Mein Foto

Letzte Kommentare

Letzte Einträge

Februar 2008

Mo Di Mi Do Fr Sa So
        1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29    

Archiv (Typepad)

Kategorien

Powered by TypePad
Mitglied seit 01/2005

372 Artikel der Kategorie "+++ SPIEGEL-Watch +++"

Montag, 24. September 2007

Und wieder naht die Weihnachtszeit...

...und mit Ihr eine brilliante Idee, um kapitalistischen Egoismus und praktizierte Nächstenliebe auf elegante Weise miteinander zu verbinden:

Das sogenannte 100-Dollar-Laptop kann man jetzt auch in den Industriestaaten kaufen. Allerdings nur, wenn man sich auf einen originellen Deal einlässt: Wer eines der innovativen und robusten Notebooks in Entwicklungsländer schicken lässt, bekommt selbst ein Gerät - zum Preis von fast 300 Euro.

Also Santa, sag dem guten Rudolph, daß er dieses Jahr besonders vorsichtig lostraben soll. Nicht das eines kaputtgeht. Vor allem nicht meins!

Freitag, 21. September 2007

"Stay the course!" auf hanseatisch

Es gibt zwar bekanntlich eine Menge Gründe, den SPIEGEL zu hassen, aber doch auch ein paar ihn zu lieben. Zu letzteren gehören vor allem Autoren wie Henryk M. Broder und Claus Christian Malzahn, die das eigene Stammpublikum bei Bedarf gegen den Strich bürsten, selbst wenn sie letztlich nur als Feigenblatt dienen, um das Schüren antiamerikanischer Ressentiments durch ihren Brötchengeber vergessen zu machen.

Doch auch Gabor Steingart ist es wert, hier als eine jener Persönlichkeiten erwähnt zu werden, die die Ehre des Hamburger Nachrichtenmagazins von Zeit zu Zeit wiederherzustellen vermögen. In seinem aktuellen Artikel erinnert er uns alle daran, daß die Alliierten Berlin kaum die Freiheit hätten erhalten können, wenn sie an ihre Truppen damals dieselben Kriterien angelegt hätten, wie dies heute im Irakkrieg geschieht:

Hätte die damaligen Generäle "Benchmarks" erfüllen müssen, wären sie daran gescheitert.

[...] Hätten damals schon Blitzumfragen, Focus Groups und jene ominösen, keinem Wähler verantwortlichen Strategischen Berater das Sagen gehabt, um die Freiheit in den westlichen Sektoren Berlins wäre es nicht gut bestellt gewesen. Was heute von General Petraeus, dem Oberbefehlshaber der US-Armee in Bagdad, verlangt wird - statistisch nachweisbare Erfolge an der militärischen und der politischen Front - hätte auch der US-Oberbefehlshaber der damaligen Zeit nicht liefern können. Nach den heute in Washington gültigen Erfolgskriterien wäre es wahrscheinlich das Beste gewesen, West-Berlin feierlich an die Sowjets zu übergeben.

Gott sei Dank hießen die Vokabeln der damaligen Zeit nicht "Rückzug" und "Zeitplan", das wichtigste Wort damals hieß "Freiheit" - und nicht "Exit-Strategie".

Sein Pladoyer für den Kampf um die Freiheit des Irak krönt Steingart mit einem Hinweis auf die durchaus vorhandenen und gerade deswegen wohl auch so vehement verdrängten Parallelen zum Sieg der Alliierten über Nazideutschland. Alleine wegen der nachfolgenden Wertung des Schlußakkords der Deutschen Wehrmacht ergeht daher hiermit an alle der Lesebefehl:

[...] Allein die Ardennenoffensive Hitlers, dieses Anrennen im Auge der sich schon abzeichnenden Niederlage, war doch in Wahrheit ein einziger großer Selbstmordanschlag.

Mittwoch, 19. September 2007

Solidarität unter Europäern

Moskau/Paris/Brüssel/Berlin - Die EU-Kommission setzte sich heute deutlich von der Aufforderung des französischen Außenministers ab, sich im Atomstreit mit Iran auf einen Krieg vorzubereiten.

Man kann jemanden auch absichtlich mißverstehen. Kouchner hat nur darauf hingewiesen - und zwar zu recht! -, daß wenn man bei den Sanktionen nicht langsam in die Schuhe kommt, am Ende genau der Krieg droht, den man vermeiden wollte. Wenn man sich also auf irgendwas vorbereiten muß, dann auf Sanktionen. Was war daran jetzt so kompliziert?

"Die Kommission unterstützt voll und ganz die Bemühungen von Javier Solana um eine Verhandlungslösung", sagte eine Sprecherin in Brüssel. Der EU-Außenbeauftragte Solana bemüht sich seit mehr als drei Jahren um eine Einigung mit Teheran. Die Sprecherin sagte, sie könne die Äußerung Kouchners nicht direkt kommentieren.

Gerade wenn man eine Verhandlungslösung will, sollte man alles dafür tun, damit die eigene Position halbwegs glaubwürdig rüberkommt. Also sollte man die nichtmilitärischen Folterwerkzeuge erst mal deutlich sichtbar auf den Tisch legen. Allein schon, um Solana einen Gefallen zu tun. Nicht daß am Ende in seinem Zeugnis steht "er hat sich stets bemüht".

"Natürlich fordern wir Iran auf, seinen Verpflichtungen gemäß den einschlägigen Uno-Resolutionen nachzukommen", fügte sie hinzu.

Daß die EU-Appeaser das extra erwähnen müssen, sagt schon alles.

Auch Russland hält nichts von Kouchners Vorstoß. Das Land widersetzte sich bisher als Vetomacht im Weltsicherheitsrat stets härteren Sanktionen gegen Iran.

Ok, wenn die Russen sie partout unterminieren müssen, klappt's natürlich nicht mit der Verhandlungslösung.

Und Außenminister Sergej Lawrow äußerte sich während des Besuchs Kouchners in Moskau "besorgt". "Russland ist über die vielen Berichte über militärische Sanktionen gegen Iran besorgt. Kaum vorzustellen, welche Folgen das für die Region hätte", sagte Lawrow nach seinem Gespräch mit Kouchner.

Was immer das für Folgen sein mögen, aber sie werden ein harmloser Spaß sein verglichen mit den Folgen, wenn Armagaddonjetzad! und sein Jungfrauenfanclub 72 e.V. anfangen mit Atombomben um sich zu werfen.

Ähnlich wie Außenminister Lawrow äußerte sich der stellvertretende Außenminister Russlands, Alexander Losjukow. Er sagte der Tageszeitung "Wremja Novostej": "Bombardierungen gegen Iran würden mit katastrophalen Folgen enden."

Na, dann sollte das erst recht Motivation sein, bei den Sanktionen doch lieber im Team der zivilisierten Welt mitzuspielen statt bei den bösen Jungs.

[...] Offizielle Stellen in Iran versuchen, die Äußerungen Kouchners nicht allzu hoch zu hängen. Präsident Mahmud Ahmadinedschad erklärte, "wir nehmen diese Drohungen nicht ernst". Zuvor hatten bereits die staatlichen iranischen Medien Paris scharf kritisiert.

Wenn sie nur von Frankreich kämen, könnte man ihn ja noch verstehen, aber die Amis und Israelis sollte er lieber etwas ernster nehmen. Obwohl, vielleicht ist es besser so... ;-)

Der Elysée-Palast habe es übernommen, die Politik des Weißen Hauses für Europa zu übersetzen, hieß es in einem Kommentar der amtlichen Nachrichtenagentur Irna. Die französische Regierung habe einen Ton angenommen, "der noch härter, aufhetzender und unlogischer" sei als der in Washington.

Na, das ist aber mal eine schöne Wiedergutmachung nach all den Defaitismus-Schmähungen, die Frankreich unter der weisen Führung des Jacques Chirac ertragen mußte. Das adelt Kouchner ja geradezu.

In Berlin herrscht bezüglich des deutsch-französischen Verhältnisses in der Koalition und bei der Opposition inzwischen Alarmstimmung. "Da muss sich noch einiges einpendeln", lautet der vorsichtige Kommentar in den Regierungsfraktionen zum Aktivismus des neuen französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy. Drastischer sagt es der FDP-Außenpolitiker Werner Hoyer: "Die Beziehungen haben sich dramatisch verschlechtert. Das ist schon mehr als nur eine Serie von Anfangsfehlern." Er drückt damit das allgemeine Unwohlsein aus.

Ganz genau! Merkel, Münte & Co. hatten jetzt nun wirklich lange genug Zeit, dazuzulernen. Und angesichts der atemberaubenden Geschwindigkeit, mit der die Franzosen es schaffen, frühere Fehler zu korrigieren, ist das Versagen der Deutschen nur um so beschämender.

[...] Nach der internationalen Kritik an Kouchners scharfen Tönen ist man in Frankreich dabei, sich in Schadensbegrenzung zu üben. Premierminister François Fillon sagte, es müsse alles getan werden, um einen Krieg zu vermeiden. Frankreich wolle die Suche nach einer friedlichen Lösung anführen. Ex-Premierminister Dominique de Villepin warf Kouchner jedoch vor, ein falsches Signal an die USA zu senden. "Die US-Regierung muss nicht von uns zum Krieg ermutigt werden", sagte Villepin.

Na der muß ganz ruhig sein! Diktatorenversteher wie er sind es ja gerade, die die USA mit ihrer Soft-Power-Stümperei erst in jene Kriege treiben, die sie ihnen dann hinterher vorwerfen. Ohne Kasper wie ihn würden die Saddams dieser Welt kaum darauf bauen, davonkommen zu können. Da hat Kouchner noch ein hartes Stück Arbeit vor sich, um den Schaden wiedergutzumachen, den Villepin in seiner Amtszeit angerichtet hat. Drücken wir ihm die Daumen.

Montag, 17. September 2007

Leuchtfeuer im Eiffelturm?

Also die Franzosen verblüffen einen doch immer wieder. Erst "Achse des Friedens" und jetzt machen sie plötzlich den Rambo Belmondo:

Paris - Es waren ungewöhnlich deutliche Worte aus dem Mund von Frankreichs oberstem Diplomaten: In einem Radio- und Fernsehinterview hat Außenminister Bernard Kouchner ausführlich über den Atomkonflikt mit Iran gesprochen und die Krise als große Gefahr gewertet. Die Welt müsse sich auf "das Schlimmste einstellen", warnte Kouchner gestern Abend. Auf die Nachfrage, was das Schlimmste sei, sagte der Außenminister: "Das ist der Krieg."

Damit nicht genug, hat Sarkozy anders als sein Vorgänger offenbar erkannt, daß Sanktionsgegner in Wirklichkeit nur Kriegstreiber sind:

[...] Sarkozy hatte sich kürzlich für "eskalierende Sanktionen" außerhalb der Vereinten Nationen ausgesprochen und dabei insbesondere auf die EU gezielt. "Das ist das einzige Vorgehen, das uns ermöglicht, einer katastrophalen Alternative zu entgehen: die iranische Bombe oder die Bombardierung Irans", hatte Sarkozy im August gesagt. Eine iranische Atomwaffe könne man "nicht hinnehmen".

Jetzt muß es nur noch einer den Appeaceniks so erklären, daß sogar sie es verstehen. Das allerdings dürfte zugegeben schwer werden.

UPDATE: Falls sich jetzt übrigens jemand wundern sollte, wo die Franzosen ihren lange vermißten Kampfgeist wiedergefunden haben, nun, sie haben ihn nicht wirklich gefunden, sondern einfach nur den Briten geklaut. Der ist nämlich plötzlich weg.

Sonntag, 16. September 2007

Auf den Punkt gebracht

Opposition macht dumm. Das Nicht-mehr-Regieren lässt betroffene Politiker und ihren politischen Anhang offenbar völlig verwahrlosen.

Claus-Christian Malzahn in SPIEGEL ONLINE zum (außen)politischen Selbstmord der Grünen auf ihrem Göttinger Parteitag.

Samstag, 15. September 2007

Die Wonnen der Niederlage

Schrittweiser Rückzug aus dem Irak: US-Verteidigungsminister Gates erklärt, die Zahl der GIs in dem Land könnte bis Ende 2008 auf 100.000 sinken. Damit geht er über Zahlen von George W. Bush hinaus. Die Demokraten sehen darin einen Beweis für das Scheitern der Irak-Politik des Präsidenten.

Das muß man sich mal vorstellen: Der US-Präsident glaubt, die Truppen im Irak aufgrund der verbesserten Sicherheitslage bis Juli kommenden Jahres um 30.000 Mann reduzieren zu können. Sein Verteidigungsminister rechnet das ganze dann hoch und hält es für möglich, daß bis Ende 2008 dann noch mal dieselbe Zahl abgezogen werden kann, weil die irakische Demokratie zunehmend in der Lage ist, sich selbst zu schützen. Doch statt die Sektkorken knallen zu lassen, weil endlich der lange geforderte Rückzug eingeleitet zu werden scheint, kommt aus dem demokratischen Lager heftige Kritik.

Wenn sie wenigstens argumentieren würden, daß Bush die Lage zu optimistisch sieht und es unverantwortlich ist, die Truppen zurückzuziehen, könnte man sie ja noch verstehen, aber hier bekommt man stark den Eindruck, daß die Demokraten sauer sind, gerade WEIL der Sturz des Saddam-Regimes ein größerer Erfolg war, als ihnen innenpolitisch recht sein kann, und daß sie sich über einen Sieg ihrer Todfeinde viel mehr gefreut hätten. Vielleicht werten sie aber auch einfach nur grundsätzlich den Abzug nach abgeschlossenem Regime Change und beginnender Demokratisierung als Beweis eines Fehlschlags.

Da hat der Führer den Endsieg 1947 offenbar nur knapp verpaßt.

Dienstag, 11. September 2007

Wenn Kriegsgegner 9/11 wählen

Er war ganz Offizier und Gentleman - aber der US-Oberbefehlshaber im Irak, General Petraeus, hat die Kriegsdebatte bei seinem ersten Auftritt im Kongress nicht befriedet. In seinem Irak-Bericht plädierte er für ein andauerndes Truppenengagement, bei nur minimalem Teilabzug. Die Opposition ist enttäuscht.

Pitzke weint? Und die Cut&Run-Fraktion summt zur Begleitung mit? Na, dann kann die Lage im Irak ja sooo schlecht nicht sein.

Montag, 10. September 2007

Volkes Stimme, Doppelpack

Wer behauptet, die Europäer seien nicht antiamerikanisch, sondern hätten nur ein Problem mit dem blöden Bush, muß wohl umdenken:

Dass die Ablösung George W. Bushs als US-Präsident im Januar 2009 die Beziehungen zwischen Europa und den USA nicht deutlich verbessern wird, glauben beinahe die Hälfte aller Europäer und rund 40 Prozent der Amerikaner. Das ergibt die aktuelle Untersuchung "Transatlantic Trends 2007".

Soviel zu der Theorie, wenn erst mal die Demokraten ans Ruder kommen, wird wieder alles gut und wir haben Amerika wieder lieb.

[...] Energiesicherheit, internationaler Terrorismus und selbst der Klimawandel (85 Prozent der Europäer und 70 Prozent der Amerikaner) werden als zentrale Risiken angesehen. Dabei zeigen sich die Europäer durchaus pragmatisch in der Wahl ihrer Mittel - so ist beinahe jeder dritte Europäer bereit, auch mit undemokratisch regierten Ländern stärker zusammenzuarbeiten, solange dadurch die Energieversorgung sichergestellt wird. Nur jeder vierte Amerikaner würde dies billigen.

Das erklärt natürlich einiges, was bisher unter Schlagworten wie "Achse des Friedens" oder "kritischer Dialog" so gelaufen ist.

Dieser Pragmatismus erstreckt sich aber nicht auf den Einsatz von Soldaten. So stimmen zwar beide Seiten überein, dass Iran keine Atomwaffen erhalten sollte. Nur 18 Prozent der Europäer plädieren jedoch für militärische Maßnahmen, um dies zu verhindern (bei den Amerikanern unterstützen dies je nach Parteizugehörigkeit bis zu 65 Prozent).

Was soviel heißt wie "natürlich sind wir gegen Atombomben in Mullahhand, aber wenn sie sie sie wirklich wollen - also so richtig wirklich, daß sie auch bereit wären dafür zu kämpfen - dann sollen sie halt haben". Was darauf hindeutet, daß die Umfrage etwas unübersichtlich gestaltet war und die Betreffenden nur den Punkt "Weiß nicht/Keine Ahnung" nicht gefunden haben.

Auch zur Bekämpfung der Taliban in Afghanistan gibt es in Europa nur 30 Prozent Unterstützung für Waffeneinsatz, jedoch bei mehr als zwei Drittel der Amerikaner.

Immer diese amerikanischen Kriegstreiber! Wo doch jeder weiß, daß der Einsatz von Wattebauschwurfmaschinen denselben Zweck erfüllt.

Wie in vielen ähnlichen Umfragen in den vergangenen Jahren, wünschen sich die Europäer aber eigentlich mehr globale Verantwortung der Europäischen Union. 88 Prozent sprechen sich dafür aus. Knapp mehr als die Hälfte wollen dies auch in Abstimmung mit den Amerikanern tun. Sie schrecken jedoch vor militärischen Mitteln zurück. Nur rund 20 Prozent sind dafür, Truppen für Kampfeinsätze bereitzustellen.

Zur Frage, warum man dann nicht gleich das THW und die Feuerwehr schickt statt das Militär, konnten die europäischen Bürger sich leider nicht mehr rechtzeitig äußern, da sie über die Antwort immer noch nachdenken.

Und wo der SPIEGEL gerade im Umfragerausch war, gab es noch eine weitere, diesmal sogar gleich weltweit:

Mehr als zwei Drittel von Menschen auf der Welt wollen einer BBC-Umfrage zufolge einen Abzug der US-Truppen aus dem Irak. Nur rund ein Viertel der Befragten ist demnach für ein Verbleiben der Soldaten.

[...] Für die vom BBC World Service veröffentlichte Studie waren 23.000 Menschen in 22 Ländern befragt worden.

Na, die müssen's ja wissen. Vielleicht sollten sie lieber mal die Iraker fragen. Oder die 23.000 Menschen aus ihren 22 Ländern in den Irak ausfliegen und dann die Frage noch einmal stellen.

Das Prinzip SPIEGEL - unter revisionistischer Flagge?

Das Prinzip Saddam - unter amerikanischer Flagge

Wie? Die Amis vergasen jetzt die Kurden? Oder massakrieren die Schiiten? Schneiden Irakern, die George W. Bush verhöhnen, wenigstens die Zungen raus? Weit gefehlt! Der SPIEGEL hat nämlich herausgefunden, was den Ba'ath-Faschismus wirklich ausgemacht hat:

"Das Prinzip Saddam - verteile Wohltaten und herrsche unter den Stämmen"

Da sollte sich Eva Herman nach ihrem Rauswurf beim NDR vielleicht gleich mal bei der Hamburger Konkurrenz bewerben. Denn dort weiß man derartige Anliegen offenbar sehr gut in griffige Formeln zu gießen, so daß wir nächsten Montag vermutlich auf der Titelseite lesen:

"Das Prinzip Adolf - verteile Mutterkreuze und herrsche unter den Parteien"

Freitag, 07. September 2007

Erboste Fans erklären Apple den iWar

Und Steve Jobs erklärt uns, wie man ein an sich tolles und ergonomisch vielversprechendes Produkt, nachdem man es zunächst durch eine gewisse Verweigerungshaltung gegenüber dem technologischen Fortschritt bei der Miniaturisierung von Kameras und der Entwicklung mobiler Datenübertragung unnötig entwertet hatte, durch einen völlig falschen Marketingansatz endgültig zur Notlandung zwingt, und das, bevor es überhaupt richtig abgehoben hat:

Steve Jobs hat anscheinend wenig Mitgefühl für seine treuesten Fans übrig. Die Zeitung "USA Today" fragte den Firmenchef, was er denn Kunden sage, die eben ein iPhone für 599 Dollar erworben hätten, "sorry?". Jobs Antwort: "Das ist eben Technologie. Wenn sie es heute morgen gekauft haben, solllten sie dorthin zurückgehen, wo sie es gekauft haben und mit den Leuten dort reden. Wenn sie es vor einem Monat gekauft haben, tja, das passiert eben mit Technologie."

Falsch, lieber Steve, das passiert nicht bei Neueinsteigern in einen Markt, in dem es mit Firmen wie HTC, Nokia, Samsung und Sony Ericsson von Platzhirschen nur so wimmelt und die zusammen mit Firmen wie Motorola oder LG den Markt absolut beherrschen. Zumindest sollte es das nicht. Wer neu rein will, wo andere die Standards setzen, sollte, bis er eine gewisse Basis hat, nämlich nicht gerade der teuerste sein. Wenn das jemand wissen sollte, dann ja wohl Du, Steve, meinst Du nicht? Wäre das anders, säße ich jetzt kaum an einem Windows-Rechner.

Dabei geht es gar nicht mal um den Anschaffungspreis des iPhone, der ist entgegen der weitverbreiteten Kritik gar nicht mal so extrem hoch, wenn man ihn mit dem vergleichbarer Top-Produkte der Konkurrenz vergleicht. Aber die mit dem Erwerb verbundenen Knebelverträge an ausgesuchte Monopolpartner sind in Ländern, wo Handys immer noch über Subventionen verkauft und nicht noch künstlich teuerer gemacht werden, genauso gut wie ein Aufkleber, auf dem steht "Vorsicht, radioaktiv verseuchte Robbenbabyhautverkleidung!"

Da werde ich, obwohl ich durchaus ernsthaft mit dem Gedanken gespielt hatte, mir eines Tages selber eins zuzulegen, wohl doch noch mal über Alternativen nachdenken müssen...

Und jetzt die Werbung...

Kürzlich aktualisierte Weblogs

Wer nicht suchet, der findet

Sonstige Komplizen und Helfershelfer

Andere Marsch - flugkörper - diplomaten

Viel Feind, viel Ehr'

Geile Mucke