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51 Artikel der Kategorie "Staat: Libanon"

Donnerstag, 13. September 2007

Fremde Heere (Nah)Ost

Die Organisation Humans Right Watch erhebt harte Vorwürfe in Richtung Israel bezüglich des Verhaltens des israelischen Militärs während des letzten Libanon-Krieges (alsharq berichtet darüber).

Mich würde tatsächlich interessieren, welche Antwort die israelische Regierung oder das israelische Militär darauf hat.

PS: Von reinen Bekundungen über den antisemitischen, israelfeindlichen Charakter des HRW bitte ich abzusehen. Mich interessieren nur Gegenargumente.

Der gnadenlose Liberale Boche hat - aufgescheucht durch einen von al-Sharq zitierten HRW-Report - eine Frage zum Libanonkrieg gestellt, deren Postscriptum nahelegt, daß er die erhobenen Vorwürfe tatsächlich für bare Münze zu nehmen bereit ist, und zwar im Umtauschverhältnis 1:1. Nun weiß ich zwar nicht, welche Antwort die israelische Regierung oder das israelische Militär darauf hat, aber ich habe folgende:

Der Großteil der 900 während des Julikriegs 2006 getöteten libanesischen Zivilisten wurde nicht von der Hizbollah als menschliche Schutzschilde missbraucht, sondern wurde Opfer der "wahllosen Luftschläge" durch die israelische Armee.

Erst ein Satz, und schon bis zum Ellenbogen im Klo. Wie HRW selbst meldet, sind ca. 1100 Libanesen während des Kriegs ums Leben gekommen. Wenn davon nach israelischen Angaben 500-600 tote Hizbollah-Kämpfer waren, fragt man sich, an welcher Baumschule die HRW-Leute rechnen gelernt haben, daß sie dann noch auf 900 tote Zivilisten kommen. Aber selbst 500-600 Zivilisten sind eine Zahl ausgesprochen von fragwürdiger Aussagekraft, denn wer oben im Wohnzimmer als unschuldiger Zivilist vorm Fernseher sitzt, während unten im Keller die Katjuschas lagern, füllt die Rolle des Opfers von Angriffen auf nicht-militärische Ziele nur sehr unzureichend aus.

Jetzt folgt natürlich der unvermeidliche Einwand, daß die israelischen Zahlen sicher völlig einseitig seien. Dieser wird wohlgemerkt nicht von jenen vorgetragen, die eine - ohnehin schon unverschämte! - Äquidistanz zwischen der Demokratie Israel und den umliegenden Terrorregimen einnehmen, denn diese Klientel würde wenigstens behaupten, daß die Zahl der toten Hisbollahkämpfer wohl irgendwo in der Mitte liegt und HRW sich mit einer 6 im Rechnen setzen kann. Aber der Antisemit von Welt hält sich mit derartiger Pseudoobjektivität gar nicht mehr erst auf, sondern verbreitet den Auswurf arabischer Propagandafabriken gleich als komplette Schüssel.

Letztlich ist das wohl aber eine reine Glaubensfrage. Wer Scheich Nasrallah unterm Strich mehr vertraut als Shimon Peres, der wird mit vernünftigen Argumenten und gesundem Menschenverstand sowieso nicht mehr zu erreichen sein. Diejenigen allerdings, deren diesbezügliche Meinungsbildung noch nicht abgeschlossen ist, sollten sich am besten einfach mal das berüchtigte "Massaker" von Jenin in Erinnerung rufen. Wenn die Israelis von 50 Toten, darunter 30 Terroristen reden, und ihre Gegner von hunderten, gar tausenden ziviler Opfer, dann sind es am Ende erfahrungsgemäß 50 Tote, darunter 30 Terroristen. Es gab übrigens mal Zeiten, da hat HRW das durchaus begriffen.

Was den Begriff der "wahllosen Luftschläge" angeht, so diskreditiert sich HRW mit solchen Äußerungen selbst. Das einzige, was sie damit beweisen, ist, daß sie von militärischen Dingen noch weniger Ahnung haben als von der Geschichte des Nahostkonflikts. Die IDF geht nicht nur ausgesprochen vorsichtig vor (wenn ihre Gegner nur einen Bruchteil dieser Rücksicht nehmen würden, wären die meisten Opfer dieses Konflikts erst gar keine geworden), sie ist zudem absolut professionell. Wenn israelische Kampfflugzeuge eine Bombe abwerfen, dann kann auch HRW getrost davon ausgehen, daß sie schon ihre Gründe dafür gehabt haben werden und das nicht nur aus Jux und Dollerei tun.

[...] Mit großer Akribie hat die Menschenrechtsorganisation die Umstände der Tode von 510 Zivilisten und 51 Kämpfern untersucht, mithin fasst die Hälfte der 1109 Todesfälle auf libanesischer Seite genauer beleuchtet. Für diesen Report besuchten HRW-Mitarbeiter mehr als 50 libanesische Dörfer, interviewten 316 Opfer und Augenzeugen, sprachen mit 39 Militärexperten, Journalisten, sowie Offiziellen aus Israel, dem Libanon und der Hizbollah.

Da es kaum die Offiziellen aus Israel sein werden, die ihnen diesen Blödsinn erzählt haben (dann hätten die sich schon während des Kriegs gehörig geirrt), müssen sie diese Erkenntnis wohl aus dem Besuch der libanesischen Dörfer mitgebracht haben. Wahrscheinlich waren sie auch in Qana, wo der Green Helmet Guy ihnen sicherlich mit wertvollen Informationen weiterhelfen konnte. Aber auch und gerade wenn die Interviewten keine Hisbollah-Anhänger gewesen sein sollten, werden sie wohl kaum sagen "Die Hisbollah lügt!" Denn anders als der HRW-Tourist müssen sie und ihre Familien weiter dort leben, und zwar wenn möglich an einem Stück.

Im Wesentlichen werden der israelischen Seite in dem 249-seitigen Bericht folgende Vorwürfe gemacht:

    * "Israel ging davon aus, dass alle libanesischen Zivilisten der Aufforderung zum Verlassen der Dörfer südlich des Litani gefolgt seien und betrachteten daher jeden der in seinem Dorf blieb als Kämpfer. Vor diesem Hintergrund betrachtete Israel jede sichtbare Person, oder jede Bewegung von Personen oder Fahrzeugen südlich des Litani-Flusses oder im Bekaa-Tal als Militäroperation der Hizbollah die beschossen werden könne. In ähnlicher Weise führe Israel weiträumige Bombardierungen des Südlibanon durch, einschließlich der massiven Verwendung von Streubomben kurz vor dem erwarteten Waffenstillstand, in einer Weise die nicht zwischen militärischen Zielen und Zivilisten unterschied."

Das hätte die HRW wohl gerne - das gesamte Gebiet des Libanon eine einzige "free fire zone". Ganz so, als ob das Schild "Benutzung auf eigene Gefahr!" auf einem Spielplatz automatisch bedeutet, daß die Bediensteten der Stadtverwaltung dort straffrei kleine Kinder ermorden dürfen. Die IDF hat selbstverständlich auch nach Beginn der Offensive versucht, zivile Opfer zu vermeiden, aber wenn jemand die Aufforderung ignoriert, das Gebiet zu verlassen, erhöht das nun mal zwangsläufig das persönliche Risiko. Aber HRW-Mitarbeiter überqueren wahrscheinlich auch Autobahnen zu Fuß und verklagen anschließend die Autofahrer, weil die Tempo 30 nicht eingehalten haben.

    * "Israel beschoss Menschen oder Gebäude, die in irgendeiner Weise mit den miltärischen, politischen oder sozialen Strukturen der Hizbollah verbunden waren - ganz gleich ob diese ein legitimes militärisches Ziel in Übereinstimmung mit dem Humanitären Völkerrecht darstellten - unter unterließ es alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen um zivile Opfer beim Beschuss vermutlicher Hizbollah-Ziele zu verhindern."

Also wenn man einem Land nicht nur auf auf Kasernenhöfen, sondern auch auf Marktplätzen das bloße Existenzrecht abspricht und ganz bewußt die eigene militärische Infrastruktur mit der zivilen vermischt, dann darf man sich nicht wundern, wenn beim Bombardieren des Führerbunkers auch mal das Geschirr in der Suppenküche zu Bruch geht. Und wenn die administrativen, logistischen oder propagandistischen Strukturen eines derartigen Terrornetzes keine legitimen Ziele mehr darstellen, dann kann man den Widerstand auch gleich ganz lassen, die Koffer packen und wie vom Hisbollah-Auftraggeber gefordert einen neuen Staat in Europa aufziehen.

Nach HRW-Angaben waren die meisten der Menschen, die in ihren Dörfern im Südlibanon blieben, keine Kämpfer der Hizbollah, sondern Menschen die zu alt, zu arm oder zu krank zur Flucht waren. Zudem hätte das israelische Militär gewusst, dass sich zum Zeitpunkt der flächendeckenden Bombardements noch immer Tausende Menschen im Südlibanon aufhielten. Insgesamt wurde mehrere tausend libanesische Häuser teilweise oder komplett zerstört. Allein in Aita al-Shaab wurden 750 Häuser vollständig zerstört, in Bint Jbeil gar 800.

Wie? Im Krieg gehen Häuser kaputt? Sogar in Bint Jbeil? Nur wegen dem bißchen Schießerei dort? Sachen gibt's... Im übrigen ist es bezeichnend, wenn gezielte Angriffe auf militärische Ziele als Flächenbombardement diffamiert werden, so als ob die israelischen Bomberflotten da völlig sinnlos den Wald umgegraben hätten. Die Israelis haben weder das Geld noch das Interesse für derartige Zeit- und Resourcenverschwendung. Wenn aber jemand meint, im Zeitalter von computergestütztem "counter battery fire" unbedingt von einem Wohngebiet aus Raketen abzufeuern, dann sollte man demjenigen für seine Dummheit auch anschließend die Rechnung schicken.

Zudem seien oft auch Flüchtlingskonvois selbst zum Ziel israelischer Angriffe geworden. Detailliert schildert der Bericht den Fall eines Flüchtlingskonvois aus Marjayoun, der zunächst in Begleitung der UNIFIL, dann in Begleitung libanesischer Armeefahrzeuge in Richtung Norden aufbrach. Die israelische Armee wurde über den Konvoi in Kenntnis gesetzt, die Fahrzeuge waren mit weißen Fahnen versehen. Dennoch wurde er in Kefraya im Bekaa-Tal von einer israelischen Drohne beschossen, 7 Menschen wurden getötet, 32 weitere verletzt. Daneben schildert der Bericht auch Fälle in denen Fahrzeuge des Roten Kreuzes, die deutlich als solche erkennbar waren, beschossen wurden.

Was solche Berichte hingegen nie schildern, ist wie das Kriegsverbrechergesindel von Hisbollah & Co. Kämpfer und Waffen in Krankenwagen lädt, und zwar genau WEIL sie als solche erkennbar sind. Das heißt wohlgemerkt nicht, daß - gerade bei Luftangriffen ist das möglich - im Krieg nicht immer wieder auch versehentlich die falschen Ziele beschossen werden. Aber wenn man einer Armee, die das Leben der eigenen Soldaten riskiert, um Verluste unter der Zivilbevölkerung zu minimieren, wie im Fall von Jenin anschließend vorwirft, das nur zu machen, um ein Massaker anzurichten, dann darf man sich nicht wundern, wenn die für den nächsten Krieg ihre Schlüsse daraus zieht.

Des weiteren widerspricht der Bericht der israelischen Darstellung, nach der die Hizbollah Zivilisten als menschliche Schtzschilde missbraucht habe. Mit wenigen Ausnahmen habe die Miliz ihre Raketen in Bunkern und Einrichtungen in unbeweohnten Feldern und Tälern gelagert und ihre Kämpfer und zivilen Offiziellen aus bewohnten Gegenden gebracht. Die Raketen seien von vorbereiteten Stellungen außerhalb der Dörfer abgefeuert worden. "In der sehr großen Mehrheit der von Human Rights Watch untersuchten Luftschläge, die zum Tod von Zivilisten geführt haben, gab es keine militärische Präsenz oder Aktivität der Hizbollah, die einen Angriff gerechtfertigt hätte." Das gilt auch für den israelischen Luftangriff auf Qana, bei dem am 30.Juli 2006 28 Menschen getötet wurden.

Also das ist frech! Die Hisbollah ist ja eine richtige Heilsarmee. Die einzige arabische Terroristenbande, die sich nicht hinter Zivilisten verschanzt, Respekt! Die Luftaufnahmen von aus Wohngebieten abgefeuerten Raketen hingegen - alles gefälscht! Das Lagern von Raketen in Wohnhäusern - reine Wahnvorstellungen! In Qana irgendwelche terroristischen Aktivitäten - blanke Propaganda ! Die dubiose Rolle der Hisbollah beim Einsturz des Gebäudes - scheißegal. Das Zusammentreiben von Kindern unter einer Raketenstellung - wen interessiert's. Wenn HRW so lange, nachdem der ganze Schwindel aufgeflogen ist, noch auf solche Märchen zurückgreifen muß, dann sagt das einiges über den Wert und die Zielrichtung des Berichts als solchen aus.

Bereits vor einer Woche hatte Human Rights Watch einen Bericht veröffentlicht mit dem Titel "Civilians under Assault - Hezbollah´s Rocket Attacks on Israel in the 2006 War"
in dem die Hizbollah beschuldigt wurde, gegen Bestimmungen des Kriegsrechts verbrochen zu haben.

Die Hizbollah habe willkürlich und zum Teil absichtlich in von Zivilisten bewohnte Gebiete im Norden Israels Raketen geschossen. "Die Raketen der Hisbollah töteten während des Konflikts mindestens 39 Israelis und verletzten weitere 101 Personen zum Teil schwer.

Der Beschuss von Zivilisten bewohnter Gebiete mit Raketen von geringer Zielgenauigkeit wie etwa der Katjuscha, stelle ein Kriegsverbrechen dar, so Human Rights Watch. Unter anderem wurden 3 Krankenhäuser von Hizbollah-Raketen getroffen. Zwar habe auch das israelische Militär feste und mobile Militärposten in oder in der Näher ziviler Gebiete errichtet, doch verringere dies nicht die Verantwortung der Hisbollah, unter allen Umständen zwischen Zivilisten und legitimen militärischen Zielen zu unterscheiden.

Ach so, die Israelis benutzen also die Zivilbevölkerung als Schutzschild, während die Hisbollah das ausdrücklich so gut wie nie tut. Sagt mal, wer hat diesen "Bericht" eigentlich geschrieben? Der Hisbollah-Pressesprecher? Der Propagandaminister Syriens? Oder gleich Machmud Achmadinedschad höchstpersönlich? Wenn HRW amnesty international unterbieten will, sind sie so jedenfalls genau auf dem richtigen Weg.

Nach Vorlage der beiden Berichte gibt Human Rights Watch folgende Empfehlungen:

* "Israel sollte seine Praxis revidieren, die praktisch alle Personen, die nach einer Aufforderung zur Evakuierung in dem betreffenden Gebiet verbleiben als Kämpfer behandelt, so dass in Zukunft nur solche Personen oder Gebäude angegriffen werden, die legitime militärische Ziele nach dem Kriegsrecht darstellen. Speziell Israels Winograd-Kommission sollte dieses Thema untersuchen"

Also jetzt wird's wirklich albern. Auf einen Absatz zu antworten, der der israelischen Arme im Prinzip unterstellt, in Kriegszonen auf alles zu schießen, was sich bewegt, wäre nur eine völlig überflüssige Aufwertung dieses bodenlosen Schwachsinns. Wenn jemand derartige Unverschämtheiten wirklich für Vorwürfe hält, mit dem man sich ernsthaft auseinandersetzen müßte, dann kann man ihm wirklich nicht mehr helfen.

* "Die Hizbollah sollte alle durchführbaren Maßnahmen ergreifen um zu gewährleisten, dass Hizbollah-Kämpfer Zivilisten oder UN-Personal keinem unnötigen Risiko durch das Lagern und Abfeuern von Waffen in bzw. aus bewohnten Gebieten ausgeliefert sind. Die libanesische Regierung sollte dies überwachen."

Die libanesische Regierung? Ist das nicht die, von der jeder sagt, daß sie es gar nicht riskieren kann, der Hisbollah dumm zu kommen, weil sie diesen heroischen Freiheitskämpfern hoffnungslos unterlegen ist? Aber sonst geht's noch, oder? Also dann sollte man am besten auch noch gleich den allgemeinen Weltfrieden beschließen sowie Freibier für alle. Meine Güte, und die wollen ernstgenommen werden...

* "Die Vereinigten Staaten sollten Israels Verwendung von Waffen aus den USA unter Verletzung des Kriegsrechts untersuchen und die Lieferung solcher Waffen stoppen, die ungesetzlich verwendet wurden, ebenso die Finanzierung oder Förderung solchen Materials, solange bis das US State Department befindet, dass Israel diese Waffen nicht länger entgegen der Bestimmungen des Rechts einsetzt und seine Militärdoktrin geändert hat, die diesem Missbrauch zu Grunde liegt."

Laßt bloß das State Department da raus! Denn die israelischen Richtlinien für den Waffeneinsatz unterscheiden sich, wenn überhaupt, dann eher nur graduell von dem des eigenen Department of Defense. Die geben sich beide schon im eigenen Interesse Mühe unnötige Verluste zu vermeiden. Und zwar auch ganz ohne daß sich Leute einmischen, die keine Ahnung haben wovon sie reden.

* "Iran und Syrien sollten der Hizbollah kein Material, einschließlich Raketen, liefern, das die Hizbollah unter Verletzung des Kriegsrechts eingesetzt hat, solange bis sich die Hizbollah verpflichtet, diese nicht mehr in dieser Weise zu verwenden und tatsächlich diese Verwendung einstellt."

Wie ferner bekannt wurde, werden die Wölfe aufgefordert, sich sämtliche Zähne ziehen zu lassen und ihre Ernährung von Schafen auf vegetarische Kost umzustellen oder aber dies zumindest zu versprechen, damit sich der Schäfer der an ihn gerichteten Forderung, seine Schäferhunde durch einen altersschwachen Cocker-Spaniel zu ersetzen, nicht mit dem Hinweis auf angebliche Unausgewogenheit widersetzen kann.

* "Der UN-Generalsekretär sollte eine Untersuchungskommission einrichten, um Berichte über Verstöße gegen das Kriegsrecht durch alle Konfliktparteien zu untersuchen, einschließlich möglicher Kriegsverbrechen."

Sofern er das richtig macht, nur zu! Aber wenn das auch so eine "Untersuchung" wie die von HRW wird, dann kann er sich's auch sparen. Dann reicht einfach das Zusammenrufen der UN-Vollversammlung oder wenigstens des UN-Menschenrechtsrats. Die wird Israel schon wegen irgendwas verurteilen. Und keine Sorge, anschließend wird sich bestimmt jemand finden, der die Verurteilungsbegründung diskutieren möchte.

Freitag, 20. Juli 2007

Sommer, Sonne, Armageddon

Na, da hat sich jemand für seine diesjährige Urlaubsreise aber was großes vorgenommen:

The Iranian president trumpeted Iran’s intentions for the Middle East when he arrived in Damascus Thursday, July 19. [...] he warned Assad he had better stop signaling his willingness for peace talks with Israel because this behavior was hampering Iran’s plans for a war this summer.

[...] Ahmadinejad had an easier time with the heads of eight of the nine Palestinian terrorist leaders hosted in the Syrian capital. With them he was upbeat. [...] The coming months, he boasted, would see him marching into Israel shoulder to shoulder with the Palestinian brothers.

Freitag, 01. Juni 2007

Die Sharon-Bush-Bin Laden-Connection

Wer denkt, dem Weltverschwörungsaufdeckungsnetzwerk um Parteibuch, Utopieradio und Politblog dürfte doch irgendwann nichts mehr einfallen, täuscht sich. Das nächste Agentennetz ist immer nur einen Steinwurf entfernt. Und der Terror kommt eh grundsätzlich aus den USA. Tut er das mal nicht, wird er einfach zur "false flag operation" umgedeutet.

So wie George Bushs hinterhältiger Plan, nicht nur die libanesische Regierung zu unterstützen, sondern auch die Islamistenmiliz von Fatah Islam. Die Bekämpfung von ein paar hundert Kalaschnikowträgern soll nämlich nicht nur der US-Rüstungsindustrie gigantische Gewinne bringen, auch die amerikanische Baubranche soll sich daran gesundstoßen.

Denn in der Nähe des umkämpften Palästinenserlagers befindet sich doch tatsächlich ein strategisch ungemein wichtiger alter Flugplatz, und um den neu begrünen zu lassen, bricht der US-Imperialismus auch gerne schon mal einen kleineren Krieg von jenem Zaun, an dem der Erfinder dieser Theorie offensichtlich nicht mehr alle Latten hat.

Und damit wir den - er heißt Franklin Lamb, ist Professor an der Amerikanischen Universität in Beirut, und nebenberuflich offenbar für diverse antiisraelische Organisationen tätig - auch alle kennenlernen, hat der Politblog-Autor DaRockwilda dessen Text teilweise ins deutsche übersetzt, was die Lust auf das englische Original dann doch sehr dämpft:

Bewohner der Ortschaft Bibnin Akkar, keine zwei Meilen von Kleiaat entfernt, und die libanesische Tageszeitung Aldiyar erwarten dass der Bau eines US-Luftwaffenstützpunkts auf den Ruinen des größtenteils verlassenen Flughafens Kleiaat im Nordlibanon schon Ende diesen Jahres beginnt.

Um das Projekt offensichtlicher zu machen wird es als eine ‘US/NATO’-Basis bezeichnet, die als Hauptquartier für eine NATO-Eingreiftruppe (’rapid deployment force’), Helikopterstaffeln und Spezialeinheiten dienen soll.

Die Basis wird auch für die Ausbildung der libanesischen Armee und anderer Sicherheitskräfte benutzt werden, die islamische Fundamentalisten bekämpfen.

(…)

Anwärter für den Auftrag für das Milliardenprojekt sind laut dem Beschaffungsbüro des Pentagons Bechtel, Halliburton und andere Firmen, die momentan im Irak tätig sind.

(…)

Ein libanesischer Journalist, der gegen die Errichtung des Stützpunkts ist, kommentierte am 28. Mai: ‘Die Bush-Administration hat den Libanon vor Al-Kaida-Gruppen im Norden des Landes gewarnt. Und den Luftwaffenstützpunkt braucht man um dieser Bedrohung entgegenzutreten. Und siehe da, eine neue ‘terroristische Gruppe’ mit dem Namen Fatah Islam erscheint ganz in der Nähe von Kleiaat‘.

Klar, daß hinter allem letzten Endes natürlich wieder die Zionisten stecken! Für die wird das ganze schließlich gemacht. Denn bekanntlich reicht ein Anruf aus Washington und schon öffnen arabische Staaten bereitwillig ihre Pforten, um der zionistischen Kriegsmaschinerie Stützpunkte zur Verfügung zu stellen. Die Zwistigkeiten mit Israel sind vermutlich nur Show.

"Für den Libanon stellt sich die Frage, ob das libanesische Volk den Bau des Stützpunkts erlauben wird. Nur wenige Libanesen zweifeln daran, dass Israel Zugang zu dem Stützpunkt bekommen wird" meint Oathman Bader, ein führender libanesischer Politiker.

Bleibt eigentlich nur eine Frage offen: Was muß man rauchen, um auf solche Ideen zu kommen?

Samstag, 26. Mai 2007

Die Welt(verschwörung) ist nicht genug

Daß Marcel Bartels vom Parteibuch (ist immer noch eins der SPD, aber das vermutlich auch nur, weil er inzwischen selbst von der PDS keins mehr kriegen dürfte) ein sagen wir recht entspanntes Verhältnis zur Realität hat, ist allgemein bekannt. Daß er sich damit nicht nur (Partei)freunde macht, ist seit seinem Rausschmiß bei den Websozis, um den er ja lange gekämpft hat, auch nichts wirklich neues mehr.

Doch jetzt scheint er auf der Suche nach immer neuen Verschwörungen und Intrigen allmählich völlig abzudrehen. Taten es früher noch eher lustige Spekulationen über die Verbindungen von Angela Merkel zu Scientology, so deutet er heute an, daß beispielsweise die Briten die Terroranschläge im Irak selber durchführen, und meint, daß man der Behauptung, die US-Regierung hätte den 11. September selber inszeniert, ernsthaft nachgehen müßte.

Aber selbst so ein unglaublicher Verschwörungsdreck reicht ihm inzwischen offenbar nicht mehr. Vielleicht gehen ihm ja auch nur die Ideen aus, jedenfalls läßt er sich die Märchengeschichten seit einiger Zeit offenbar sogar von anderen schreiben. Genauer gesagt reinkopieren, denn deren Autor, ein gewisser Daniel Neun, betreibt eine eigene Seite, und die hat es diesbezüglich in sich, wie schon ein flüchtiger Blick auf die Linkliste zeigt.

Dort finden sich beispielsweise unter der Rubrik "Unabhängige Medien" Verweise auf so illustre Adressen wie 9/11-Komplott oder Gerhard Wisnewski. Entsprechend sieht das Ergebnis von "Pimp my Parteibuch" denn auch aus. Amerika ist demnach nicht nur an allem schuld, sondern immer auch gleich noch am Gegenteil. So unterstützen die Yankees nicht nur die libanesische Regierung, sondern auch die Islamistenmiliz, gegen die diese kämpft.

Die libanesischen Regierungsbehörden behaupten, Syrien stecke hinter der Fatah al-Islam.
Recherchen wie die von Pulitzerpreisträger Seymour Hersh besagen das genaue Gegenteil - die Bush-Regierung - im Bündnis mit der von Israel und dem Königshaus von Saudi Arabien - habe die Fatah al-Islam massiv finanziell unterstützt.

Die daraus gezogenen Schlüsse sind schon so paranoid, daß man versucht ist, polemisch anzumerken, daß die Amis wahrscheinlich sogar Adolf Hitler an die Macht gebracht haben, nur damit sich die Hersteller der Fliegenden Festungen eine goldene Nase verdienen können. Nur wäre da überhaupt nichts ironisches dran, denn genau dieser Eindruck wird von Marcels Wasserträger Daniel im selben Artikel allen Ernstes erweckt:

Demnach wäre es das gleiche Modell wie im Irak mit Saddam Hussein und in Afghanistan mit den Taliban (manche sagen ja, in den 30er Jahren..aber lassen wir das):

man baue einen Gegner erst auf, um ihn dann mit viel Tamtam im Namen der Demokratie zu vernichten und dabei den militärisch-industriellen Komplex durchzufüttern.

Wenn man mir vor ein paar Jahren gesagt hätte, daß man einen derartigen Unsinn von sich geben und gleichzeitig demonstrativ mit dem SPD-Parteibuch wedeln kann, hätte ich ihn für verrückt erklärt. Aber jetzt warte ich eigentlich nur noch auf die Enthüllung, daß die Zionisten hinter dem Holocaust stecken, um so leichter Verständnis für die Gründung Israels wecken zu können. Falls ich die nicht nur übersehen habe.

Montag, 02. April 2007

Nieder mit der internationalen Solidarität!

Angesichts der antiamerikanischen Propaganda, die man gerade von der politischen Linken hierzulande vernimmt, versucht man auf konservativer Seite gerne, die Linke insgesamt dafür in Mithaftung zu nehmen. Doch so einfach ist das nicht. Nicht nur die oft verdrängten linken Ursprünge der NeoCons und der "liberal hawks" werden dabei übersehen, auch die Linke im Mittleren Osten sieht Amerika durchaus ein wenig anders als ihre Genossen im Westen das gerne hätten.

Das war nicht immer so. Interessanterweise hat aber gerade der hier so vehement abgelehnte Irakkrieg bei der Linken in der islamischen Welt zu einem radikalen Umdenken geführt, was in der hiesigen Berichterstattung leider komplett ausgeblendet wird. Umso mehr ist Amir Taheri zu danken, der sich die Mühe gemacht und ein paar wunderschöne Beispiele dafür zusammengetragen hat, wer im Mittleren Osten die USA unterstützt, und wer dies bei uns im Westen nicht tut.

Before the US-led intervention in Afghanistan and Iraq in 2002 and 2003, much of the left in the Middle East shared the views of its American and European counterparts with regard to the United States.

"We looked to the left in the West and imitated it," says Awad Nasir, one of Iraq's best-known poets and a lifelong Communist. "We heard from the US and Western Europe that being left meant being anti-American. So we were anti-American. And then we saw Americans coming from the other side of the world to save us from Saddam Hussein, something that our leftist friends and the Soviet Union would never contemplate."

[...] For his part, Jumblatt, the Lebanese leader, says he realized that his lifelong anti-Americanism had been misplaced when he saw "long lines of people, waiting to vote in Iraq, in the first free election in an Arab country."

Der Grund für diese Umorientierung wird klar, wenn man sich die Alternativen vor Augen führt, zwischen denen die Menschen dort wählen müssen:

Samir Qassir, the Lebanese center-left leader, often spoke of anti-Americanism as "the last refuge of the scoundrel" in the Middle East.

"Politics is always a question of choice," Qassir said in one of the articles before he was killed in a car bomb in Beirut on June 2, 2005. "Here in the Middle East we face a choice between democracy and alliance with the US on one hand and surrender to religious fanatics and terrorists on the other."

Angesichts dieser Alternativen ist es wenig verwunderlich, wie sehr sich die dortige Linke von ihren einstigen politischen Kampfgefährten im Westen verraten fühlt:

Mustafa Kazemi, spokesman for the new Afghan front expresses similar sentiments. "Our nation is still facing the menace of obscurantism and terror from Taleban and Al-Qaeda," he says. "Thus, we are surprised when elements of the left in the US and Europe campaign for withdrawal so that our new democracy is left defenseless against its enemies."

[...] Iraq's parties of the left were shocked when the new Socialist government in Spain decided to withdraw from the US-led coalition in 2004.

"We had hoped that with a party of the left in power in Madrid we would get more support against the Islamofascists not a withdrawal," says Aziz Al-Haj, the veteran Iraqi Communist leader.

Doch die Entfremdung der früheren Verbündeten ist gegenseitig. Denn auch die Linke in Europa hat neue Freunde, um den Verlust auszugleichen:

[...] In Iran, for example, Hussein Shariatmadari, the ultra Islamist editor of the daily newspaper Kayhan and a theoretician of the extreme right, often admiringly cites such American leftist figures as Noam Chomsky, Michael Moore and Jane Fonda.

[...] To be sure, anti-Americanism is not the ailment of the Western left alone. Extreme right parties in both the United States and Europe are also vehemently anti-American. Jean-Marie Le Pen, leader of the French neo fascist National Front, is as opposed to the new democratic Iraq as Spain's Socialist Premier Jose Luis Zapatero.

Dabei geht es gar nicht darum, die Vereinigten Staaten zu lieben, sondern um deren Bereitschaft, sich dem Kampf gegen die Feinde des Fortschritts zu stellen:

In the Middle East, however, a good part of the left, while not especially enamored of the United States, sees it as a powerful ally against reactionary Islamist and totalitarian pan-Arab movements.

"Anti-Americanism is a luxury we cannot afford in the Middle East," says Adnan Hussein, a leftist Iraq writer recently picked by the Financial Times as one of the 50 most influential columnists in the world. "Blinded by anti-Americanism, the left in the West ends up on the same side as religious fascists and despots."

Angesichts des daraus resultierenden Fazits haben uns jene Amerikahasser, die sich fälschlicherweise für links halten, jetzt wohl einiges zu erklären:

George W. Bush, the bete-noire of liberals and leftists in the West, might be surprised to learn that he has a better image among liberals, leftists, secularists, and even moderate Islamists in the Middle East. While Chomsky and Moore see the US as "an evil power", many leftists in the Middle East see it as a force for good that ended the tyranny of the Taleban in Afghanistan, dismantled the regime of Saddam Hussein in Iraq, and forced the Syrians out of Lebanon after 30 years of occupation.

"In our region, the US has become a force for the good," says Jumblatt who recently met President Bush at the White House for a surprise meeting.

Montag, 05. März 2007

Aufklärer Voltaire wäre heute ein "Rechtsradikaler"

Na, da hat PI aber mal wirklich mal wieder ein wunderschönes Eigentor geschossen, und zwar gerade, weil man der Titelzeile anders als von den Autoren gedacht eben durchaus zustimmen kann. Denn jener Voltaire, der uns hier als Vorbild der Religionskritik und Leuchte des Fortschritts verkauft werden soll, war ein wütender Judenhasser, der es selbst in einer Zeit, in der Antisemitismus oft zum guten Ton gehörte, noch schaffte diesbezüglich negativ aufzufallen.

Rassistische Behauptungen wie "Entweder die Juden unterjochten alle oder wurden von der gesamten Menschheit gehasst, ....sie sind nichtsdestoweniger die allergrößten Lumpen, die jemals die Oberfläche der Erde besudelt haben." dürften jedenfalls selbst auf NPD-Parteitagen nur bei abgeschalteter Kamera fallen, wenn auch wohl nur aus der Erkenntnis heraus, daß man dann ratzfatz und völlig zu Recht eine Klage wegen Volksverhetzung an der Backe hätte.

Daß PI sich jetzt für fragwürdige historische Gestalten wie Voltaire in die Bresche wirft, gibt umso mehr zu denken, wenn man sich den üblen Querfrontschund anschaut, der unter der sich ebenfalls auf unseren verdienstvollen "Aufklärer" berufenden rechtsradikalen Propagandaseite voltairenet.org zu finden ist. LaRouches rechte Politsektierer haben da nämlich einen gruseligen Treffpunkt für Antiwestler auf die Beine gestellt, der selbst im Zeitalter der "Jungen Welt" seinesgleichen sucht.

Dort gibt sich die Elite der üblichen Verdächtigen die Klinke in die Hand, und demonstriert immer wieder aufs neue eindrucksvoll, daß sich unter dem Label "Voltaire" offenbar wirklich alles aus der Querfrontszene problemlos vereinen läßt, ganz gleich ob hanebüchene Verschwörungstheorien, klassischer Antisemitismus, eurozentrischer Antiamerikanismus, russisches Antiwestlertum, proarabische Terroristenverherrlichung oder islamistisches Endsieggeschwafel.

Aber wer weiß, wenn sich diese schon jetzt recht bunte Truppe in Zukunft auch noch mit islamophoben Philosemiten und kommunistenfressenden Hurrapatrioten um die Knochen ihres großen Idols streiten muß, gibt es demnächst vielleicht einen unterhaltsamen Streit um die Namensrechte. Falls nicht, kaufen wir uns in Erwartung der offiziellen Verbrüderung von Antimusel mit Jürgen Elsässer und CA mit Jürgen Cain-Külbel schon mal eine große Tüte Popcorn...

Mittwoch, 03. Januar 2007

Chrrr, de Zionisten!

Wie jeder weiß, wird die Welt von Verschwörungen aller Art bedroht. Da gibt es ganz banale Feld-, Wald- und Wiesenintrigen, aber auch richtig gefährliche bis hin zur ausgewachsenen Weltverschwörung. Die Drahtzieher sind meistens auf schweren Geldsäcken oder großen Ölfässern sitzende finstere Herren mit dicken Zigarren, wie z.B. Ostküstenbewohner, Freimaurer, Illuminaten und dergleichen. Mitunter haben sie auch auffällig große Nasen und besetzen palästinensische Heimaterde. In jedem Fall sind sie aber eine nicht zu unterschätzende Gefahr für das Leben, das Universum und alles überhaupt.

Nun haben Verschwörungen leider die unangenehme Eigenschaft, daß sie so geheim sind, weswegen der einfache Bürger normalerweise nie auch nur von ihrer Existenz erfahren würde. Doch zum Glück gibt es unerschrockene, in kriminalistischem Denken geschulte Bürger, die unbeeindruckt von der persönlichen Gefährdung durch die Mächte der Finsternis ihr Leben riskieren, um die Wahrheit ans Licht zu zerren. Um diese selbstlosen Helden zu ehren, wollen wir uns stellvertretend für sie in Erinnerung rufen, wie einer von ihnen, Jürgen Cain Külbel, es im Herbst letzten Jahres schaffte, in einem einzigen Interview neben den Fragen seiner Interviewpartner sechs weitere, die uns alle bewegen, abschließend zu klären:

Wer steckte 1986 hinter dem Anschlag auf die Diskothek "La Belle"?

Für den damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan stand gleich nach dem Attentat fest, dass der libysche Staatspräsident Muammar Al Ghaddafi den Anschlag inszeniert haben soll. Als Beweis musste ein angeblich vom US-Geheimdienst NSA abgefangener Funkspruch des Libyschen Volksbüros (Botschaft) in Berlin, Hauptstadt der DDR, herhalten; darin hieß es: „um 1.30 Uhr heute früh hat die durchführung einer der aktionen mit erfolg stattgefunden, ohne irgendeine eine spur zu hinterlassen. das volksbüro- in berlin.“ Im Lockerbie-Prozeß sagte der ehemalige Oberst im israelischen Geheimdienst, Victor Ostrovsky, unter Eid aus, Kommandogruppen des Mossad hätten damals einen Trojaner, also einen Sender in Tripolis installiert, der die falschen Signale über den „Erfolg“ der Berliner Bombe aussandte. Die abgefangenen Funksprüche waren vom Mossad erfunden worden, so Ostrovsky.

Warum wurde 2003 der Krieg gegen den Irak geführt?

Zogen die Imperatoren von jenseits des Atlantiks mit ihren angelsächsischen Paladinen noch 2003 gegen den Irak zu Felde, merkten die Kriegsverbrecher bald, dass sie sich in der Sache verhoben hatten: Die „Befriedung“ des Irak blieb aus, ebenso der Dominoeffekt, nämlich den Pan-Arabismus zu liquidieren, indem andere Autokratien und Diktaturen so nebenher kippen, und leichter Hand zur Balkanisierung Arabiens führen, das so leichter beherrschbar, ausbeutbar wird und Israel als Hegemonialmacht vor die Nase bekommt.

Wer verübte 2004 den Anschlag auf den libanesischen Ex-Minister Hamade?

Ob Hamadé schon einmal darüber nachgedacht haben könnte, so eine Art Testballon für den Hariri-Mord gewesen zu sein? Sicher war er nicht das geeignete Opfer, um allgemeinen Bürgerradau zu provozieren, den man dann in gewünschte Richtungen kanalisieren kann. Aber zumindest war er für Tel Aviv als lebendige Person entbehrlich. Als Minister für Einwanderung erklärte er seinerzeit, als Elie Hobeika einer Autobombe zum Opfer fiel: „Es ist klar, Israel möchte keine Zeugen gegen sich haben in dem historischen Prozess in Belgien, der sicherlich Ariel Sharon verurteilen wird für die Massaker in den palästinensischen Flüchtlingslagern in Sabra und Shatila. Wir haben bereits gelitten unter dem Verbrecher Sharon in Beirut, und Palästina macht heute dasselbe durch wegen ihm.“ Harte Worte Richtung Israel.

Wer ermordete 2005 den libanesischen Premierminister Hariri?

Aber lassen Sie mich noch eine Anmerkung zu Israel machen: Ibrahim Gambari, stellvertretender Generalsekretär der Vereinten Nationen für politische Angelegenheiten, sagte tatsächlich Ende August 2005, dass Herr Mehlis „eine gute Zusammenarbeit mit Israel und Jordanien“ hergestellt hatte, nicht aber mit Syrien. Ein Witz angesichts der in diesem Jahr ausgehebelten Mossad-Netzwerke im Libanon, die dort seit Jahren Autobombenanschläge, Mord und Terror verbreitet hatten. [...] Mehlis scheint ein notorischer Lügner zu sein. Sogar die israelische Presse schrieb, dass sich Geheimagenten des Staates Israels mit seinem Team in Europa getroffen hatten. Selbstverständlich verschwendet keiner der Herren einen Gedanken daran, zu untersuchen, ob der Mossad Drahtzieher des Mordes an Hariri sein könnte oder nicht. Das gehört nicht zu den Befehlen, die sie von ihren Auftraggebern erhalten haben. Sie haben nur eine Vorgabe zu erfüllen: Syrien an den Schandpfahl pflocken.

Warum wurden 2006 UNO-Blauhelme in den Libanon entsandt?

Israel nimmt vorderhand die Völkergemeinschaft als Geisel. Die „demokratischen“ Fürstenhöfe in Europa und von anderswo schicken 15000 ihrer jungen Landeskinder ins Heilige Land, die mit „robustem Mandat“ für die Sicherheit des Judenstaates zu sorgen haben. Das bezahlen natürlich die Steuerzahler der jeweiligen Länder. Also Null Risiko und finanzielle Last für die Entsendestaaten. Für die zurückgeführten Leichen gibt’s dann Trompetenklänge und Böllerschüsse. Gewöhnlich zeigt sich da die Hofkasse spendabel, denn das geht dann doch nicht so in die Vollen. Ob das „robuste Mandat“ aber gleichzeitig auch der Vorbereitung eines Schlages der Israelis oder der Amerikaner oder beider gemeinsam gegen den Iran dienlich sein könnte, weiß der Kuckuck aus Kentucky. Möglich ist schon, dass die Blauhelme genau dann in dem Teil des Arabischen Osten für Rückendeckung sorgen sollen, wenn die imperialen und israelischen Kampfflieger Teheran attackieren.

Wer plant vielleicht schon für 2007 den Angriff auf den Iran?

Zwischen dem 16. und 18. Juni 2006 fand in Beaver Creek (Colorado) das Weltforum des neokonservativen American Enterprise Institute (AEI) statt. Das soll ja bekanntermaßen das Planungstreffen für einen amerikanisch-israelischen Luftangriff auf den Iran gewesen sein. Zudem gab Cheney dem dort anwesenden israelischen Ex-Premier Benjamin Netanjahu grünes Licht für den jüngsten Angriffskrieg gegen Libanon.

Nun darf man aus der Tatsache, daß die hier gegebenen Antworten immer wieder in dieselbe Richtung weisen, aber nicht gleich schließen, daß es hier irgendwelche antisem... - äh, antizionistischen Untertöne gäbe. Und auch nicht daraus, daß das für seine antiwestlichen Tiraden berüchtigte VoltaireNet, dem Külbel so bereitwillig dieses Interview gab, in rechtsextremen Kreisen nicht ganz unbekannt ist (eine sehr informative Diskussion zu diesem Thema tobte kurz nach Weihnachten im Rahmen der Külbel-Diskussion auf dem Blog seines neuen Freundes Marcel Bartels). Man muß gewisse Wahrheiten ja noch aussprechen dürfen, ohne gleich die Antisemitismuskeule zu spüren!

Im Gegenteil, was zu Voltaires Zeiten recht war, kann heute nicht unrecht sein. Ganz besonders, da SIE offensichtlich mit noch weit höheren Mächten als dem Weißen Haus oder der Wall Street im Bunde sind. Dem neuen, mit erschreckenden Videobeweisen ausgestatteten multimedialen (CD liegt bei!) Enthüllungsbuch "Tausend Teufel! - Mit 666 Geheimwaffen zur Weltherrschaft" fiebern wir jedenfalls schon jetzt mit wohligem Grusel entgegen.

Dienstag, 19. Dezember 2006

Külbels Parteibuch

Jetzt drehen's völlig durch! Und zwar in Stereo. Hat unser ostdeutscher Karatekriminalist den Kampf gegen die Windmühlen der Meinungsfreiheit bisher noch alleine geführt, so steht ihm seit einigen Tagen ein westdeutscher Sancho Panza treu zur Seite, der sich alle Mühe gibt, seine eigene Partei, die Sozialdemokratie, mit Ansichten vorzuführen, die selbst der PDS zumindest offiziell noch ziemlich peinlich sein dürften.

Mal sehen, wie lange es jetzt noch dauert, bis Sanchos Blog endlich "Mein ex-Parteibuch" heißt. Denn wenn selbst die CDU ihre Hohmanns und Nitzsches irgendwann loswerden kann, wird die älteste demokratische Partei Deutschlands wohl kaum auf Dauer darauf bestehen, daß der Wunsch, israelische Kampfflugzeuge von deutschen Kriegsschiffen abschießen zu lassen, unbedingt in ihrem Namen vorgetragen werden muß.

Bis es soweit ist, genießen wir aber das Schauspiel unserer beiden heroischen Kämpfer gegen die zionistische Blogrollverschwörung, und lachen uns bei der Vorstellung schlapp, wie wir es bei aller Bosheit schaffen sollen, gleichzeitig neokonservativen, antideutschen und freidemokratischen Killerkommandos zu dienen, bei denen sich Henryk M. Broder mit Maxeiner & Mirsch um die Führung prügelt.

Den derzeit aktuellen Stand zum gelebten Wahnsinn gibt's hier. Ganz großes Kino. Also auf keinen Fall verpassen und regelmäßig einschalten!

Donnerstag, 09. November 2006

Eskalation im Libanon: Israelischer Scheinangriff auf Franzosen endet beinahe mit Blutbad

SPIEGEL online

Es ging nur um zwei Sekunden: Französische Soldaten haben bei einem Zwischenfall Ende Oktober im Libanon fast das Feuer auf israelische Kampfflugzeuge eröffnet. Diese flogen Frankreich zufolge Scheinangriffe auf einen Uno-Posten.

Paris - Die Soldaten seien "nur zwei Sekunden" davor gewesen, "auf die Flugzeuge zu feuern, die direkt unsere Truppen bedroht haben", sagte Verteidigungsministerin Michèle Alliot-Marie in der Nacht in der Nationalversammlung. Ihr zufolge befanden sich israelische F-15-Maschinen "im Sturzflug" auf eine französische Stellung, bevor sie plötzlich wieder hochzogen. Dies sei üblicherweise eine "Angriffshaltung, um Bomben abzuwerfen oder Schüsse mit der Bordkanone abzugeben".

Tja, warum nur könnten die Israelis Angriffe auf UNO-Truppen üben wollen? Könnte das am Ende vielleicht damit zu tun haben, daß knapp 3 Wochen vorher der UNIFIL-Kommandeur Pellegrini damit gedroht hat, israelische Flugzeuge abzuschießen, die den libanesischen Luftraum überfliegen, um dort das zu machen, was eigentlich die Aufgabe von Pellegrinis-UNO-Kaspern sein sollte, nämlich aufzupassen, daß sich die Hisbollah nicht mehr bewaffnet? Wenn man das nur genau wüßte. Ist aber auch zugegeben wirklich eine sehr komplizierte Frage, die eine französische Verteidigungsministerin natürlich schnell an die Grenze ihrer intellektuellen Kapazität bringt.

Das "unverantwortliche" Verhalten der israelischen Piloten könne nicht toleriert werden. Frankreich verlange von Israel, die Einheiten der internationalen Libanon-Schutztruppe Unifil zu respektieren.

Das setzt aber erst mal voraus, daß die Libanon-Schutztruppe UNIFIL die Interessen Israels respektiert. Wenn die UNO eine dermaßen aggressive Haltung gegenüber dem Staat an den Tag legt, zu dessen Schutz sie eigentlich vor Ort ist, dann darf sie sich nicht wundern, wenn dessen Streitkräfte auf diese Feindseligkeit irgendwann auch entsprechend reagieren.

Dem französischen Verteidigungsministerium zufolge ereignete sich der Vorfall am 31. Oktober. "Eine Katastrophe wurde gerade noch durch unsere Soldaten verhindert", sagte Alliot-Marie bei der Beratung des Verteidigungsbudgets in der Abgeordnetenkammer des französischen Parlaments.

Katastrophe? Fragt sich nur für wen. Da freuen wir uns mal für die französischen Soldaten, daß sie nicht versucht haben es herauszufinden. Und hoffen, daß es dabei bleibt.

Freitag, 20. Oktober 2006

Wo der Bartels den Mist holt

Im Zusammenhang mit dem Krieg im Libanon hat man während der Sommermonate so manchen antiisraelischen Unsinn ertragen müssen, der einen am Verstand seiner Mitmenschen (ver)zweifeln ließ. Aber im allgemeinen kamen die schlimmsten Wortmeldungen von den üblichen Verdächtigen an den linken bzw. rechten Rändern der Gesellschaft bzw. deren nationalbolschewistischer Schnittmenge und waren somit nicht wirklich einer Erwähnung wert.

Wenn es innerhalb der staatstragenden Mitte der Gesellschaft mal allzu arg wurde, haben die großen politischen Lager ihre verirrten Schäfchen - wie beispielsweise die rote Heidi - in der Regel rechtzeitig brav zurückgepfiffen, und sei es nur, um wenigstens zum Schein den Eindruck einer gewissen Neutralität aufrechtzuerhalten.

Allerdings gilt dieses Mindestmaß an Gemeinsamkeit der Demokraten in Sachen Israel offenbar nur für die großen Tiere. Denn unterhalb des mitunter etwas schwerfälligen Überwachungsradars der Massenmedien, das geistige Tiefflieger erst ab einer gewissen Höhe innerhalb der Parteihierarchie erfassen kann, läßt zumindest die SPD ihren nicht ganz so prominenten Mitgliedern durchaus Leine. Und die ist verdammt lang, die Leine.

Anders ist jedenfalls nicht zu erklären, daß jemand wie Marcel Bartels, der Betreiber einer in schönster JuSo-Optik gehaltenen Webseite mit dem demonstrativ sozialdemokratischen Titel "Mein Parteibuch", ohne ein Parteiausschlußverfahren mit Zwangseinweisung in die Linkspartei zu befürchten offen fordern kann, dem Libanon dabei zu helfen, israelische Flugzeuge abzuschießen oder das am besten von der UNO gleich selbst erledigen zu lassen.

Da entsprechende Forderungen seitens Bartels, Angriffe der Hisbollah auf Israel mit Beschuß durch die nicht vorhandene UNIFIL-Artillerie zu beantworten, nicht bekannt sind, läßt das nur den Schluß zu, daß da jemand den Staat Israel offenkundig nicht einfach nur wegverhandelt sehen will. Anläßlich einer israelischen Antiterroroperation im Libanon verstieg er sich damals jedenfalls zu folgenden denkwürdigen Zeilen, die aus dem Munde eines bekennenden SPD-Mitglieds besonders gruselig klingen:

Mit Erstaunen habe ich die Nachricht zur Kenntnis genommen, dass die israelische Regierung die Waffenuhe gebrochen und in der letzten Nacht israelische Sodaten mit Flugzeugen, Hubschraubern und Panzerfahrzeugen losgeschickt hat, um das Dorf Budai im Osten des Libanon zu überfallen.

Sprechen wir von jener Waffenruhe, an die sich Hisbollah von Anfang an nicht gehalten hatte, weil sie sie wie auch ihre Auftraggeber in Damaskus und Teheran grundsätzlich und völlig offen abgelehnt hat? Und da wagen es diese in ihrer altestamentarischen Rachsucht gefangenen Juden doch tatsächlich, sie nicht alleine zu beachten? Also so was aber auch!

Wenn die UNO das Maß an Glaubwürdigkeit und Vertrauen gewinnen will, das notwendig ist, damit eine von allen Seiten akzeptierte Schutztruppe erfolgreich operieren kann, dann muss dieser Bruch der Waffenruhe ernsthafte Konsequenzen für Israel haben.

Wenn ich ja die Zeit hätte, könnte ich mal nachschauen, wieviele Artikel der gute Marcel zu den vorausgegangenen Verletzungen der Waffenstillstandsvereinbarungen durch die Hisbollah geschrieben hat. Aber irgendwas sagt mir, daß ich froh sein kann, daß ich die Zeit nicht habe. Das erspart mir vermutlich eine mittelschwere Entäuschung.

Erfreut bin ich zu sehen, dass die Hisbollah anscheinend besonnen genug ist, die Spirale der Gewalt zu durchbrechen,

Besonnen genug. Spirale der Gewalt durchbrechen. Die Hisbollah. Ganz großes Kino.

und sich nun nicht ihrerseits mit Raketenangriffen auf israelische Städte für das neuerliche Verbrechen der israelischen Armee rächt.

Was heißt Verbrechen? Die Wattebäuschchen waren aus, da mußten sie die armen Terroristen leider mit Feuerwaffen beschießen.

Trotzdem bewirkt der israelische Angriff, bei dem angeblich drei Menschen ermordet wurden,

Ermordet. Ah ja. Wie das die zionistische Soldateska halt so mit unschuldigen Kalaschnikowträgern gemeinhin zu tun pflegt.

dass die Hisbollah nun sehr noch bessere Argumente hat, ihre Entwaffnung zu verweigern.

Argumente. Bessere sogar. Und wieder die Hisbollah. Noch größeres großes Kino, sozusagen Teil II - reloaded. Und nebenbei noch das Eingeständnis, daß die Hisbollah sich von vorneherein nicht nur nicht entwaffnen lassen wollte, sondern daß es hierzulande Leute gibt, die weit radikaler als viele Libanesen sind und für diese Weigerung der Hisbollah sogar noch vollstes Verständnis haben. Was erstens zeigt, daß die Demokratisierung der arabischen Welt und ihre Eingliederung in die westliche Welt kein unrealistisches Ziel ist. Und zweitens, daß die der Deutschen offensichtlich noch nicht zur Gänze abgeschlossen ist.

Schließlich war es nur der guten Bewaffnung der Hisbollah zu verdanken, dass Israel den Krieg gegen den Libanon abgebrochen hat und nun dieser erneute israelische Angriff abgewehrt werden konnte.

Und es hatte natürlich nicht das geringste, aber auch gar nichts damit zu tun, daß die Israelis den Krieg nicht mal mit halber Kraft (und selbst das auch nur in den letzten Tagen) geführt haben, nein, nein, auf gar keinen Fall!

Um sowohl in Israel als auch im Libanon Glaubwürdigkeit zu erlangen, könnte die EU beispielsweise israelische Waren als Konsequenz für den Bruch der Waffenruhe den gleichen Zollbestimmungen unterwerfen, wie Waren aus anderen Terrorstaaten.

Habe ich da gerade richtig gelesen, daß Israel als Terrorstaat bezeichnet wurde? Diesen Ausdruck kannte ich im Zusammenhang mit Israel bisher eigentlich vor allem von den Nazinetzkaspern aus de.soc.politik.misc. Interessant, was sich heutzutage alles so unter dem Namen SPD tummeln darf, ohne daß diejenigen, die das betreffende Parteibuch einst ausgegeben haben, unmißverständlich "Momennde mal, Freundsche, so net!" rufen.

Für die UNO bedeutet der israelische Angriff, dass sie die Waffen der Hisbollah erst bekommen wird, wenn sie garantieren kann, dass keine israelischen Luftangriffe auf Ziele im Libanon mehr erfolgen. Um das glaubwürdig garantieren zu können, ist eine Luftabwehr zu installieren, die zwar einerseits Waffenschmuggel unterbindet, andererseits aber auch das Mandat und die Ausrüstung hat, israelische Luftangriffe abzuwehren.

Aha, sie unterbindet so also den Waffenschmuggel. Also entweder reichen die Flugabwehrraketen der UNO dann bis Damaskus, wo alle im Landeanflug befindlichen iranischen Transportflugzeuge prophylaktisch abgeschossen werden, auch wenn sie nur Robbenbabies geladen haben, oder die Syrer sind inzwischen von der Weltöffentlichkeit unbemerkt dazu übergegangen, die Waffen kurz vor der libanesischen Grenze in Hubschrauber zu verfrachten, die sie dann zu den auf der anderen Straßenseite wartenden Hisbollah-Lastern fliegen.

Nur wenn die UNO-Schutztruppe auch den Libanon schützt, wird sie auch von der libanesichen Bevölkerung als Schutztruppe akzeptiert und nicht als Besatzer bekämpft werden. Es sollte Einigkeit darüber bestehen, dass mit Luftangriffen eine Terrorgruppe nicht besiegt werden kann und durch Bomben kein Terrorist davon überzeugt wird, dem Terror abzuschwören.

Welche Terrorgruppe? Die Widerstandskämpfer, die so heldenhaft die zionistische Aggression zurückgeschlagen haben, können ja wohl kaum gemeint sein. Die einzigen Terroristen sind schließlich die Söldner des Terrorstaats Israel. Ob man aber die IAF mit Flugabwehrkanonen besiegen und die IDF mit Raketen davon überzeugen kann, dem Terror abzuschwören, darf bezweifelt werden.

Für die deutsche Beteiligung an einer Schutztruppe bedeutet dies, dass die Marine, so sie denn tatsächlich vor der Küste Libanons stationiert wird, das Mandat, die Ausrüstung und den Befehl bekommen muß, israelische Kampfflugzeuge und Kampfhubschrauber abzuschießen, wenn sie in den Libanon aufbrechen.

Nein. Es klingelt kein Wecker. Er hat das wirklich geschrieben. Marcel Bartels von der SPD wünscht, daß die deutsche Kriegsmarine israelische Flugzeuge abschießt. Ich finde, das sollte für die Nachwelt noch einmal ausdrücklich festgehalten werden. Nur für den Fall, daß irgendein Sozi hinterher zu behaupten wagt, daß man von dieser Äußerung eines Parteifreundes nichts hätte wissen können.

Als deutscher Außenminister würde ich in Israel nochmal nachfragen, ob Israel unter diesen Umständen eine Beteiligung deutscher Soldaten an der UNO-Schutztruppe immer noch wünscht.

Also was immer die Israelis an Bedenken gegen deutsche Soldaten in der näheren Umgebung gehabt haben könnten, aber die Flugabwehrfähigkeiten deutscher Kriegsschiffe gehörten ganz gewiß nicht dazu. Marcel kann seine Landserheftchen also ruhig wieder einpacken. Besser sollte er mal einen Blick in Fachliteratur zur Schoah werfen. Das dürfte seine diesbezüglichen Informationsdefizite etwas differenzierter beseitigen.

Vermutlich hat sich damit dann jegliche Diskusion über einen deutschen Beitrag an der Schutztruppe erledigt, was für Deutschland auch aus finanziellen Gründen begrüßenswert wäre.

Uff! Da ist man ja fast schon beruhigt, wenn Bartels zwischendurch zur Abwechslung peinlichste nationalegoistische Pfennigfuchserei als Begründung für seine schaurigen Thesen einschiebt.

Auch die Amerikaner, die derzeit zwar von Frankreich einen größeren Beitrag verlangen, aber mangels Akzeptanz ihrer eigenen Soldaten im Libanon jeglichen eigenen Beitrag zur Schutztruppe verweigern, könnten beim Schutz des Libanons meiner Meinung nach auch eine wichtige Rolle übernehmen.

Die Amerikaner sind vor allem deswegen nicht dabei, weil sie völlig verständlich nicht die geringste Lust haben, für die Franzosen die Kohlen aus dem Feuer zu holen, während diese sie umgekehrt im Irak im Stich lassen.

Amerikanische Soldaten könnten in Israel stationiert werden und dort die Veratwortung dafür übernemen, dass von israelischem Boden keine Angriffe auf andere Länder ausgehen.

Das ist dann zur Abwechslung aber mal eine wirklich coole Idee! Die Amis übernehmen auch formell eine Beistandsgarantie für Israel, die jedem Land inkl. des palästinensischen Wasauchimmer, der ihren nahöstlichen Verbündeten angreift, mit der Vernichtung durch die stärkste Armee der Welt droht. Die GIs lassen es sich beim Flirten mit den Strandschönheiten von Tel Aviv gut gehen, Israel kann endlich die überproportional hohen Verteidigungsausgaben senken und verkleinert die eigenen Streitkräfte auf das im Westen allgemein übliche Maß, worauf ein unglaublicher Wirtschaftsboom beginnt, der das kleine Land nach kurzer Zeit an die Weltspitze der prosperierenden HighTech-Staaten bringt.

Gleichzeitig übernimmt ein anderer Staat, sagen wir Frankreich oder Deutschland, eine vergleichbare Verantwortung für den Libanon, und sorgt bei Bedarf ebenfalls mit Waffengewalt dafür, daß von dort keine Angriffe mehr auf die Nachbarn ausgehen. Ich muß zugeben, das hat was. Alleine die Vorstellung, wie Marcel Bartels bei der nächsten Hisbollah-Rakete (die anders als israelische Luftangriffe auch dann immer noch so sicher wie das Amen in der Kirche kommen wird) "Germans to the front!" ruft oder wie er begeistert applaudiert, wenn sich die für ihr sensibles Vorgehen berühmte Fremdenlegion der in einem schiitischen Wohnviertel errichteten verantwortlichen Hisbollah-Stellung annimmt, wäre den Versuch wert.

Die Gedanken des SPD-Präsidiums zum Nahost-Problem (dank Gegenstimme gefunden) greifen da leider zu kurz.

Also ehrlich gesagt ist das jetzt nicht wirklich so die große Überraschung.

Ich meine, damit die Schutztruppe der UNO erfolgreich arbeiten kann, müssen israelische Angriffe auf den Libanon wirksam unterbunden werden. Um die Gefahr israelischer Angriffe glaubwürdig zu bannen, braucht der Libanon eine hocheffektive und funktionierende Flugabwehr, die solche Überfälle wie den heutigen verhindert.

So weit, so gut (oder besser gesagt, so schlecht). Man könnte einfach sagen, Schwamm drüber, im Sommer sind die Tage nun mal länger, da wird dann logischerweise auch mehr dummes Zeug geredet. Ist ja auch schon eine ganze Weile her. Solange irgendein unbedeutender Freak davon träumt, daß NATO-Soldaten israelische Flugzeuge abschießen, lachen wir mal gemeinsam herzhaft drüber, und gut is, weil soweit wird es eh nie kommen.

Doch weit gefehlt! Denn leider erweist sich die Loony Left hier ausnahmsweise tatsächlich mal als Avantgarde. Zwar nicht gleich als die der Weltrevolution, aber immerhin die der antiwestlichen UNO-Agenda sowie französischer Großmachtträume. Denn was unser guter Marcel da beim Anblick seines Chavez-PinUps herbeihalluziniert hat, ist wenige Monate nach seiner waghalsigen Prophezeiung offensichtlich näher an der Realität als meine zugegeben kühne Hoffnung, daß Europa vielleicht inzwischen doch dazugelernt haben könnte.

Ließ die Meldung, daß der Kommandant der UNIFIL, Alain Pellegrini, überraschend um Artillerie für seine Truppe bat, dann noch mal für einen kurzen Moment Hoffnung aufkommen, daß die Vereinten Nationen wenigstens mit derselben Entschlossenheit auch gegen die Hisbollah vorgehen wollen wie gegen Israel, so beraubte einen die Lektüre des kompletten Artikels jeglicher diesbezüglicher Illusionen.

Denn anders als die unzulässig verkürzte Schlagzeile nahelegt, dachte Pellegrini nicht an Artillerie im eigentlichen Sinne, um etwaigen Raketenbeschuß der Hisbollah mit sofortigem "counter battery fire" auf die verantwortliche Abschußrampe beantworten zu können, sondern an Flugabwehrsysteme, die ausdrücklich gegen israelische Kampfflugzeuge gerichtet sein sollen. Und damit es nicht bei den guten Vorsätzen bleibt, sondern diese auch baldmöglichst in die Tat umgesetzt werden können, machen die Europäer jetzt auch gleich Nägel mit (Spreng)köpfen.

Sollten wir Israel je in die NATO aufnehmen, wäre es dringend zu empfehlen, Marcel Bartels zusammen mit den Verantwortlichen für den Libanon-Waffendeal bei dieser Gelegenheit gleich aus selbiger auszuschließen. Nicht daß da jemand in Gewissenskonflikte gerät, wenn es um die Frage geht, auf welcher Seite man zu stehen hat, wenn die eigenen Verbündeten bedroht werden. Denn auch wenn vielleicht nicht jeder Bushs Motto "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns" teilen mag, so sollten wir uns doch bei "Wer gegen uns ist, ist jedenfalls nicht für uns" einig sein.

Und jetzt die Werbung...

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