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164 Artikel der Kategorie "Medien: Blogs"

Dienstag, 25. September 2007

Tapetenwechsel

Wer noch mehr Sauerkrautblut nicht ertragen könnte - also niemand - klickt HIER

Wer aber noch nicht genug hat und wissen will wie's weitergeht - also alle - klickt HIER

Ach ja, bevor ich's vergesse: Die Kommentare werden hier demnächst deaktiviert, diskutiert wird im neuen Blog! Deshalb auch bitte die Links auf NBFS aktualisieren. Man sieht sich...
 

Donnerstag, 13. September 2007

Fremde Heere (Nah)Ost

Die Organisation Humans Right Watch erhebt harte Vorwürfe in Richtung Israel bezüglich des Verhaltens des israelischen Militärs während des letzten Libanon-Krieges (alsharq berichtet darüber).

Mich würde tatsächlich interessieren, welche Antwort die israelische Regierung oder das israelische Militär darauf hat.

PS: Von reinen Bekundungen über den antisemitischen, israelfeindlichen Charakter des HRW bitte ich abzusehen. Mich interessieren nur Gegenargumente.

Der gnadenlose Liberale Boche hat - aufgescheucht durch einen von al-Sharq zitierten HRW-Report - eine Frage zum Libanonkrieg gestellt, deren Postscriptum nahelegt, daß er die erhobenen Vorwürfe tatsächlich für bare Münze zu nehmen bereit ist, und zwar im Umtauschverhältnis 1:1. Nun weiß ich zwar nicht, welche Antwort die israelische Regierung oder das israelische Militär darauf hat, aber ich habe folgende:

Der Großteil der 900 während des Julikriegs 2006 getöteten libanesischen Zivilisten wurde nicht von der Hizbollah als menschliche Schutzschilde missbraucht, sondern wurde Opfer der "wahllosen Luftschläge" durch die israelische Armee.

Erst ein Satz, und schon bis zum Ellenbogen im Klo. Wie HRW selbst meldet, sind ca. 1100 Libanesen während des Kriegs ums Leben gekommen. Wenn davon nach israelischen Angaben 500-600 tote Hizbollah-Kämpfer waren, fragt man sich, an welcher Baumschule die HRW-Leute rechnen gelernt haben, daß sie dann noch auf 900 tote Zivilisten kommen. Aber selbst 500-600 Zivilisten sind eine Zahl ausgesprochen von fragwürdiger Aussagekraft, denn wer oben im Wohnzimmer als unschuldiger Zivilist vorm Fernseher sitzt, während unten im Keller die Katjuschas lagern, füllt die Rolle des Opfers von Angriffen auf nicht-militärische Ziele nur sehr unzureichend aus.

Jetzt folgt natürlich der unvermeidliche Einwand, daß die israelischen Zahlen sicher völlig einseitig seien. Dieser wird wohlgemerkt nicht von jenen vorgetragen, die eine - ohnehin schon unverschämte! - Äquidistanz zwischen der Demokratie Israel und den umliegenden Terrorregimen einnehmen, denn diese Klientel würde wenigstens behaupten, daß die Zahl der toten Hisbollahkämpfer wohl irgendwo in der Mitte liegt und HRW sich mit einer 6 im Rechnen setzen kann. Aber der Antisemit von Welt hält sich mit derartiger Pseudoobjektivität gar nicht mehr erst auf, sondern verbreitet den Auswurf arabischer Propagandafabriken gleich als komplette Schüssel.

Letztlich ist das wohl aber eine reine Glaubensfrage. Wer Scheich Nasrallah unterm Strich mehr vertraut als Shimon Peres, der wird mit vernünftigen Argumenten und gesundem Menschenverstand sowieso nicht mehr zu erreichen sein. Diejenigen allerdings, deren diesbezügliche Meinungsbildung noch nicht abgeschlossen ist, sollten sich am besten einfach mal das berüchtigte "Massaker" von Jenin in Erinnerung rufen. Wenn die Israelis von 50 Toten, darunter 30 Terroristen reden, und ihre Gegner von hunderten, gar tausenden ziviler Opfer, dann sind es am Ende erfahrungsgemäß 50 Tote, darunter 30 Terroristen. Es gab übrigens mal Zeiten, da hat HRW das durchaus begriffen.

Was den Begriff der "wahllosen Luftschläge" angeht, so diskreditiert sich HRW mit solchen Äußerungen selbst. Das einzige, was sie damit beweisen, ist, daß sie von militärischen Dingen noch weniger Ahnung haben als von der Geschichte des Nahostkonflikts. Die IDF geht nicht nur ausgesprochen vorsichtig vor (wenn ihre Gegner nur einen Bruchteil dieser Rücksicht nehmen würden, wären die meisten Opfer dieses Konflikts erst gar keine geworden), sie ist zudem absolut professionell. Wenn israelische Kampfflugzeuge eine Bombe abwerfen, dann kann auch HRW getrost davon ausgehen, daß sie schon ihre Gründe dafür gehabt haben werden und das nicht nur aus Jux und Dollerei tun.

[...] Mit großer Akribie hat die Menschenrechtsorganisation die Umstände der Tode von 510 Zivilisten und 51 Kämpfern untersucht, mithin fasst die Hälfte der 1109 Todesfälle auf libanesischer Seite genauer beleuchtet. Für diesen Report besuchten HRW-Mitarbeiter mehr als 50 libanesische Dörfer, interviewten 316 Opfer und Augenzeugen, sprachen mit 39 Militärexperten, Journalisten, sowie Offiziellen aus Israel, dem Libanon und der Hizbollah.

Da es kaum die Offiziellen aus Israel sein werden, die ihnen diesen Blödsinn erzählt haben (dann hätten die sich schon während des Kriegs gehörig geirrt), müssen sie diese Erkenntnis wohl aus dem Besuch der libanesischen Dörfer mitgebracht haben. Wahrscheinlich waren sie auch in Qana, wo der Green Helmet Guy ihnen sicherlich mit wertvollen Informationen weiterhelfen konnte. Aber auch und gerade wenn die Interviewten keine Hisbollah-Anhänger gewesen sein sollten, werden sie wohl kaum sagen "Die Hisbollah lügt!" Denn anders als der HRW-Tourist müssen sie und ihre Familien weiter dort leben, und zwar wenn möglich an einem Stück.

Im Wesentlichen werden der israelischen Seite in dem 249-seitigen Bericht folgende Vorwürfe gemacht:

    * "Israel ging davon aus, dass alle libanesischen Zivilisten der Aufforderung zum Verlassen der Dörfer südlich des Litani gefolgt seien und betrachteten daher jeden der in seinem Dorf blieb als Kämpfer. Vor diesem Hintergrund betrachtete Israel jede sichtbare Person, oder jede Bewegung von Personen oder Fahrzeugen südlich des Litani-Flusses oder im Bekaa-Tal als Militäroperation der Hizbollah die beschossen werden könne. In ähnlicher Weise führe Israel weiträumige Bombardierungen des Südlibanon durch, einschließlich der massiven Verwendung von Streubomben kurz vor dem erwarteten Waffenstillstand, in einer Weise die nicht zwischen militärischen Zielen und Zivilisten unterschied."

Das hätte die HRW wohl gerne - das gesamte Gebiet des Libanon eine einzige "free fire zone". Ganz so, als ob das Schild "Benutzung auf eigene Gefahr!" auf einem Spielplatz automatisch bedeutet, daß die Bediensteten der Stadtverwaltung dort straffrei kleine Kinder ermorden dürfen. Die IDF hat selbstverständlich auch nach Beginn der Offensive versucht, zivile Opfer zu vermeiden, aber wenn jemand die Aufforderung ignoriert, das Gebiet zu verlassen, erhöht das nun mal zwangsläufig das persönliche Risiko. Aber HRW-Mitarbeiter überqueren wahrscheinlich auch Autobahnen zu Fuß und verklagen anschließend die Autofahrer, weil die Tempo 30 nicht eingehalten haben.

    * "Israel beschoss Menschen oder Gebäude, die in irgendeiner Weise mit den miltärischen, politischen oder sozialen Strukturen der Hizbollah verbunden waren - ganz gleich ob diese ein legitimes militärisches Ziel in Übereinstimmung mit dem Humanitären Völkerrecht darstellten - unter unterließ es alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen um zivile Opfer beim Beschuss vermutlicher Hizbollah-Ziele zu verhindern."

Also wenn man einem Land nicht nur auf auf Kasernenhöfen, sondern auch auf Marktplätzen das bloße Existenzrecht abspricht und ganz bewußt die eigene militärische Infrastruktur mit der zivilen vermischt, dann darf man sich nicht wundern, wenn beim Bombardieren des Führerbunkers auch mal das Geschirr in der Suppenküche zu Bruch geht. Und wenn die administrativen, logistischen oder propagandistischen Strukturen eines derartigen Terrornetzes keine legitimen Ziele mehr darstellen, dann kann man den Widerstand auch gleich ganz lassen, die Koffer packen und wie vom Hisbollah-Auftraggeber gefordert einen neuen Staat in Europa aufziehen.

Nach HRW-Angaben waren die meisten der Menschen, die in ihren Dörfern im Südlibanon blieben, keine Kämpfer der Hizbollah, sondern Menschen die zu alt, zu arm oder zu krank zur Flucht waren. Zudem hätte das israelische Militär gewusst, dass sich zum Zeitpunkt der flächendeckenden Bombardements noch immer Tausende Menschen im Südlibanon aufhielten. Insgesamt wurde mehrere tausend libanesische Häuser teilweise oder komplett zerstört. Allein in Aita al-Shaab wurden 750 Häuser vollständig zerstört, in Bint Jbeil gar 800.

Wie? Im Krieg gehen Häuser kaputt? Sogar in Bint Jbeil? Nur wegen dem bißchen Schießerei dort? Sachen gibt's... Im übrigen ist es bezeichnend, wenn gezielte Angriffe auf militärische Ziele als Flächenbombardement diffamiert werden, so als ob die israelischen Bomberflotten da völlig sinnlos den Wald umgegraben hätten. Die Israelis haben weder das Geld noch das Interesse für derartige Zeit- und Resourcenverschwendung. Wenn aber jemand meint, im Zeitalter von computergestütztem "counter battery fire" unbedingt von einem Wohngebiet aus Raketen abzufeuern, dann sollte man demjenigen für seine Dummheit auch anschließend die Rechnung schicken.

Zudem seien oft auch Flüchtlingskonvois selbst zum Ziel israelischer Angriffe geworden. Detailliert schildert der Bericht den Fall eines Flüchtlingskonvois aus Marjayoun, der zunächst in Begleitung der UNIFIL, dann in Begleitung libanesischer Armeefahrzeuge in Richtung Norden aufbrach. Die israelische Armee wurde über den Konvoi in Kenntnis gesetzt, die Fahrzeuge waren mit weißen Fahnen versehen. Dennoch wurde er in Kefraya im Bekaa-Tal von einer israelischen Drohne beschossen, 7 Menschen wurden getötet, 32 weitere verletzt. Daneben schildert der Bericht auch Fälle in denen Fahrzeuge des Roten Kreuzes, die deutlich als solche erkennbar waren, beschossen wurden.

Was solche Berichte hingegen nie schildern, ist wie das Kriegsverbrechergesindel von Hisbollah & Co. Kämpfer und Waffen in Krankenwagen lädt, und zwar genau WEIL sie als solche erkennbar sind. Das heißt wohlgemerkt nicht, daß - gerade bei Luftangriffen ist das möglich - im Krieg nicht immer wieder auch versehentlich die falschen Ziele beschossen werden. Aber wenn man einer Armee, die das Leben der eigenen Soldaten riskiert, um Verluste unter der Zivilbevölkerung zu minimieren, wie im Fall von Jenin anschließend vorwirft, das nur zu machen, um ein Massaker anzurichten, dann darf man sich nicht wundern, wenn die für den nächsten Krieg ihre Schlüsse daraus zieht.

Des weiteren widerspricht der Bericht der israelischen Darstellung, nach der die Hizbollah Zivilisten als menschliche Schtzschilde missbraucht habe. Mit wenigen Ausnahmen habe die Miliz ihre Raketen in Bunkern und Einrichtungen in unbeweohnten Feldern und Tälern gelagert und ihre Kämpfer und zivilen Offiziellen aus bewohnten Gegenden gebracht. Die Raketen seien von vorbereiteten Stellungen außerhalb der Dörfer abgefeuert worden. "In der sehr großen Mehrheit der von Human Rights Watch untersuchten Luftschläge, die zum Tod von Zivilisten geführt haben, gab es keine militärische Präsenz oder Aktivität der Hizbollah, die einen Angriff gerechtfertigt hätte." Das gilt auch für den israelischen Luftangriff auf Qana, bei dem am 30.Juli 2006 28 Menschen getötet wurden.

Also das ist frech! Die Hisbollah ist ja eine richtige Heilsarmee. Die einzige arabische Terroristenbande, die sich nicht hinter Zivilisten verschanzt, Respekt! Die Luftaufnahmen von aus Wohngebieten abgefeuerten Raketen hingegen - alles gefälscht! Das Lagern von Raketen in Wohnhäusern - reine Wahnvorstellungen! In Qana irgendwelche terroristischen Aktivitäten - blanke Propaganda ! Die dubiose Rolle der Hisbollah beim Einsturz des Gebäudes - scheißegal. Das Zusammentreiben von Kindern unter einer Raketenstellung - wen interessiert's. Wenn HRW so lange, nachdem der ganze Schwindel aufgeflogen ist, noch auf solche Märchen zurückgreifen muß, dann sagt das einiges über den Wert und die Zielrichtung des Berichts als solchen aus.

Bereits vor einer Woche hatte Human Rights Watch einen Bericht veröffentlicht mit dem Titel "Civilians under Assault - Hezbollah´s Rocket Attacks on Israel in the 2006 War"
in dem die Hizbollah beschuldigt wurde, gegen Bestimmungen des Kriegsrechts verbrochen zu haben.

Die Hizbollah habe willkürlich und zum Teil absichtlich in von Zivilisten bewohnte Gebiete im Norden Israels Raketen geschossen. "Die Raketen der Hisbollah töteten während des Konflikts mindestens 39 Israelis und verletzten weitere 101 Personen zum Teil schwer.

Der Beschuss von Zivilisten bewohnter Gebiete mit Raketen von geringer Zielgenauigkeit wie etwa der Katjuscha, stelle ein Kriegsverbrechen dar, so Human Rights Watch. Unter anderem wurden 3 Krankenhäuser von Hizbollah-Raketen getroffen. Zwar habe auch das israelische Militär feste und mobile Militärposten in oder in der Näher ziviler Gebiete errichtet, doch verringere dies nicht die Verantwortung der Hisbollah, unter allen Umständen zwischen Zivilisten und legitimen militärischen Zielen zu unterscheiden.

Ach so, die Israelis benutzen also die Zivilbevölkerung als Schutzschild, während die Hisbollah das ausdrücklich so gut wie nie tut. Sagt mal, wer hat diesen "Bericht" eigentlich geschrieben? Der Hisbollah-Pressesprecher? Der Propagandaminister Syriens? Oder gleich Machmud Achmadinedschad höchstpersönlich? Wenn HRW amnesty international unterbieten will, sind sie so jedenfalls genau auf dem richtigen Weg.

Nach Vorlage der beiden Berichte gibt Human Rights Watch folgende Empfehlungen:

* "Israel sollte seine Praxis revidieren, die praktisch alle Personen, die nach einer Aufforderung zur Evakuierung in dem betreffenden Gebiet verbleiben als Kämpfer behandelt, so dass in Zukunft nur solche Personen oder Gebäude angegriffen werden, die legitime militärische Ziele nach dem Kriegsrecht darstellen. Speziell Israels Winograd-Kommission sollte dieses Thema untersuchen"

Also jetzt wird's wirklich albern. Auf einen Absatz zu antworten, der der israelischen Arme im Prinzip unterstellt, in Kriegszonen auf alles zu schießen, was sich bewegt, wäre nur eine völlig überflüssige Aufwertung dieses bodenlosen Schwachsinns. Wenn jemand derartige Unverschämtheiten wirklich für Vorwürfe hält, mit dem man sich ernsthaft auseinandersetzen müßte, dann kann man ihm wirklich nicht mehr helfen.

* "Die Hizbollah sollte alle durchführbaren Maßnahmen ergreifen um zu gewährleisten, dass Hizbollah-Kämpfer Zivilisten oder UN-Personal keinem unnötigen Risiko durch das Lagern und Abfeuern von Waffen in bzw. aus bewohnten Gebieten ausgeliefert sind. Die libanesische Regierung sollte dies überwachen."

Die libanesische Regierung? Ist das nicht die, von der jeder sagt, daß sie es gar nicht riskieren kann, der Hisbollah dumm zu kommen, weil sie diesen heroischen Freiheitskämpfern hoffnungslos unterlegen ist? Aber sonst geht's noch, oder? Also dann sollte man am besten auch noch gleich den allgemeinen Weltfrieden beschließen sowie Freibier für alle. Meine Güte, und die wollen ernstgenommen werden...

* "Die Vereinigten Staaten sollten Israels Verwendung von Waffen aus den USA unter Verletzung des Kriegsrechts untersuchen und die Lieferung solcher Waffen stoppen, die ungesetzlich verwendet wurden, ebenso die Finanzierung oder Förderung solchen Materials, solange bis das US State Department befindet, dass Israel diese Waffen nicht länger entgegen der Bestimmungen des Rechts einsetzt und seine Militärdoktrin geändert hat, die diesem Missbrauch zu Grunde liegt."

Laßt bloß das State Department da raus! Denn die israelischen Richtlinien für den Waffeneinsatz unterscheiden sich, wenn überhaupt, dann eher nur graduell von dem des eigenen Department of Defense. Die geben sich beide schon im eigenen Interesse Mühe unnötige Verluste zu vermeiden. Und zwar auch ganz ohne daß sich Leute einmischen, die keine Ahnung haben wovon sie reden.

* "Iran und Syrien sollten der Hizbollah kein Material, einschließlich Raketen, liefern, das die Hizbollah unter Verletzung des Kriegsrechts eingesetzt hat, solange bis sich die Hizbollah verpflichtet, diese nicht mehr in dieser Weise zu verwenden und tatsächlich diese Verwendung einstellt."

Wie ferner bekannt wurde, werden die Wölfe aufgefordert, sich sämtliche Zähne ziehen zu lassen und ihre Ernährung von Schafen auf vegetarische Kost umzustellen oder aber dies zumindest zu versprechen, damit sich der Schäfer der an ihn gerichteten Forderung, seine Schäferhunde durch einen altersschwachen Cocker-Spaniel zu ersetzen, nicht mit dem Hinweis auf angebliche Unausgewogenheit widersetzen kann.

* "Der UN-Generalsekretär sollte eine Untersuchungskommission einrichten, um Berichte über Verstöße gegen das Kriegsrecht durch alle Konfliktparteien zu untersuchen, einschließlich möglicher Kriegsverbrechen."

Sofern er das richtig macht, nur zu! Aber wenn das auch so eine "Untersuchung" wie die von HRW wird, dann kann er sich's auch sparen. Dann reicht einfach das Zusammenrufen der UN-Vollversammlung oder wenigstens des UN-Menschenrechtsrats. Die wird Israel schon wegen irgendwas verurteilen. Und keine Sorge, anschließend wird sich bestimmt jemand finden, der die Verurteilungsbegründung diskutieren möchte.

Dienstag, 11. September 2007

Tatütata, die Paulizei ist da

Uii, da ist meine letzte Blogrollsäuberungsaktion ja doch noch zum Politikum geworden. War wohl zu lange ruhig in Kleinbloggersdorf. Jedenfalls mündete das ganze bei der (paläo)konservativen "Gegenstimme", die sich gerade verdächtig weit über den Abgrund beugt (vermutlich um nachzusehen, ob PI schon unten angekommen ist) in einer - übrigens ausgesprochen unterhaltsamen! - Diskussion, in deren Verlauf unter anderem die Frage aufkam, ob der Macher der dort beworbenen Antifa-Satire wirklich nur ein harmloser Witzbold ist oder ob seine Seite Opponent.de für einen anständigen CDU/CSU-Konservativen nicht doch ein bißchen zu weit rechts außen steht.

Da bei der Gegenstimme derzeit die Ressourcen für eine genauere diesbezügliche Recherche fehlen und die Leser nicht mal zu wissen scheinen, was "Neue Rechte" bedeutet, helfe ich gerne, eventuell vorhandene Informationslücken aufzufüllen. Aaaalso, schon bei einem flüchtigen Blick auf den "Opponent" fallen auch dem unbedarften Besucher einige Links auf, die man auf einem normalen Merkel-Fanblog wohl eher selten zu sehen kriegen dürfte. Selbst wenn ein einzelner davon mal aus Ausrutscher durchgehen mag, stellt sich in dieser Häufung schon die Frage, ob uns der Blogbetreiber damit nicht doch irgendwas sagen möchte, was selbst einen Strauß-Konservativen ein bißchen stutzig machen sollte.

Zunächst findet sich dort die einschlägig bekannte "Junge Freiheit", die rechts der Union den haselnußfarbenen Bereich bis zur (Zellen)Wand abdeckt. Das sind natürlich noch keine Nazis, die am Tage der Machtergreifung Martin Hohmann zum Führer ausrufen wollen, aber ich würde sie trotzdem nur sehr ungern in Versuchung geführt sehen. Das sah offenbar auch der Verfassungsschutz so und hatte deswegen ein paar Jahre lang sicherheitshalber mal ein Auge drauf. Unabhängig davon sind die revisionistischen und nationalistischen Tendenzen des Blatts aber ohnehin nichts, womit ein gemäßigter, der Westbindung verpflichteter Adenauer-Konservativer gerne in Verbindung gebracht werden wollen sollte.

Die Zeitschrift "Sezession" gehört dem Dunstkreis des "Instituts für Staatspolitik" an, welches laut Verfassungsschutz wiederum Teil des "Projekts 'Junge Freiheit'" ist, aus deren Umfeld auch seine Gründer kommen. Daß dort, wie auch in anderen Publikationen der "Neuen Rechten", in Ausnahmefällen zu Alibizwecken auch mal kluge Köpfe zu Wort kommen, ändert nichts daran, daß der Ton von Kameraden ganz anderen Kalibers vorgegeben wird. Der "Opponent" verlinkt das IfS denn auch bezeichnenderweise unter dem Namen von dessen Obermotz Götz Kubitschek, der einst wegen rechtsextremer Bestrebungen hochkant aus der nicht nur von Dregger-Konservativen geschätzten Bundeswehr geworfen wurde.

Den Link auf die "Blaue Narzisse" kann man insofern, als es zwischen ihr und dem "Opponent" gewisse personelle Verflechtungen gibt und man auf seinem Blog natürlich auch für seine anderen Projekte Reklame machen darf, menschlich noch verstehen. Aber genau wie sich die "Sezession" nicht mit dem amerikanischen Bürgerkrieg beschäftigt, so ist die "Blaue Narzisse" auch kein Fachblatt für den Blumenfreund, sondern eine als Schülerzeitung gegründete Onlinepublikation, die, falls sie mit rechtsextremen Elementen tatsächlich nur spielt, dies auf ihrem Spielplatz zumindest sehr gerne und ausgiebig tut. Jedenfalls ausgiebig genug, um einen Schäuble-Konservativen ernstlich ins Grübeln zu bringen.

So harmlos wie die "Blaue Narzisse" klingt, so eindeutig kommt das "Sturmvolk" rüber. Auch wenn es sich selbst als konservatives Blog bezeichnet, so ist die Begründung für den Blognamen ("guter Klang") kaum weniger befremdlich als die halbherzige Distanzierung vom historischen Vorbild, dem nationalistischen Kindergarten von Werner Lass, der es während des 1000-jährigen Reichs zum im Rückblick nur wenig ruhmreichen Posten des Amtsleiters Reichspresse in der Reichspressestelle brachte. Wie bei der "Blauen Narzisse" sollte auch ein Schönbohm-Konservativer sich angesichts solcher "Empfehlungen" fragen, ob da der Begriff "konservativ" nicht zumindest ein wenig ungewöhnlich interpretiert wird.

Zugegeben nicht ganz so offensichtlich, dafür umso unappetitlicher ist der Link auf die österreichische Zeitschrift "Zur Zeit". Diese hat nichts mit der deutschen Wochenzeitung ähnlichen Namens zu tun, mit der rechts-populistischen FPÖ dafür umso mehr. In ihrem heroischen Kampf gegen die "Faschismuskeule" und für ein "Ende der Vergangenheitsbewältigung" wird der Schicklgruber Adi dann schon mal als "großer Sozialrevolutionär" verklärt, der anders als der echte Sir Winston keine Schuld am II. Weltkrieg gehabt hat. Wenn dann Artikel auch noch mit Parolen wie "Deutschland Erwache!" enden, dürfte das selbst eingefleischten Oettinger-Konservativen deutlich zu weit gehen.

Nun kann man natürlich argumentieren, daß man nicht immer die Muße hat, sich mit der Blogroll verlinkter Seiten auseinanderzusetzen. Das ist zwar nicht sehr klug, aber bitte schön, jeder wie er mag. Aber ein kurzer Blick auf den Inhalt der Seite selbst wäre mitunter schon anzuraten. Sonst sitzt man nämlich schnell mit Leuten in einem Boot, die unter Hetzjagd von Mügeln die auf dessen stolzen deutschen Bürgermeister verstehen und dem Wohl von Naziskins oder NPD-Politikern mehr Raum einräumen als dem ihrer Opfer. Und auch wenn Eva Herman mit Nachnamen sicher weder Braun noch Göring heißt, sollten sogar Stoiber-Konservative eine Soli-Kampagne für sie als übertrieben erachten.

Doch auch der Betreiber der Seite ist kein ganz so unbeschriebenes Blatt, wie man vielleicht meinen möchte. Neben seiner Mitarbeit bei der oben erwähnten "Blauen Narzisse" ist er nämlich zugleich stellvertretender Bundesvorsitzender der Schlesischen Jugend. Das allein ist sicher noch kein Verbrechen, selbst wenn das umgekehrt bei der Führung eines Vertriebenenverbands im Einzelfall sogar hilfreich sein kann, wie wir spätestens wissen, seit Yassir Arafat den Friedensnobelpreis gekriegt hat. Wenn aber die Organisation, für die der Blogbetreiber steht, so viele Verbindungen ins rechts-revanchistische Lager zu haben scheint, sollte zumindest ein aussöhnungsbereiter Kohl-Konservativer hellhörig werden.

Damit das nicht mißverstanden wird: Anders als der handelsübliche PC-Gutmensch habe ich kein Problem damit, daß rechte Spinner Ihren Unsinn genauso verbreiten dürfen wie linke Spinner, solange sie sich dabei auf dem Boden der vielzitierten FDGO bewegen. Miteinander zu reden ist in der Regel immer noch besser als aufeinander zu schießen. Und es steht selbstverständlich auch jedem frei, sogar Schmuddelkinder zu verlinken. Nur sollten gerade diejenigen, die sich über die Hygiene ihrer politischen Gegner mokieren, nicht vergessen, daß wer im Schlamm spielt, die Aufforderung, sich die Hände zu waschen, doch besser etwas ernster nehmen sollte. Sonst bleiben unschöne braune Flecken.

Mittwoch, 05. September 2007

Pack schlägt sich, Pack verlink(s)t sich

So wie es ausieht, rasselt der Weltgeist jetzt also auf Panzerketten durch die Wüste. Immerhin ein kleiner Fortschritt, mußte er früher doch zu Fuß durch das Hochland Boliviens stapfen. Da hat's die Aufklärung heutzutage nicht nur bequemer, bei den Arabern scheint auch öfter die Sonne.

Als hier kürzlich der Anton aus Tirol besprochen wurde, zeigte Paul der Dreizehnte, auch als Napauleon und Sauerkraut-Paul bekannt, sich ziemlich indigniert,

Indigniert ist vielleicht ein bißchen stark. Sagen wir mal mißverstanden.

weil sein panzerverziertes Blog als militaristisch verstanden wurde,

Also wenn es militaristisch wäre, würde man hier ganz andere Sachen als nur einen Panzer der Weltbefreiungsfront finden. Hier wird ja nicht mal richtig (aus)geräuchert. Sonst gäbe es bei einem Blog mit dem Titel "No Blood for Sauerkraut!" vermutlich mehr Bilder in dieser Art (Vorsicht, Satire!):

Smoke_them_out_2

(Artwork: Mein treuer Gehilfe IGor, frei nach einer legendären Idee des Don ;-)

und betonte sinngemäß, er sei liberal eingestellt, und zwar keiner jener Liberalen, die die Abschaffung des Sozialstaats wollten.

Also bevor's da ein Mißverständnis gibt und meine liberalen Freunde nicht mehr mit mir spielen wollen: Nein, ich will natürlich keine überbordende Sozialbürokratie, die für die Menschen denkt und immer besser weiß, was gut für sie ist, als die Betroffenen selbst. Wie sich inzwischen herumgesprochen haben dürfte (das Publikum verdreht bei diesem Thema vermutlich schon genervt die Augen), will ich den Sozialstaat in Form einer einheitlichen finanziellen Grundsicherung - ergänzt vielleicht um die Bereiche Bildung und Gesundheit - auf eine effiziente Basisversorgung reduziert sehen.

Das würde dann natürlich zugegeben auf eine Art Minimalkommunismus rauslaufen (jaja, wir NeoCons, können unsere roten Wurzeln einfach nicht verleugnen). Aber auch nur, damit der Kapitalismus darüber hinaus dann mal so richtig aufdrehen und unbeschwert zeigen kann, was in ihm steckt, wenn man ihn nur läßt (da kommt dann wieder die neoliberale Heuschrecke in mir durch).

Den Panzer auf seinem Blog habe er nur gewählt, weil da was Lustiges, satirisch-ironisches draufstünde. Ich muss ja gestehen, dass ich gar keinen Schriftzug darauf bemerkt hatte, sondern nur bemerkt, dass das ein M1 A1 Abrams war,

Also bei dem A1 würde ich mich jetzt nur ungern festlegen wollen (ich als Laie hätte ja persönlich eher auf den M1A2 getippt), aber ansonsten nicht schlecht, Respekt! Ich hätte gedacht, daß man in diesen Kreisen gerade mal den T-55 vom T-72 unterscheiden kann. So kann man sich täuschen.

aber eine Vergrößerung zeigte es: Dort steht geschrieben: Today Baghdad, tomorrow Paris!

Soso, das ist also lustig.

Also ich könnt' mich kugeln. Gut, wahrscheinlich ist das nix für echte Deutsche, wenn gerade kein (Luftschutz)keller da ist, in den sie sich zum Lachen zurückziehen können, aber ich find's einfach genial. Einer der besten Polit-Jokes die ich kenne. Die verantwortlichen GIs hätten den Humornobelpreis 2003 kriegen sollen.

Nun denn, wenn man die Hysterie bedenkt, die in den US and A wegen der Weigerung Frankreichs an einer Teilnahme am Irakkrieg herrschte - Pommes wurden von French Fries in Freedom Fries umbenannt - dann würde ich das weniger humorig sehen.

Also das fand ich ehrlich gesagt ebenfalls saukomisch. Ich hab die Pommes danach sogar manchmal explizit so bestellt, was mir in der Regel aber nur verständnislose Blicke statt acrylamidhaltiger Formkartoffeln einbrachte. Ich denke, ich sollte vielleicht einfach noch mal meinen Stammbaum durchforsten. Hab vielleicht doch irgendwelche verdächtigen angloamerikanischen Gene, die meiner Mutter bei der Ahnenforschung entgangen sind.

Aber bitteschön, absurder Humor ist bei mir immer willkommen, und man kann das ja auch umdrehen. Wissen die Prowestlichen eigentlich, dass die  Linke die Invasion  der USA plant?

Was heißt hier plant? Sie hat bereits die Macht übernommen! Und der Oberrevoluzzer heißt George W. Bush. Derzeit führt sie allerdings eine erbitterte Abwehrschlacht gegen die Invasion der konservativen Realpolitiker, die wieder aus ihren Löchern gekrochen kommen. Das State Department haben diese Schurken bereits gestürmt. Das wird noch verdammt hart.

Die Woodstock-Legende Joe Cocker singt das seit Jahren, und ich weiß von britischen Trotzkisten und Anarchisten, dass sie das richtig geil finden:

Das würde einiges erklären. Den NeoCons sagt man ja ohnehin gerne nach, daß sie verkappte Trotzkisten seien.

[...] first we take manhattan
then we take berlin

Nicht ganz so gut wie "Today Baghdad, tomorrow Paris!", aber es entlockt mir doch zumindest ein Schmunzeln, obwohl ich als alter Proggie von der dazugehörigen Musik jetzt nicht wirklich viel halte.

Müsste man da nicht aufmerksam werden? Wenn der Flugzeugträger der Störtebeker-Klasse “Ulrike Meinhof” vor New York aufkreuzt, ist es zu spät! Die Dienste schlafen!

Lustiger Zufall! Derselbe Gag wartet in einem seit Monaten in der NBFS-Warteschleife dümpelnden längeren Traktat über die Linke und Amerika auf seinen letzten Feinschliff. Nur daß der Flugzeugträger bei mir "USS Che Guevara" (!) heißen sollte. Wir mögen als Trotzkist bzw. Tschekist zwar auf verschiedenen Seiten der Barrikade stehen, aber ich muß feststellen, daß wir offenbar ähnlicher ticken als uns beiden lieb sein kann. ;-) Da muß ich dann wohl mal aufrichtig Abbitte leisten und mich offiziell dafür entschuldigen, "Che's Warlog" in meiner Blogroll unter "Last Loonies Left" einsortiert zu haben.

Das wird selbstverständlich umgehend mit der lange überfälligen eigenen Rubrik für satisfaktionsfähige Blogs anderer Feldpostnummern und der daraus resultierenden besseren Gesellschaft wiedergutgemacht. Und den passenden Namen, um den hohen Erwartungen an eine echte Regimentswebsite gerecht zu werden, hab ich auch schon: "Viel Feind, viel Ehr" ;-)

Dienstag, 28. August 2007

Autobahn ins Massengrab

Bei der FDOG erschien vorgestern ein Gastbeitrag des South Park Republican, der darin den Anhängern der "Unterm Saddam war alles besser"-Fraktion noch einmal den verwirrten Kopf zurechtrückt. Und dabei geht er mit den Kritikern der Befreiung des Irak noch viel zu nett um.

Denn rechnet man all die völlig unnötigen Sanktionstoten hinzu, die ja nicht starben, weil der Westen keine Medikamente und Lebensmittel geliefert hätte, sondern weil Saddam seine eigenen Leute ganz bewußt zu Propagandazwecken krepieren ließ, sowie die Toten des von ihm vom Zaun gebrochenen Krieges gegen den Iran, dann liegt die Zahl der Opfer seines Regimes je nach Schätzung eher im Bereich von zwei bis drei Millionen, wenn nicht höher.

Gleichzeitig darf man nicht vergessen, daß für die zivilen Opfer im Irak nur in Ausnahmefällen US- oder irakische Regierungstruppen verantwortlich sind, sondern vor allem jene, gegen die sie ja gerade unter Einsatz ihres Lebens kämpfen, und daß diese Opfer somit auch noch dem Konto des früheren Regimes bzw. jenen des Iran, Syriens und all der anderen Diktaturen, die die diversen Terrorbanden und Milizen unterstützen, hinzugefügt werden müssen.

Solange also die sogenannten Kriegsgegner de facto nichts anderes als menschenverachtende Terrorrelativierer sind, die diese Tatsachen nicht in ihrer schwachsinnigen Propaganda berücksichtigen, wissen wir auch was von ihren Behauptungen zu halten ist: Nämlich nichts.

Montag, 27. August 2007

Ein Tiroler im Cyberspace

Oha! Da schlägt unser Anton inzwischen sogar schon außerhalb von NBFS Wellen. Zwar noch kein Tsunami, eher plätschert es so leise vor sich hin, aber immerhin! Und so wie es aussieht, hat er sich mit seiner unnachahmlichen Art, auf seine Mitmenschen herabzusehen, auch bei Leuten, die er selber wohl eher als Verbündete verortet hätte, nicht nur Freunde gemacht. An sich könnte man es dabei mit einem süffisanten Grinsen bewenden lassen, aber weil im Rahmen der sich daraus entwickelnden - im übrigen durchaus unterhaltsamen! - Debatte Mitdiskutant Che eine ganze Reihe von interessante Punkten auch zu meiner Wenigkeit angesprochen hat, muß ich jetzt doch mal zum einen oder anderen seiner Kommentare ebenfalls einen solchen abgeben:

3. Mit der Borussenfront hatte ich ja eine klasse Begegnung. Als die unsereins verprügeln wollte, holte jemand die geeignete Verstärkung: Eine Hells-Angel-like Bikergang. Da wurden sie ganz zahm, die Nazis. Schön war es auch, die Kahlköpfe rennen zu sehen, wenn die Kurden kamen.

Es ist beruhigend zu wissen, daß es auch andere Leute gibt, die in gewissen Situationen, wo gerade kein Wachtmeister zur Hand ist, die Segnungen der Selbstjustiz zu würdigen wissen. ;-)

4. Die Kommentatorenriege beim Paul zeichnet sich im Übrigen durch eine bizarre Vorstellung von dem, was links ist aus, mal wieder.

Da dieses so interessante wie wichtige Thema mich auch immer wieder beschäftigt, was genau ist eigentlich links? Und ist rechts dann das Gegenteil? Dazu höre ich immer gerne Meinungen, die Frage geht also an alle!

6. Wobei sich schon die Frage stellt, was von einem “liberalen” Blog zu halten ist,

Daß es liberal ist, heißt ja nicht automatisch, daß es NUR liberal ist. Es ist nur ÜBERWIEGEND liberal, sprich überall da, wo Individuen friedlich miteinander auskommen bzw. nicht unverschuldet in Not geraten, also vor allem in Wirtschaft und Gesellschaft. Hinsichtlich des Umgangs mit den bösen Jungs, aber auch was die Unterstützung von Witwen und Waisen betrifft, ist es das hingegen sicher nicht. Hoffe ich zumindest. Denn weder will ich erstere frei rumlaufen noch die beiden letzteren verhungern sehen.

das daherkommt wie eine Regimentswebseite.

Wieso das denn? Was soll das überhaupt für ein Regiment sein? Weder ist der Hintergrund oliv noch die Schrift gelb. Und selbst für ein Sanitätsregiment ist das rot noch viel zu blau. Etwa wegen dem schnuckeligen kleinen Panzer oben links? Der ist da nicht, weil ich die Welt erobern will, sondern weil auf dem Panzer was draufsteht, was in seinem Sarkasmus als Symbol für Zeit und Anlaß der Gründung dieses Blogs unübertroffen ist. Womit ich nichts gegen die Welteroberung als solche und den anschließenden Ausbruch des ewigen Friedens gesagt haben will, aber wäre das das Auswahlkriterium gewesen, hätte ich gewiß keinen Panzer gewählt - schon gar keinen Abrams ;-) -, sondern etwas für meine Zwecke angemesseneres, also beispielsweise einen Apache-Kampfhubschrauber oder am besten gleich einen ausgewachsenen Flugzeugträger der Nimitz-Klasse. Wenn, dann richtig!

Der Paul selber ist im Großen und Ganzen ganz fair und höflich,

Das hört man gerne. Ich geb mir diesbezüglich trotz meinem Hanges zum Sarkasmus zumindest Mühe, auch wenn das leider nicht von allen Leuten angemessen goutiert wird.

zeigte aber auch schon merkwürdige Anwandlungen.

Also normal ist das nicht, das will ich gerne konstatieren. ;-)

So verglich er Jolly Rogers, einen undogmatischen Gefühlslinken und badischen Sanguiniker, schon mal mit Berija und mich mit Dscherschinski.

Wer wird denn ob ein bißchen Polemik so nachtragend sein. ;-) Ich sage damit ja nicht, daß ich Euch beide für blutrünstige Massenmörder halte (dann würde ich gar nicht mit Euch reden), aber wenn jemand statt eines harmlosen Panzers das Portait eines grausamen Massenmörders als Logo benutzt, der Spaß daran hatte, seine Opfer höchstpersönlich zu erschießen, oder wenn jemand sich wünscht, daß trotz der Methoden, mit denen sie so was üblicherweise zu tun pflegen, 50.000 Russen bzw. Chinesen mit durchgeladener AK im Libanon für Ruhe und Ordnung sorgen, dann muß man ob einer solch kontroversen Auswahl seiner Idole auch mal ein bißchen Kritik aushalten können. Und ich weiß wovon ich rede, weil ich mir schon für die Unterstützung weit sympathischerer Zeitgenossen wie beispielsweise meines Lieblingspräsidenten noch ganz andere Sachen anhören muß.

8. Einige Freunde von mir bezeichnen die Hardcore-Neocons gerne als “neoconnazis”.

Einige Deiner Freunde sind ja auch der Ansicht, daß die Beleidigung "Nazi" schnell mal einen Streitwert von 200.000 Euronen hat, und zwar nicht für den Beleidigenden, sondern für unbeteiligte Dritte. Und das lustige ist, daß das mitunter dieselben Deiner Freunde sind, die, wie Du schon erwähntest, andere Leute gerne als "neoconazis" bezeichnen. Was mich daran erinnert, daß ich bei besagten Freunden noch mal nachschauen muß, ob der Lancaster-Bomber immer noch da ist. Denn auch als bekennender HardCore-NeoCon wie ich findet man es nicht sonderlich lustig, "Nazi" genannt zu werden, und zwar nicht nur, weil ich die 200.000 Euro gut gebrauchen könnte. Auf jeden Fall aber ist "Nazi" nicht gerade besser als Berija oder Dserschinski. Dann lieber Trotzki. ;-)

P.S.: Noch ein kleiner Nachtrag für Momorulez, der Kommentar Nr. 7 verfaßte:

Ich lese da auch nur sehr selten, aber für mich war das immer eher sowas wie Neocon-Speersptze in Sachen Außenpolitk

Endlich wird die Bedeutung von NBFS für die deutsche Bloggerszene mal richtig gewürdigt!

… und da gehört dann ja Freund/Freind-Denke sozusagen in’s Zentrum des Politischen als solchem.

Je nachdem, wer Freund bzw. Feind ist, stehe ich da in manchen Fällen nur sehr ungern unentschieden in der Mitte. Das muß aber zugegeben jeder für sich selbst entscheiden.

Kann ihm da aber unrecht tun, bin da wirklich zu selten unterwegs.

Keine Sorge, ich fühle mich geehrt. Schau also ruhig öfter rein, konstruktiv-kritische Stimmen sind hier jederzeit willkommen.

Ami stay here!

In seinem wie immer lesenswerten Blog schildert Michael Totten, der sich derzeit im Irak aufhält, wie ein Iraker amerikanischen Soldaten folgende Worte mit auf den Weg gibt:

“When you came and liberated this country, [...] Iraq had 25 million Saddams. America is turning us back into human beings. [...] We appreciate that. We believe that if Americans have something that is ours, they will return it to us. If the Iraqi government has something that is ours, we forget it. [...] We support you [...] You support our back, we support your back. But you must understand: If you pull back, we will pull back. I will have no choice but to pull back if I can’t depend on you. It will be much harder for us to stand together. But as long as you stand firmly behind us we will support you against Moqtada al Sadr and the other bastards in the area.”

Da bin ich mal gespannt, was die Irakkriegsgegner und sonstigen Rückzugsbefürworter diesem irakischen Bürger erwidern würden. Und vor allem, ob sie es überhaupt versuchen.

Freitag, 24. August 2007

...und wo wir gerade dabei sind:

Daß Civilization unbestritten das großartigste Computerspiel ist, seit die Null die Eins getroffen hat, ist eine allgemein bekannte Tatsache (Widerspruch ist hier ausnahmsweise nicht zulässig und ohnehin völlig zwecklos). Der Streit darüber, welche Version die beste ist, wird die Menschheit hingegen noch Jahrhunderte beschäftigen. Um zukünftigen Generationen die Beantwortung dieser existentiellen Frage zu erleichtern, kann hier jeder seinen kleinen Teil dazu beitragen, ihr bei der Lösung dieses komplexen Problems die nötige Orientierung zu verschaffen:

Donnerstag, 23. August 2007

Black Thursday

Das ist wahrlich ein schwarzer Tag für die Bloggerszene! Erst wird mit Benador Associates das "Best of NeoCons" abgeschaltet, und jetzt läßt uns auch noch das unverzichtbare Kosmoblog allein. Sowohl die abgeklärten und professionellen Artikel wie auch die weit überdurchschnittlich ergiebigen Linkempfehlungen waren ein absoluter Gewinn. Damit ist die tägliche Blogroll betrüblicherweise in Zukunft um zwei vergnügliche Pflichtklicks kürzer. Hoffen wir, daß Ulrich Speck zum Ausgleich jetzt wenigstens richtig Kohle scheffelt. Am besten soviel, daß er es sich irgendwann wieder leisten kann, Kosmoblog II aufzulegen.

UPDATE: Warum auch immer, aber Benador Associates ist wenigstens wieder da. Die Domain war kurzzeitig verfügbar, aber da hat vielleicht nur jemand vergessen, fristgerecht die Rechnung an den Provider zu zahlen. ;-) Einigen wir uns also auf dunkelgrauen Donnerstag.

Mittwoch, 22. August 2007

Das Ungeheuer von Loch Mügeln...

...findet man hier. Und wer immer es war, der diesen trotz des ernsten Themas so unterhaltsamen wie treffenden Artikel abgelehnt hat, sollte von seinem Brötchengeber schnellstens auf einen anderen Posten versetzt werden, bevor er noch mehr Unheil anrichtet.

Und jetzt die Werbung...

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