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4 Artikel der Kategorie "Staat: Venezuela"

Donnerstag, 23. August 2007

Haste mal'n Bolivar?

Der venezolanische Präsident Hugo Chávez hat einen neuen Coup gelandet: Künftig erhalten benachteiligte Londoner Zuschüsse aus Caracas zu ihrem Busticket. Die Abmachung mit Bürgermeister Livingstone ist höchst umstritten.

Vielleicht umstritten, aber auch verdammt cool! Erst verschafft er sich seine persönliche Dauerwerbesendung im Fernsehen, dann bastelt er sich eine eigene Zeitrechnung, und jetzt diese wirklich geniale PR-Aktion - ich muß zugeben, so langsam gewinne ich diesen Spinner richtig lieb. Auch wenn er natürlich noch nicht ganz an meinen irrlichternden Lieblingsdiktator rankommt, so entwickelt er sich doch langsam aber sicher zum Ghaddafi Lateinamerikas, der selbst meinem dortigen Favoriten Castro die Schau stiehlt.

Also, liebe Amis, wenn sich's irgendwie einrichten läßt und er nicht gerade auf die Idee kommt, iranische Atomraketen in Venezuela zu stationieren, al-Qaida diplomatisch anzuerkennen oder einen vergleichbaren Unfug anzustellen, setzt ihn bitte ans Ende der ToDo-Liste und hebt ihn Euch zusammen mit seinem libyschen Bruder Oberst bis zum Schluß auf. Sein Unterhaltungswert ist einfach zu groß. Solche Talente dürfen nicht ohne Not einem banalen Putsch geopfert werden. Da muß man schon Prioritäten setzen.

Montag, 20. August 2007

Wem die Stunde (auf den Hinterkopf) schlägt

Die Bürger Venezuelas müssen künftig wohl früher aufstehen: Präsident Hugo Chávez plant, die Uhren in seinem Land eine halbe Stunde vorzustellen. Die Umstellung soll den Stoffwechsel ankurbeln und damit der Arbeitskraft zugute kommen.

Caracas - Das ganze Land solle früher auf die Beine kommen, wünscht sich der Präsident. Es gehe bei der Maßnahme um die Auswirkungen auf den Stoffwechsel, erläuterte Staatschef Hugo Chavez in einer siebenstündigen Sendung seiner Fernsehshow "Hallo Präsident". Das menschliche Gehirn werde durch Sonnenlicht beeinflusst.

Dieses Eindrucks kann man sich tatsächlich nur schwer erwehren. Da war wohl jemand zu lange an der Sonne. Und wenn er demnächst versucht, die Sonne gleich direkt auf sieben Uhr morgens zu stellen, wissen wir, daß er dabei auch zu lange NDW gehört hat. Aber selbst wenn nicht, die diesbezüglich ohnehin schon beeindruckende Geschichte des Sozialismus ist hiermit jedenfalls wieder um eine ulkige Idee zur Produktionssteigerung reicher. Und die europäischen Chavez-Fans stehen wieder ein kleines bißchen dümmer da. Mal sehen, wie lange sie sich die Albernheiten ihres Vorzeigeclowns noch unwidersprochen gefallen lassen. Obwohl, wenn Lafontaine demnächst an der Atomuhr rumspielt, überrascht mich das auch nicht mehr.

In der TV-Sendung griff Chavez zudem die USA scharf an. Er warf der Regierung Bush vor, in den Streitkräften seines Landes Verschwörer für einen Putsch anwerben zu wollen. Damit solle eine von ihm in der vergangenen Woche vorgestellte Verfassungsreform unterlaufen werden. "Die Verschwörung hat bereits begonnen", sagte Chavez in seiner wöchentlichen Sendung. "Die Botschaften zirkulieren in den Kasernen. Die Hand (des US-Geheimdienstes) CIA, das Imperium, steckt dahinter. Sie versuchen einen Putsch."

Wozu denn noch putschen? Nach Chavez' neuestem Geniestreich muß sich die NSA ja nur noch in die venezolanischen Zeitserver einhacken und die Uhren dort auf Mitternacht stellen. Denn nach dieser konsequenten Weiterentwicklung marxistisch-leninistischen Denkens zum zeitgesteuerten Sozialismus dürfte die venezolanische Wirtschaft dann eigentlich binnen Tagen krachend zusammenbrechen. Und Chavez müßte hoffen, nicht von den empörten Landsleuten an der nächsten Kirchturmuhr aufgeknüpft zu werden. Das kommt eben davon, wenn man selber nicht mehr richtig tickt und zur eigenen Kalibrierung den Kopf in eine laufende Standuhr steckt, nur weil man meint, der eigene Dickschädel sei stärker als ein gußeisernes Pendel.

Donnerstag, 26. Juli 2007

Die (Presse)freiheit, die sie meinen

Wieso mußte ich gerade an Oskar aus der ideologischen Mülltonne denken? Obwohl, wahrscheinlich bringt der sogar noch seine eigenen Aufkleber mit. Falls er sie nicht ohnehin schon auf Parteikosten drucken und Hugo dann im Rahmen der internationalen Solidarität als sozialistische Bruderhilfe zukommen läßt...

Sonntag, 05. November 2006

Venezuela: Hunderttausende marschieren gegen Chavez

SPIEGEL online

In einer Rede vor Ölarbeitern in der Stadt Puerto La Cruz erklärte Chavez gestern, Gegner seiner Regierung seien weder im Militär willkommen noch in der staatlichen Ölfirma Petroleos de Venezuela SA (PDVSA).

[...] Ausdrücklich nahm der Linkpopulist Chavez auch den venezolanischen Ölminister, Rafael Ramirez, in Schutz. Von Ramirez war eine Videoaufzeichnung bekannt geworden, die zeigt, wie er droht, Staatsbedienstete zu feuern, die gegen Chavez eingestellt seien. "Wiederholt das hundert Mal am Tag", lautete der Kommentar des Präsidenten.

Oha, da hat Hugo the Boss aber doch ein recht eigenwilliges Verständnis von Demokratie. Nimmt man diesen Anspruch, die Wirtschaft und die Armee seiner persönlichen Verfügung zu unterstellen, und zählt seinen Plan, sich bei Gelegenheit gleich für 25 Jahre wählen zu lassen, noch dazu, so scheint die antiimperialistische Linke mal wieder einem Idol nachzulaufen, das mit dem Begriff "echter Demokrat" nur sehr unzureichend beschrieben ist. Sagen wir stattdessen doch einfach "lupenrein", das trifft's eher.

Und jetzt die Werbung...

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