Tatütata, die Paulizei ist da
Uii, da ist meine letzte Blogrollsäuberungsaktion ja doch noch zum Politikum geworden. War wohl zu lange ruhig in Kleinbloggersdorf. Jedenfalls mündete das ganze bei der (paläo)konservativen "Gegenstimme", die sich gerade verdächtig weit über den Abgrund beugt (vermutlich um nachzusehen, ob PI schon unten angekommen ist) in einer - übrigens ausgesprochen unterhaltsamen! - Diskussion, in deren Verlauf unter anderem die Frage aufkam, ob der Macher der dort beworbenen Antifa-Satire wirklich nur ein harmloser Witzbold ist oder ob seine Seite Opponent.de für einen anständigen CDU/CSU-Konservativen nicht doch ein bißchen zu weit rechts außen steht.
Da bei der Gegenstimme derzeit die Ressourcen für eine genauere diesbezügliche Recherche fehlen und die Leser nicht mal zu wissen scheinen, was "Neue Rechte" bedeutet, helfe ich gerne, eventuell vorhandene Informationslücken aufzufüllen. Aaaalso, schon bei einem flüchtigen Blick auf den "Opponent" fallen auch dem unbedarften Besucher einige Links auf, die man auf einem normalen Merkel-Fanblog wohl eher selten zu sehen kriegen dürfte. Selbst wenn ein einzelner davon mal aus Ausrutscher durchgehen mag, stellt sich in dieser Häufung schon die Frage, ob uns der Blogbetreiber damit nicht doch irgendwas sagen möchte, was selbst einen Strauß-Konservativen ein bißchen stutzig machen sollte.
Zunächst findet sich dort die einschlägig bekannte "Junge Freiheit", die rechts der Union den haselnußfarbenen Bereich bis zur (Zellen)Wand abdeckt. Das sind natürlich noch keine Nazis, die am Tage der Machtergreifung Martin Hohmann zum Führer ausrufen wollen, aber ich würde sie trotzdem nur sehr ungern in Versuchung geführt sehen. Das sah offenbar auch der Verfassungsschutz so und hatte deswegen ein paar Jahre lang sicherheitshalber mal ein Auge drauf. Unabhängig davon sind die revisionistischen und nationalistischen Tendenzen des Blatts aber ohnehin nichts, womit ein gemäßigter, der Westbindung verpflichteter Adenauer-Konservativer gerne in Verbindung gebracht werden wollen sollte.
Die Zeitschrift "Sezession" gehört dem Dunstkreis des "Instituts für Staatspolitik" an, welches laut Verfassungsschutz wiederum Teil des "Projekts 'Junge Freiheit'" ist, aus deren Umfeld auch seine Gründer kommen. Daß dort, wie auch in anderen Publikationen der "Neuen Rechten", in Ausnahmefällen zu Alibizwecken auch mal kluge Köpfe zu Wort kommen, ändert nichts daran, daß der Ton von Kameraden ganz anderen Kalibers vorgegeben wird. Der "Opponent" verlinkt das IfS denn auch bezeichnenderweise unter dem Namen von dessen Obermotz Götz Kubitschek, der einst wegen rechtsextremer Bestrebungen hochkant aus der nicht nur von Dregger-Konservativen geschätzten Bundeswehr geworfen wurde.
Den Link auf die "Blaue Narzisse" kann man insofern, als es zwischen ihr und dem "Opponent" gewisse personelle Verflechtungen gibt und man auf seinem Blog natürlich auch für seine anderen Projekte Reklame machen darf, menschlich noch verstehen. Aber genau wie sich die "Sezession" nicht mit dem amerikanischen Bürgerkrieg beschäftigt, so ist die "Blaue Narzisse" auch kein Fachblatt für den Blumenfreund, sondern eine als Schülerzeitung gegründete Onlinepublikation, die, falls sie mit rechtsextremen Elementen tatsächlich nur spielt, dies auf ihrem Spielplatz zumindest sehr gerne und ausgiebig tut. Jedenfalls ausgiebig genug, um einen Schäuble-Konservativen ernstlich ins Grübeln zu bringen.
So harmlos wie die "Blaue Narzisse" klingt, so eindeutig kommt das "Sturmvolk" rüber. Auch wenn es sich selbst als konservatives Blog bezeichnet, so ist die Begründung für den Blognamen ("guter Klang") kaum weniger befremdlich als die halbherzige Distanzierung vom historischen Vorbild, dem nationalistischen Kindergarten von Werner Lass, der es während des 1000-jährigen Reichs zum im Rückblick nur wenig ruhmreichen Posten des Amtsleiters Reichspresse in der Reichspressestelle brachte. Wie bei der "Blauen Narzisse" sollte auch ein Schönbohm-Konservativer sich angesichts solcher "Empfehlungen" fragen, ob da der Begriff "konservativ" nicht zumindest ein wenig ungewöhnlich interpretiert wird.
Zugegeben nicht ganz so offensichtlich, dafür umso unappetitlicher ist der Link auf die österreichische Zeitschrift "Zur Zeit". Diese hat nichts mit der deutschen Wochenzeitung ähnlichen Namens zu tun, mit der rechts-populistischen FPÖ dafür umso mehr. In ihrem heroischen Kampf gegen die "Faschismuskeule" und für ein "Ende der Vergangenheitsbewältigung" wird der Schicklgruber Adi dann schon mal als "großer Sozialrevolutionär" verklärt, der anders als der echte Sir Winston keine Schuld am II. Weltkrieg gehabt hat. Wenn dann Artikel auch noch mit Parolen wie "Deutschland Erwache!" enden, dürfte das selbst eingefleischten Oettinger-Konservativen deutlich zu weit gehen.
Nun kann man natürlich argumentieren, daß man nicht immer die Muße hat, sich mit der Blogroll verlinkter Seiten auseinanderzusetzen. Das ist zwar nicht sehr klug, aber bitte schön, jeder wie er mag. Aber ein kurzer Blick auf den Inhalt der Seite selbst wäre mitunter schon anzuraten. Sonst sitzt man nämlich schnell mit Leuten in einem Boot, die unter Hetzjagd von Mügeln die auf dessen stolzen deutschen Bürgermeister verstehen und dem Wohl von Naziskins oder NPD-Politikern mehr Raum einräumen als dem ihrer Opfer. Und auch wenn Eva Herman mit Nachnamen sicher weder Braun noch Göring heißt, sollten sogar Stoiber-Konservative eine Soli-Kampagne für sie als übertrieben erachten.
Doch auch der Betreiber der Seite ist kein ganz so unbeschriebenes Blatt, wie man vielleicht meinen möchte. Neben seiner Mitarbeit bei der oben erwähnten "Blauen Narzisse" ist er nämlich zugleich stellvertretender Bundesvorsitzender der Schlesischen Jugend. Das allein ist sicher noch kein Verbrechen, selbst wenn das umgekehrt bei der Führung eines Vertriebenenverbands im Einzelfall sogar hilfreich sein kann, wie wir spätestens wissen, seit Yassir Arafat den Friedensnobelpreis gekriegt hat. Wenn aber die Organisation, für die der Blogbetreiber steht, so viele Verbindungen ins rechts-revanchistische Lager zu haben scheint, sollte zumindest ein aussöhnungsbereiter Kohl-Konservativer hellhörig werden.
Damit das nicht mißverstanden wird: Anders als der handelsübliche PC-Gutmensch habe ich kein Problem damit, daß rechte Spinner Ihren Unsinn genauso verbreiten dürfen wie linke Spinner, solange sie sich dabei auf dem Boden der vielzitierten FDGO bewegen. Miteinander zu reden ist in der Regel immer noch besser als aufeinander zu schießen. Und es steht selbstverständlich auch jedem frei, sogar Schmuddelkinder zu verlinken. Nur sollten gerade diejenigen, die sich über die Hygiene ihrer politischen Gegner mokieren, nicht vergessen, daß wer im Schlamm spielt, die Aufforderung, sich die Hände zu waschen, doch besser etwas ernster nehmen sollte. Sonst bleiben unschöne braune Flecken.

Wer den Rauswurf von Eva Herman befremdlich findet: er ist meines Erachtens nur konsequent in einem Land, was sich einem Kampf gegen rechts verschrieben hat und damit sein Problem mit der gelebten Demokratie beweist. Jährlich mehrere tausend Strafverfahren wegen des §130 STGB richten sich gegen Meinungsäußerungen national eingestellter Menschen. Wer diese Verfahren begrüßt, muß sich nun nicht wundern, wenn im Kampf gegen rechts auch Menschen wie Frau Herman ausgegrenzt werden, die sich für konservative Familienwerte einsetzen.Was mit dem Rausschmiß von Hohmann aus der CDU begann, ist mit der Entlassung von Frau Herman noch lange nicht zu Ende. Unter den gegebenen Umständen ist die NPD-sicher weniger aus liberalen denn aus speziell nationalen Motiven heraus-die Partei, die sich für Meinungsfreiheit einsetzt.
Kommentiert von: Thomas Kurbjuhn | Dienstag, 11. September 2007 um 18:33 Uhr
@TK
Frau Herman ist ausgegrenzt worden? Hinter welche Grenze ist sie denn gebracht worden? Wer hat Strafanzeige gegen sie gestellt?
Ist es nicht eher so, dass man ihr die Grenzen der Naivität in einem Tendenzbetrieb nach erfolgter Abmahnung aufgezeigt hat, was leider bei den ÖR viel zu selten vorkommt?
Kommentiert von: alibaba | Dienstag, 11. September 2007 um 19:34 Uhr
@ Thomas Kurbjuhn
Es wäre nett, wenn Du erst mal meine Frage benatwortest, bevor Du Deine Propaganda zum zweitenmal hier reinkopierst. Nicht daß ich Dich sperren muß. Jetzt wo ich mal einen von Euch an der Leitung habe, würde ich jedenfalls lieber diskutieren als mir Monologe anzuhören.
Kommentiert von: Paul13 | Dienstag, 11. September 2007 um 20:18 Uhr
Ach Paule, schön, daß Du Dir die Arbeit machst, das alles zu überprüfen. Und was soll ich sagen, ich stimme in einigen Punkten mit Dir überein. In den meisten sogar. Meine Meinung zu diesen Dingen ist oft eine andere, allerdings auch nicht Deine. Ich muss ehrlich sagen, daß ich nicht weiß, ob ich die Seite verlinkt hätte, aber ich werde jetzt keinen Alarm schlagen, damit der Link gelöscht wird. Denn die Gegenprobe ist, daß der gute Opponent ja auch irgendwas an uns finden muß, sonst würde er uns nicht verlinken, und dann kann er so schlimm nicht sein. Und, Paul, ich weiß nicht, ob Du's weißt, aber wir sind keine Nazis, und dann freu Dich doch, daß ein paar Leute aus der Ecke auf unsere Seite kommen und geläutert werden. Wenn du in uns die Gefahr sehen willst, dann mach weiter so...
Wie die Onkelz schon singen (Ui,ui,ui, Naziband):
Antifa
Ihr könnt mich mal
Ich lache über euch
Und ihr merkt es nicht mal
Ihr kämpft gegen mich
Wie lächerlich
Denn euren wahren Feind
Den seht ihr nicht
(http://www.dafb-o.de/tracklist/texte/ohne_mich.html)
In diesem Sinne...
P.S.: Ich weiß nicht, ob du das Lied kennst, aber wirf sonst nochmal einen Blick auf den zweiten Teil, dann weißt Du in etwa wo ich stehe.
Kommentiert von: Sir Winston | Dienstag, 11. September 2007 um 23:02 Uhr
Die Selbstreinigung vom braunen Dreck kommt spät...
und irgendwie ist das ja schon ein bisschen stalinistisch... hast du sie selbst erschossen oder ihnen nur die knarre gereicht?
Har.Har.Har.
Kommentiert von: jolly rogers | Dienstag, 11. September 2007 um 23:26 Uhr
thx 2 paul
Es musste mal gesagt werden!!!
Kommentiert von: Karsten | Mittwoch, 12. September 2007 um 02:14 Uhr
@ Sir Winston
Ihr selber seid sicher keine Nazis. Aber Ihr beschädigt Euer eigenes Ziel, eine konservative Seite zu sein, wenn Ihr so Leute weiterempfehlt.
Kommentiert von: Paul13 | Mittwoch, 12. September 2007 um 06:32 Uhr
@ jolly rogers
Wo bitte habe ich hier je braunen Dreck verbreitet? Und was den Stalinismus angeht, ich dachte dafür wärst Du zuständig. ;-)
Kommentiert von: Paul13 | Mittwoch, 12. September 2007 um 07:37 Uhr
In Frankfurt scheint der Hustensaft schon wieder knapp zu sein. Für einen aufrechten Stalinisten wie jr ist ja jeder, der nicht seine eingeschränkte Wahrnehmung teilt, brauner Dreck. Von daher kann man ihn, den Freunde schon mal liebevoll den Spitznamen berija gegeben haben, nicht wirklich ernst nehmen. Ein kümmerliches Frankfurter Würstchen eben, das nach Aufmerksamkeit sucht.
Ansonsten, wie ich bei mir schon schrieb, DANKE PAUL!
Kommentiert von: Telegehirn | Mittwoch, 12. September 2007 um 14:12 Uhr
@ Telegehirn
Wobei ich zu seiner Verteidigung sagen muß, daß seine Freunde den Namen Berija von mir haben. Da hat sich wohl was verselbständigt. ;-)
Kommentiert von: Paul13 | Mittwoch, 12. September 2007 um 14:32 Uhr
Wohl nicht ohne Grund! Es steckt halt immer ein Körnchen Wahrheit drin...
Dachte aber jetzt, daß ich das vielleicht war, weil ich ja sowieso für alles verantwortlich bin, wohl auch für den Klimawandel. ;-)
Kommentiert von: Telegehirn | Mittwoch, 12. September 2007 um 15:14 Uhr
@Paul
Zu deiner Disskusion auf der Gegenstimme. Normativ bist du ja ne Wucht, aber die Empirie ist echt nicht deine Stärke. ;-)
Man muß schon den Aufbau der Bibel etwas kennen. Oft wird dort das gleiche geschichtliche Ereignis in verschiedenen Büchern völlig unterschiedlich dargestellt. Z.B. hören sich die "Probleme" mit den Midianitern im Buch der Richter, Kapitel 6,7,8 eher nach Befreiungskampf an.
Auf jeden Fall handelt es sich dabei um eine Beschreibung von geschichtlichen Ereignissen und nicht um eine allgemeine Handlungsanweisung.
Gruß
Mikado (Nicht religiös!)
P.S.: Wie legt man denn die Sharia intelligent aus?
Kommentiert von: Mikado | Mittwoch, 12. September 2007 um 16:27 Uhr
@ Mikado
Ich hab das ja nur als ein Beispiel von vielen gebracht. Da gibt's ja nun wirklich eine ganze Reihe vergleichbare Stellen. Das spielt gar keine Rolle, was jetzt der Grund für die einzelne Begebenheit war.
Es ging nur darum zu zeigen, daß eine damals festgelegte Regel heute in vergleichbaren Situationen nicht wörtlich umgesetzt werden muß, ohne daß man dadurch gleich die gesamte Schrift verrät.
Damals war so was halt üblich, aber man kann die Bibel als Gottes Wort betrachten, ohne deswegen gleich auf die damaligen Methoden zurückzugreifen. Und das gilt eben auch für den Koran.
Daß man dem Islam diese Reformfähigkeit abspricht und sagt, schwört Eurer Religion ab, sonst könnt Ihr nur wählen, unser Todfeind zu sein oder Folkloremoslems, ist jedenfalls widerlich!
Kommentiert von: Paul13 | Mittwoch, 12. September 2007 um 16:43 Uhr
@ Mikado
P.S.: Ein Beispiel für intelligente Auslegung der Sharia kommt, man glaubt es kaum, aus dem Iran. Da zeigen sogar die Mullahs, daß man auch den Koran durchaus austricksen kann, ohne ihn zu verraten.
Prostitution ist im Iran ja verboten, aber geben tut es sie natürlich trotzdem. Was macht man also, um die Ideale an die Realität anzupassen? Ganz einfach, eine Ehe auf Zeit, und sei es nur für ein paar Stunden.
Solche Cleverness ist natürlich die Ausnahme, beweist aber, daß sie zumindest prinzipiell möglich wäre. Wobei die Tatsache, daß es liberale Muslime gibt, die auch ohne solche Kniffe Allah einen guten Mann sein lassen, schon Beweis genug sein sollte.
Kommentiert von: Paul13 | Mittwoch, 12. September 2007 um 17:01 Uhr
Ob der Islam die nötige Reformfähigkeit besitzt ist eben die spannende Frage, die man heute nicht wirklich beantworten kann, aber auch jeden Fall müssen diese Reformkräfte gestärkt werden. Wie auch immer.
Kommentiert von: Telegehirn | Mittwoch, 12. September 2007 um 18:28 Uhr
Tatütata, die Antwort ist da ...
http://www.opponent.de/index.php/post/57/
Kommentiert von: Marco | Mittwoch, 12. September 2007 um 18:30 Uhr
"Trotz des Pseudonyms „Paul13“ ist auf Grund der Anonymität nicht feststellbar, ob dahinter wirklich eine männliche Person bzw. überhaupt nur eine einzelne Person steckt."
Mensch, da muss man doch nur den Bartels fragen! Der weiß das doch! Ich persönlich tippe mal auf die Illuminaten. Das ist ja auch igendwie sexistisch, weil die deine sexuelle und geschlechtliche Identität in Frage stellen. ;-)
Kommentiert von: Telegehirn | Mittwoch, 12. September 2007 um 19:50 Uhr
@Paul
"Damals war so was halt üblich, aber man kann die Bibel als Gottes Wort betrachten, ohne deswegen gleich auf die damaligen Methoden zurückzugreifen. Und das gilt eben auch für den Koran."
Na, der Koran beruft sich ja auch auf Abraham und Moses. Ok, haben sie halt abgeschrieben. Trotzdem gibt es fundamentale Unterschiede zwischen dem Islam und den restlichen Weltreligionen.
Da du ja offensichtlich Probleme mit der christlichen Feindesliebe hast, die übrigens seit der Konstantinischen Wende als unerreichbares Vollkommenheitsideal im Chrisentum gilt, und eigentlich nur eine innere Haltung fördern soll, die es ermöglicht einer Spirale der Gewalt zu entkommen. Dieses Element des Gewaltverzichts bzw. Konzepte zur Überwindung von Feindschaft findet man genauso im Hinduismus, Buddhismus und auch im Judentum, leider vergeblich im Islam.
Im Islam ist der Begriff der Feindesliebe unbekannt. Und was nicht da ist, kann man wohl auch nicht intelligent auslegen, oder?
In Wikipedia steht dazu:
„Im Islam ist der Begriff der Feindesliebe unbekannt. Koranverse, die zu Mäßigung und Nachsicht aufrufen, beziehen sich auf das Binnenverhältnis zwischen Muslimen oder zu Andersgläubigen, die sich dem Islam unterworfen haben. Eine pazifistische Grundhaltung findet sich selten, z. B. bei synkretistischen Gruppierungen des Sufismus (islamische Mystik), die aus der Liebe zu Gott und der Einheit des Schöpfers mit der Schöpfung eine allgemeine Liebe zu allen Geschöpfen ableiten. In der islamischen Welt sind solche Gruppen meist Verfolgungen ausgesetzt (vgl. z. B. die den Dschihad ablehnende, aber nicht dem Sufismus zuzuordnende Ahmadiyya). In Sure 48:30 heißt es z.B.: "Mohammed ist der Gesandte Allahs. Und die mit ihm sind, hart sind sie wider die Ungläubigen, doch gütig zueinander" Als Ungläubige sind alle Nicht-Moslems oder deren politisch Verbündete zu bezeichnen. Wenn sich jemand vom Islam abwendet, gilt Sure 4,89 zu beachten: "... und wenn sie sich abkehren, dann ergreift sie und tötet sie, wo immer ihr sie auffindet."
Und wie genau, entkommt man jetzt laut Islam einer Gewaltspirale mit Vergeltung und Gegenvergeltung? Wie oft hat Israel schon auf Vergeltung verzichtet? Wie oft? Und hat es schon einmal was gebracht? Warum hat denn Arafat damals in Camp David nicht unterschrieben? Weil er wußte, dass es sein Todesurteil gewesen wäre. Warum wird der Verzicht auf Vergeltung in der muslimischen Welt immer als Schwäche ausgelegt? Nur Auslegungssache?
Gruß
Mikado
P.S.: @Marco: Paul in Roth'scher Manier? You must be thick in your head!
Kommentiert von: Mikado | Mittwoch, 12. September 2007 um 20:15 Uhr
@Sir Winston
Ich stimme Paul zu - ihr seit bestimmt keine Nazis. Ich sehe die Diskussion als Hilfe um Fragen zu klären.
@Paul
"Säuberung" ist schon ein harter Begriff, aber dass es gleich mit Stalin assoziert wird, erinnert mich an das alte Sprichwort: "Was ich denk und was ich tue ...". Komisch nicht? ;-)
@Telegehirn
Wenn man sich im politischen Spektrum im radikalen Bereich befindet, dann ist beim Blick auf die Mitte alles rechts ;-)
Die 13 ist eine Zahl für das Paul-Kollektiv. PPPPPPPPPPPPPorg vielleicht? ;-)
@Mikado
Du hast nicht unrecht - der Koran wird von Islamisten und Extremisten radikal ausgelegt. Es geht auch anders - ein Beispiel bringst Du selbst. Wie Teleghirn sagt - die reformistischen Kräfte müssen gestärkt werden. Ich denke, das ist auch Pauls Sicht - vielleicht sagt er was dazu.
@Marco
Dafür, dass Du die Anonymität von Paul so "angreifst", ist es schon lustig, dass eine "anonyme Judith" antwortet und gleich mitspekuliert. Du darfst wegen mir verlinken mit wem Du willst - Paul hat aber in meinen Augen kritische Punkte angesprochen.
Kommentiert von: S1IG | Mittwoch, 12. September 2007 um 21:04 Uhr
@ Mikado
Pass auf das Du nicht widerlich wirst! Das geht ganz schnell!
Kommentiert von: Sir Winston | Mittwoch, 12. September 2007 um 21:24 Uhr
@S1IG
"Dafür, dass Du die Anonymität von Paul so "angreifst", ist es schon lustig, dass eine "anonyme Judith" antwortet und gleich mitspekuliert."
Judith ist gar nicht so anonym.
http://www.blauenarzisse.de/v2/index.php?option=com_content&task=view&id=223&Itemid=34
Aber selbst wenn sie es wäre, auf meinem Blog bleibt jeder Kommentar stehen, egal von wem und egal mit welchem Inhalt, es sei denn, er ist offen beleidigend. Ansonsten gilt für mich das Motto "I just don't care".
"Du darfst wegen mir verlinken mit wem Du willst"
Na, da frage ich Dich doch sicherlich nicht um Erlaubnis.
"- Paul hat aber in meinen Augen kritische Punkte angesprochen."
Der ganze Artikel ist eine einzige Hetze und zwar
a) weil er total selektiv ist,
b) weil alles, was er/sie/es vorbringt, bei weitem nicht so heiß gegessen wird, wie's Paul13 gerne kochen möchte.
Ich habe mir auch überlegt, direkt auf den Müll einzugehen. Es wäre nicht schwer ihn/sie der Konstruktion eines gewünschtes Bildes unter Zuhilfenahme von Halbwahrheit, Unterstellungen und sogar Lügen zu überführen. Das wäre dann aber einer Rechtfertigung gleichgekommen und ich habe keinen Grund mich zu rechtfertigen, vor allem nicht vor anonymen Freaks wie Paul13.
"Kritisch" sind die Punkte also nur, wenn man selbst unkritisch ist. Denn es reicht ja schon, den von Paul13 gegeben links zu folgen. Das haben viele ja auch gemacht und festgestellt: Total lächerliches Geschwurbel, was Paul13 da abliefert.
@Mikado
"P.S.: @Marco: Paul in Roth'scher Manier? You must be thick in your head!"
Kommt man sich da toll vor? Ich versuch's auch mal:
Grab a life, dumbass!
Kommentiert von: Marco | Mittwoch, 12. September 2007 um 21:33 Uhr
@Marco
Dann sollte Judith doch einfach nicht anonym posten. ;-)
Natürlich brauchst Du keine Erlaubnis - Deinen Einwand hatte ich erwartet. ;-)
Letzlich gehst Du nicht auf die Punkte ein - das kann man als Eingeständnis werten. Ich habe den Eindruck dass da ein Nerv getroffen wurde und Du scheinst ein wenig angepisst zu sein. Statt die Diskussion aufzunehmen und sich der Sache zu stellen, spekulierst Du ein wenig und konstruierst die Geschichte vom anonymen "Kollektiv". Das ist der Eindruck, der bleibt. Auf jeden Fall amüsant - vor allem weil Judith noch ein wenig "Senf" dazugeben musste ;-)
Kommentiert von: S1IG | Mittwoch, 12. September 2007 um 22:07 Uhr
@ Mikado
Daß Israel die Entscheidung, ob es zurückschlägt oder nicht, mit Stellen des AT begründet, wäre mir neu. Was das Prinzip der Feindesliebe betrifft, da habe ich tatsächlich ein Problem mit. Das ist so mit der Hauptgrund, warum ich das Christentum ablehne. Warum, sollte ich meine Feinde lieben? Wer denkt sich so was idiotisches aus?
Kommentiert von: Paul13 | Donnerstag, 13. September 2007 um 06:36 Uhr
@ Marco
Ich hasse Dich nicht. Aber ich halte Deine Ansichten nun mal für grundfalsch. Und genauso wie ich dafür eintrete, daß Du sie trotzdem vertreten darfst, trete ich auch dafür ein, daß ihnen möglichst wenige folgen. Und wer das dann trotzdem tut, muß sich eben fragen lassen, ob das mit dem, was er normalerweise als sein Weltbild vorgibt, noch vereinbar ist. Wenn Du in Deiner Replik weniger persönliche Angriffe vorgebracht und dafür mehr Argumente hättest, stündest du jetzt auch ein wenig besser da.
P.S.: Wenn Du der Diskussion hier regelmäßig folgen würdest, wüßtest Du, daß ich kein Antideutscher bin, sondern eher so eine Art "armored liberal". Ist aber zugegeben genauso schlimm. ;-)
Kommentiert von: Paul13 | Donnerstag, 13. September 2007 um 06:41 Uhr
@ S1IG
"Wie Teleghirn sagt - die reformistischen Kräfte müssen gestärkt werden. Ich denke, das ist auch Pauls Sicht - vielleicht sagt er was dazu."
Stimmt genau. Das sollte doch möglich sein.
Kommentiert von: Paul13 | Donnerstag, 13. September 2007 um 06:44 Uhr