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3 Artikel der Kategorie "Staat: Pakistan"

Freitag, 10. August 2007

...and carry a big stick!

Die pakistanische Luftwaffe griff mutmaßliche Stellungen der radikalislamischen Taliban in Nord-Waziristan an. Die Sicherheitskräfte wollten unter anderem 16 vermisste Soldaten aufspüren, die vermutlich in die Gewalt der Taliban geraten sind.

Kampfhubschrauber und Bodentruppen seien gemeinsam im Einsatz, sagte der Militärsprecher Waheed Arshad. Er betonte, im Hauptquartier habe ein Sinneswandel stattgefunden: "Wir reagieren jetzt mit stärkerem Druck auf Attacken." Früher seien Angriffe der "Schurken" auf Sicherheitskräfte mit größerer "Geduld" hingenommen worden: "Das ist jetzt nicht mehr der Fall." Bereits gestern wurden nach Armeeangaben mindestens zehn Taliban-Kämpfer getötet.

Ende Juli hatten die USA Alarm geschlagen: Die Lage an Pakistans Grenze zu Afghanistan drohe, außer Kontrolle zu geraten. Die Regierung Bush schließt seitdem einen direkten Militäreinsatz nicht mehr aus. Washington will mit der Drohung offensichtlich den Druck auf Pakistan erhöhen, gegen die Hochburgen von Radikalen im Grenzgebiet zu Afghanistan vorzugehen. Notfalls würden sie selbst in der Region eingreifen.

Was ein paar deutliche Worte zur rechten Zeit doch alles bewirken können. Und jetzt wünschen wir uns nur noch denselben nachdrücklichen Tonfall gegenüber dem Islamistenpack in Khartoum. Vielleicht müßten wir so was nämlich nicht mehr lesen, wenn al-Bashir und seinen Henkersknechten endlich glaubwürdig rübergebracht würde, daß sie bei mangelnder Kooperationsbereitschaft nicht eine gemütliche Zelle in einem vergitterten Fünf-Sterne-Hotel in Den Haag erwartet, sondern ein paar Marschflugkörper im eigenen Wohnzimmer ohne anschließende Berufungsverhandlung.

Mittwoch, 11. Juli 2007

Neues aus der Hamburger Wolfsschanze

New York - Anfang 2005 sollte US-Geheimdienstmitarbeitern zufolge eine geheime Militäroperation stattfinden, deren Ziel ein Treffen hochrangiger al-Qaida-Mitglieder in den Bergen Pakistans war. Der Geheimdienst vermutete bei diesem Treffen auch den stellvertretenden al-Qaida-Chef Aiman al-Sawahiri, wie die "New York Times" gestern meldete. Allerdings sei der Einsatz, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Geheimdienstmitarbeiter weiter, von dem damaligen Verteidigungsminister Donald Rumsfeld in letzter Minute abgebrochen worden.

Rumsfeld sei der Einsatz zu riskant für die eigenen Soldaten gewesen, zitierte das Blatt Mitarbeiter der Geheimdienste und der Militär-Spezialkräfte. Zu diesem Zeitpunkt waren für den Einsatz laut "New York Times" schon statt einiger weniger Soldaten mehrere hundert vorgesehen - darunter Feldjäger, Spezialkräfte und CIA-Agenten. Rumsfeld habe deshalb befürchtet, dass die Operation das Verhältnis zu Pakistan belasten könnte. Wahrscheinlich hätte die Regierung in Islamabad nicht ihre Zustimmung zu der umfangreichen Operation gegeben. Dennoch wäre der mögliche Erfolg das Risiko Wert gewesen, sagte ein hochrangiger Ex-Agent der Zeitung zufolge.

Soso, da hat der US-Verteidigungsminister also getan, was Verteidigungsminister und andere militärische Befehlshaber immer wieder mal machen, nämlich eine bereits angelaufene Militäroperation aufgrund zu hoher Risiken und nach Abwägung verschiedener - nicht immer zwingend militärischer - Faktoren kurz vor dem ersten Feindkontakt abgebrochen. Also eigentlich eine Nachricht mit hohem Sack-Reis-in-China-Faktor. Wäre Rummy der einzige in seiner Branche, der grundsätzlich auf die Möglichkeit verzichten würde, eine einmal gestartete Aktion bei Bedarf zu stoppen, wäre das ja vielleicht tatsächlich eine Meldung wert gewesen, aber so?

Ok, auch dann hätte man sich natürlich über die verpaßte Gelegenheit, ein paar Terroristen zu töten, ärgern dürfen, aber darum ging es gar nicht. Die für den Artikel gewählte Titelzeile beweist nämlich, daß die mangelnde militärische Sachkenntnis der Autoren offenbar nur noch von ihrer ressentimentverseuchten Bosheit übertroffen wird. Denn der SPIEGEL titelt nicht "Schwein gehabt, Sawahiri!", "Pentagon bricht Aktion ab" oder "US-Verteidigungsminister macht seinen Job", sondern "Rumsfeld vermasselt Schlag gegen al-Qaida". Man stelle sich dabei nur spaßeshalber mal die heuchlerische Entrüstung über die Verletzung der pakistanischen Souveränitätsrechte gerade im SPIEGEL vor, wenn die Aktion denn tatsächlich durchgeführt worden wäre.

Ganz zu schweigen von der ebenfalls nicht auszuschließenden Möglichkeit, daß das ganze tatsächlich ein Fehlschlag geworden wäre, bei dem ein Dutzend US-Soldaten ums Leben gekommen wären, oder - noch schlimmer - daß Sawahiri kurz vorher ein Kebab essen gegangen wäre und bei der Kommandoaktion statt ihm nur seine Mätressen sowie deren Kinder ums Leben gekommen wären. Dann hätte es das volle Programm gegeben, mit weltweiter Empörungskampagne, erbostem Tagesthemen-Kommentar und einem außerst besorgten UNO-Generalsekretär. Und der SPIEGEL hätte die Frage gestellt, wieso der wie immer viel zu optimistische Rumsfeld die Risiken mal wieder so dilettantisch unterschätzt hat.

Dienstag, 05. Dezember 2006

Falscher General

 Wer wissen will, warum die Atombombe in den falschen Händen auch ungezündet bereits eine Riesenkatastrophe ist, und wieso die globalen Demokratisierungspläne auch nach deren voreiliger Entlarvung als naive Träumereien unverbesserlicher Kreuzzügler immer noch in unserem ureigensten Interesse liegen, sollte sich unbedingt folgenden lesenswerten Artikel zu Gemüte führen:

Pakistan - und das ist bemerkenswert - ist eines der muslimischen Länder, in denen derzeit bei freien Wahlen die nicht radikalen religiösen Kräfte an die Macht kommen würden. Gäbe es diese Wahlen, würden wohl die beiden Massenparteien, die Pakistan Peoples Party und die Muslim League-N, gewinnen. Beide sind ein nicht ausgeschöpftes Potenzial. Auch diese Parteien sind nicht ohne Probleme, weit verbreitete Korruption ist nur eines davon. Doch Korruption bekämpft man am besten mit Transparenz, und die erreicht man meist durch Demokratie. Sie ist auch das bessere System, um mit den vielen nationalen und religiösen Konflikten des Landes umzugehen.

Vielleicht sollte man mit Blick auf Afghanistan ausnahmsweise ein Credo des US-Präsidenten George W. Bush beherzigen: Demokratien führen keine Kriege gegeneinander. Ein demokratisches Pakistan kann den Frieden für Afghanistan nicht garantieren, aber es kann helfen, ihn herbeizuführen - mehr als jede Diktatur.

Und keine Angst, es handelt sich hier nicht um finstere neokonservative Ränkespiele aus dem Weekly Standard. Auch Victor Davis Hanson hat da nicht seine Finger drin. Der Autor ist nämlich kein geringerer als der einstige NBFS-Lieblingsfeind Ulrich Ladurner. Aber wie heißt es so schön: Ehre wem Ehre gebührt. Ladurner hat hier schlicht und einfach recht, da muß man das auch mal erwähnen. Chapeau, Uli!

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