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162 Artikel der Kategorie "Thema: Antiamerikanismus"

Sonntag, 23. September 2007

Geschichtsstunde für SPIEGEL-Redakteure

Nur langsam dämmerte den Amerikanern, dass dieser Krieg mehr war als Vergeltung für den 11. September, sondern "in Wahrheit zur Verteidigung einer noblen Idee geführt wurde", wie es der Soldat Dwayne Luce aus Mobile erst angesichts der Massengräber erkannte.

Und jetzt stellen wir uns nur so zum Spaß vor, daß derartige Kriegspropaganda nicht aus der Feder eines neokonservativen Rüstungslobbyisten stammt, dessen Heuschreckenfonds kürzlich ein irakisches Ölfeld erworben hat, sondern von Marc Pitzke. Absurde Vorstellung, nicht?

Freitag, 21. September 2007

"Stay the course!" auf hanseatisch

Es gibt zwar bekanntlich eine Menge Gründe, den SPIEGEL zu hassen, aber doch auch ein paar ihn zu lieben. Zu letzteren gehören vor allem Autoren wie Henryk M. Broder und Claus Christian Malzahn, die das eigene Stammpublikum bei Bedarf gegen den Strich bürsten, selbst wenn sie letztlich nur als Feigenblatt dienen, um das Schüren antiamerikanischer Ressentiments durch ihren Brötchengeber vergessen zu machen.

Doch auch Gabor Steingart ist es wert, hier als eine jener Persönlichkeiten erwähnt zu werden, die die Ehre des Hamburger Nachrichtenmagazins von Zeit zu Zeit wiederherzustellen vermögen. In seinem aktuellen Artikel erinnert er uns alle daran, daß die Alliierten Berlin kaum die Freiheit hätten erhalten können, wenn sie an ihre Truppen damals dieselben Kriterien angelegt hätten, wie dies heute im Irakkrieg geschieht:

Hätte die damaligen Generäle "Benchmarks" erfüllen müssen, wären sie daran gescheitert.

[...] Hätten damals schon Blitzumfragen, Focus Groups und jene ominösen, keinem Wähler verantwortlichen Strategischen Berater das Sagen gehabt, um die Freiheit in den westlichen Sektoren Berlins wäre es nicht gut bestellt gewesen. Was heute von General Petraeus, dem Oberbefehlshaber der US-Armee in Bagdad, verlangt wird - statistisch nachweisbare Erfolge an der militärischen und der politischen Front - hätte auch der US-Oberbefehlshaber der damaligen Zeit nicht liefern können. Nach den heute in Washington gültigen Erfolgskriterien wäre es wahrscheinlich das Beste gewesen, West-Berlin feierlich an die Sowjets zu übergeben.

Gott sei Dank hießen die Vokabeln der damaligen Zeit nicht "Rückzug" und "Zeitplan", das wichtigste Wort damals hieß "Freiheit" - und nicht "Exit-Strategie".

Sein Pladoyer für den Kampf um die Freiheit des Irak krönt Steingart mit einem Hinweis auf die durchaus vorhandenen und gerade deswegen wohl auch so vehement verdrängten Parallelen zum Sieg der Alliierten über Nazideutschland. Alleine wegen der nachfolgenden Wertung des Schlußakkords der Deutschen Wehrmacht ergeht daher hiermit an alle der Lesebefehl:

[...] Allein die Ardennenoffensive Hitlers, dieses Anrennen im Auge der sich schon abzeichnenden Niederlage, war doch in Wahrheit ein einziger großer Selbstmordanschlag.

Dienstag, 18. September 2007

Je schlechter die Zeiten...

...desto klüger die Worte. Das Afghanistan-Debakel der Grünen hat jedenfalls auch seine Vorteile: Es gibt eine ganze Reihe bemerkenswerter Wortmeldungen, wie hier von Jost Kaiser bei Vanity Fair:

Andere haben anderes vor am Samstagnachmittag. Zum Beispiel dafür zu demonstrieren, dass Mädchen in Afghanistan nicht mehr in die Schule gehen dürfen. Oder dass endlich wieder Hinrichtungen im Fussballstadion von Kabul stattfinden können. Oder dass dekadenter Indien-Pop, ja dass überhaupt alle Musik in Afghanistan wieder verboten wird.

Die Demonstration "Frieden für Afghanistan – Bundeswehr raus" trat für all das ein. Die Teilnehmer – eine gespenstische Ansammlung von DKP und Linke-Leuten und ihre üblichen Hilfstruppen aus GEW-Lehrern, ATTAC-Studenten, verwirrten Gymnasiasten mit Wursthaaren auf dem Kopf, Chavez- und Castro-Fans, hysterischen protestantischen Omas und SED-Nostalgikern – würden das so natürlich nicht sagen. Aber sie meinen es so.

Auch wenn der letzte Satz umgekehrt noch präziser wäre, ist das eine sehr schöne Zusammenfassung des betrüblichen Sachverhalts wie auch eine ausgesprochen köstliche Beschreibung der dazugehörigen Klientel.

Hubert Kleinert wiederum, seines Zeichens selbst grüner Ex-Promi und Opfer diverser Fundi-Eskapaden, warnt vor den Gefahren des Kurswechsels für die eigenen linken Ideale und deren Aussichten auf Realisierung:

Die Grünen werden es wohl verkraften, dass sie in nächster Zeit in den Koalitionsspekulationen dieser Republik keine so prominente Rolle mehr spielen werden. Schwerer aber als der Ausfall des einen oder anderen Interviews wiegt etwas anderes: Wer mit den Grünen eine pragmatisch-linksliberale, menschenrechtliche, aber vor allem undogmatische und intelligente Politik verbindet, wird sich nach diesem Parteitag viele Fragen stellen müssen. Das vor allem kann die Partei noch teuer zu stehen kommen.

Doch sehen wir es positiv: Jetzt gibt es trotz ihrer oppositionellen Bedeutungslosigkeit endlich wieder eine Gelegenheit, sich an den Ökopaxen von einst abzureagieren. Immer nur Lafontaine & Co. ist ja auch langweilig.

Montag, 10. September 2007

Volkes Stimme, Doppelpack

Wer behauptet, die Europäer seien nicht antiamerikanisch, sondern hätten nur ein Problem mit dem blöden Bush, muß wohl umdenken:

Dass die Ablösung George W. Bushs als US-Präsident im Januar 2009 die Beziehungen zwischen Europa und den USA nicht deutlich verbessern wird, glauben beinahe die Hälfte aller Europäer und rund 40 Prozent der Amerikaner. Das ergibt die aktuelle Untersuchung "Transatlantic Trends 2007".

Soviel zu der Theorie, wenn erst mal die Demokraten ans Ruder kommen, wird wieder alles gut und wir haben Amerika wieder lieb.

[...] Energiesicherheit, internationaler Terrorismus und selbst der Klimawandel (85 Prozent der Europäer und 70 Prozent der Amerikaner) werden als zentrale Risiken angesehen. Dabei zeigen sich die Europäer durchaus pragmatisch in der Wahl ihrer Mittel - so ist beinahe jeder dritte Europäer bereit, auch mit undemokratisch regierten Ländern stärker zusammenzuarbeiten, solange dadurch die Energieversorgung sichergestellt wird. Nur jeder vierte Amerikaner würde dies billigen.

Das erklärt natürlich einiges, was bisher unter Schlagworten wie "Achse des Friedens" oder "kritischer Dialog" so gelaufen ist.

Dieser Pragmatismus erstreckt sich aber nicht auf den Einsatz von Soldaten. So stimmen zwar beide Seiten überein, dass Iran keine Atomwaffen erhalten sollte. Nur 18 Prozent der Europäer plädieren jedoch für militärische Maßnahmen, um dies zu verhindern (bei den Amerikanern unterstützen dies je nach Parteizugehörigkeit bis zu 65 Prozent).

Was soviel heißt wie "natürlich sind wir gegen Atombomben in Mullahhand, aber wenn sie sie sie wirklich wollen - also so richtig wirklich, daß sie auch bereit wären dafür zu kämpfen - dann sollen sie halt haben". Was darauf hindeutet, daß die Umfrage etwas unübersichtlich gestaltet war und die Betreffenden nur den Punkt "Weiß nicht/Keine Ahnung" nicht gefunden haben.

Auch zur Bekämpfung der Taliban in Afghanistan gibt es in Europa nur 30 Prozent Unterstützung für Waffeneinsatz, jedoch bei mehr als zwei Drittel der Amerikaner.

Immer diese amerikanischen Kriegstreiber! Wo doch jeder weiß, daß der Einsatz von Wattebauschwurfmaschinen denselben Zweck erfüllt.

Wie in vielen ähnlichen Umfragen in den vergangenen Jahren, wünschen sich die Europäer aber eigentlich mehr globale Verantwortung der Europäischen Union. 88 Prozent sprechen sich dafür aus. Knapp mehr als die Hälfte wollen dies auch in Abstimmung mit den Amerikanern tun. Sie schrecken jedoch vor militärischen Mitteln zurück. Nur rund 20 Prozent sind dafür, Truppen für Kampfeinsätze bereitzustellen.

Zur Frage, warum man dann nicht gleich das THW und die Feuerwehr schickt statt das Militär, konnten die europäischen Bürger sich leider nicht mehr rechtzeitig äußern, da sie über die Antwort immer noch nachdenken.

Und wo der SPIEGEL gerade im Umfragerausch war, gab es noch eine weitere, diesmal sogar gleich weltweit:

Mehr als zwei Drittel von Menschen auf der Welt wollen einer BBC-Umfrage zufolge einen Abzug der US-Truppen aus dem Irak. Nur rund ein Viertel der Befragten ist demnach für ein Verbleiben der Soldaten.

[...] Für die vom BBC World Service veröffentlichte Studie waren 23.000 Menschen in 22 Ländern befragt worden.

Na, die müssen's ja wissen. Vielleicht sollten sie lieber mal die Iraker fragen. Oder die 23.000 Menschen aus ihren 22 Ländern in den Irak ausfliegen und dann die Frage noch einmal stellen.

Das Prinzip SPIEGEL - unter revisionistischer Flagge?

Das Prinzip Saddam - unter amerikanischer Flagge

Wie? Die Amis vergasen jetzt die Kurden? Oder massakrieren die Schiiten? Schneiden Irakern, die George W. Bush verhöhnen, wenigstens die Zungen raus? Weit gefehlt! Der SPIEGEL hat nämlich herausgefunden, was den Ba'ath-Faschismus wirklich ausgemacht hat:

"Das Prinzip Saddam - verteile Wohltaten und herrsche unter den Stämmen"

Da sollte sich Eva Herman nach ihrem Rauswurf beim NDR vielleicht gleich mal bei der Hamburger Konkurrenz bewerben. Denn dort weiß man derartige Anliegen offenbar sehr gut in griffige Formeln zu gießen, so daß wir nächsten Montag vermutlich auf der Titelseite lesen:

"Das Prinzip Adolf - verteile Mutterkreuze und herrsche unter den Parteien"

Donnerstag, 06. September 2007

Selbstversenkung nahe der Nordsee

Nachricht A von heute:

US-Abschiebepraxis: "Ich würde lieber nach Guantanamo zurück"

Sie glaubten, nach fünf Jahren in Guantanamo bald wieder freie Menschen zu sein. Doch es kam anders: Zwei Tunesier, die kürzlich aus dem berüchtigten US-Lager abgeschoben wurden, sitzen jetzt plötzlich in ihrer Heimat in Haft - und werden dort Menschenrechtlern zufolge misshandelt.

Diese Amis aber auch! Fliegen entlassene Guantanamo-Häftlinge einfach in Ihre Heimatländer aus, obwohl ihnen dort Gefahr für Leib und Leben droht.

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Nachricht B von vor 2 Jahren:

Internierung: USA halten 15 Chinesen weiter in Guantanamo fest

Schon vor zwei Jahren hatte das Pentagon ihre Freilassung gebilligt - trotzdem werden 15 Muslime aus China weiter auf dem US-Stützpunkt Guantanamo festgehalten, so ein amerikanischer Zeitungsbericht.

Diese Amis aber auch! Fliegen entlassene Guantanamo-Häftlinge nicht in Ihre Heimatländer aus, nur weil ihnen dort Gefahr für Leib und Leben droht.

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Und jetzt das Ratespiel: Wie heißen wohl die beiden Zeitschriften, deren Online-Ausgaben hier mit einer diametral entgegengesetzten Argumentation antiamerikanische Ressentiments bedienen? Aber nicht mogeln! Auch wenn die Antwort zugegeben wirklich verblüffend ist.

Lösung A     Lösung B

Montag, 03. September 2007

Cut & Run from East of Suez

Das Bündnis der Alliierten im Irak bröckelt. In bislang ungekannter Schärfe haben drei britische Generäle die Strategie der Amerikaner und des früheren Pentagon-Chefs Rumsfeld gerügt. Mehrere hundert britische Soldaten sollen ab heute den letzten Stützpunkt in der Stadt Basra verlassen.

Das sind Nachrichten, wie sie der SPIEGEL liebt. Er liebt sie sogar so sehr, daß er sie am Tag darauf gleich noch mal unterbringen muß:

Die britischen Truppen im Südirak haben mit dem Abzug aus ihrem Hauptquartier in Basra begonnen. Im Herbst will London das gesamte Gebiet bis auf den Flughafen den irakischen Sicherheitskräften übergeben. Britische Offiziere kritisierten die Irak-Politik der USA in ungewohnter Schärfe.

Dumm nur, daß weder die Briten derzeit in der Position sind, ihren Verbündeten irgendwelche Vorhaltungen zu machen, noch der SPIEGEL, sich diesbezüglich zustimmend zu äußern.

Denn an der Weisheit der Strategen der einstmals für ihre Professionalität gerühmten britischen Armee sind durchaus gewisse Zweifel, gefolgt von ein paar dicken Fragezeichen, angebracht, da die aktuellen Leistungen der Briten im Südirak vorsichtig ausgedrückt nicht unumstritten sind. Während die US-Streitkräfte von ihrer traditionell erstaunlichen Fähigkeit, sich flexibel an das Verhalten ihrer Gegner anpassen zu können, profitieren konnten, wie sie zuletzt mit "the surge" erneut unter Beweis stellten, haben die Briten nach einem durchaus vielversprechenden Start offenbar vergessen, daß Professionalität nicht nur bedeutet, daß man den letzten Krieg diesmal besser führen könnte.

Womit wir bei der Rolle des SPIEGEL wären. Denn auch dieser hat das Vorgehen der britischen Armee immer wieder gerne als leuchtendes Vorbild dem rambohaften Vorgehen der amerikanischen Cowboys gegenübergestellt. Und jetzt, wo die Briten sich in ihren Stützpunkten verbarrikadiert und damit letztlich genau das getan haben, was die westlichen Medien ironischerweise gerade den Amerikanern immer wieder unterstellt haben, nimmt man die Kritik britischer Offiziere nicht als das, was sie sind - also den durchsichtigen Versuch, angebliche Fehler anderer ins Gespräch zu bringen, bevor jemand dumme Fragen zur eigenen Performance stellt - sondern als objektives Urteil der Fachleute.

Dabei kommt das Umland von Basra, das vorher immer wieder als Modellbeispiel dafür herhalten mußte, wie die tumben Yankees es besser hätten machen sollen, inzwischen jenem Zustand, den sich der Kriegsgegner gemeinhin so unter Cut&Run vorstellt, am nächsten, und dabei sind die Briten ja noch gar nicht abgezogen. Die Stadt ist zunehmend ein "Gangland", in dem sich die schiitischen Milizen und Banditen auf Kosten der Bevölkerung an den Kragen gehen, während die britischen Offiziere aus sicherer Entfernung zuschauen, statt dem Treiben ein wohlverdientes Ende zu setzen. Das war mal anders, und das macht es doppelt betrüblich, denn eigentlich können sie es ja besser.

Leider können sie es auch schlechter. So gesehen sind ihre amerikanischen Kollegen noch viel zu nett, wenn sie den Briten ein chronisches Nordirlandsyndrom unterstellen. Denn das, was die ehemaligen Kolonialherren inzwischen in ihrem Zuständigkeitsbereich abliefern, erinnert nicht nur wegen der verwendeten Schützenpanzer an einen anderen, weniger ruhmreichen Ort der britischen Kriegsgeschichte. Und der heißt nicht Nordirland. Sondern Bosnien.

Freitag, 31. August 2007

Dissident im Weißen Haus

By the time he arrived in Prague in June for a democracy conference, President Bush was frustrated. He had committed his presidency to working toward the goal of "ending tyranny in our world," yet the march of freedom seemed stalled. Just as aggravating was the sense that his own government was not committed to his vision.

As he sat down with opposition leaders from authoritarian societies around the world, he gave voice to his exasperation. "You're not the only dissident," Bush told Saad Eddin Ibrahim, a leader in the resistance to Egyptian President Hosni Mubarak. "I too am a dissident in Washington. Bureaucracy in the United States does not help change. It seems that Mubarak succeeded in brainwashing them."

Dies ist zweifellos einer der besten und spannendsten Artikel, die je zu den Hintergründen der Außenpolitik der amtierenden US-Regierung geschrieben wurde. Davon auszugsweise zu zitieren ist im Prinzip völlig sinnlos, weil man dann etwas weglassen müßte, und das geht hier wirklich nicht. Wer dieses absolut essentielle "must read" nicht gelesen hat, kann nicht mitreden, und wer es getan hat, sieht einiges in der jüngsten Entwicklung in ganz anderem Licht.

Denn der Autor beschreibt nicht nur sehr gut die Verzahnung amerikanischer Demokratisierungsambitionen mit der tatsächlichen Entwicklung der Ereignisse, sondern er nennt auch Roß und Reiter, wenn es darum geht festzuhalten, wer den idealistischen Visionen der NeoCons den ganzen Sand ins Getriebe gestreut hat (vor allem das State Department hat das Zeug offenbar säckeweise angeschleppt, aber auch Bushs eigene Parteifreunde haben sich nicht mit Ruhm bekleckert).

Obwohl der Autor nicht mit Kritik am Präsidenten spart, macht er deutlich, daß Bush nach seiner wundersamen Wandlung vom konservativen Traditionalisten zum Anführer der revolutionären Weltbefreiungsfront trotz aller Kompromisse sehr viel für die Verankerung dieser so neuen wie überfälligen Prinzipien in der Außenpolitik getan hat, und zwar selbst dann, wenn er mit seiner Doktrin der globalen Demokratisierung am Ende doch noch als tragischer Held scheitern sollte.

Alleine dafür aber, es wenigstens versucht zu haben, muß man den oft als "Dumbya" verlachten George Walker Bush als einen der großartigsten Präsidenten in der Geschichte der Vereinigten Staaten betrachten, und ihn mit George Washington und Abraham Licoln auf eine Stufe stellen. Selbst geachtete Vorgänger wie die beiden Roosevelts, John F. Kennedy oder Ronald Reagan verblassen dahinter. Wer dies anders sieht, möge dies jetzt sagen oder aber für immer schweigen.

Sonntag, 26. August 2007

Subliminal oder suboptimal?

Irakkrieg: Bush zieht Parallelen zu Vietnam

Vor vielen Jahren herrschte große Aufregung ob angeblich in Filmen versteckter Einzelbilder, die die Konsumenten manipuliert hätten und so zum Kauf eines bekannten braunen Erfrischungsgetränks verführt hätten. Auch wenn sich die entsprechende Studie hinterher als Betrug erwies, scheint an der Geschichte möglicherweise doch was dran zu sein. Und offenbar scheinen einige Leute sogar davon auszugehen, daß die Masche auch bei Printmedien funktionieren könnte, indem man die Überschriften so formuliert, daß der Leser die "richtige" Botschaft in Erinnerung behält.

Denn "Bush zieht Parallelen zu Vietnam" ist schon ein verdammt kreativer Titel, wenn man sich anschaut, was Bush tatsächlich gesagt hat. Da soll den Leuten wohl nach dem Motto "Irgendwas bleibt immer hängen" suggeriert werden, daß Bush inzwischen höchstpersönlich den Irakkrieg als verloren ansieht. Gesagt hat er aber eigentlich eher das Gegenteil, nämlich daß man sich NICHT zurückziehen sollte, damit es eben NICHT kommt wie NACH dem Vietnamkrieg. Das merkwürdige ist, daß dies vom SPIEGEL im Artikel selbst dann ja auch halbwegs korrekt wiedergegeben wird.

Aber wer weiß, vielleicht ist das alles auch einfach nur ein dummer, unprofessionellen internen Abstimmungsmechanismen geschuldeter Zufall. In diesem Fall sollten jene Redakteure, die für den eigentlichen Text verantwortlich waren, den Kollegen von der Schlagzeilenredaktion bei Gelegenheit mal den Unterschied zwischen "gleichsetzen" und "vergleichen" erklären, denn ersteres ist EINE mögliche Folge von letzerem, aber nicht die EINZIG mögliche. Nicht daß der Presse von der Medienaufsicht irgendwann das Einspielen von Schlagzeilen verboten wird. Wär doch schade.

Dienstag, 21. August 2007

Workuta unter Palmen

Da einer der Haus- und Hofclowns dieses Blogs (der Komiker nennt sich mit seinem eigentümlichen Sinn für Humor selbst "Realdenker", kein Witz!) gerade seinen eigenen Fragenkatalog nicht wiederfindet und selbst nicht mehr so genau zu wissen scheint, was er eigentlich von mir wollte, es aber meiner Erinnerung nach irgendwas zu Guantanamo war, sollen hier diesbezüglich ein paar klärende Worte folgen, auf daß er nicht die Lust verliert, hier weiter zur Belustigung des Publikums brav die Glöckchen seiner Narrenkappe klingeln zu lassen.

Also: Wer im Krieg als Kombattant aufgegriffen wird, gehört vernünftigerweise in ein Kriegsgefangenenlager (deswegen heißt es vermutlich auch so). Dort sollte er dann möglichst bis zum Kriegsende (sprich wahrscheinlich bis eine der beiden Seiten bedingungslos kapituliert) bleiben, da die Feinde Amerikas die ritterliche Geste, "auf Ehrenwort" vorzeitig freigelassen zu werden, nicht immer zu würdigen wissen und mitunter einfach da weiterkämpfen, wo sie aufgehört hatten (vermutlich weil so ein Terrorist in der Regel nicht weiß, was das ist, ein Ehrenwort).

Nach Kriegsende kommen dann die eigentlichen Kriegsverbrecherprozesse, sprich diejenigen Kriegsgefangenen, die vor oder während des Krieges vorsätzlich Zivilisten ermordet haben, landen für die nächsten paar hundert Jahre hinter Gittern (idealerweise mit Webcam, damit sich die Angehörigen der Opfer von Zeit zu Zeit vergewissern können, daß die Mörder ihrer Familienmitglieder noch da sind, wo sie hingehören), und es steht zu hoffen, daß ihnen dort nicht mehr wie damals im Club Gitmo weiter die Datteln aus Arabien eingeflogen werden.

Die normalen Kämpfer hingegen, die nur ehrenvoll gekämpft haben, läßt man anschließend frei, vielleicht nachdem sie unterschrieben haben, daß sie in Zukunft nie mehr Frauen schlagen oder kleinen Mädchen den Schulbesuch verwehren werden (diejenigen von ihnen, die diese Unterschrift verweigern, kann man dann ja nach Deutschland ausfliegen, wo sich sicher die eine oder andere emanzipierte Richterin finden wird, die sie nur zu gerne wegen Volksverhetzung oder auch nach dem neuen Antidiskriminierungsgesetz verknacken wird).

Von der fragwürdigen Idee, die Kriegsgefangenen einfach nach Alaska zu schaffen und dort dann noch ein bißchen länger als Arbeitssklaven dazubehalten, sollte man hingegen Abstand nehmen, auch wenn die Anhänger des Sozialismus von Präsident Bush dann sicherlich schwer enttäuscht sein werden, weil gerade die diversen kommunistischen Staaten damit doch immer so gut gefahren sind und sich ein echter Leninist vermutlich gar nicht vorstellen kann, wie eine Wirtschaft ohne prall gefüllte Arbeitslager überhaupt richtig funktionieren soll.

Den Guantanamo-Kritikern hingegen, die meinen, der Gulag hätte so ausgesehen, nur mit mehr Schnee, sei ans Herz gelegt, Alternativen zu nennen, was man denn mit gefangenen irregulären Kämpfern sonst machen sollte. Sie können ihre Vorschläge dann auch gleich ein paar Kilometer an ihren "maximo lider" weiterreichen, in dessen Reich man auch ohne je eine Waffe getragen zu haben noch unter ganz anderen Bedingungen dahinvegetieren muß. Ach ja, eine diesbezügliche Distanzierung wäre auch ganz nett. Wir wollen ja weiter diskutieren.

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