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2 Artikel der Kategorie "Staat: Saudi-Arabien"

Montag, 02. April 2007

Nieder mit der internationalen Solidarität!

Angesichts der antiamerikanischen Propaganda, die man gerade von der politischen Linken hierzulande vernimmt, versucht man auf konservativer Seite gerne, die Linke insgesamt dafür in Mithaftung zu nehmen. Doch so einfach ist das nicht. Nicht nur die oft verdrängten linken Ursprünge der NeoCons und der "liberal hawks" werden dabei übersehen, auch die Linke im Mittleren Osten sieht Amerika durchaus ein wenig anders als ihre Genossen im Westen das gerne hätten.

Das war nicht immer so. Interessanterweise hat aber gerade der hier so vehement abgelehnte Irakkrieg bei der Linken in der islamischen Welt zu einem radikalen Umdenken geführt, was in der hiesigen Berichterstattung leider komplett ausgeblendet wird. Umso mehr ist Amir Taheri zu danken, der sich die Mühe gemacht und ein paar wunderschöne Beispiele dafür zusammengetragen hat, wer im Mittleren Osten die USA unterstützt, und wer dies bei uns im Westen nicht tut.

Before the US-led intervention in Afghanistan and Iraq in 2002 and 2003, much of the left in the Middle East shared the views of its American and European counterparts with regard to the United States.

"We looked to the left in the West and imitated it," says Awad Nasir, one of Iraq's best-known poets and a lifelong Communist. "We heard from the US and Western Europe that being left meant being anti-American. So we were anti-American. And then we saw Americans coming from the other side of the world to save us from Saddam Hussein, something that our leftist friends and the Soviet Union would never contemplate."

[...] For his part, Jumblatt, the Lebanese leader, says he realized that his lifelong anti-Americanism had been misplaced when he saw "long lines of people, waiting to vote in Iraq, in the first free election in an Arab country."

Der Grund für diese Umorientierung wird klar, wenn man sich die Alternativen vor Augen führt, zwischen denen die Menschen dort wählen müssen:

Samir Qassir, the Lebanese center-left leader, often spoke of anti-Americanism as "the last refuge of the scoundrel" in the Middle East.

"Politics is always a question of choice," Qassir said in one of the articles before he was killed in a car bomb in Beirut on June 2, 2005. "Here in the Middle East we face a choice between democracy and alliance with the US on one hand and surrender to religious fanatics and terrorists on the other."

Angesichts dieser Alternativen ist es wenig verwunderlich, wie sehr sich die dortige Linke von ihren einstigen politischen Kampfgefährten im Westen verraten fühlt:

Mustafa Kazemi, spokesman for the new Afghan front expresses similar sentiments. "Our nation is still facing the menace of obscurantism and terror from Taleban and Al-Qaeda," he says. "Thus, we are surprised when elements of the left in the US and Europe campaign for withdrawal so that our new democracy is left defenseless against its enemies."

[...] Iraq's parties of the left were shocked when the new Socialist government in Spain decided to withdraw from the US-led coalition in 2004.

"We had hoped that with a party of the left in power in Madrid we would get more support against the Islamofascists not a withdrawal," says Aziz Al-Haj, the veteran Iraqi Communist leader.

Doch die Entfremdung der früheren Verbündeten ist gegenseitig. Denn auch die Linke in Europa hat neue Freunde, um den Verlust auszugleichen:

[...] In Iran, for example, Hussein Shariatmadari, the ultra Islamist editor of the daily newspaper Kayhan and a theoretician of the extreme right, often admiringly cites such American leftist figures as Noam Chomsky, Michael Moore and Jane Fonda.

[...] To be sure, anti-Americanism is not the ailment of the Western left alone. Extreme right parties in both the United States and Europe are also vehemently anti-American. Jean-Marie Le Pen, leader of the French neo fascist National Front, is as opposed to the new democratic Iraq as Spain's Socialist Premier Jose Luis Zapatero.

Dabei geht es gar nicht darum, die Vereinigten Staaten zu lieben, sondern um deren Bereitschaft, sich dem Kampf gegen die Feinde des Fortschritts zu stellen:

In the Middle East, however, a good part of the left, while not especially enamored of the United States, sees it as a powerful ally against reactionary Islamist and totalitarian pan-Arab movements.

"Anti-Americanism is a luxury we cannot afford in the Middle East," says Adnan Hussein, a leftist Iraq writer recently picked by the Financial Times as one of the 50 most influential columnists in the world. "Blinded by anti-Americanism, the left in the West ends up on the same side as religious fascists and despots."

Angesichts des daraus resultierenden Fazits haben uns jene Amerikahasser, die sich fälschlicherweise für links halten, jetzt wohl einiges zu erklären:

George W. Bush, the bete-noire of liberals and leftists in the West, might be surprised to learn that he has a better image among liberals, leftists, secularists, and even moderate Islamists in the Middle East. While Chomsky and Moore see the US as "an evil power", many leftists in the Middle East see it as a force for good that ended the tyranny of the Taleban in Afghanistan, dismantled the regime of Saddam Hussein in Iraq, and forced the Syrians out of Lebanon after 30 years of occupation.

"In our region, the US has become a force for the good," says Jumblatt who recently met President Bush at the White House for a surprise meeting.

Freitag, 30. März 2007

Arabischer Gipfel: Saudischer König nennt US-Besatzung Iraks "illegal"

Mit düsteren Zukunftsprognosen hat das Treffen in Riad begonnen. Der saudische Gastgeber kritisierte zudem die USA – obwohl Washington als sein enger Verbündeter gilt.

[...] „Die Spaltung zwischen Sunniten und Schiiten im Irak kann einen regionalen Flächenbrand auslösen, bei dem es keinen Sieger geben wird“, warnte er. Der Gastgeber, König Abdullah von Saudi-Arabien, erklärte, „im Irak wird Blut vergossen zwischen Brüdern, im Schatten einer illegalen ausländischen Besatzung“.

Also nun schlägt's aber dreizehn! Es mag ja Eurer Majestät gutes Recht sein, den Irakkrieg abzulehnen, weil auch ein König ein Recht auf Irrtümer hat, aber die Koalitionsstreitkräfte, die inzwischen sogar mit UNO-Segen und auf ausdrücklichen Wunsch der irakischen Regierung im Land sind, als "illegale Besatzung" zu bezeichnen, ist mit Verlaub schon ziemlich unverschämt.

Und zwar ganz besonders dann, wenn man sich vor Augen führt, daß die durch diesen Vorwurf ja ebenfalls indirekt als illegal bezeichnete Regierung des Irak aus den ersten freien Wahlen der arabischen Welt hervorgegangen ist, während Eure eigene Legitimation, ein Land zu regieren, ausschließlich darin besteht, daß Eure werte Frau Mutter den richtigen Mann ge...heiratet hat.

Eure Exzellenz sollte auch nicht vergessen, daß Ihr über ein Land gebietet, aus dem nicht nur die meisten der Attentäter des 11. September kamen, sondern aus welchem - ob mit oder ohne Euer Wissen lassen wir mal dahingestellt - selber das Blutvergießen im Irak mitorganisiert wird, während die "illegalen Besatzer" Eure Brüder vor Euren eigenen Mörderbanden zu retten versuchen.

Also schnappt Euch einen Eurer zahllosen Luxussportwagen und dreht ein paar Runden durch Eure weitläufigen Ländereien, laßt dabei ein wenig überschüssiges Testosteron ab und denkt mal drüber nach, was davon noch alles Euch gehören würde, wenn Ihr Euch wie Eure irakischen Amtskollegen ebenfalls den Wählern stellen müßtet statt die Wähler sich Eurer Geheimpolizei.

Und überlegt euch bei der Gelegenheit auch gleich, an welchem Galgen Ihr inzwischen geendet wärt, wenn die "illegalen Besatzer" Euch nicht jahrelang den königlichen Ar...beitsplatz gerettet hätten, was zugegeben ein schwerer Fehler war. Man kann jedenfalls nur hoffen, daß Ihr nach Euren jüngsten Frechheiten auf der ToDo-Liste wieder ein paar Plätze nach oben gerutscht seid.

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