Es geschehen noch Zeichen und Wunder
Über das Transatlantic Forum bin ich auf eine FOCUS-Meldung gestoßen, die selbst in diesen verückten Zeiten noch zu verblüffen vermag. Die eher für zumindest halbpazifistische Anwandlungen bekannte Rote Heidi gibt nicht nur plötzlich den Warmonger und damit ihren eigenen Freunden in der Cut&Run-Fraktion einen kräftigen Tritt in den Hintern, sie tut dies auch mit einer ganz und gar nicht realpolitischen, sondern unverhüllt humanitär-interventionistischen Begründung, wie sie sich selbst der finsterste NeoCon in den dunklen Gewölben des American Enterprise Institute nicht schauriger hätte ausdenken könnte:
Wieczorek-Zeul warnte, ein militärischer Rückzug wäre ein Sieg der Terroristen und eine Ermutigung für Gewalttäter mit kaum abschätzbaren Folgen auch für Europa und Deutschland. „Wir haben in Afghanistan bereits viel erreicht und große Erfolge erzielt. Wenn wir diese nicht aufgeben wollen, dürfen wir in unserem Engagement nicht nachlassen“, sagte Wieczorek-Zeul. „Wer einmal in die Augen kleiner Mädchen gesehen hat, die jetzt wieder die Schule besuchen dürfen, wird dafür kämpfen, dass die Gewaltherrschaft der Taliban nicht zurückkehrt.“
Auf die Reaktionen ihrer - jetzt vermutlich nur noch ehemaligen - Jünger freue ich mich jedenfalls jetzt schon.

Das ist wirklich eine (positive) Überraschung, hätte ich nicht von ihr erwartet.
Die Heidi ist ganz schön defait :)
Kommentiert von: Der_SP | Donnerstag, 26. Juli 2007 um 19:44 Uhr
yeap und all die erfolge, die im uebrigen ohne Schutz der Kaempfenden Einheiten nicht moeglich waeren, sind null und nichtig wenn die ersten Probleme auftauchen.
Frau Wieczorek-Zeul wendet ihre Meinung schneller als selbst der Spiegel gucken kann wenn es mal ernst wird fuer deutsche Soldaten oder wenn die boesen Amis mal wieder "Zivilisten" bombaidert haben.
Kommentiert von: Auslaender | Donnerstag, 26. Juli 2007 um 21:02 Uhr
Daraus könnten die Taliban und ihre Freunde doch glatt eine Dolchstoßlegende basteln.
Kommentiert von: alibaba | Freitag, 27. Juli 2007 um 04:38 Uhr
@ Auslaender
Völlig richtig, Politiker wie HW-Z kann man nicht ernst nehmen. Die hat wohl ihre fünf humanitär-interventionistischen Minuten gehabt.
Kommentiert von: Chewey | Freitag, 27. Juli 2007 um 08:49 Uhr
Erst die Heidi dann der Kurt:
http://www.welt.de/politik/article1061640/SPD-Chef_erwaegt_Entsendung_weiterer_Soldaten.html
...und dann auch das noch:
http://blog.zeit.de/kosmoblog/?p=936
Da bröckelt wohl die Front der Non-Interventionisten? Haben die Amis etwa doch was richtig gemacht?
Kommentiert von: alibaba | Samstag, 28. Juli 2007 um 12:18 Uhr
@ alibaba
Da scheint jemand zu begreifen, daß er mit seinem bisherigen Verhalten genau das Gegenteil von dem erreicht hat, was er eigentlich wollte. Sehr schön.
Kommentiert von: Paul13 | Samstag, 28. Juli 2007 um 12:49 Uhr
die anti-amerika- w.-z. und diese hier, ist kein widerspruch.
sie ist ja auch frauen- und mädchenbewegt und dieser impuls hat wohl b eim sprechen dieser worte üebrwogen. das heisst keineswegs, dass der andere impuls, notorischer anti-amerikanismus, verschwunden ist.
Kommentiert von: vanity fair | Mittwoch, 01. August 2007 um 17:27 Uhr
@ vanity fair
Da kann man nur hoffen, daß ihre feministische Ader in Zukunft öfter durchkommt. ;-)
Kommentiert von: Paul13 | Donnerstag, 02. August 2007 um 12:03 Uhr