Mein Foto

Letzte Kommentare

Letzte Einträge

Februar 2008

Mo Di Mi Do Fr Sa So
        1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29    

Archiv (Typepad)

Kategorien

Powered by TypePad
Mitglied seit 01/2005

61 Artikel der Kategorie "Thema: Antisemitismus"

Donnerstag, 13. September 2007

Fremde Heere (Nah)Ost

Die Organisation Humans Right Watch erhebt harte Vorwürfe in Richtung Israel bezüglich des Verhaltens des israelischen Militärs während des letzten Libanon-Krieges (alsharq berichtet darüber).

Mich würde tatsächlich interessieren, welche Antwort die israelische Regierung oder das israelische Militär darauf hat.

PS: Von reinen Bekundungen über den antisemitischen, israelfeindlichen Charakter des HRW bitte ich abzusehen. Mich interessieren nur Gegenargumente.

Der gnadenlose Liberale Boche hat - aufgescheucht durch einen von al-Sharq zitierten HRW-Report - eine Frage zum Libanonkrieg gestellt, deren Postscriptum nahelegt, daß er die erhobenen Vorwürfe tatsächlich für bare Münze zu nehmen bereit ist, und zwar im Umtauschverhältnis 1:1. Nun weiß ich zwar nicht, welche Antwort die israelische Regierung oder das israelische Militär darauf hat, aber ich habe folgende:

Der Großteil der 900 während des Julikriegs 2006 getöteten libanesischen Zivilisten wurde nicht von der Hizbollah als menschliche Schutzschilde missbraucht, sondern wurde Opfer der "wahllosen Luftschläge" durch die israelische Armee.

Erst ein Satz, und schon bis zum Ellenbogen im Klo. Wie HRW selbst meldet, sind ca. 1100 Libanesen während des Kriegs ums Leben gekommen. Wenn davon nach israelischen Angaben 500-600 tote Hizbollah-Kämpfer waren, fragt man sich, an welcher Baumschule die HRW-Leute rechnen gelernt haben, daß sie dann noch auf 900 tote Zivilisten kommen. Aber selbst 500-600 Zivilisten sind eine Zahl ausgesprochen von fragwürdiger Aussagekraft, denn wer oben im Wohnzimmer als unschuldiger Zivilist vorm Fernseher sitzt, während unten im Keller die Katjuschas lagern, füllt die Rolle des Opfers von Angriffen auf nicht-militärische Ziele nur sehr unzureichend aus.

Jetzt folgt natürlich der unvermeidliche Einwand, daß die israelischen Zahlen sicher völlig einseitig seien. Dieser wird wohlgemerkt nicht von jenen vorgetragen, die eine - ohnehin schon unverschämte! - Äquidistanz zwischen der Demokratie Israel und den umliegenden Terrorregimen einnehmen, denn diese Klientel würde wenigstens behaupten, daß die Zahl der toten Hisbollahkämpfer wohl irgendwo in der Mitte liegt und HRW sich mit einer 6 im Rechnen setzen kann. Aber der Antisemit von Welt hält sich mit derartiger Pseudoobjektivität gar nicht mehr erst auf, sondern verbreitet den Auswurf arabischer Propagandafabriken gleich als komplette Schüssel.

Letztlich ist das wohl aber eine reine Glaubensfrage. Wer Scheich Nasrallah unterm Strich mehr vertraut als Shimon Peres, der wird mit vernünftigen Argumenten und gesundem Menschenverstand sowieso nicht mehr zu erreichen sein. Diejenigen allerdings, deren diesbezügliche Meinungsbildung noch nicht abgeschlossen ist, sollten sich am besten einfach mal das berüchtigte "Massaker" von Jenin in Erinnerung rufen. Wenn die Israelis von 50 Toten, darunter 30 Terroristen reden, und ihre Gegner von hunderten, gar tausenden ziviler Opfer, dann sind es am Ende erfahrungsgemäß 50 Tote, darunter 30 Terroristen. Es gab übrigens mal Zeiten, da hat HRW das durchaus begriffen.

Was den Begriff der "wahllosen Luftschläge" angeht, so diskreditiert sich HRW mit solchen Äußerungen selbst. Das einzige, was sie damit beweisen, ist, daß sie von militärischen Dingen noch weniger Ahnung haben als von der Geschichte des Nahostkonflikts. Die IDF geht nicht nur ausgesprochen vorsichtig vor (wenn ihre Gegner nur einen Bruchteil dieser Rücksicht nehmen würden, wären die meisten Opfer dieses Konflikts erst gar keine geworden), sie ist zudem absolut professionell. Wenn israelische Kampfflugzeuge eine Bombe abwerfen, dann kann auch HRW getrost davon ausgehen, daß sie schon ihre Gründe dafür gehabt haben werden und das nicht nur aus Jux und Dollerei tun.

[...] Mit großer Akribie hat die Menschenrechtsorganisation die Umstände der Tode von 510 Zivilisten und 51 Kämpfern untersucht, mithin fasst die Hälfte der 1109 Todesfälle auf libanesischer Seite genauer beleuchtet. Für diesen Report besuchten HRW-Mitarbeiter mehr als 50 libanesische Dörfer, interviewten 316 Opfer und Augenzeugen, sprachen mit 39 Militärexperten, Journalisten, sowie Offiziellen aus Israel, dem Libanon und der Hizbollah.

Da es kaum die Offiziellen aus Israel sein werden, die ihnen diesen Blödsinn erzählt haben (dann hätten die sich schon während des Kriegs gehörig geirrt), müssen sie diese Erkenntnis wohl aus dem Besuch der libanesischen Dörfer mitgebracht haben. Wahrscheinlich waren sie auch in Qana, wo der Green Helmet Guy ihnen sicherlich mit wertvollen Informationen weiterhelfen konnte. Aber auch und gerade wenn die Interviewten keine Hisbollah-Anhänger gewesen sein sollten, werden sie wohl kaum sagen "Die Hisbollah lügt!" Denn anders als der HRW-Tourist müssen sie und ihre Familien weiter dort leben, und zwar wenn möglich an einem Stück.

Im Wesentlichen werden der israelischen Seite in dem 249-seitigen Bericht folgende Vorwürfe gemacht:

    * "Israel ging davon aus, dass alle libanesischen Zivilisten der Aufforderung zum Verlassen der Dörfer südlich des Litani gefolgt seien und betrachteten daher jeden der in seinem Dorf blieb als Kämpfer. Vor diesem Hintergrund betrachtete Israel jede sichtbare Person, oder jede Bewegung von Personen oder Fahrzeugen südlich des Litani-Flusses oder im Bekaa-Tal als Militäroperation der Hizbollah die beschossen werden könne. In ähnlicher Weise führe Israel weiträumige Bombardierungen des Südlibanon durch, einschließlich der massiven Verwendung von Streubomben kurz vor dem erwarteten Waffenstillstand, in einer Weise die nicht zwischen militärischen Zielen und Zivilisten unterschied."

Das hätte die HRW wohl gerne - das gesamte Gebiet des Libanon eine einzige "free fire zone". Ganz so, als ob das Schild "Benutzung auf eigene Gefahr!" auf einem Spielplatz automatisch bedeutet, daß die Bediensteten der Stadtverwaltung dort straffrei kleine Kinder ermorden dürfen. Die IDF hat selbstverständlich auch nach Beginn der Offensive versucht, zivile Opfer zu vermeiden, aber wenn jemand die Aufforderung ignoriert, das Gebiet zu verlassen, erhöht das nun mal zwangsläufig das persönliche Risiko. Aber HRW-Mitarbeiter überqueren wahrscheinlich auch Autobahnen zu Fuß und verklagen anschließend die Autofahrer, weil die Tempo 30 nicht eingehalten haben.

    * "Israel beschoss Menschen oder Gebäude, die in irgendeiner Weise mit den miltärischen, politischen oder sozialen Strukturen der Hizbollah verbunden waren - ganz gleich ob diese ein legitimes militärisches Ziel in Übereinstimmung mit dem Humanitären Völkerrecht darstellten - unter unterließ es alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen um zivile Opfer beim Beschuss vermutlicher Hizbollah-Ziele zu verhindern."

Also wenn man einem Land nicht nur auf auf Kasernenhöfen, sondern auch auf Marktplätzen das bloße Existenzrecht abspricht und ganz bewußt die eigene militärische Infrastruktur mit der zivilen vermischt, dann darf man sich nicht wundern, wenn beim Bombardieren des Führerbunkers auch mal das Geschirr in der Suppenküche zu Bruch geht. Und wenn die administrativen, logistischen oder propagandistischen Strukturen eines derartigen Terrornetzes keine legitimen Ziele mehr darstellen, dann kann man den Widerstand auch gleich ganz lassen, die Koffer packen und wie vom Hisbollah-Auftraggeber gefordert einen neuen Staat in Europa aufziehen.

Nach HRW-Angaben waren die meisten der Menschen, die in ihren Dörfern im Südlibanon blieben, keine Kämpfer der Hizbollah, sondern Menschen die zu alt, zu arm oder zu krank zur Flucht waren. Zudem hätte das israelische Militär gewusst, dass sich zum Zeitpunkt der flächendeckenden Bombardements noch immer Tausende Menschen im Südlibanon aufhielten. Insgesamt wurde mehrere tausend libanesische Häuser teilweise oder komplett zerstört. Allein in Aita al-Shaab wurden 750 Häuser vollständig zerstört, in Bint Jbeil gar 800.

Wie? Im Krieg gehen Häuser kaputt? Sogar in Bint Jbeil? Nur wegen dem bißchen Schießerei dort? Sachen gibt's... Im übrigen ist es bezeichnend, wenn gezielte Angriffe auf militärische Ziele als Flächenbombardement diffamiert werden, so als ob die israelischen Bomberflotten da völlig sinnlos den Wald umgegraben hätten. Die Israelis haben weder das Geld noch das Interesse für derartige Zeit- und Resourcenverschwendung. Wenn aber jemand meint, im Zeitalter von computergestütztem "counter battery fire" unbedingt von einem Wohngebiet aus Raketen abzufeuern, dann sollte man demjenigen für seine Dummheit auch anschließend die Rechnung schicken.

Zudem seien oft auch Flüchtlingskonvois selbst zum Ziel israelischer Angriffe geworden. Detailliert schildert der Bericht den Fall eines Flüchtlingskonvois aus Marjayoun, der zunächst in Begleitung der UNIFIL, dann in Begleitung libanesischer Armeefahrzeuge in Richtung Norden aufbrach. Die israelische Armee wurde über den Konvoi in Kenntnis gesetzt, die Fahrzeuge waren mit weißen Fahnen versehen. Dennoch wurde er in Kefraya im Bekaa-Tal von einer israelischen Drohne beschossen, 7 Menschen wurden getötet, 32 weitere verletzt. Daneben schildert der Bericht auch Fälle in denen Fahrzeuge des Roten Kreuzes, die deutlich als solche erkennbar waren, beschossen wurden.

Was solche Berichte hingegen nie schildern, ist wie das Kriegsverbrechergesindel von Hisbollah & Co. Kämpfer und Waffen in Krankenwagen lädt, und zwar genau WEIL sie als solche erkennbar sind. Das heißt wohlgemerkt nicht, daß - gerade bei Luftangriffen ist das möglich - im Krieg nicht immer wieder auch versehentlich die falschen Ziele beschossen werden. Aber wenn man einer Armee, die das Leben der eigenen Soldaten riskiert, um Verluste unter der Zivilbevölkerung zu minimieren, wie im Fall von Jenin anschließend vorwirft, das nur zu machen, um ein Massaker anzurichten, dann darf man sich nicht wundern, wenn die für den nächsten Krieg ihre Schlüsse daraus zieht.

Des weiteren widerspricht der Bericht der israelischen Darstellung, nach der die Hizbollah Zivilisten als menschliche Schtzschilde missbraucht habe. Mit wenigen Ausnahmen habe die Miliz ihre Raketen in Bunkern und Einrichtungen in unbeweohnten Feldern und Tälern gelagert und ihre Kämpfer und zivilen Offiziellen aus bewohnten Gegenden gebracht. Die Raketen seien von vorbereiteten Stellungen außerhalb der Dörfer abgefeuert worden. "In der sehr großen Mehrheit der von Human Rights Watch untersuchten Luftschläge, die zum Tod von Zivilisten geführt haben, gab es keine militärische Präsenz oder Aktivität der Hizbollah, die einen Angriff gerechtfertigt hätte." Das gilt auch für den israelischen Luftangriff auf Qana, bei dem am 30.Juli 2006 28 Menschen getötet wurden.

Also das ist frech! Die Hisbollah ist ja eine richtige Heilsarmee. Die einzige arabische Terroristenbande, die sich nicht hinter Zivilisten verschanzt, Respekt! Die Luftaufnahmen von aus Wohngebieten abgefeuerten Raketen hingegen - alles gefälscht! Das Lagern von Raketen in Wohnhäusern - reine Wahnvorstellungen! In Qana irgendwelche terroristischen Aktivitäten - blanke Propaganda ! Die dubiose Rolle der Hisbollah beim Einsturz des Gebäudes - scheißegal. Das Zusammentreiben von Kindern unter einer Raketenstellung - wen interessiert's. Wenn HRW so lange, nachdem der ganze Schwindel aufgeflogen ist, noch auf solche Märchen zurückgreifen muß, dann sagt das einiges über den Wert und die Zielrichtung des Berichts als solchen aus.

Bereits vor einer Woche hatte Human Rights Watch einen Bericht veröffentlicht mit dem Titel "Civilians under Assault - Hezbollah´s Rocket Attacks on Israel in the 2006 War"
in dem die Hizbollah beschuldigt wurde, gegen Bestimmungen des Kriegsrechts verbrochen zu haben.

Die Hizbollah habe willkürlich und zum Teil absichtlich in von Zivilisten bewohnte Gebiete im Norden Israels Raketen geschossen. "Die Raketen der Hisbollah töteten während des Konflikts mindestens 39 Israelis und verletzten weitere 101 Personen zum Teil schwer.

Der Beschuss von Zivilisten bewohnter Gebiete mit Raketen von geringer Zielgenauigkeit wie etwa der Katjuscha, stelle ein Kriegsverbrechen dar, so Human Rights Watch. Unter anderem wurden 3 Krankenhäuser von Hizbollah-Raketen getroffen. Zwar habe auch das israelische Militär feste und mobile Militärposten in oder in der Näher ziviler Gebiete errichtet, doch verringere dies nicht die Verantwortung der Hisbollah, unter allen Umständen zwischen Zivilisten und legitimen militärischen Zielen zu unterscheiden.

Ach so, die Israelis benutzen also die Zivilbevölkerung als Schutzschild, während die Hisbollah das ausdrücklich so gut wie nie tut. Sagt mal, wer hat diesen "Bericht" eigentlich geschrieben? Der Hisbollah-Pressesprecher? Der Propagandaminister Syriens? Oder gleich Machmud Achmadinedschad höchstpersönlich? Wenn HRW amnesty international unterbieten will, sind sie so jedenfalls genau auf dem richtigen Weg.

Nach Vorlage der beiden Berichte gibt Human Rights Watch folgende Empfehlungen:

* "Israel sollte seine Praxis revidieren, die praktisch alle Personen, die nach einer Aufforderung zur Evakuierung in dem betreffenden Gebiet verbleiben als Kämpfer behandelt, so dass in Zukunft nur solche Personen oder Gebäude angegriffen werden, die legitime militärische Ziele nach dem Kriegsrecht darstellen. Speziell Israels Winograd-Kommission sollte dieses Thema untersuchen"

Also jetzt wird's wirklich albern. Auf einen Absatz zu antworten, der der israelischen Arme im Prinzip unterstellt, in Kriegszonen auf alles zu schießen, was sich bewegt, wäre nur eine völlig überflüssige Aufwertung dieses bodenlosen Schwachsinns. Wenn jemand derartige Unverschämtheiten wirklich für Vorwürfe hält, mit dem man sich ernsthaft auseinandersetzen müßte, dann kann man ihm wirklich nicht mehr helfen.

* "Die Hizbollah sollte alle durchführbaren Maßnahmen ergreifen um zu gewährleisten, dass Hizbollah-Kämpfer Zivilisten oder UN-Personal keinem unnötigen Risiko durch das Lagern und Abfeuern von Waffen in bzw. aus bewohnten Gebieten ausgeliefert sind. Die libanesische Regierung sollte dies überwachen."

Die libanesische Regierung? Ist das nicht die, von der jeder sagt, daß sie es gar nicht riskieren kann, der Hisbollah dumm zu kommen, weil sie diesen heroischen Freiheitskämpfern hoffnungslos unterlegen ist? Aber sonst geht's noch, oder? Also dann sollte man am besten auch noch gleich den allgemeinen Weltfrieden beschließen sowie Freibier für alle. Meine Güte, und die wollen ernstgenommen werden...

* "Die Vereinigten Staaten sollten Israels Verwendung von Waffen aus den USA unter Verletzung des Kriegsrechts untersuchen und die Lieferung solcher Waffen stoppen, die ungesetzlich verwendet wurden, ebenso die Finanzierung oder Förderung solchen Materials, solange bis das US State Department befindet, dass Israel diese Waffen nicht länger entgegen der Bestimmungen des Rechts einsetzt und seine Militärdoktrin geändert hat, die diesem Missbrauch zu Grunde liegt."

Laßt bloß das State Department da raus! Denn die israelischen Richtlinien für den Waffeneinsatz unterscheiden sich, wenn überhaupt, dann eher nur graduell von dem des eigenen Department of Defense. Die geben sich beide schon im eigenen Interesse Mühe unnötige Verluste zu vermeiden. Und zwar auch ganz ohne daß sich Leute einmischen, die keine Ahnung haben wovon sie reden.

* "Iran und Syrien sollten der Hizbollah kein Material, einschließlich Raketen, liefern, das die Hizbollah unter Verletzung des Kriegsrechts eingesetzt hat, solange bis sich die Hizbollah verpflichtet, diese nicht mehr in dieser Weise zu verwenden und tatsächlich diese Verwendung einstellt."

Wie ferner bekannt wurde, werden die Wölfe aufgefordert, sich sämtliche Zähne ziehen zu lassen und ihre Ernährung von Schafen auf vegetarische Kost umzustellen oder aber dies zumindest zu versprechen, damit sich der Schäfer der an ihn gerichteten Forderung, seine Schäferhunde durch einen altersschwachen Cocker-Spaniel zu ersetzen, nicht mit dem Hinweis auf angebliche Unausgewogenheit widersetzen kann.

* "Der UN-Generalsekretär sollte eine Untersuchungskommission einrichten, um Berichte über Verstöße gegen das Kriegsrecht durch alle Konfliktparteien zu untersuchen, einschließlich möglicher Kriegsverbrechen."

Sofern er das richtig macht, nur zu! Aber wenn das auch so eine "Untersuchung" wie die von HRW wird, dann kann er sich's auch sparen. Dann reicht einfach das Zusammenrufen der UN-Vollversammlung oder wenigstens des UN-Menschenrechtsrats. Die wird Israel schon wegen irgendwas verurteilen. Und keine Sorge, anschließend wird sich bestimmt jemand finden, der die Verurteilungsbegründung diskutieren möchte.

Mittwoch, 29. August 2007

America don't worry! Israel is behind you

Glaubt man dem SPIEGEL, dann gibt das neue Buch von John J. Mearsheimer und Stephen M. Walt diesem zeitlosen 80er-Jahre-Klassiker eine ganz neue Bedeutung, und zwar nicht nur, weil das abgebildete Flugzeug tatsächlich aus amerikanischen Rüstungslieferungen stammt.

Keiner der Newcomer aber verfiel auf so kühne Thesen über Amerikas Außenpolitik in Vergangenheit und Gegenwart wie ausgerechnet jener Oldie, der nach zwei Amtszeiten nun nichts mehr werden kann: George W. Bush. An dem Tag, an dem bei einem Hubschrauberabsturz im Irak 14 GIs starben - einer der höchsten Tagesverluste im ganzen leidigen Krieg -, beschwor er die Erinnerung an einen anderen Hubschrauber: den, der 1975 vom Dach der US-Botschaft in Saigon die letzten Verbündeten aus einem verlorenen Krieg ausflog.

Daran ist höchstens kühn, daß die Wahrheit nicht immer und derzeit ganz besonders wenig populär ist und daß der, der sie ausspricht, sich damit keinen Gefallen tut. Umso beeindruckender ist es, wenn ein Politiker sich dann trotzdem traut.

Auch damals, so Bushs Lesart der Geschichte, hätte es geheißen, ohne Amerikas Präsenz am Kriegsschauplatz nähme das Töten ein Ende. In Wahrheit sei der Abzug der Auftakt für ein unvorstellbar großes Massaker gewesen: in Kambodscha, im vom Norden eroberten Südvietnam und unter jenen Hunderttausenden Flüchtlingen, die ihr Heil in seeuntüchtigen Booten suchten. "Der Preis für Amerikas Abzug", so Bush als Warnung, diesen Fehler nun nicht im Irak zu wiederholen, "wurde von Millionen unschuldiger Bürger bezahlt."

Es ist schon ein bißchen gruselig, daß es bald 20 Jahre nach dem Zusammenbruch des real existierenden Sozialismus immer noch Leute zu geben scheint, die das anders sehen.

Nach qualvollen Jahren der Aufarbeitung des Vietnam-Kriegs sind sich eigentlich die meisten Amerikaner darüber einig, dass ihre Soldaten damals in Südostasien nichts zu suchen hatten.

Womit sie sich irren. Sie haben nur das falsche gesucht, nämlich die Stabilität der Unterdrückung statt des Fortschritts durch Freiheit. Damals gab es keine NeoCons, sondern nur kurzsichtige Realpolitiker. Wäre das Ziel damals schon nicht die Rettung einer Diktatur, sondern die Errichtung einer Demokratie gewesen, wäre die Sache sicherlich auch etwas anders ausgegangen. Und wir wären heute im Weltbefreiungskrieg schon wesentlich weiter.

Quer über das gesamte ideologische Spektrum gilt eine Rechtfertigung für das Indochina-Desaster als politischer Selbstmord.

Leute, glaubt mehr Unsinn! Millionen Ideologen können nicht irren.

Bushs Rechnung, mit dem Hinweis auf Vietnam den Abzug aus dem Irak aufzuhalten, kann deshalb nur dann aufgehen, wenn er seine Landsleute auch noch von der Wahrheit eines Satzes überzeugen kann, den er ebenfalls den jubelnden Veteranen vortrug. Die US-Truppen, sagte Bush, seien noch immer "die größte Macht zur Befreiung des Menschen, welche die Welt jemals gekannt hat".

Und damit hat er zweifellos recht, der gute George. Es steht aber jedem, der es wagt, Bush in dieser Bewertung zu widersprechen, selbstverständlich frei, der Welt mitzuteilen, welche Macht unterm Strich denn angeblich mehr Menschen befreit bzw. ihre Freiheit geschützt hat als die USA und ihre Streitkräfte, und Bush's Aussage so zu falsifizieren.

Da war es wieder, das Argument, die Streitkräfte seien Missionare der Demokratie. Die große neokonservative Idee feierte unverhoffte Wiederauferstehung, wonach es keine Sicherheit für die USA ohne Frieden im Nahen Osten geben könne und keine Stabilität ohne Demokratien in der Region und der Weg nach Jerusalem deshalb über Bagdad führen müsse.

Diese große Idee ist zweifellos einer der größten Schritte in der geistigen Entwicklung der Menschheit, vergleichbar nur mit der amerikanischen Revolution von 1776 oder der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte 1948. Und es ist ein Armutszeugnis für besagte Menschheit, daß sie zu dieser eigentlich ziemlich logischen Erkenntnis so lange gebraucht hat. Es ist allerdings ein noch größeres Armutszeugnis für jene, die ihr, nachdem selbst diese Menschheit es endlich geschafft hat, immer noch zu widersprechen wagen.

Auf dem Höhepunkt ihres Einflusses war diese Dominotheorie zur Regierungsdoktrin erhoben worden. Vor dem Kapitol gelobte Bush feierlich zu Beginn seiner zweiten Amtszeit im Januar 2005: "Es ist die Politik der Vereinigten Staaten, demokratische Bewegungen und Institutionen in jedem Land und in jeder Kultur zu suchen und ihre Entwicklung zu fördern mit dem Endziel, die Tyrannei in der Welt zu beenden."

Was immer er ansonsten verbockt haben mag, aber alleine damit hat er einen Platz unter den größten Denkern der Geschichte verdient.

Doch als Bush sein "In Tyrannos" ablegte, stand das Projekt schon vor dem Scheitern. Amerikas Soldaten waren im Irak nicht als Befreier umjubelt worden, sie verstrickten sich immer heftiger in den Kampf gegen einen hartnäckigen Aufstand.

Mal ganz unabhängig vom Wahrheitsgehalt dieser Aussage, erschreckt es doch ein wenig, daß es offenbar Leute gibt, die sich nicht fragen, wer denn alles so an diesem "Aufstand" beteiligt ist. Die Frauen etwa? Die Kinder? Die Iraker die in Freiheit leben wollen? Oder in Wohlstand? Und in Frieden? Oder sind es nicht doch eher die Anhänger totalitärer Ideologien vom Stalinismus über den Faschismus bis hin zum Islamismus? Ist die Tatsache, daß letztere ihren Aufstand für das Recht führen, erstere in Ruhe unterdrücken zu können, tatsächlich etwas, was dagegen spricht, sie zu bekämpfen? Oder nicht doch viel mehr ein Grund für ein nur umso engagierteres Vorgehen in diesem Kampf?

[...] Unter anderem versuchen zwei Autoren nachzuweisen, dass es einer kleinen Gruppe überwiegend jüdischer Intellektueller und Mitglieder der Regierung gelungen sei, Amerika in diesen Krieg hineinzutreiben, weil ihnen das Schicksal Israels - mindestens - ebenso sehr am Herzen liege wie das ihres Vaterlands.

Aber nicht daß jetzt jemand "Antisemitismus" ruft, nur weil hier hervorgehoben wird, daß es sich überwiegend um jüdische Intellektuelle handelt.

[...] Ihre Kernthese lautet: Der Israel-Lobby sei es gelungen, "die Außenpolitik so weit von dem abzubringen, was die Rücksicht auf das nationale Interesse eigentlich diktieren würde, und gleichzeitig viele Amerikaner davon zu überzeugen, dass das amerikanische und das Interesse des anderen Landes - in diesem Fall Israel - im Wesentlichen identisch ist".

Die Identität der Interessen aber bestreiten die beiden Autoren, und damit ist ihr Buch ein Politikum.

Deswegen ist ihr Buch vor allem mal totaler Bullshit. Denn wer die gemeinsamen Interessen der vom islamistischen Terror bedrohten Demokratie USA mit der vom islamistischen Terror bedrohten Demokratie Israel nicht erkennen kann, und statt dessen mehr Gemeinsamkeiten mit den diesen Terror durchführenden Diktaturen der arabisch-islamischen Welt erkennt, hat offenbar gehörig einen an der Waffel.

Das heißt natürlich nicht, daß diese Interessen im Einzelfall nicht auch mal voneinander abweichen können (z.B. wenn es um fragwürdige amerikanische Rüstungslieferungen an Israel feindlich gesonnene Terrorregime wie Saudi-Arabien geht oder dem israelischen Verkauf US-finanzierter HighTech-Rüstung an potentielle Gegner Amerikas wie China), aber in der Regel ist gut für Amerika was gut ist für Israel (und umgekehrt!). Diese beiden Staaten sollen froh sein, im jeweils anderen den besten Verbündeten zu haben, den man sich wünschen kann.

[...] Dass etwa der Irak-Krieg auch etwas damit zu tun hat, dass sich in Washington zeitweilig die Hoffnung durchgesetzt hatte, den Kernkonflikt des Nahen Ostens durch den Versuch zu umgehen, in den Staaten der Region eine demokratische Modernisierung voranzutreiben, wird niemand mehr bestreiten.

Wär ja auch schlimm! Ist schließlich ein sehr vernünftiger Ansatz. Wenn ich's nicht besser wüßte, würde ich sagen, sie haben ihn geklaut. Und zwar von mir.

Auch nicht die These der beiden Politologen, wonach Amerikas Kriegsbefürworter den Sturz Saddams als Verbesserung der strategischen Position Israels und Amerikas ansahen und darauf hofften, dass beide Vorteile aus der regionalen Modernisierung ziehen würden.

Das erklärt endlich auch schlüssig, warum die USA den Europäern jahrzehntelang durch die NATO gegen die sowjetische Bedrohung geholfen haben. Es waren gar nicht wie oft fälschlicherweise vermutet gemeinsame Werte und Sicherheitsinteressen, sondern die in die Schaltstellen amerikanischer Macht eingeschleusten europäischen Intellektuellen, die durch ihre Kaperung der US-Außenpolitik die Vereinigten Staaten in einen den eigenen Interessen zuwiderlaufenden sinnlosen Konflikt mit ihren wahren Freunden Stalin, Chruschtschow und Breschnew gedrängt haben.

Dass Saddam keine wirkliche Bedrohung für Amerika darstellte, wohl aber für Israel, ist eine Tatsache, die selbst Mitglieder der Bush-Regierung zugegeben haben, wenn auch nur sehr selten in aller Öffentlichkeit.

In der Bush-Regierung, vor allem im State Department, tummelt sich so einiges, das kaum als Gute-Ideen-Reaktor taugt. Daß der Sturz Saddam Husseins, dessen bloße Existenz in der arabischen Welt als Verhöhnung Amerikas wahrgenommen wurde, und so schon aus ganz niederen realpolitischen Gründen wie der Wiederherstellung amerikanischer Abschreckungsfähigkeit gegenüber Schurkenstaaten hätte durchgeführt werden müssen, wird von den Autoren im übrigen geflissentlich ignoriert. Für die Realpolitik zu trommeln heißt offenbar nicht, sie auch verstanden zu haben.

[...] Dass sich Washington entschieden hat, die Gegner Irans aufzurüsten, darunter auch so zweifelhafte Diktaturen wie Saudi-Arabien, ist ein - häufig kontraproduktives - Mittel aus dem Arsenal traditioneller Außenpolitik, auf jeden Fall aber eine Todsünde wider den Geist neokonservativer Demokratielehre.

Diese Kritik ist zweifellos berechtigt. Man fragt sich nur, wieso jene, die die neokonservative Demokratisierungsstrategie so vehement ablehnen, bei der Bekanntgabe dieses bedauerlichen Kurswechsels die nötige Begeisterung für die Rückkehr Bushs auf den rechten Weg irgendwie haben vermissen lassen. Da scheinen die Anhänger der Realpolitik ihren eigenen Ideen ja nicht sonderlich weit zu trauen. Sonst hätte im SPIEGEL etwas stehen können wie "Na endlich, Dubya! Jetzt bist Du einer von uns!"

Ob deswegen Israel mehr oder weniger die gesamte Außenpolitik der USA in "strategische Haftung" genommen hat, wie die Autoren behaupten, ist allerdings eine ganz andere Frage. Die Isolation der Vereinigten Staaten in der muslimischen Welt ist für die Autoren auch eine Folge der bedingungslosen Unterstützung Israels.

Klar, wenn die Amerikaner den muslimischen Fanatikern helfen würden, Haifa heim ins Reich zu holen, gäbe das dort sicherlich Pluspunkte. Und was kümmern einen echten Realpolitiker schon Begriffe wie Recht und Moral. Das ist was für Weicheier. Angesichts solch eines erfrischend realistischen Ansatzes sind wir schon ganz auf das nächste Buch von Mearsheimer/Walt gespannt, in welchem sie uns darlegen, welch große Ziele die USA hätten erreichen können, wenn sie sich nur mit dem aufstrebenden Nazideutschland statt dem sterbenden Empire verbündet hätten. Der Titel steht schon fest: "The world is not enough".

Das ist, selbstverständlich, vermintes Terrain. Natürlich hüten Mearsheimer und Walt sich, die Terroranschläge vom 11. September 2001 mit der Washingtoner Israel-Politik zu begründen.

Keine Sorge, das erledigen dann schon die Verschwörungstheoretiker, die sicherlich die richtigen Schlüsse aus dieser Steilvorlage ziehen werden.

Ganz deutlich aber schreiben sie, dass der Einfluss der Lobby "die terroristische Gefahr vergrößert". Die USA hätten genau deshalb ein Terrorismusproblem, "weil sie so eng mit Israel alliiert sind". Die Angst, dass eines nicht fernen Tages die amerikanische Öffentlichkeit deshalb die Schuld am islamischen Terror Israel oder den Interessenvertretern amerikanischer Juden geben könnte, macht erklärlich, warum das Echo auf dieses Buch so alarmistisch ausfällt.

Mit genau dieser "Logik" erklären auch die Rechtsradikalen immer wieder gerne, daß die Juden durch ihr eigenes Fehlverhalten den Antisemitismus ja erst hervorrufen, unter dem sie dann zu leiden haben. Man muß also nur Israel aufgeben, und schon hat jeder wieder die Juden lieb. Interessant zu erfahren, daß derart kranke Ideen jetzt offenbar auch Einzug in die Mainstreammedien halten.

[...] Dass George W. Bush deshalb in den verbleibenden Monaten seiner Amtszeit noch mit der Hamas reden oder, wie von vielen Gegnern gefordert, einen möglichst vollständigen Truppenabzug aus dem Irak anordnen könnte, ist kaum zu erwarten. Auch nicht, dass irgendeiner seiner Nachfolger die enge Bindung an Israel lockern wird.

Das wär ja auch noch mal schöner!

Vorstellbar ist aber auch nicht mehr, dass der nächste US-Präsident noch einmal einem israelischen Regierungschef Carte blanche geben könnte, wie Bush es für Ariel Scharon und Ehud Olmert getan hat. Wenig wahrscheinlich auch, dass es den Neocons noch einmal gestattet sein könnte, die amerikanische Nahost-Politik zu kidnappen.

Auch das hat Bush im Irak bewerkstelligt.

Und jetzt die Preisfrage: Wäre es besser, den Irakkrieg nicht geführt zu haben, damit man Israel mal so richtig unterstützen kann? Oder sollte man Bush statt dessen dafür danken, daß er diesen jüdischen Unruhestiftern endlich den Stecker rausgezogen hat? Wahrscheinlich Antwort drei: Da hat mal wieder jemand so richtig schön dummgeschwätzt.

Freitag, 20. Juli 2007

Sommer, Sonne, Armageddon

Na, da hat sich jemand für seine diesjährige Urlaubsreise aber was großes vorgenommen:

The Iranian president trumpeted Iran’s intentions for the Middle East when he arrived in Damascus Thursday, July 19. [...] he warned Assad he had better stop signaling his willingness for peace talks with Israel because this behavior was hampering Iran’s plans for a war this summer.

[...] Ahmadinejad had an easier time with the heads of eight of the nine Palestinian terrorist leaders hosted in the Syrian capital. With them he was upbeat. [...] The coming months, he boasted, would see him marching into Israel shoulder to shoulder with the Palestinian brothers.

Dienstag, 10. Juli 2007

Chrr, de Zentralrat de Jodn!

Wer solche Texte sät...

Wenn ein deutscher Politiker vom ungeschriebenen Gesetz abweicht, Israel im Nahost-Konflikt als reines Opfer zu sehen, das an der hoffnungslosen Situation in den Palästinensergebieten und an den Spannungen zwischen Israel und seinen Nachbarstaaten nicht einmal eine Teilschuld trägt, so muss sich dieser Politiker auf eine geharnischte Breitseite des Zentralrates der Juden einstellen. Wer völkerrechtswidrige Handlungen als solche bezeichnet, muss damit rechnen, antiisraelische Reflexe und moralische und inhaltliche Defizite unterstellt zu bekommen. Der Zentralrat der Juden in Deutschland vertritt stets eine Linie, die der Politik Israels gegenüber durch Nibelungentreue gekennzeichnet ist und sich jegliche fundierte Kritik von außen verbietet. Seine Beschuldigungen wirken oft inflationär undifferenziert.

...und sie mit solchen Worten düngt...

-> Kritik an Israel in der Politik

Oh ja - es gibt einige wenige Politiker, die idT Kritik üben. So z.B. Frau Wieczorek-Zeul - ich muss wohl nicht erwähnen, wie so etwas ausgeht? Nur laut poltern, dann kommt die Schere im Kopf von ganz alleine.

...darf sich nicht wundern, wenn er solche...

Es ist in allen wesentlichen deutschen Medien verboten, überhaupt nur den Begriff “Zentralrat der Juden” in einem Posting zu erwähnen, so im SPIEGEL-Forum, in der WELT, in der FAZ und auch in der SZ.

[...] Der Zentralrat der Juden ist eine vom deutschen Steuerzahler finanzierte Einrichtung, die eigentlich nur Hass schürt.

[...] Frau Knobloch macht auch in Reden deutlich, daß Deutschland außer seiner Zahlfunktion für sie keinen Wert hat:

...und solche Kommentare erntet:

Einen Tag nach dem Feuilleton durch Wolffsohn kam das Feuilleton im Deutschlandradio von Alan Posener, der sich beschwert hatte, dass Israel keine Lobby in Deutschland hätte.. Dabei war an drei Tagen hintereinander im Deutschlandradio das Feuilleton von inoffiziellen Israel-Lobbyisten gefüllt!

Natürlich kann man Israel kritisieren, aber man erreicht ziemlich schnell die Grenze dessen, was Medien ausstrahlen und der Gegenwind ist nicht nur scharf, sondern auch verdammt kalt!

Andererseits, was soll man auch von jemandem erwarten, der Lektüre wie Arne Hoffmanns "Warum Hohmann geht und Friedman bleibt" empfiehlt und Hardcore-Israelhasser wie Jörg Sutter zu seinen Fans rechnen darf. Und der Erfolg gibt ihm und seiner Geistesverwandschaft wie Marcel Bartels oder DaRockwilda ja schließlich recht. Mit dieser Masche schafft man es in Deutschland eben immer noch problemlos in die Liste der meistverlinkten Blogs.

Donnerstag, 05. Juli 2007

Wenn die Brieftaube zweimal gurrt

O-ber-af-fen-geil! Claudio Casula hat gerade 'nen richtigen Lauf. Einfach genial! Lesen oder umsonst gelebt haben - dazwischen gibt's nix.

Montag, 02. Juli 2007

Mickey Mouse ist tot!

Und wer hat sie umgebracht? Blöde Frage, natürlich die Juden!

Montag, 25. Juni 2007

Broder in Hochform!

Der Beweis, daß im Kulturteil des SPIEGEL auch mal was interessantes stehen kann:

Wer heute die Werte der Aufklärung verteidigen will, der muss intolerant sein, der muss Grenzen ziehen und darauf bestehen, dass sie nicht überschritten werden. Der darf "Ehrenmorde" und andere Kleinigkeiten nicht mit dem "kulturellen Hintergrund" der Täter verklären und den Tugendterror religiöser Fanatiker, die Sechzehnjährige wegen unkeuschen Lebenswandels hängen, nicht zur Privatangelegenheit einer anderen Rechtskultur degradieren, die man respektieren müsse, weil es inzwischen als unfein gilt, die Tatsache anzusprechen, dass nicht alle Kulturen gleich und gleichwertig sind.

Unbedingt lesen!

Mittwoch, 06. Juni 2007

Bin Laden und die Srebrenica-Lüge

Wir dürfen nicht vergessen, dass bin Ladin seit 1992 in Bosnien war, wo er mehr als drei «afghanische» Camps organisierte. Er erhielt die bosnische Staatsbürgerschaft als Verdienst für seinen Krieg. Er war 1998 in Kosovo. Die CIA wusste das. Verdeckt all dies noch etwas anderes? Andere Militärbasen, Öl, Pipelines, zentralasiatische Hegemonie? Andere Kriegsspiele? Eines ist sicher, wir haben einen weiteren öffentlichen Feind erhalten, den dritten in etwas mehr als zehn Jahren.

Geil! Man muß auf der Suche nach kranken Verschwörungstheorien ja gar nicht mehr das komplette Internet oder auch nur die üblichen Verdächtigen absuchen - das Politblog nimmt einem diese zeitaufwendige Arbeit ab und trägt das beste aus der Welt des gepflegten Wahnsinns in einem Tempo zusammen, daß man kaum noch dazu kommt, über was anderes zu schreiben.

Eigentlich muß man nur noch einmal die Zielkoordinaten einprogrammieren und dann von Zeit zu Zeit einfach auf Verdacht feuern, das trifft immer den richtigen, denn die neuen Ziele laufen auf unerklärliche Weise andauernd brav ganz von selbst aufs Feld. So wie hier. Und ich dachte mir schon, jetzt kann ihnen doch allmählich wirklich nichts mehr einfallen. Von wegen!

Einer geht offenbar immer noch. Denn stimmt, Bosnien hatten wir noch nicht. Nachdem rechte Blogs und diverse nationalbolschewistische Postillen bereits vor längerem die serbische Propaganda nachgeplappert hatten, überrascht es nicht, daß jetzt auch die Genossen vom Politblog in das Loblied der Verteidigung des jugoslawischen Selbstvernichtungssozialismus einstimmen.

Letztlich war das nur eine Frage der Zeit, weswegen das Politblog dann wohl auch auf Zeit-Fragen zurückgriff, ein wahrlich anerkanntes Fachblatt für Verschwörungsangelegenheiten aller Art. Da wird man sich besonders über den ausdrücklichen Dank von links freuen, denn allen Querfrontbemühungen zum Trotz ist Beifall von dieser Seite noch nicht selbstverständlich.

Denn Zeit-Fragen ist nicht nur, wie selbst Politblog-Freund Marcel Bartels seinerzeit kleinlaut einräumen mußte, ein Produkt aus dem Umfeld der fragwürdigen Psychosekte VPM (was man ja zur Not noch unter "religiöse Irrungen und Wirrungen" abbuchen könnte), sondern wird auch allgemein und wohl nicht zu Unrecht dem rechtsextremen Spektrum zugeordnet.

Da ist es dann fast schon Kinderkram, daß dieser Politblog-Artikel sich stellenweise wie der Aufguß eines alten PI-Textes aus dem letzten Jahr liest, der den Bosnienkrieg ebenfalls im wesentlichen als das Ergebnis moslemisch gesteuerter PR-Kampagnen darstellte. Nur den Hinweis auf die Rolle der "jüdischen Organisationen"  hat man sich verkniffen. Bei PI, nicht hier.

Sonntag, 03. Juni 2007

Paranoid und Spaß dabei

Die gute Nachricht: Al-Qaida gibt es gar nicht. Die schlechte: Es sind doch die Juden Zionisten an allem schuld. Und nein, für diese Erkenntnis muß man heutzutage nicht mehr in trüben Neonazigewässern gründeln, nur beim Politblog. Ich sag's nur dazu, sonst merkt's vielleicht keiner. Denn anläßlich des SPIEGEL ONLINE-Artikels über einen Qaida-Terroristen aus den Vereinigten Staaten sonderte Politblog-Autor nemetico unter anderem Ergüsse diesen Kalibers ab:

  • Der Mann, der in dem “Al-Qaida” - Video zu sehen ist, heißt nicht Adam Gadahn, sondern Adam Pearlman. Es handelt sich um einen Mossad - Agenten, der schon hetzerische Essays geschrieben hat, in denen alle Muslims als “blutdürstige Terroristen” bezeichnet werden.
  • Adam Pearlmans Großvater ist Carl K. Pearlman, ein prominenter jüdischer Urologe aus Orange County. Er war einer der Leiter der zionistischen Anti-Defamation League, die wegen Spionage für Israel 1993 festgenommen worden waren. Die entsprechenden Belege finden sich bei WhatReallyHappened.com.

Wenn Texte so klingen, weiß man in der Regel woran man ist (falls man es dann wider Erwarten immer noch nicht begriffen haben sollte, erklärt einem spätestens der Artikel "Für Zion" sehr gut, was Antisemitismus von links ist). Damit man aber mal unabhängig davon sieht, was man in diesen Kreisen unter stringenter Logik versteht, achte man mal auf die Äußerung Gadahns und die von nemetico daraus gezogenen Schlußfolgerungen:

(…) “Die Weigerung, diese Bedingungen zu erfüllen, wird bedeuten, dass Du und Dein Volk Dinge erleben werdet, die euch die Schrecken des 11. Septembers, Afghanistans, des Iraks und (des Massakers an der Universität) Virginia Tech vergessen lassen werden.”

Ist doch schlau und subtil, wie so ganz nebenbei auch noch das Massaker an der Virginia Tech Universität “Al Qaida” unterschoben wird.

Mit keinem Wort deutet Gadahn auch nur an, daß al-Qaida hinter dem Amoklauf in der Virginia Tech stecken könnte, aber grammatikalische Zusammenhänge interessieren nicht, wenn's um die große Weltverschwörung geht. Damit nicht genug, scheint nemetico noch nicht gemerkt zu haben, daß SPIEGEL ONLINE anders als die Printausgabe mehr als einmal wöchentlich aktualisiert wird und auch im Internet die Seiten durch Einfügen neuerer Artikel nicht unbegrenzt länger werden:

Übrigens: während ich diesen Artikel schrieb, ist Musharbaschs Artikel über “Adam” von der Titelseite von SPIEGEL ONLINE verschwunden.

Angesichts dieses wirklich unfaßbaren Dilettantismus warte ich eigentlich nur noch auf das Geständnis, daß das ganze Politblog selbst nur eine einzige "false flag operation" der CIA ist, um die USA-Kritiker für alle Zeiten zu diskreditieren. Falls dem tatsächlich so sein sollte, so wäre wenigstens diese eine CIA-Aktion mal ein voller Erfolg. Den Amerikahassern hätten sie's dann wirklich eindrucksvoll gegeben. Für diesen Fall schon mal Gratulation nach Langley!

Freitag, 01. Juni 2007

Die Sharon-Bush-Bin Laden-Connection

Wer denkt, dem Weltverschwörungsaufdeckungsnetzwerk um Parteibuch, Utopieradio und Politblog dürfte doch irgendwann nichts mehr einfallen, täuscht sich. Das nächste Agentennetz ist immer nur einen Steinwurf entfernt. Und der Terror kommt eh grundsätzlich aus den USA. Tut er das mal nicht, wird er einfach zur "false flag operation" umgedeutet.

So wie George Bushs hinterhältiger Plan, nicht nur die libanesische Regierung zu unterstützen, sondern auch die Islamistenmiliz von Fatah Islam. Die Bekämpfung von ein paar hundert Kalaschnikowträgern soll nämlich nicht nur der US-Rüstungsindustrie gigantische Gewinne bringen, auch die amerikanische Baubranche soll sich daran gesundstoßen.

Denn in der Nähe des umkämpften Palästinenserlagers befindet sich doch tatsächlich ein strategisch ungemein wichtiger alter Flugplatz, und um den neu begrünen zu lassen, bricht der US-Imperialismus auch gerne schon mal einen kleineren Krieg von jenem Zaun, an dem der Erfinder dieser Theorie offensichtlich nicht mehr alle Latten hat.

Und damit wir den - er heißt Franklin Lamb, ist Professor an der Amerikanischen Universität in Beirut, und nebenberuflich offenbar für diverse antiisraelische Organisationen tätig - auch alle kennenlernen, hat der Politblog-Autor DaRockwilda dessen Text teilweise ins deutsche übersetzt, was die Lust auf das englische Original dann doch sehr dämpft:

Bewohner der Ortschaft Bibnin Akkar, keine zwei Meilen von Kleiaat entfernt, und die libanesische Tageszeitung Aldiyar erwarten dass der Bau eines US-Luftwaffenstützpunkts auf den Ruinen des größtenteils verlassenen Flughafens Kleiaat im Nordlibanon schon Ende diesen Jahres beginnt.

Um das Projekt offensichtlicher zu machen wird es als eine ‘US/NATO’-Basis bezeichnet, die als Hauptquartier für eine NATO-Eingreiftruppe (’rapid deployment force’), Helikopterstaffeln und Spezialeinheiten dienen soll.

Die Basis wird auch für die Ausbildung der libanesischen Armee und anderer Sicherheitskräfte benutzt werden, die islamische Fundamentalisten bekämpfen.

(…)

Anwärter für den Auftrag für das Milliardenprojekt sind laut dem Beschaffungsbüro des Pentagons Bechtel, Halliburton und andere Firmen, die momentan im Irak tätig sind.

(…)

Ein libanesischer Journalist, der gegen die Errichtung des Stützpunkts ist, kommentierte am 28. Mai: ‘Die Bush-Administration hat den Libanon vor Al-Kaida-Gruppen im Norden des Landes gewarnt. Und den Luftwaffenstützpunkt braucht man um dieser Bedrohung entgegenzutreten. Und siehe da, eine neue ‘terroristische Gruppe’ mit dem Namen Fatah Islam erscheint ganz in der Nähe von Kleiaat‘.

Klar, daß hinter allem letzten Endes natürlich wieder die Zionisten stecken! Für die wird das ganze schließlich gemacht. Denn bekanntlich reicht ein Anruf aus Washington und schon öffnen arabische Staaten bereitwillig ihre Pforten, um der zionistischen Kriegsmaschinerie Stützpunkte zur Verfügung zu stellen. Die Zwistigkeiten mit Israel sind vermutlich nur Show.

"Für den Libanon stellt sich die Frage, ob das libanesische Volk den Bau des Stützpunkts erlauben wird. Nur wenige Libanesen zweifeln daran, dass Israel Zugang zu dem Stützpunkt bekommen wird" meint Oathman Bader, ein führender libanesischer Politiker.

Bleibt eigentlich nur eine Frage offen: Was muß man rauchen, um auf solche Ideen zu kommen?

Und jetzt die Werbung...

Kürzlich aktualisierte Weblogs

Wer nicht suchet, der findet

Sonstige Komplizen und Helfershelfer

Andere Marsch - flugkörper - diplomaten

Viel Feind, viel Ehr'

Geile Mucke