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3 Artikel der Kategorie "Medien: AP"

Donnerstag, 29. Juni 2006

Insurgents offer to halt attacks in Iraq

WADINet

Eleven Sunni insurgent groups have offered an immediate halt to all attacks — including those on American troops — if the United States agrees to withdraw foreign forces from Iraq in two years, insurgent and government officials told The Associated Press on Wednesday.

Also das hätten sie wahrlich billiger haben können. Da verwechselt jemand ganz offensichtlich Ursache und Wirkung. Die Amis wären schließlich schon längst wieder weg, wenn die Herren Terroristen von Anfang an die Füße stillgehalten hätten. Aber egal, Hauptsache, sie begreifen's überhaupt. Denn auch hier gilt, besser spät als nie.

Nur für die Amerikahasser brechen hinfort harte Zeiten an. Waren's am Montag noch 7 Gruppen, die bereit waren, die Waffen niederzulegen, stieg die Zahl bis gestern auf 10 und lag heute sogar schon bei 11 - da beginnt der Glaube an den Endsieg und die erneute Machtübernahme von Saddam Hussein offenbar deutlich zu bröckeln.

Wenn aber die Helden von gestern sich plötzlich als defaitistische Kompromissler entpuppen, die feige vor der unrechtmäßigen, weil in freien Wahlen und somit auf eine unarabische Weise bestimmten US-Marionettenregierung in die Knie gehen, müssen die hiesigen Freunde des irakischen Widerstands jetzt wohl doch selber ran.

Falls sie zu diesem Zweck nicht genügend andere Che Guevaras finden sollten, kein Problem: Die Antiimps brauchen sich ja bloß an ihre national gesonnenen Kameraden zu wenden. Die stellen sicher gerne wieder wie schon im ersten Golfkrieg eine Freiwilligenlegion zusammen. "Leibstandarte Michael Kühnen" wäre ein schöner Name.

Mittwoch, 21. Dezember 2005

Es droht Bürgerkrieg, aber der ist schon da

Saar-Echo

"Die Wahl ist absolut überflüssig. Dahinter steckt eine Wahl-Besessenheit der Amerikaner, die zu nichts führt."

Immer diese Amis mit ihrer blöden Demokratie. Das nervt. Und erst die armen Iraker! Statt daß sie gemütlich zu Hause vor der Wasserpfeife sitzen bleiben dürfen, werden sie alle paar Monate von arrogant grinsenden GIs mit vorgehaltener Waffe in schmuddelige Wahllokale getrieben, wo man sie zwingt, in eklige Tintenfässer zu fassen und anschließend als Gipfel der Demütigung die schmutzigen Finger auch noch in die Kameras zu halten. Das kann man doch schon an den Gesichtern sehen, wie überflüssig der gemeine Araber so eine Wahl findet.

Aber zum Glück gibt es ja noch Leute vom Schlage eines PSL, die sich nicht von belanglosen Nebensächlichkeiten wie Zahlen über die hohe Wahlbeteiligung beirren lassen und uns so trefflich die Psyche der Wilden da unten erklären können, die sich nichts sehnlicher wünschen als Diktatur, Stammesfehden, Fundamentalismus und Bürgerkrieg - oder am besten gleich alles zusammen. Zum Dank sollten wir auch ihn endlich von der Besessenheit der Amerikaner befreien. Also entzieh ihm doch mal bitte jemand schnell das Wahlrecht. Wir wollen ja, daß er glücklich ist.

Sonntag, 27. Februar 2005

Mubarak will bei Präsidentschaftswahl Konkurrenten zulassen

Yahoo News

In Ägypten sollen bei der Präsidentschaftswahl im September erstmals mehrere Kandidaten antreten dürfen. Staatschef Husni Mubarak beauftragte das Parlament und den Verfassungsrat am Samstag völlig überraschend, eine entsprechende Gesetzesänderung vorzubereiten. Das Wahlrecht müsse «in Übereinstimmung mit dem geschichtlichen Stadium unserer Nation» gebracht werden, sagte der seit 1981 amtierende Präsident in einer im Fernsehen übertragenen Rede.

Demokratie in Afghanistan, Palästina und im Irak, erste zaghafte, wenn auch noch halbherzige Versuche mit Kommunalwahlen in Saudi-Arabien, antisyrische Massenproteste für Freiheit und Demokratie im Libanon, und jetzt auch noch die Selbstverpflichtung Mubaraks zu freien Wahlen in Ägypten? Man kann die Dominosteine allmählich gar nicht mehr so schnell zählen, wie sie fallen.

Wer auch immer glaubte, die US-Außenpolitik wäre entweder nicht auf die Verbreitung der Demokratie gerichtet oder würde im Gegenteil bei genau dieser Demokratisierung scheitern, sollte jetzt eigentlich eines besseren belehrt sein. Die USA greifen sich eben nicht nur die bösen Buben, sondern lesen auch den eigenen Verbündeten die Leviten. Und das offenbar mit zunehmendem Erfolg.

Allmählich müßten den Kritikern von George W. Bush die Ausreden ausgehen, warum der Araber als solcher seine Freiheit lieber an die Lieblingsdiktatoren des europäischen Establishments abtritt, anstatt selbst von ihr Gebrauch zu machen. Und auch die unweigerlichen "Aber Ägypten, aber Saudi-Arabien"-Rufe jener, die dem US-Imperialismus aus grundsätzlichen Erwägungen jede Fähigkeit absprechen, frühere Fehler zu korrigieren, dürften hinfort etwas verhaltener vorgetragen werden.

Das politische Beben, welches gerade den Nahen und Mittleren Osten erfaßt, erschüttert aber nicht nur die Herrschaft der dortigen Despoten, um die es jetzt plötzlich einsamer wird, es zertrümmert sogar noch tausende Kilometer entfernt in den Hauptstädten des alten Europa liebgewordene Illusionen wie z.B. die von der heilsamen Wirkung der moralisch ach so überlegenen "soft power".

Denn während Chirac und Schröder in den letzten Jahren nur auf Verlierer wie Saddam, Assad und Khameini gesetzt haben, und sich diesen gegenüber trotz schwerster Menschenrechtsverletzungen nicht zu mehr als "kritischem Dialog" verpflichten lassen wollten, haben die US-Cowboys auf vielleicht archaischere und weniger filigrane, dafür aber umso wirkungsvollere Methoden zurückgegriffen.

Denn die "Winds of Change", die jetzt den Wüstenstaub durcheinanderwirbeln, wurden nicht durch die heiße Luft europäischer Gesprächsdiplomatie erzeugt, sondern durch die Stiefel amerikanischer Marineinfanteristen, die Reifen ihrer Humvees, die Ketten der Abrams-Panzer, die Rotoren der Apache-Helikopter und die Triebwerke der trägergestützten Hornets.

Es wird daher Zeit für die Vertreter der "Achse des Friedens" darüber nachzudenken, ob deutsche G-3 Sturmgewehre, französische Mirage-Jagdbomber oder russische T-72-Tanks auch weiterhin nur im aussichtslosen Kampf für eine falsche Sache von den US-Streitkräften vorzeitig in Altmetall verwandelt werden, oder ob sie in Zukunft nicht lieber auch zu Symbolen der Befreiung statt der Unterdrückung werden wollen.

So alt sollte nicht mal das alte Europa sein, daß es nicht noch etwas dazulernen könnte.

Und jetzt die Werbung...

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