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60 Artikel der Kategorie "Thema: Humor"

Mittwoch, 29. August 2007

Sex als Durstlöscher

Hey, keine sexistischen Blondinenwitze, bitte!

Freitag, 24. August 2007

...und wo wir gerade dabei sind:

Daß Civilization unbestritten das großartigste Computerspiel ist, seit die Null die Eins getroffen hat, ist eine allgemein bekannte Tatsache (Widerspruch ist hier ausnahmsweise nicht zulässig und ohnehin völlig zwecklos). Der Streit darüber, welche Version die beste ist, wird die Menschheit hingegen noch Jahrhunderte beschäftigen. Um zukünftigen Generationen die Beantwortung dieser existentiellen Frage zu erleichtern, kann hier jeder seinen kleinen Teil dazu beitragen, ihr bei der Lösung dieses komplexen Problems die nötige Orientierung zu verschaffen:

+++ Aktuelles zur Spielemesse!!! +++

Mügelnstein 3D

In dieser Mischung aus Action-Adventure und 3D-Shooter stehen Ihnen in der Grundeinstellung die vier Charaktere Sascha, Maik, Bomber und Adi mit jeweils unterschiedlich ausgeprägten Fähigkeiten zur Verfügung. Nachdem Ihr Charakter an einem der zahlreichen "Stände" seinen Aggressionslevel aufgetankt hat, jagen Sie "Eindringlinge" dorthin, wo sie hingehören, nämlich zur Hölle. Nachtanken nicht vergessen!

Über einen Leserhinweis (Dank an lowlevel!) bin ich auf die gestern stattfindende Games Convention in Leipzig gestoßen, wo neben anderen interessanten Spielen wie den "Ossims" nicht nur der obengenannte Ego(ismus)-Shooter vorgestellt wurde, sondern auch der langerwartete Strategiehammer "Uncivilized":

In dieser Echtzeit-Abrißsimulation gründen Sie vor 4000 Jahren in den Wäldern Sachsens eine Siedlung und versuchen das Steinzeitniveau ihrer primitiven Krieger so lange wie möglich gegen die zahlreichen Gefahren der Moderne aufrechtzuerhalten. Hierzu sind alle Mittel recht:

  • Bauen Sie keine florierende Wirtschaft auf, sondern kämpfen Sie lieber gegen alle Völker, die diesbezüglich erfolgreicher sind als Sie
  • Vernichten Sie dabei dutzende verschiedener, liebevoll animierter Gebäudetypen vom Ausländerwohnheim über ein Jugendzentrum bis zur Pizzeria
  • Vertreiben Sie Wissenschaftler, Ingenieure und sonstige Spezialisten, die ihren Wohlstand erhöhen könnten, und entziehen sie so den Steuereintreibern jegliche Arbeitsgrundlage
  • Schützen Sie ihre Kultur vor der Unterwanderung durch Diplomaten mit Migrationshintergrund, die Ihre Städte durch giftiges FastFood, merkwürdige Kopfbedeckungen und fremdsprachige Musik zu zersetzen versuchen
  • Erklären Sie Kulturleistungen wie den Sieg im diesjährigen Kirmeswettsaufen oder das fehlerfreie Absingen des Horst-Wessel-Liedes zu den wahren Weltwundern
  • Erforschen Sie auf der Suche nach Volksfesten und sonstigen lohnenswerten Veranstaltungen die umliegenden Dörfer und zetteln Sie dort zünftige Pogrome an
  • Wählen Sie aus zahllosen Truppentypen mit jeweils spezifischen Agressions-, Tapferkeits-, Intelligenz- und Moralwerten, wie beispielsweise dem hirnlosen Hooligan (A:10, T:6, I:0, M:0), dem reizbaren Alkoholiker (A:8, T:10, I:3, M:2), dem globalisierungsfeindlichen Arbeitslosen (A:3, T:1, I:2, M:3), dem ahnungslosen Biedermann (A:0, T:0, I:3, M:1), dem beschwichtigenden Bürgermeister (A:0, T:2, I:4, M:3), dem brutalen Skinhead (A:10, T:1, I:1, M:-1) oder auch dem skrupellosen Führer (A:10, T:0, I:10, M:-99)
  • Erobern Sie mit diesen die heimische Scholle von den feindlichen Störenfrieden zurück und vertreiben Sie dazu alle Einheiten anderer (Haut)farben

Wenn die Häuser Ihrer Gegner heller brennen als deren Lichterketten, bevor aufgrund der nationalen Abschottung der Lebensstandard Ihrer Bürger unter ihr geistiges Niveau gefallen ist, haben Sie gewonnen und dürfen Ihren Namen im "Walhalla der Infamie" verewigen. Ein Spiel für echte Führerpersönlichkeiten!

(Systemvoraussetzungen: R-OS/TOC92 als Umgebung für das gesunde Volksempfinden, Intelligenz-inkompatibler Prozessor mit max. 1945KHz, 88GByte freier Speicherplatz für Vorurteile und Ressentiments, wahlweise Sütterlin- oder Runentastatur, Schäferhund statt Maus, Bildschirmauflösung ab 2,8 Promille egal, wegen extrem laut gebrüllter Hetzparolen Kopfhörer empfohlen, keine Schnittstellen zum Datenaustausch mit Fremdsystemen, unterstützt daher keinerlei internationale Standards gleich welcher Art)

Donnerstag, 23. August 2007

Haste mal'n Bolivar?

Der venezolanische Präsident Hugo Chávez hat einen neuen Coup gelandet: Künftig erhalten benachteiligte Londoner Zuschüsse aus Caracas zu ihrem Busticket. Die Abmachung mit Bürgermeister Livingstone ist höchst umstritten.

Vielleicht umstritten, aber auch verdammt cool! Erst verschafft er sich seine persönliche Dauerwerbesendung im Fernsehen, dann bastelt er sich eine eigene Zeitrechnung, und jetzt diese wirklich geniale PR-Aktion - ich muß zugeben, so langsam gewinne ich diesen Spinner richtig lieb. Auch wenn er natürlich noch nicht ganz an meinen irrlichternden Lieblingsdiktator rankommt, so entwickelt er sich doch langsam aber sicher zum Ghaddafi Lateinamerikas, der selbst meinem dortigen Favoriten Castro die Schau stiehlt.

Also, liebe Amis, wenn sich's irgendwie einrichten läßt und er nicht gerade auf die Idee kommt, iranische Atomraketen in Venezuela zu stationieren, al-Qaida diplomatisch anzuerkennen oder einen vergleichbaren Unfug anzustellen, setzt ihn bitte ans Ende der ToDo-Liste und hebt ihn Euch zusammen mit seinem libyschen Bruder Oberst bis zum Schluß auf. Sein Unterhaltungswert ist einfach zu groß. Solche Talente dürfen nicht ohne Not einem banalen Putsch geopfert werden. Da muß man schon Prioritäten setzen.

Mittwoch, 22. August 2007

Das Ungeheuer von Loch Mügeln...

...findet man hier. Und wer immer es war, der diesen trotz des ernsten Themas so unterhaltsamen wie treffenden Artikel abgelehnt hat, sollte von seinem Brötchengeber schnellstens auf einen anderen Posten versetzt werden, bevor er noch mehr Unheil anrichtet.

Montag, 20. August 2007

Wem die Stunde (auf den Hinterkopf) schlägt

Die Bürger Venezuelas müssen künftig wohl früher aufstehen: Präsident Hugo Chávez plant, die Uhren in seinem Land eine halbe Stunde vorzustellen. Die Umstellung soll den Stoffwechsel ankurbeln und damit der Arbeitskraft zugute kommen.

Caracas - Das ganze Land solle früher auf die Beine kommen, wünscht sich der Präsident. Es gehe bei der Maßnahme um die Auswirkungen auf den Stoffwechsel, erläuterte Staatschef Hugo Chavez in einer siebenstündigen Sendung seiner Fernsehshow "Hallo Präsident". Das menschliche Gehirn werde durch Sonnenlicht beeinflusst.

Dieses Eindrucks kann man sich tatsächlich nur schwer erwehren. Da war wohl jemand zu lange an der Sonne. Und wenn er demnächst versucht, die Sonne gleich direkt auf sieben Uhr morgens zu stellen, wissen wir, daß er dabei auch zu lange NDW gehört hat. Aber selbst wenn nicht, die diesbezüglich ohnehin schon beeindruckende Geschichte des Sozialismus ist hiermit jedenfalls wieder um eine ulkige Idee zur Produktionssteigerung reicher. Und die europäischen Chavez-Fans stehen wieder ein kleines bißchen dümmer da. Mal sehen, wie lange sie sich die Albernheiten ihres Vorzeigeclowns noch unwidersprochen gefallen lassen. Obwohl, wenn Lafontaine demnächst an der Atomuhr rumspielt, überrascht mich das auch nicht mehr.

In der TV-Sendung griff Chavez zudem die USA scharf an. Er warf der Regierung Bush vor, in den Streitkräften seines Landes Verschwörer für einen Putsch anwerben zu wollen. Damit solle eine von ihm in der vergangenen Woche vorgestellte Verfassungsreform unterlaufen werden. "Die Verschwörung hat bereits begonnen", sagte Chavez in seiner wöchentlichen Sendung. "Die Botschaften zirkulieren in den Kasernen. Die Hand (des US-Geheimdienstes) CIA, das Imperium, steckt dahinter. Sie versuchen einen Putsch."

Wozu denn noch putschen? Nach Chavez' neuestem Geniestreich muß sich die NSA ja nur noch in die venezolanischen Zeitserver einhacken und die Uhren dort auf Mitternacht stellen. Denn nach dieser konsequenten Weiterentwicklung marxistisch-leninistischen Denkens zum zeitgesteuerten Sozialismus dürfte die venezolanische Wirtschaft dann eigentlich binnen Tagen krachend zusammenbrechen. Und Chavez müßte hoffen, nicht von den empörten Landsleuten an der nächsten Kirchturmuhr aufgeknüpft zu werden. Das kommt eben davon, wenn man selber nicht mehr richtig tickt und zur eigenen Kalibrierung den Kopf in eine laufende Standuhr steckt, nur weil man meint, der eigene Dickschädel sei stärker als ein gußeisernes Pendel.

Dienstag, 07. August 2007

Stachelschweinbaum gefunden!

Ein weiteres Geheimnis aus der mysteriösen Geschichte der zweifellos besten Band, seit Menschen sich zusammensetzen, um Töne in Form von Melodien aneinanderzureihen, konnte vom bekannten Forscher Franklin D. Rosenfeld auf seiner letzten Südostasienexpedition endlich gelüftet werden:

Stachelschweinbaum

Und nein, die Antwort auf die Frage, um was es sich bei der angesprochenen Pflanze handeln könnte, heißt nicht Mozartstaude, Elvis Plant oder Beatles Shrub.

Samstag, 04. August 2007

Bla. Aber egal.

Man soll Trolle ja nicht füttern und schon gar nicht aufwerten, indem man ihr Ego auf die Titelseite bringt, aber der hier ist einfach zu schön. Ein richtiges Prachtexemplar. Bei so einer Vorlage kann ich einfach nicht widerstehen und gebe offen zu, mich in diesem konkreten Fall ausschließlich meinen niederen Instinkten hinzugeben. Und da mir für längere Kommentare momentan leider die Zeit fehlt, schnapp ich mir jetzt ein Bierchen und stelle meine Antwort auf die NBFS-Hauptseite. Ist ja immer noch besser als Pinguine über das Eis zu prügeln.

Stehen die Biedermänner da wie Brandstifter? Stehen sowohl Biedermänner, als auch Brandstifter da?

In Personalunion.

Habe sie drei Hände, eine zum Benzinkanisterhalten, und 2 zum Hämmern mit den Fäusten?

Falsch. Sie haben gelernt, mit einer Faust auf den Feuermelder zu hämmern. Können aber vermutlich nur Primaten.

Und was ist hier eigentlich (grob) gemeint?

Die Heuchelei des SPIEGEL.

Wie äussert sich diese Verwirrung? Kannst du Beispiele zitieren? Was ist mit den Nichtamerkiahassern?

Sie äußert sich in Kommentaren wie beispielsweise Deinem.

Wie viele? Nenne 3.

Hab ich getan. Vielleicht sollte man manchmal die Artikel lesen, zu denen man eine Wortmeldung abgeben möchte.

Wessen? Deine? Die der ganzen Welt?

Meine sollten reichen. Schließlich schreibe ich hier und nicht die ganze Welt.

Wen genau? [...] Wer?

Dumme Fragen werden auch durch eine anders formulierte Wiederholung nicht intelligenter. Schau mal unter "Nenne 3" nach.

Gibt es nicht-akute Anfälle? Wie sehen die aus?

Ach so einer bist Du. Na, dann schau noch mal nach, ob Du nicht noch einen Rechtschreibfehler findest. Und zeigst mir anschließend wo genau auf dem Globus "Amerkia" liegt. Falls Du schon weißt was das ist, ein Globus.

Gibt es unzweifelhafte Despoten?

Für gewisse Friedenskanzler und andere Realpolitiker schon.

Sind die besser oder schlechter als die zweifelhaften?

Das mußt Du Gerhard Schröder fragen, nicht mich.

Wie ist das gemeint?

Das sind mir die liebsten. Über stilistische Fragen diskutieren wollen, aber in jüngerer Geschichte ist kurz vor der eigenen Kindergartenzeit Schluß.

Wem? Dir? Der Welt?

Der guten Fee. Die schreibt doch dieses Blog, oder?

Tut er das? Begründe.

Die Verteidigung gegenüber der Bedrohung durch Terrorregime zu vernachlässigen, und das dann noch offen mit der Angst vor deren falschen Reaktionen zu begründen, klingt irgendwie nicht so richtig nach Churchill's Blut-, Schweiß- und Tränenrede, oder?

Was geschah 1987?

2007 minus "mehr als 20 Jahren" sind nicht 1987, mein pedantischer kleiner Freund. Sei doch so gut und lies mal richtig, was Du kommentieren zu müssen glaubst.

Wann? Wer? wo?

2003 und 2005. Schröder, Gerhard. Saudi-Arabien. Sag mal, würde es Dir sehr viel ausmachen, Dich erst über die Dinge zu informieren bevor Du Laut gibst?

Woraus ergibt sich eine "sozialdemokratische Leseart"?

Vielleicht aus der Politik, die Sozialdemokraten machen?

Wo findet man sozialdemokratische Sympathien für "gestrenge arabische Völkerväter"?

Meiner Erfahrung nach mitunter im Kanzleramt, aber auch verbreitet in untergeordneten Stellen. Außer der Deutsche, der im UNO-Sicherheitsrat "Veto" gerufen hat, war ein Geheimagent der Linkspartei.

Ich bitte um Quellen, aus denen auch hervorgeht, dass dies grundsätzlich der sozialdemokratischen Sichtweise entspricht.

Find mir erst mal ein paar Sozialdemokraten, die den Sturz von Saddam unterstützt haben. Meine Suche war bisher leider ziemlich erfolglos.

Kapier ich nicht. Was meinst du damit?

Du wirst lachen, aber daß Du das nicht kapierst, glaub ich allmählich auch.

[...] Was ist eigentlich ein overkill?

So was, würde ich sagen. Schön geschrieben, gell?

Waren Hurensöhne das thema politischer Debatten? Woran erkennt man das Verhalten eines Hurensohnes? Hast du da profundere Informationen als ich?

Darf ich Dich mal was persönliches fragen? In welcher Klasse bist Du? Und wo seid Ihr gerade in Geschichte?

Es gibt zur Zeit mehrere Kanzler?

Nein, aber genügend verantwortliche Sozialdemokraten, die zuverlässig da weiter machen, wo der alte Gerd aufgehört hat.

Ich bedauere, dich davon in Kenntnis setzen zu müssen, dass Erstickung für gewöhnlich eher das Ende denn der Anfang ist.

Wie süß, lustig sein kann er auch.

Ich möchte einen Beleg dafür, dass einer der von dir so markierten "Realpolitiker" Massaker an der eigenen Bevölkerung mit "Frieden" gleichsetzt. Mit Quellenangabe und Datum.

Geht auch ohne. War nämlich jeder, der der Meinung war, daß die Amerikaner mit ihrem Einmarsch im Irak irgeneinen Friedenszustand beendet hätten. Also eigentlich fast alle. Wobei Du mir aber gerne Quellenangabe und Datum von deutschen Politikern nenne darfst, die das anders gesehen haben.

Was meinst du damit?

Hättest Du den nächsten Absatz vor Deiner Frage gelesen, wäre Dir eine weitere Blamage erspart geblieben. Aber so ist's auch recht.

Wieso nicht?

Hey, Du machst mir ja wieder richtig Hoffnung.

Aus dem nichtvorhandensein von Panzern in Teheran resultiert eine Defensivstrategie?

Nur mit Humvees wird sich der Regime Change kaum bewerkstelligen lassen. Wobei das aber eh nur eine Metapher war. Und frag jetzt bitte nicht, was eine Metapher ist und wo das steht und wer's geschrieben hat und mit welchem Recht und welche Schuhgröße er hatte. Das kriegt ihr sicher noch im Deutschunterricht. So in zwei oder drei Jahren. Falls Du fleißig bist und nicht vorher sitzenbleibst.

Wie redest du denn über die israelische Regierung!

Rate mal, was die Abkürzung "inkl." bedeutet. Ok, ok, schon gut, kommt alles noch in Deutsch, ich weiß. Wir müssen nur ein wenig Geduld mit Dir haben.

Wen? Dich? Die ganze Welt?

Ich könnte Dich jetzt wieder auf die Stelle aufmerksam machen, wo ich das bereits beantwortet habe,  aber ich finde such's Dir diesmal selber raus. Wenn Du schon in der Schule nicht aufpassen magst, lernst Du dann wenigstens hier was. Und sei es, sich in einem längeren Text zu orientieren.

Dich wundert, dass sie dies nicht tun? Bist du in Behandlung? [...] Hä?

Naja, wo Bush doch endlich wieder brav Realpolitik zu machen scheint, kann man schon etwas mehr Begeisterung erwarten, findest Du nicht?

Was ist der Unterschied zwischen einem Apostroph und einem Akzent?

Nach Deiner bisherigen Performance glaube ich nicht, daß Du für die Antwort schon reif bist.

Wer? Du? Die ganze Welt?

Hast Du da einen Knopf wo man draufdrücken muß, damit du das sagst? Oder reicht STRG-C?

Aso. Dann doch eher nur du ;)

Ist doch schon mal was.

Nicht alle kommen aus Offiziersfamilien und wissen etwas mit dieser Anspielung anzufangen.

Es kommen auch nicht alle aus Informatikerfamilien und wissen trotzdem, daß wenn man im Internet auf ein blau unterstrichenes Wort klickt, über dem sich der Mauszeiger in eine kleine Hand verwandelt, dahinter mitunter eine kleine Überraschung auf einen wartet.

Ob du den Unterschied zwischen Pflicht und Gebot kennst?

Es ist meine Pflicht als netter Mensch, Dir zuzuhören. Und ein Gebot der Vernunft, genau das nicht zu tun. Da kommt man schon mal durcheinander.

Du, deine Welt und der ominöse "Realpolitiker", nehme ich an...

Nicht der. Die.

Ich warte gespannt, ob du das tust.

Hab ich hiermit getan. Und die Eselsmütze steht Dir ganz hervorragend. Ehrlich!

Nicht alle kommen aus Offiziersfamilien und wissen etwas mit dieser Anspielung anzufangen.

Es kommen auch nicht alle aus Informatikerfamilien und... aber lassen wir das.

Nun demonstriere deine Lernbereitschaft.

Da spricht zweifellos der PISA-Weltmeister aller Klassen in flächendeckender Allgemeinbildung. Du mußt unbedingt wiederkommen, hörst Du? Versprich mir das!

Donnerstag, 19. Juli 2007

Der US-Kongreß - der neue GULag unserer Zeit?

Die Demokraten im US-Senat ziehen alle Register: Sogar mit Schlafentzug versuchten sie, den Widerstand der Republikaner gegen einen raschen Abzug der US-Truppen aus dem Irak zu brechen. Doch auch nach nächtlicher Marathonsitzung verhinderten diese eine Abstimmung über das Gesetz.

[...] Mit der nächtlichen Marathondebatte hatten die Demokraten zuvor vergebens versucht, die Republikaner zu zermürben und ihren Widerstand gegen den Abzug zu brechen. "Wir werden niemandem eine ruhige Nacht gönnen", drohte demokratische Mehrheitsführer Harry Reid. "Eine schlaflose Nacht im Senat ist kein großes Opfer im Vergleich zu den schlaflosen Nächten, die unsere Soldaten und ihre Familien verbringen", sagte sein Parteifreund Richard Durbin.

Schon irgendwie lustig. Da wenden die Demokraten im Kampf gegen den Kampf gegen den Terror Methoden an, die für Amnesty International bereits als schwere Verstöße gegen die Menschenrechte gelten. Aber das ist eben der Unterschied. Die Genfer Konvention gilt nun mal nicht für US-Kongreßabgeordnete. Und das Recht auf 4 Stunden Schlaf pro Nacht greift schließlich nur bei Verhören, nicht bei Parlamentsdebatten. Hätten die Herren Politiker eben was gescheites gelernt, z.B. Terrorist. Dann wäre ihnen unser Mitgefühl sicher.

Montag, 09. Juli 2007

Schluß mit unlustig!

Dieser Tage hat die Bahn eine schlechte Presse. Alle meckern an ihr rum, nur weil die undankbaren Spießbürger wegen eines kleineren Streiks von Lukas und seinen Lokomotivführerfreunden oder auch dank der brilliant geplanten Umbaumaßnahmen der Bahn nicht bzw. nicht rechtzeitig zur Arbeit kommen. Dabei ist sie doch in diesem Land, wo selbst das Autofahren immer berechenbarer wird, das letzte richtige Abenteuer. Zumindest bietet sie einen Thrill, der mich nach meinen nachfolgenden - natürlich rein subjektiven! - Erfahrungen die Leistung von Columbus und Livingstone zumindest ansatzweise erahnen läßt:

Man weiß nie, wann man losfährt

Entgegen weitverbreiteter Vorurteile sind Verspätungen offenbar kein Bug, sondern ein Feature, da dem Güterverkehr nach Aussage eines Bahnbediensteten Priorität vor dem Personennahverkehr eingeräumt wird, weil bei ersterem die Kunden bares Geld für terminliche Zusagen zahlen. Als Privatkunde hingegen erwirbt man demnach offenbar nur ein - ohnehin fast geschenktes - StandBy-Ticket, sonst würde man nicht morgens am Bahnhof stehen und zur geplanten Abfahrtszeit nur einen Güterzug vorbeirumpeln sehen. Und dann noch einen. Und nach 10 Minuten endlich den Personenzug. Vielleicht.

Wenn man nicht genau wüßte, daß der Fahrplan nicht die reale Abfahrtszeit angibt, sondern nur einen unverbindlichen Vorschlag, wann der Zug losfahren KÖNNTE, dann wäre man darob fast ein wenig verärgert. Und würde sich vielleicht zu fragen beginnen, ob der Grund dafür, daß diese Verspätung bei bestimmten Zügen schon seit vielen Jahren dieselbe ist, ohne daß sich das je in einem aktualisierten Fahrplan niederschlägt, darin zu suchen ist, daß selbiger nicht von hochqualifizierten Spezialisten zusammengestellt wird, sondern von einem für Tierversuche nicht ausreichend begabten Schimpansen.

Man weiß nie, wann man ankommt

Je mehr man mit der Bahn fährt, desto mehr lernt man über sie. Und bei 50km zur Arbeit über mehrere Jahre verteilt ist das schon eine ganze Menge, jedenfalls zweifellos genug für ein Diplom im Zuspätkommen. Denn zu den vier Stunden, die man dann leicht pro Tag in Bussen und Bahnen bzw. mit dem Warten auf selbige verbringt, legt die Bahn gerne noch was drauf, indem sie ihre Verspätungen so gestaltet, daß durch das Verpassen ungünstiger getakteter Anschlußverbindungen auch bei kleineren Überschneidungen jeweils gleich eine weitere halbe Stunde Wartezeit verloren geht, damit der Kunde es auch merkt.

Bei einem vom Schreiber dieser Zeilen aus purer Neugier durchgeführten einmonatigen Feldversuch kam die Bahn denn auch bei jedem 4. Zug auf eine signifikante Verspätung von im Schnitt 20 Minuten. Zusammen mit der regulären Arbeitszeit ist man dann schnell mal 13 Stunden außer Haus. Und das ist ein weiterer Vorteil des Abenteuers Bahn, denn wer treibt sich schon gerne zuhause rum, wo man eh nur den Rasen mähen oder den Müll raustragen muß, wenn man statt dessen bei der im Schritttempo durchgeführten Einfahrt in einen völlig leeren Bahnhof die verschiedenen Farbabstufungen des Gleisschotters bestaunen kann?

Man weiß nie, ob man mitkommt

Doch auch kürzere Verspätungen sind keine Gewähr, daß man seinen Zug wenigstens mit einem kurzen Zwischensprint über den Bahnsteig noch erwischt. Denn daraus, daß ein Zug manchmal wartet, darf der Bahnkunde keinen Rechtsanspruch ableiten, nach dem dieser das immer zu tun hat, im Gegenteil! Auf Nachfrage teilt einem der freundliche Beamte am Informationsschalter schon mal mit, daß Züge grundsätzlich nicht auf die vorhergehenden warten. Wer sich also zu erinnern glaubt, letztens wiederholt im abfahrbereiten Zug wegen einer "Fahrgastaufnahme" gewartet zu haben, bildet sich das nur ein.

Zumindest war besagter Beamte im konkreten Fall auch bei wiederholtem Einspruch nicht von dieser Ansicht abzubringen. Für weitergehende Beschwerden verwies er an eine eigens zu diesem Zweck eingerichtete Nummer, die er allerdings nicht aufschrieb, sondern von einem dicken Stapel speziell zu diesem Zweck gedruckter Visitenkarten zog, was den Verdacht nahelegt, daß man nicht der erste Kunde war, der mit der Gesamtsituation unzufrieden ist und daß derartige Vorkommnisse nicht ganz so ungewöhnlich sind, wie uns die bunten Reklametafeln mit glücklichen Bahnkunden weismachen wollen.

Man weiß nie, warum man nicht mitkommt

Um dem ganzen eine surreale Note zu geben, hat sich die Bahn neben dem Warten auf andere Züge und dem gleichzeitigen Leugnen, dies jemals zu tun, noch eine dritte Variante ausgedacht, der man eine gewisse Originalität nicht absprechen kann. Es kann nämlich passieren, daß der Anschlußzug noch da ist, das Zugpersonal einen aber nicht mehr reinläßt, und das damit begründet, daß man ihnen nicht gesagt hätte, daß sie auf einen anderen Zug warten sollen (was angesichts der vorherigen Aussage, daß Züge grundsätzlich nie auf andere warten, ohnehin nicht wirklich schlüssig klingt).

Dies ist besonders lustig, wenn der Zug, von dessen Herannahen sie nichts wußten, vor zwei Minuten am Gleis nebenan eingefahren ist, was der betreffenden Person nicht wirklich verborgen geblieben sein kann, da ein Zug ja weder optisch noch von der Geräuschentwicklung her so unaufällig wäre, daß man ihn so ohne weiteres übersehen könnte. Falls jetzt aber jemand glaubt, in diesem Fall käme gleich ein anderer Bahnbediensteter angerannt, der sich vielmals für die unfähige Kollegin entschuldigt und einem als Ausgleich für die verlorene Zeit einen €10-Bahngutschein in die Hand drückt: Dem ist definitiv nicht so.

Man weiß nie, wo man ankommt

In ihrem Bemühen, dem Kunden etwas Abwechslung zu bieten, behält sich die Bahn auch vor, den verdutzten Kunden auf einem beliebigen auf dem Weg liegenden Bahnhof rauszuschmeißen, weil der Zug jetzt doch lieber zurückfährt (vermutlich weil ihr aufgrund der massiven Verspätungen am anderen Ende inzwischen die Züge ausgehen), so daß man Gelegenheit hat, interessante Orte wie das Rüsselsheimer Opelwerk kennenzulernen, von deren Liebreiz man sonst nie Kenntnis erhalten hätte. Da dies auch mal mehrmals hintereinander passieren kann, kann man derartige Erlebnisse richtig auskosten.

Da zudem die Anzeigetafeln am Bahnsteig ganz gerne mehrere Fahrtziele zur Auswahl anbieten (das vordere Ende des Zuges fährt dann offenbar woanders hin als das hintere), ist vor Besteigen eines Zuges ein genauer Vergleich der Bahnhofsanzeigen mit jenen des Zuges angesagt, und zwar gerade auch dann, wenn man aufgrund jahrelanger Benutzung einer Bahnlinie so vermessen ist zu glauben, man wüßte deswegen auch gleich wohin die Reise geht. Zu großes diesbezügliches Selbstvertrauen des Bahnkunden kann nämlich schnell zu ausgesprochen unerfreulichen Überraschungen führen.

Man weiß nie, was als nächstes kommt

Da natürlich die Gefahr besteht, daß der Abenteuerfaktor nachläßt, wenn sich die Kunden erst mal an die Verspätungen gewöhnt haben, greift die Bahn seit neustem ganz tief in die Trickkiste: Die Lösung des Problems heißt Streik! Statt zu spät zu fahren, fährt sie dann zeitweise einfach gar nicht. Auf diese Weise ist nicht nur sichergestellt, daß einem die üblichen Verspätungen nur noch wie banale Nebensächlichkeiten vorkommen, es zwingt die Kunden auch zum Nachdenken, und zwar über Alternativlösungen zum Konzept des zentralistisch organisierten Kollektivverkehrs.

Nun muß man natürlich Verständnis für die Forderungen der Lokomotivführer haben, die nicht nur nicht viel verdienen, sondern unbestätigten Gerüchten zufolge offenbar auch nicht ihre Wartezeiten am Bahnhof bezahlt bekommen, sondern nur die Fahrtzeit (was immerhin manche Verspätung durch unmotiviertes Langsamfahren erklären würde). Falls da was dran sein sollte (für genauere Informationen wäre ich dankbar), so wäre dies zweifellos eine Unverschämtheit, denn für die spontanen Eingebungen des oben genannten Schimpansen kann das Zugpersonal beim besten Willen nichts.

...und tschüß!

Doch bei aller Klassensolidarität unter abhängig Beschäftigten können es sich trotzdem nur die wenigsten leisten, aus purer Nächstenliebe ihre eigene Arbeit zu verlieren, weil sie nur noch unregelmäßig dort auftauchen. Aus diesem Grunde gab es leider - Klimaschutz hin, Zusatzkosten her - nur eine Lösung: Den Erwerb eines Automobils. Womit die Bahn einen weiteren langjährigen Kunden, der ihr jedes Jahr einen vierstelligen Betrag überwiesen hat, verloren hätte. Die Marktwirtschaft gilt eben nicht nur bei der Wahl zwischen Güter- und Personentransport, sondern auch bei der von Schiene und Straße.

Und jetzt die Werbung...

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