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21 Artikel von September 2007

Dienstag, 25. September 2007

Tapetenwechsel

Wer noch mehr Sauerkrautblut nicht ertragen könnte - also niemand - klickt HIER

Wer aber noch nicht genug hat und wissen will wie's weitergeht - also alle - klickt HIER

Ach ja, bevor ich's vergesse: Die Kommentare werden hier demnächst deaktiviert, diskutiert wird im neuen Blog! Deshalb auch bitte die Links auf NBFS aktualisieren. Man sieht sich...
 

Montag, 24. September 2007

Und wieder naht die Weihnachtszeit...

...und mit Ihr eine brilliante Idee, um kapitalistischen Egoismus und praktizierte Nächstenliebe auf elegante Weise miteinander zu verbinden:

Das sogenannte 100-Dollar-Laptop kann man jetzt auch in den Industriestaaten kaufen. Allerdings nur, wenn man sich auf einen originellen Deal einlässt: Wer eines der innovativen und robusten Notebooks in Entwicklungsländer schicken lässt, bekommt selbst ein Gerät - zum Preis von fast 300 Euro.

Also Santa, sag dem guten Rudolph, daß er dieses Jahr besonders vorsichtig lostraben soll. Nicht das eines kaputtgeht. Vor allem nicht meins!

Sonntag, 23. September 2007

Geschichtsstunde für SPIEGEL-Redakteure

Nur langsam dämmerte den Amerikanern, dass dieser Krieg mehr war als Vergeltung für den 11. September, sondern "in Wahrheit zur Verteidigung einer noblen Idee geführt wurde", wie es der Soldat Dwayne Luce aus Mobile erst angesichts der Massengräber erkannte.

Und jetzt stellen wir uns nur so zum Spaß vor, daß derartige Kriegspropaganda nicht aus der Feder eines neokonservativen Rüstungslobbyisten stammt, dessen Heuschreckenfonds kürzlich ein irakisches Ölfeld erworben hat, sondern von Marc Pitzke. Absurde Vorstellung, nicht?

Freitag, 21. September 2007

"Stay the course!" auf hanseatisch

Es gibt zwar bekanntlich eine Menge Gründe, den SPIEGEL zu hassen, aber doch auch ein paar ihn zu lieben. Zu letzteren gehören vor allem Autoren wie Henryk M. Broder und Claus Christian Malzahn, die das eigene Stammpublikum bei Bedarf gegen den Strich bürsten, selbst wenn sie letztlich nur als Feigenblatt dienen, um das Schüren antiamerikanischer Ressentiments durch ihren Brötchengeber vergessen zu machen.

Doch auch Gabor Steingart ist es wert, hier als eine jener Persönlichkeiten erwähnt zu werden, die die Ehre des Hamburger Nachrichtenmagazins von Zeit zu Zeit wiederherzustellen vermögen. In seinem aktuellen Artikel erinnert er uns alle daran, daß die Alliierten Berlin kaum die Freiheit hätten erhalten können, wenn sie an ihre Truppen damals dieselben Kriterien angelegt hätten, wie dies heute im Irakkrieg geschieht:

Hätte die damaligen Generäle "Benchmarks" erfüllen müssen, wären sie daran gescheitert.

[...] Hätten damals schon Blitzumfragen, Focus Groups und jene ominösen, keinem Wähler verantwortlichen Strategischen Berater das Sagen gehabt, um die Freiheit in den westlichen Sektoren Berlins wäre es nicht gut bestellt gewesen. Was heute von General Petraeus, dem Oberbefehlshaber der US-Armee in Bagdad, verlangt wird - statistisch nachweisbare Erfolge an der militärischen und der politischen Front - hätte auch der US-Oberbefehlshaber der damaligen Zeit nicht liefern können. Nach den heute in Washington gültigen Erfolgskriterien wäre es wahrscheinlich das Beste gewesen, West-Berlin feierlich an die Sowjets zu übergeben.

Gott sei Dank hießen die Vokabeln der damaligen Zeit nicht "Rückzug" und "Zeitplan", das wichtigste Wort damals hieß "Freiheit" - und nicht "Exit-Strategie".

Sein Pladoyer für den Kampf um die Freiheit des Irak krönt Steingart mit einem Hinweis auf die durchaus vorhandenen und gerade deswegen wohl auch so vehement verdrängten Parallelen zum Sieg der Alliierten über Nazideutschland. Alleine wegen der nachfolgenden Wertung des Schlußakkords der Deutschen Wehrmacht ergeht daher hiermit an alle der Lesebefehl:

[...] Allein die Ardennenoffensive Hitlers, dieses Anrennen im Auge der sich schon abzeichnenden Niederlage, war doch in Wahrheit ein einziger großer Selbstmordanschlag.

Donnerstag, 20. September 2007

Neues vom GröFdNO

Close Assad aide reiterates that Syria will respond to Israeli attack at a time and place of its choosing

Minister of Expatriates, Butheina Shabaan, who is generally regarded as President Bashar Assad’s personal mouthpiece, made this statement Tuesday, Sept 18.

Na, da nehmen die Praktikantinnen des syrischen Präsidenten das Mundstück aber ganz schön voll.

[...] According to DEBKAfile’s military sources, Damascus holds at least four proactive options for a response:

1. A sudden pinpoint attack on the Golan and attempt to seize hold of a small enclave or Israeli military position for several hours.

Das wäre zugegeben ziemlich kühn. Aber gerade wegen der im Falle israelischer Gegenwehr daraus unweigerlich resultierenden Niederlage werden sie es dann doch lieber lassen. Denn auch wenn Assad jr. sich bisher nicht gerade als alter Fuchs erwiesen hat, wird er kaum Wert darauf legen, sich vor den Augen potentieller Putschisten und seiner bedauernswerten Untertanen mehr demütigen zu lassen als unbedingt nötig.

2. A multiple casualty terrorist attack on the Golan, toward which Syrian intelligence and armed forces have been training for several months.

Ein Terroranschlag? So richtig mit Sprengstoff? Von Syrien aus organisiert? Nein, wie phantasievoll! Das wird die Israelis sicher verblüffen. So was gab's ja noch nie.

3. Indirect action against an Israeli target – either through an incursion by one of the Lebanese-based Palestinian groups under Syria’s thumb for a massive shooting operation, or through attacks on Israeli or Jewish targets outside the Middle East by external Hizballah or Palestinian cells.

Heißt das, daß die Hisbollah und die diversen Pali-Terrorgrüppchen auf Terroranschläge verzichten würden, wenn die Israelis Syrien nicht bombardiert hätten? Na, wenn's nur von derartig kleinen Mißverständnissen abhängt, dann kann der Frieden im Nahen Osten eigentlich nicht mehr allzu weit sein.

4. A Syrian strike against a strategic target inside Israel, similar to the Israeli attack which American sources report targeted an “agricultural” nuclear site in northern Syria in the first week of September. Our military sources do not believe Syria has the necessary capability for such action.

Tja, das ist eben der Unterschied zwischen einem peinlichen Großmaul und einem altehrwürdigen Revolutionär. Ein Ghaddafi hätte das in seiner Sturm- und Drang-Zeit  einfach trotzdem versucht, ganz unabhängig davon, ob's schief geht. Aber der war ja anders als dieses syrische Diktatorensöhnchen auch noch von echtem Schrot und Korn...

Mittwoch, 19. September 2007

Solidarität unter Europäern

Moskau/Paris/Brüssel/Berlin - Die EU-Kommission setzte sich heute deutlich von der Aufforderung des französischen Außenministers ab, sich im Atomstreit mit Iran auf einen Krieg vorzubereiten.

Man kann jemanden auch absichtlich mißverstehen. Kouchner hat nur darauf hingewiesen - und zwar zu recht! -, daß wenn man bei den Sanktionen nicht langsam in die Schuhe kommt, am Ende genau der Krieg droht, den man vermeiden wollte. Wenn man sich also auf irgendwas vorbereiten muß, dann auf Sanktionen. Was war daran jetzt so kompliziert?

"Die Kommission unterstützt voll und ganz die Bemühungen von Javier Solana um eine Verhandlungslösung", sagte eine Sprecherin in Brüssel. Der EU-Außenbeauftragte Solana bemüht sich seit mehr als drei Jahren um eine Einigung mit Teheran. Die Sprecherin sagte, sie könne die Äußerung Kouchners nicht direkt kommentieren.

Gerade wenn man eine Verhandlungslösung will, sollte man alles dafür tun, damit die eigene Position halbwegs glaubwürdig rüberkommt. Also sollte man die nichtmilitärischen Folterwerkzeuge erst mal deutlich sichtbar auf den Tisch legen. Allein schon, um Solana einen Gefallen zu tun. Nicht daß am Ende in seinem Zeugnis steht "er hat sich stets bemüht".

"Natürlich fordern wir Iran auf, seinen Verpflichtungen gemäß den einschlägigen Uno-Resolutionen nachzukommen", fügte sie hinzu.

Daß die EU-Appeaser das extra erwähnen müssen, sagt schon alles.

Auch Russland hält nichts von Kouchners Vorstoß. Das Land widersetzte sich bisher als Vetomacht im Weltsicherheitsrat stets härteren Sanktionen gegen Iran.

Ok, wenn die Russen sie partout unterminieren müssen, klappt's natürlich nicht mit der Verhandlungslösung.

Und Außenminister Sergej Lawrow äußerte sich während des Besuchs Kouchners in Moskau "besorgt". "Russland ist über die vielen Berichte über militärische Sanktionen gegen Iran besorgt. Kaum vorzustellen, welche Folgen das für die Region hätte", sagte Lawrow nach seinem Gespräch mit Kouchner.

Was immer das für Folgen sein mögen, aber sie werden ein harmloser Spaß sein verglichen mit den Folgen, wenn Armagaddonjetzad! und sein Jungfrauenfanclub 72 e.V. anfangen mit Atombomben um sich zu werfen.

Ähnlich wie Außenminister Lawrow äußerte sich der stellvertretende Außenminister Russlands, Alexander Losjukow. Er sagte der Tageszeitung "Wremja Novostej": "Bombardierungen gegen Iran würden mit katastrophalen Folgen enden."

Na, dann sollte das erst recht Motivation sein, bei den Sanktionen doch lieber im Team der zivilisierten Welt mitzuspielen statt bei den bösen Jungs.

[...] Offizielle Stellen in Iran versuchen, die Äußerungen Kouchners nicht allzu hoch zu hängen. Präsident Mahmud Ahmadinedschad erklärte, "wir nehmen diese Drohungen nicht ernst". Zuvor hatten bereits die staatlichen iranischen Medien Paris scharf kritisiert.

Wenn sie nur von Frankreich kämen, könnte man ihn ja noch verstehen, aber die Amis und Israelis sollte er lieber etwas ernster nehmen. Obwohl, vielleicht ist es besser so... ;-)

Der Elysée-Palast habe es übernommen, die Politik des Weißen Hauses für Europa zu übersetzen, hieß es in einem Kommentar der amtlichen Nachrichtenagentur Irna. Die französische Regierung habe einen Ton angenommen, "der noch härter, aufhetzender und unlogischer" sei als der in Washington.

Na, das ist aber mal eine schöne Wiedergutmachung nach all den Defaitismus-Schmähungen, die Frankreich unter der weisen Führung des Jacques Chirac ertragen mußte. Das adelt Kouchner ja geradezu.

In Berlin herrscht bezüglich des deutsch-französischen Verhältnisses in der Koalition und bei der Opposition inzwischen Alarmstimmung. "Da muss sich noch einiges einpendeln", lautet der vorsichtige Kommentar in den Regierungsfraktionen zum Aktivismus des neuen französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy. Drastischer sagt es der FDP-Außenpolitiker Werner Hoyer: "Die Beziehungen haben sich dramatisch verschlechtert. Das ist schon mehr als nur eine Serie von Anfangsfehlern." Er drückt damit das allgemeine Unwohlsein aus.

Ganz genau! Merkel, Münte & Co. hatten jetzt nun wirklich lange genug Zeit, dazuzulernen. Und angesichts der atemberaubenden Geschwindigkeit, mit der die Franzosen es schaffen, frühere Fehler zu korrigieren, ist das Versagen der Deutschen nur um so beschämender.

[...] Nach der internationalen Kritik an Kouchners scharfen Tönen ist man in Frankreich dabei, sich in Schadensbegrenzung zu üben. Premierminister François Fillon sagte, es müsse alles getan werden, um einen Krieg zu vermeiden. Frankreich wolle die Suche nach einer friedlichen Lösung anführen. Ex-Premierminister Dominique de Villepin warf Kouchner jedoch vor, ein falsches Signal an die USA zu senden. "Die US-Regierung muss nicht von uns zum Krieg ermutigt werden", sagte Villepin.

Na der muß ganz ruhig sein! Diktatorenversteher wie er sind es ja gerade, die die USA mit ihrer Soft-Power-Stümperei erst in jene Kriege treiben, die sie ihnen dann hinterher vorwerfen. Ohne Kasper wie ihn würden die Saddams dieser Welt kaum darauf bauen, davonkommen zu können. Da hat Kouchner noch ein hartes Stück Arbeit vor sich, um den Schaden wiedergutzumachen, den Villepin in seiner Amtszeit angerichtet hat. Drücken wir ihm die Daumen.

Dienstag, 18. September 2007

Je schlechter die Zeiten...

...desto klüger die Worte. Das Afghanistan-Debakel der Grünen hat jedenfalls auch seine Vorteile: Es gibt eine ganze Reihe bemerkenswerter Wortmeldungen, wie hier von Jost Kaiser bei Vanity Fair:

Andere haben anderes vor am Samstagnachmittag. Zum Beispiel dafür zu demonstrieren, dass Mädchen in Afghanistan nicht mehr in die Schule gehen dürfen. Oder dass endlich wieder Hinrichtungen im Fussballstadion von Kabul stattfinden können. Oder dass dekadenter Indien-Pop, ja dass überhaupt alle Musik in Afghanistan wieder verboten wird.

Die Demonstration "Frieden für Afghanistan – Bundeswehr raus" trat für all das ein. Die Teilnehmer – eine gespenstische Ansammlung von DKP und Linke-Leuten und ihre üblichen Hilfstruppen aus GEW-Lehrern, ATTAC-Studenten, verwirrten Gymnasiasten mit Wursthaaren auf dem Kopf, Chavez- und Castro-Fans, hysterischen protestantischen Omas und SED-Nostalgikern – würden das so natürlich nicht sagen. Aber sie meinen es so.

Auch wenn der letzte Satz umgekehrt noch präziser wäre, ist das eine sehr schöne Zusammenfassung des betrüblichen Sachverhalts wie auch eine ausgesprochen köstliche Beschreibung der dazugehörigen Klientel.

Hubert Kleinert wiederum, seines Zeichens selbst grüner Ex-Promi und Opfer diverser Fundi-Eskapaden, warnt vor den Gefahren des Kurswechsels für die eigenen linken Ideale und deren Aussichten auf Realisierung:

Die Grünen werden es wohl verkraften, dass sie in nächster Zeit in den Koalitionsspekulationen dieser Republik keine so prominente Rolle mehr spielen werden. Schwerer aber als der Ausfall des einen oder anderen Interviews wiegt etwas anderes: Wer mit den Grünen eine pragmatisch-linksliberale, menschenrechtliche, aber vor allem undogmatische und intelligente Politik verbindet, wird sich nach diesem Parteitag viele Fragen stellen müssen. Das vor allem kann die Partei noch teuer zu stehen kommen.

Doch sehen wir es positiv: Jetzt gibt es trotz ihrer oppositionellen Bedeutungslosigkeit endlich wieder eine Gelegenheit, sich an den Ökopaxen von einst abzureagieren. Immer nur Lafontaine & Co. ist ja auch langweilig.

Montag, 17. September 2007

Leuchtfeuer im Eiffelturm?

Also die Franzosen verblüffen einen doch immer wieder. Erst "Achse des Friedens" und jetzt machen sie plötzlich den Rambo Belmondo:

Paris - Es waren ungewöhnlich deutliche Worte aus dem Mund von Frankreichs oberstem Diplomaten: In einem Radio- und Fernsehinterview hat Außenminister Bernard Kouchner ausführlich über den Atomkonflikt mit Iran gesprochen und die Krise als große Gefahr gewertet. Die Welt müsse sich auf "das Schlimmste einstellen", warnte Kouchner gestern Abend. Auf die Nachfrage, was das Schlimmste sei, sagte der Außenminister: "Das ist der Krieg."

Damit nicht genug, hat Sarkozy anders als sein Vorgänger offenbar erkannt, daß Sanktionsgegner in Wirklichkeit nur Kriegstreiber sind:

[...] Sarkozy hatte sich kürzlich für "eskalierende Sanktionen" außerhalb der Vereinten Nationen ausgesprochen und dabei insbesondere auf die EU gezielt. "Das ist das einzige Vorgehen, das uns ermöglicht, einer katastrophalen Alternative zu entgehen: die iranische Bombe oder die Bombardierung Irans", hatte Sarkozy im August gesagt. Eine iranische Atomwaffe könne man "nicht hinnehmen".

Jetzt muß es nur noch einer den Appeaceniks so erklären, daß sogar sie es verstehen. Das allerdings dürfte zugegeben schwer werden.

UPDATE: Falls sich jetzt übrigens jemand wundern sollte, wo die Franzosen ihren lange vermißten Kampfgeist wiedergefunden haben, nun, sie haben ihn nicht wirklich gefunden, sondern einfach nur den Briten geklaut. Der ist nämlich plötzlich weg.

Sonntag, 16. September 2007

Auf den Punkt gebracht

Opposition macht dumm. Das Nicht-mehr-Regieren lässt betroffene Politiker und ihren politischen Anhang offenbar völlig verwahrlosen.

Claus-Christian Malzahn in SPIEGEL ONLINE zum (außen)politischen Selbstmord der Grünen auf ihrem Göttinger Parteitag.

Samstag, 15. September 2007

Die Wonnen der Niederlage

Schrittweiser Rückzug aus dem Irak: US-Verteidigungsminister Gates erklärt, die Zahl der GIs in dem Land könnte bis Ende 2008 auf 100.000 sinken. Damit geht er über Zahlen von George W. Bush hinaus. Die Demokraten sehen darin einen Beweis für das Scheitern der Irak-Politik des Präsidenten.

Das muß man sich mal vorstellen: Der US-Präsident glaubt, die Truppen im Irak aufgrund der verbesserten Sicherheitslage bis Juli kommenden Jahres um 30.000 Mann reduzieren zu können. Sein Verteidigungsminister rechnet das ganze dann hoch und hält es für möglich, daß bis Ende 2008 dann noch mal dieselbe Zahl abgezogen werden kann, weil die irakische Demokratie zunehmend in der Lage ist, sich selbst zu schützen. Doch statt die Sektkorken knallen zu lassen, weil endlich der lange geforderte Rückzug eingeleitet zu werden scheint, kommt aus dem demokratischen Lager heftige Kritik.

Wenn sie wenigstens argumentieren würden, daß Bush die Lage zu optimistisch sieht und es unverantwortlich ist, die Truppen zurückzuziehen, könnte man sie ja noch verstehen, aber hier bekommt man stark den Eindruck, daß die Demokraten sauer sind, gerade WEIL der Sturz des Saddam-Regimes ein größerer Erfolg war, als ihnen innenpolitisch recht sein kann, und daß sie sich über einen Sieg ihrer Todfeinde viel mehr gefreut hätten. Vielleicht werten sie aber auch einfach nur grundsätzlich den Abzug nach abgeschlossenem Regime Change und beginnender Demokratisierung als Beweis eines Fehlschlags.

Da hat der Führer den Endsieg 1947 offenbar nur knapp verpaßt.

Und jetzt die Werbung...

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