forscher Franklin D. Rosenfeld auf seiner letzten Südostasienexpedition endlich gelüftet werden:

Stachelschweinbaum

Und nein, die Antwort auf die Frage, um was es sich bei der angesprochenen Pflanze handeln könnte, heißt nicht Mozartstaude, Elvis Plant oder Beatles Shrub.

Montag, 23. Juli 2007

Retter raus!

Nix wie raus aus dem Irak! Dann wird alles gut. Bis auf ein paar Kleinigkeiten, aber was zählen schon Menschenleben, wenn es um die Aussichten bei den nächsten Präsidentschaftswahlen geht.

An American withdrawal from Iraq would cause bloodshed and leave the country dominated by radical militias, Iraqi politicians from across the parliamentary spectrum have warned.

Und klar, vor allem die Sunniten wünschen sich nichts sehnlicher als den Abzug der Amerikaner, damit sie die zahlenmäßige Überlegenheit der Schiiten auch so richtig auskosten können.

Even Sunni Arab leaders - who in the past have advocated an immediate and unconditional withdrawal of foreign troops - are among those now supporting the US troop presence and a gradual pullout over time. Many Sunni leaders say the withdrawal should be conditional on the progress of the Iraqi security forces.

[...] The Sunni-led group, the Iraqi Accord Front, was the staunchest opponent of the US involvement in Iraq until sectarian violence exploded following the Samarra shrine bombing last year.

The bombing made it change its mind. A withdrawal "will adversely affect the political process", said Omar Abdul Sattar, a member of parliament from the group. "It will enable outlaws to dominate and to send Iraq back to the middle ages."

Und damit's da kein Mißverständnis gibt, der Abzug muß natürlich so schnell wie möglich kommen. Allein schon um sicherzustellen, daß es auf jeden Fall die gewünschte Katastrophe gibt.

[...] "The presence of US forces in Iraq is helpful considering the current circumstances," said MP Adnan al-Dulaimi, former leader of the Accord Front.

"Every Iraqi wants to see these forces withdraw, and we're looking forward to the day when that occurs… But if they pull out now, the country will be in chaos because there are no Iraqi forces that can deal with security."

Aber schuld sind natürlich der doofe Bush und diese starrsinnigen Sunniten, die doch noch auf ihn reingefallen sind, statt zu akzeptieren, daß Demokratie für Orientalen wie sie nun mal nichts ist.

Freitag, 29. Juni 2007

Das Wort zum Freitag

Auch auf die Gefahr hin, daß ich mir damit keine Freunde mache, aber in meinem unwiderstehlichen Drang, gegen den Strom zu schwimmen, bin ich inzwischen in Köln-Ehrenfeld angekommen. Da planen sie bekanntlich eine etwas größere Moschee, und das stößt offenbar den meisten Menschen sauer auf. Schade eigentlich, denn wenn ich mir die Bilder des Entwurfs so anschaue, dann kann ich nur sagen "Hut ab! Das ist ja mal was. Warum nicht öfter so?" Führt man sich nämlich vor Augen, wie häßlich hierzulande oft gebaut wird, ohne daß sich eine Bürgerinitiative oder auch nur das ästhetische Empfinden dagegen wendet, dann ist man geneigt, voller Ehrfurcht auf die Knie zu fallen, auch ohne dafür vorher zum Islam konvertiert zu sein.

Denn das, was der Architekt Paul Böhm da auf die Beine bzw. die Stahlträger gestellt hat, ist ohne protzig zu sein wirklich eine beeindruckende Synthese aus klassischen Elementen und der Moderne. Das ist schlicht, aber doch richtig hübsch, und wenn man hört, daß jetzt wieder daran herumgedoktert werden soll, um die Minarette zu verstümmeln, dann könnte man heulen. So ein Prachtbau als Wahrzeichen würde den meisten Städten zur Ehre gereichen, doch statt darauf stolz zu sein, sind die Ehrenfelder dagegen. Nun könnte man das vielleicht noch verstehen, wenn sie dafür halbwegs vernünftige Gründe hätten, aber schaut man sich die einzelnen gegen den Moscheebau vorgebrachten Argumente an, dann wirkt keins davon wirklich überzeugend, im Gegenteil:

1. Die Moschee zerstört gewachsene Strukturen

Dieses Argument hat man so ähnlich, oder besser gesagt genauso, schon von den Gegnern der McDonalds-Filiale in Berlin-Kreuzberg gehört. Und damit ist es auch genauso idiotisch. Wir leben in einem - zumindest rudimentären - Kapitalismus, und da sollte es einem Eigentümer schon noch erlaubt sein, in einem gewissen Rahmen über sein Eigentum zu verfügen, ohne erst die Nachbarn um ihr Einverständnis zu fragen. Und wenn damit eine vorhandene Nachfrage nach einem Gut oder einer Dienstleistung befriedigt wird und sich das Konzept somit durchsetzt, dann ist eben genau das die gewachsene Struktur, die es zu schützen gilt, und nicht der zweifelhafte Versuch, selbiges zu verhindern. Solange die Religionsfreiheit der Gewerbefreiheit nicht nachgeordnet wird, ist das Bereitstellen eines Platzes für die Religionsausübung jedenfalls genauso zulässig wie einer für die Nahrungsaufnahme.

2. Die Moschee verschandelt das Stadtbild

Ohne Euch zu nahe treten zu wollen, liebe Ehrenfelder, aber das ist ja wohl ein Witz! Ich würde sagen, jetzt lachen wir da alle mal gemeinsam drüber und dann vergessen wir das ganz schnell wieder. Denn bei allem Respekt, aber so spektakulär ist diese Aussicht jetzt wirklich nicht, daß sie durch das eine oder andere Minarett großartig abgewertet würde. Im Gegenteil, diese Moschee wäre architektonisch mit Sicherheit ein Gewinn und könnte sogar zu einer Kölner Attraktion werden, die neben muslimischen Gläubigen auch eine Menge Touristen anderer Religionen anzieht. Und wenn die erst mal ihr Geld in all den neu entstehenden Geschäften in Ehrenfeld lassen, werden die im Sonnenuntergang glänzenden Minarette auch in den Augen vieler, die sie heute noch als Bedrohung empfinden, plötzlich wunderschön sein.

3. Die Moschee zieht kriminelles Gesindel an

Also in der geplanten Moschee werden sich vielleicht reaktionäre Patriarchen mit zugegeben nicht mehr ganz zeitgemäßen Vorstellungen von Traditionspflege und Familienehre ein Stelldichein geben, aber die schikanieren im allgemeinen eher ihre Angehörigen als ihre Nachbarn. Die immer wieder gerne angeführten türkischen Türsteher und arabischen Drogendealer hingegen dürften sich nun wirklich in den seltensten Fällen in eine Moschee verirren. Da müßte man eher gewisse Etablissements in Bahnhofsnähe schließen, und ob das allen Gegnern des Moscheebaus wirklich so recht wäre, wage ich mal zu bezweifeln. Denn wer weiß, ob man in den einschlägigen Lokalen nicht auch den einen oder anderen Ehrenmann wiedertreffen würde, der in der Bürgerinitiative noch lautstark gegen seine dortigen Zimmernachbarn gewettert hat. Also laßt mal die Kirche bzw. Moschee im Dorf.

4. Die Moschee begünstigt terroristische Umtriebe

Das ist das vielleicht dümmste Argument, denn es ist eher eins für als gegen die Moschee. Mal ganz davon abgesehen, daß sich die Terroristen und ihre Einpeitscher hierzulande nicht gerade darum bemühen, im Rampenlicht zu stehen, wäre es selbst dann, wenn sie sich in aller Öffentlichkeit zur freitäglichen Haßpredigt zu treffen, gerade aus Sicherheitsgründen vorteilhaft, wenn sie sich zu diesem Zweck auf einen einzigen Ort einigen könnten. Dann kann man sie nämlich nicht nur mit weniger Personal überwachen (so viele Arabisten hat der Verfassungsschutz dann doch nicht), man läuft in einer Menschenmenge von mehreren hundert oder tausend Menschen auch deutlich weniger Gefahr entdeckt zu werden (zumindest so lange man auf Schlapphut und Trenchcoat verzichtet) als in einer Hinterhofgarage, wo sich die anderen alle persönlich kennen.

5. Die Moschee belästigt die Anwohner

Dieser Kritikpunkt ist im Prinzip der einzige, welcher tatsächlich ernst genommen werde muß, denn es geht natürlich nicht an, daß die Anwohner wegen eines Großprojekts in ihrer Nähe selber keine Parkplätze mehr kriegen. Nur, das sind Bedenken, die auch dann gelten, wenn dort ein neuer Karstadt hingesetzt werden würde. Und was macht man dann? Richtig, man baut ein Parkhaus. Genauso verhält es sich mit dem gefürchteten Muezzin. Der darf natürlich genauso wenig zu nachtschlafender Zeit rufen wie man morgens um 5 von Glockengeläut geweckt werden möchte. Auch für Religionsgemeinschaften gibt es schließlich kein Grundrecht auf Ruhestörung. Wenn es aber schon so spät ist, daß sogar die Bauarbeiter ihre Preßlufthämmer anwerfen dürfen, gibt es keine Berechtigung, Don Camillo zu verweigern, vom Kirchturm aus Peppone zu ärgern.

Wenn also gewisse Auflagen hinsichtlich Infrastruktur und Ruhezeiten durchgesetzt werden, gibt es wie gesagt keinen vernünftigen Grund, den Moscheebau mehr abzulehnen als beispielsweise den einer Kirche, eines Kaufhauses oder eines Schnellrestaurants. Gleichzeitig spricht sogar einiges für den Bau. Vielleicht sollten die Deutschen, die in allem Neuen immer erst mal nur die Risiken und Gefahren sehen, etwas amerikanischer werden. Dort sieht man nämlich vor allem die Chancen und Vorteile, was sich unterm Strich nicht nur in einem höheren Lebensstandard, sondern auch in größerer subjektiver Zufriedenheit niederschlägt. Und bei der Toleranz gegenüber "den anderen" können sich die Deutschen offenbar auch einiges von ihnen abgucken. Also, liebe Ehrenfelder, weckt den Amerikaner in Euch!

In der Hoffnung, wenigstens einige Moscheegegner überzeugt zu haben, würde mich jetzt natürlich interessieren, ob meine Argumente wirklich verfangen haben oder nicht. Deswegen hier die Freitagsfrage:

Montag, 25. Juni 2007

Broder in Hochform!

Der Beweis, daß im Kulturteil des SPIEGEL auch mal was interessantes stehen kann:

Wer heute die Werte der Aufklärung verteidigen will, der muss intolerant sein, der muss Grenzen ziehen und darauf bestehen, dass sie nicht überschritten werden. Der darf "Ehrenmorde" und andere Kleinigkeiten nicht mit dem "kulturellen Hintergrund" der Täter verklären und den Tugendterror religiöser Fanatiker, die Sechzehnjährige wegen unkeuschen Lebenswandels hängen, nicht zur Privatangelegenheit einer anderen Rechtskultur degradieren, die man respektieren müsse, weil es inzwischen als unfein gilt, die Tatsache anzusprechen, dass nicht alle Kulturen gleich und gleichwertig sind.

Unbedingt lesen!

Mittwoch, 20. Juni 2007

Islamhasser auf Abwegen

Wie nicht anders zu erwarten, wird der Kampf gegen die geplante Moschee in Köln-Ehrenfeld auch von diversen rechtskonservativen Bloggern unterstützt. Diese wehren sich jedoch vehement gegen derartige Etiketten, mit denen sie ihrer Meinung nach zu Unrecht in die rechte Ecke gedrückt werden sollen.

Nun sollte man sicher Verständnis für ihren Wunsch haben, als Moscheegegner nicht gleich als rechtsradikal abgestempelt zu werden, zumindest in dem Maße, wie sie selber darauf verzichten, Moscheebefürworter als linke Spinner, naive Gutmenschen, rot-grüne Multikultiträumer oder Dhimmis zu beschimpfen. Was aber nicht nachzuvollziehen ist, ist, wieso sie, wenn sie doch so viel Wert drauf legen, nicht mit den bösen Rechten in einen Topf geworfen zu werden, offenbar alle Hebel in Bewegung setzen, um eben jene, mit denen man angeblich nichts zu tun haben möchte, zu verharmlosen oder gar ausdrücklich zu loben.

Denn um nichts anderes handelt es sich, wenn man beispielsweise "Pro-Köln" und deren Obermotz Manfred Rouhs vor dem Vorwurf des Rechtsradikalismus in Schutz nimmt, so als ob alles nur am propagandistischen Mißbrauch jener ominösen Fotos liegt, auf dem dieser mit dem Neonazi Axel Reitz zu sehen ist. Zugegeben, selbiger taucht öfter mal auf Fotos anderer Leute auf, ohne daß die Betreffenden immer wissen, wer der adrett gekeidete junge Mann da neben ihnen ist, aber in diesem speziellen Fall hat Reitz selbst die Sache doch ein wenig anders in Erinnerung als der von Erinnerungslücken geplagte Rouhs. Wobei die ganze Zielrichtung dieser Argumentation schon fehl geht, denn es ist noch lange nicht raus, welcher von den beiden Kameraden sich da für wen schämen sollte. Reitz war damals gerade 16 und trat später sogar als (An)führer einer ganz "speziellen" Variante der Antiirakkriegsbewegung in Erscheinung.

Rouhs hingegen ist nicht das unschuldige Opfer, bei dem immer nur gerade dummerweise die falschen Leute durchs Bild laufen. Und damit sind jetzt gar nicht mal die guten Beziehungen von "Pro Köln" zu den einschlägig Bekannten wie der österreichischen FPÖ oder dem belgischen "Vlaams Belang" gemeint. Denn Rouhs politischer Werdegang ist nicht der eines harmlosen konservativen Biedermann(i)s, der in der Jugend vielleicht mal ein paar Dummheiten gemacht hat, für die er sich heute schämt, sondern sozusagen ein Best Of Rechtsradikal, welches wohl nur die wenigsten Größen der Szene vorweisen können. Vor "Pro Köln" führte ihn sein gesellschaftliches Engament nämlich nicht, wie man nach der Lektüre von Kewils Text annehmen möchte, über Pfadfinder, Heilsarmee und Arbeiterwohlfahrt, sondern über NPD, "Republikaner" und die "Deutsche Liga für Volk und Heimat". Wenn das nicht rechts ist, was dann?

Nicht viel besser ist der rührende Versuch, Marylin Anderegg, die Sprecherin der örtlichen Bürgerinitiative, in einer oberschrägen Lobhudelei zur Jeanne d'Arc der entrechteten Ehrenfelder hochzustilisieren. Denn auch unsere Populistin der Herzen ist als ehemalige Kandidatin der "Republikaner" kein unbeschriebenes Blatt. Was die selbst für PI-Verhältnisse auffällig zahlreichen Kommentatoren aber nicht hindert, derlei politische Nebensächlichkeiten auszublenden und - offenbar von Frau Andereggs schönen Augen geblendet - so begeistert daherzusäfteln, daß es selbst Franz Schönhuber vermutlich ziemlich peinlich wäre.

Also, liebe Bloggerkollegen, wenn Ihr nur halb so konservativ seid, wie Ihr tut, und möchtet, daß Euch die CDU wieder lieb hat, dann distanziert Euch endlich klar und deutlich von diesem Rechtsaußen-Konglomerat im Pro-Köln-Dunstkreis. Ansonsten dürft ihr auch nicht weinen, daß man Euch nicht gerade links nennt.

Dienstag, 19. Juni 2007

Ad meah v'esrim!

Da Andre Glucksmann zu jenen Personen gehört, die mich politisch sicherlich mit am meisten geprägt haben und ohne die "No Blood for Sauerkraut" kaum denkbar wäre, kann ich mich Hannes Steins Geburtagsglückwünschen für einen der ganz Großen ebenfalls nur voller Respekt anschließen.

Donnerstag, 14. Juni 2007

Heute schon Tränen gelacht?

Nein? Na, dann wird's aber Zeit!

Und jetzt die Werbung...

Kürzlich aktualisierte Weblogs

Wer nicht suchet, der findet

Sonstige Komplizen und Helfershelfer

Andere Marsch - flugkörper - diplomaten

Viel Feind, viel Ehr'

Geile Mucke