Mein Foto

Letzte Kommentare

Letzte Einträge

Februar 2008

Mo Di Mi Do Fr Sa So
        1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29    

Archiv (Typepad)

Kategorien

Powered by TypePad
Mitglied seit 01/2005

« Mai 2007 | Start | Juli 2007 »

43 Artikel von Juni 2007

Freitag, 29. Juni 2007

Das Wort zum Freitag

Auch auf die Gefahr hin, daß ich mir damit keine Freunde mache, aber in meinem unwiderstehlichen Drang, gegen den Strom zu schwimmen, bin ich inzwischen in Köln-Ehrenfeld angekommen. Da planen sie bekanntlich eine etwas größere Moschee, und das stößt offenbar den meisten Menschen sauer auf. Schade eigentlich, denn wenn ich mir die Bilder des Entwurfs so anschaue, dann kann ich nur sagen "Hut ab! Das ist ja mal was. Warum nicht öfter so?" Führt man sich nämlich vor Augen, wie häßlich hierzulande oft gebaut wird, ohne daß sich eine Bürgerinitiative oder auch nur das ästhetische Empfinden dagegen wendet, dann ist man geneigt, voller Ehrfurcht auf die Knie zu fallen, auch ohne dafür vorher zum Islam konvertiert zu sein.

Denn das, was der Architekt Paul Böhm da auf die Beine bzw. die Stahlträger gestellt hat, ist ohne protzig zu sein wirklich eine beeindruckende Synthese aus klassischen Elementen und der Moderne. Das ist schlicht, aber doch richtig hübsch, und wenn man hört, daß jetzt wieder daran herumgedoktert werden soll, um die Minarette zu verstümmeln, dann könnte man heulen. So ein Prachtbau als Wahrzeichen würde den meisten Städten zur Ehre gereichen, doch statt darauf stolz zu sein, sind die Ehrenfelder dagegen. Nun könnte man das vielleicht noch verstehen, wenn sie dafür halbwegs vernünftige Gründe hätten, aber schaut man sich die einzelnen gegen den Moscheebau vorgebrachten Argumente an, dann wirkt keins davon wirklich überzeugend, im Gegenteil:

1. Die Moschee zerstört gewachsene Strukturen

Dieses Argument hat man so ähnlich, oder besser gesagt genauso, schon von den Gegnern der McDonalds-Filiale in Berlin-Kreuzberg gehört. Und damit ist es auch genauso idiotisch. Wir leben in einem - zumindest rudimentären - Kapitalismus, und da sollte es einem Eigentümer schon noch erlaubt sein, in einem gewissen Rahmen über sein Eigentum zu verfügen, ohne erst die Nachbarn um ihr Einverständnis zu fragen. Und wenn damit eine vorhandene Nachfrage nach einem Gut oder einer Dienstleistung befriedigt wird und sich das Konzept somit durchsetzt, dann ist eben genau das die gewachsene Struktur, die es zu schützen gilt, und nicht der zweifelhafte Versuch, selbiges zu verhindern. Solange die Religionsfreiheit der Gewerbefreiheit nicht nachgeordnet wird, ist das Bereitstellen eines Platzes für die Religionsausübung jedenfalls genauso zulässig wie einer für die Nahrungsaufnahme.

2. Die Moschee verschandelt das Stadtbild

Ohne Euch zu nahe treten zu wollen, liebe Ehrenfelder, aber das ist ja wohl ein Witz! Ich würde sagen, jetzt lachen wir da alle mal gemeinsam drüber und dann vergessen wir das ganz schnell wieder. Denn bei allem Respekt, aber so spektakulär ist diese Aussicht jetzt wirklich nicht, daß sie durch das eine oder andere Minarett großartig abgewertet würde. Im Gegenteil, diese Moschee wäre architektonisch mit Sicherheit ein Gewinn und könnte sogar zu einer Kölner Attraktion werden, die neben muslimischen Gläubigen auch eine Menge Touristen anderer Religionen anzieht. Und wenn die erst mal ihr Geld in all den neu entstehenden Geschäften in Ehrenfeld lassen, werden die im Sonnenuntergang glänzenden Minarette auch in den Augen vieler, die sie heute noch als Bedrohung empfinden, plötzlich wunderschön sein.

3. Die Moschee zieht kriminelles Gesindel an

Also in der geplanten Moschee werden sich vielleicht reaktionäre Patriarchen mit zugegeben nicht mehr ganz zeitgemäßen Vorstellungen von Traditionspflege und Familienehre ein Stelldichein geben, aber die schikanieren im allgemeinen eher ihre Angehörigen als ihre Nachbarn. Die immer wieder gerne angeführten türkischen Türsteher und arabischen Drogendealer hingegen dürften sich nun wirklich in den seltensten Fällen in eine Moschee verirren. Da müßte man eher gewisse Etablissements in Bahnhofsnähe schließen, und ob das allen Gegnern des Moscheebaus wirklich so recht wäre, wage ich mal zu bezweifeln. Denn wer weiß, ob man in den einschlägigen Lokalen nicht auch den einen oder anderen Ehrenmann wiedertreffen würde, der in der Bürgerinitiative noch lautstark gegen seine dortigen Zimmernachbarn gewettert hat. Also laßt mal die Kirche bzw. Moschee im Dorf.

4. Die Moschee begünstigt terroristische Umtriebe

Das ist das vielleicht dümmste Argument, denn es ist eher eins für als gegen die Moschee. Mal ganz davon abgesehen, daß sich die Terroristen und ihre Einpeitscher hierzulande nicht gerade darum bemühen, im Rampenlicht zu stehen, wäre es selbst dann, wenn sie sich in aller Öffentlichkeit zur freitäglichen Haßpredigt zu treffen, gerade aus Sicherheitsgründen vorteilhaft, wenn sie sich zu diesem Zweck auf einen einzigen Ort einigen könnten. Dann kann man sie nämlich nicht nur mit weniger Personal überwachen (so viele Arabisten hat der Verfassungsschutz dann doch nicht), man läuft in einer Menschenmenge von mehreren hundert oder tausend Menschen auch deutlich weniger Gefahr entdeckt zu werden (zumindest so lange man auf Schlapphut und Trenchcoat verzichtet) als in einer Hinterhofgarage, wo sich die anderen alle persönlich kennen.

5. Die Moschee belästigt die Anwohner

Dieser Kritikpunkt ist im Prinzip der einzige, welcher tatsächlich ernst genommen werde muß, denn es geht natürlich nicht an, daß die Anwohner wegen eines Großprojekts in ihrer Nähe selber keine Parkplätze mehr kriegen. Nur, das sind Bedenken, die auch dann gelten, wenn dort ein neuer Karstadt hingesetzt werden würde. Und was macht man dann? Richtig, man baut ein Parkhaus. Genauso verhält es sich mit dem gefürchteten Muezzin. Der darf natürlich genauso wenig zu nachtschlafender Zeit rufen wie man morgens um 5 von Glockengeläut geweckt werden möchte. Auch für Religionsgemeinschaften gibt es schließlich kein Grundrecht auf Ruhestörung. Wenn es aber schon so spät ist, daß sogar die Bauarbeiter ihre Preßlufthämmer anwerfen dürfen, gibt es keine Berechtigung, Don Camillo zu verweigern, vom Kirchturm aus Peppone zu ärgern.

Wenn also gewisse Auflagen hinsichtlich Infrastruktur und Ruhezeiten durchgesetzt werden, gibt es wie gesagt keinen vernünftigen Grund, den Moscheebau mehr abzulehnen als beispielsweise den einer Kirche, eines Kaufhauses oder eines Schnellrestaurants. Gleichzeitig spricht sogar einiges für den Bau. Vielleicht sollten die Deutschen, die in allem Neuen immer erst mal nur die Risiken und Gefahren sehen, etwas amerikanischer werden. Dort sieht man nämlich vor allem die Chancen und Vorteile, was sich unterm Strich nicht nur in einem höheren Lebensstandard, sondern auch in größerer subjektiver Zufriedenheit niederschlägt. Und bei der Toleranz gegenüber "den anderen" können sich die Deutschen offenbar auch einiges von ihnen abgucken. Also, liebe Ehrenfelder, weckt den Amerikaner in Euch!

In der Hoffnung, wenigstens einige Moscheegegner überzeugt zu haben, würde mich jetzt natürlich interessieren, ob meine Argumente wirklich verfangen haben oder nicht. Deswegen hier die Freitagsfrage:

Donnerstag, 28. Juni 2007

Besser spät als nie

Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Linkssozialisten setzen sich für von Islamisten verfolgte Christen ein. Und damit nicht genug, erwarten sie deren Schutz durch die im Irak stationierten US-Truppen. So geschehen bei Bloggerkollegen (oder muß ich hier sagen Bloggergenossen?) Che:

Unter den Augen der US-Truppen, die bislang tatenlos blieben, läuft im Irak die "ethnische Säuberung" gegen die assyrische Minderheit weiter.

Was die angebliche Tatenlosigkeit der US-Truppen betrifft, so sind diese derzeit durchaus engagiert dabei, den Islamisten anständig Feuer unterm Hintern zu machen, können aber eben nicht überall zugleich sein. Zudem helfen die USA nicht nur militärisch, sondern auch durch finanzielle Unterstützung der Opfer.

Man braucht im übrigen nicht all zu viel Phantasie um sich auszumalen, was los wäre, wenn die Amis es tatsächlich wagen würden, sich im Irak bevorzugt um die Christen zu kümmern. Die dazu passenden Verschwörungstheorien über muslimhassende Kreuzfahrer liegen jedenfalls jetzt schon abrufbereit vor.

Wobei noch anzumerken wäre, daß Che's Warlog bisher ehrlich gesagt nicht sonderlich durch die Forderung nach dem Einsatz zusätzlicher westlicher Truppen zum Schutz irakischer Bürger vor islamischen Terroristen aufgefallen ist. Aber gut, jeder kann natürlich im Laufe der Zeit dazulernen.

Was angesichts richtiger, von Regierungen systematisch durchgeführten Völkermorde wie in Darfur und ethnischen Säuberungen wie in Bosnien hingegen etwas befremdlich wirkt, sind inflationär genutzte Titelzeilen wie "Massenmord an den Assyrern fast vollendet" und "Genozid an den Assyrern".

Denn die Assyrer selbst reden lieber von einem "beginnenden Genozid", was angesichts der von ihnen angegebenen Gesamtzahl von 268 terrorbedingten Todesopfern in den letzten 4 Jahren immer noch eindrucksvoll genug klingen sollte, um eine angemessene Aufmerksamkeit zu erregen.

Vor allem, wenn man sich vor Augen führt, daß die assyrischen Christen demnach nicht nur in absoluten Zahlen, sondern auch umgerechnet auf ihren Anteil an der Gesamtbevölkerung um ein vielfaches weniger Terroropfer zu beklagen hätten als beispielsweise sunnitische oder schiitische Muslime.

Assyrische Stimmen fordern mittlerweile die Einrichtung einer Schutzzone in Niniveh, weil "ein Ghetto besser ist als der Tod". Aber dieses Thema interessiert wahrscheinlich wieder keine Sau.

Das ist leider richtig. Aber seien wir ehrlich: Im Schnitt ein halbes Dutzend über das ganze Land verstreute Tote pro Monat sind angesichts von publikumswirksamem Terroranschlägen mit zig, wenn nicht hunderten von Toten in Nähe der klimatisierten Baghdader Journalistenhotels nun mal nicht konkurrenzfähig.

Und selbst wenn sie das wären, so sind für die Medien Verbrechen, die man nicht wenigstens indirekt den Amerikanern oder Israelis in die Schuhe schieben kann, uninteressant. Sonst wären die Assyrer damals, als Saddam sie gleich zu zehntausenden umbringen ließ, wenigstens einmal auf die Titelseiten gekommen.

Wobei dieser - nennen wir es zielgruppenoptimierte - Blickwinkel auf die reale Welt, der die Opfer anhand des Platzes der Täter auf der Beliebtheitsskala der eigenen Leser bzw. Zuschauer für Veröffentlichung bzw. Papierkorb selektiert, jetzt keine wirklich neue Erkenntnis ist. Na ja, für einige wahrscheinlich schon.

UPDATE: Während diese Zeilen geschrieben wurden, kamen auch schon die ersten Kommentare zu Ches Artikel, von denen einer sowie die dazugehörige Antwort des Blogbetreibers den Lesern nicht vorenthalten werden sollten:

Jolly Rogers: frag doch mal den sauerkrautpaul oder den general osten-sacken, was sie von der sache halten. das sind doch die eifrigsten kämpfer für das menschenrecht im irak.

Hierzu muß man wissen, daß der hier so sehr um die Menschenrechte besorgte Jolly Rogers in seinen früheren Inkarnationen als Artur bzw. Nixxon zur Lösung vergleichbarer Probleme auch schon mal 50.000 tschetscheniengestählte Russen oder tibeterfahrene Chinesen einfliegen lassen wollte.

Che2001: Der Eine würde sich wohl eher für die Heiligsprechung von Tony Blair aussprechen und der Andere vor allem heftigst bestreiten, dass es kurdische Christenverfolger gibt.

Also was die Heiligsprechung betrifft, die ist schon so gut wie in trockenen Tüchern. Wenn Tony erst mal wie angekündigt zum Katholizismus konvertiert ist, krieg ich den Papst auch noch rum. Und falls doch nicht, lasse ich die 6. Flotte eben den Vatikan bombardieren. Das reicht dann in der Regel.

In Sachen Osten-Sacken hingegen sollten sie besser den Ball flach halten. Denn der hat diese Problematik bereits angesprochen, als Che & Jolly sich noch mit der Bedrohung Deutschlands durch Großkapital, Repressionsapparat, illegale Autorennen und nichtassyrische Christen beschäftigten.

P.S.: Aber genug der bloggerinternen Kabbeleien, in der Sache ist es ja wirklich lobenswert, daß Che sich der Sache angenommen hat, obwohl bzw. gerade weil sie mit der in seinen Kreisen üblichen "Ami go home!"-Rhetorik nicht kompatibel ist. Deshalb sei hier noch mal wohlwollend auf seinen Veranstaltungsaufruf hingewiesen.

Mittwoch, 27. Juni 2007

Energie: Iran rationiert Benzin für Privatautos

Wer den Spruch "Wenn die Sozialisten in der Wüste die Macht übernehmen, wird der Sand knapp" nur auf Chavez, Mugabe und Genossen anwendet, tut ihnen bitter unrecht. Islamisten können das nämlich genauso gut:

Es ist eines der ölreichsten Länder der Welt, aber in Iran erhalten die Bürger ab sofort nur noch 100 Liter Benzin pro Monat - in der Hauptstadt Teheran kam es zu Protesten.

Aber vielleicht könnten die Iraner ihre Autos ja auf Atomkraft umrüsten. Dann würde die Urananreicherung energiepolitisch endlich den Sinn machen, den sie der iranischen Propaganda zufolge angeblich schon immer hatte.

Tony Blair: Ein großer europäischer Staatsmann tritt ab

Was für ein Scheißtag. Vielleicht sollte ich mich heute mal aus Frust besaufen, wenn der Anstand es mir schon verbietet, Gordon Brown die Krätze an den Hals zu wünschen. Wenigstens vermag mich Mathias Döpfners angemessene Würdigung von Blairs historischen Verdiensten in der WELT ein bißchen zu trösten. Na ja, sagen wir ein klitzekleines bißchen. Aber immerhin:

[...] es ist die Botschaft von Tony Blair, der an seinem Programm mehr zu hängen scheint als an seinem Amt.

Ist es das, was ihn beim Mittagessen so selbstbewusst, so sicher in die Zukunft fragen lässt? Oder ist es die Ahnung, dass das öffentliche Urteil des Augenblicks nicht das letzte Wort haben wird?

In jedem Fall spricht hier einer, der noch etwas vorhat. Und den die Geschichte – in einigem Abstand zu den Erregungen des Tages – ganz anders beurteilen könnte als die Gegenwart.

Tony Blair gehört zu den großen Staatsmännern, die Europa seit Kriegsende hervorgebracht hat.

Döpfner nutzt dabei die Gelegenheit, um ein weitverbreitetes Vorurteil hinsichtlich des Verhältnisses von Blair zu Bush aus der Welt zu räumen:

[...] Schon 1997 vertraute er dem Führer der britischen Liberaldemokraten, Paddy Ashdown, an: „Ich habe jetzt einiges über den Irak gesehen. Wirklich furchterregend. Wir können ihn (Saddam Hussein) nicht davonkommen lassen. Die Welt denkt, er spiele nur mit uns. Aber nein, es ist tödlicher Ernst.“ (Nachzulesen in „The Ashdown Diaries“ vom 15. November 1997.) Blair zum Pudel Bushs zu machen, obwohl der amerikanische Präsident dieses Thema erst ein halbes Jahrzehnt später entdeckte, ist angesichts der Chronologie und der Dimension des Falles lächerlich.

Liest man dann die folgenden Zeilen, dann schämt man sich für das drittklassige Personal, das wir dagegen - in Regierung wie Opposition! - aufzubieten haben.

[...] Blair ist, bei aller Biegsamkeit im Tagespragmatischen, ein Mann der Grundsätze. Insofern verkörpert er genau das, was wir von unseren Politikern immer fordern: gelassene Überzeugtheit und den Mut, seine Überzeugungen auch gegen Stimmungen in der eigenen Partei durchzusetzen. Blair hat das wiederholt getan.

[...] Auf die beim Mittagessen gestellte Frage, ob er bei seiner Positionierung in Sachen Irak und Islamismus vor vielen Jahren geahnt habe, dass ihn das eines Tages seine Macht kosten könnte, antwortet er entwaffnend. Um den Erhalt des Amtes willen eine vermurkste Gesundheitsreform durchwinken, das könne auch ihm passieren, aber es gebe eben Fragen, die seien so wichtig, da dürfe es nur um richtig oder falsch gehen und nicht um die Angst vor dem Machtverlust.

[...] Der heitere Moralist geht in dem Bewusstsein, bei allen Fehlern im Kern das Richtige getan zu haben.

Einer wie Blair wird in Europa noch gebraucht werden.

Traurige, aber wahre Worte.

Dienstag, 26. Juni 2007

Who Killed Palestine?

Heute ist offenbar der Tag der genialen Bonmots. Angesichts der Tatsache, daß nach dem israelischen Abzug aus Gaza der Kampf der Palästinenser gegen Müllberge und Arbeitslosigkeit anders als der gegen israelische Zivilisten nicht wirklich überzeugend war, kann man jedenfalls nur zu demselben Schluß kommen wie Bret Stephens:

Nothing has so completely soured the world on the idea of a Palestinian state as the experience of it.

Vielleicht muß man sich allmählich wieder daran gewöhnen, die Palästinenser als das zu sehen, was sie bis zu ihrer Erfindung im Jahre 1964 schon mal waren:

"Palestine," as we know it today, will revert to what it was--shadowland between Israel and its neighbors--and Palestinians, as we know them today, will revert to who they were: Arabs.

Da spricht jemand ein großes Wort gelassen aus.

"What Iraq needs, however, is not another moustache"

Besser als mit diesen Worten kann man den Irrtum westlicher Kulturrelativisten wie arabischer Despoten, die den Irak von der harten Hand eines strengen Diktators regiert sehen möchten, kaum auf den Punkt bringen. Kombiniert mit einer Zusammenfassung der jüngsten militärischen Entwicklungen im Irak und einer Ermahnung an dessen Regierung, die daraus resultierenden Chancen nicht wieder durch politischen Stillstand zu verspielen, ist dieser Artikel von Amir Taheri ein absolutes "must read"!

Montag, 25. Juni 2007

Broder in Hochform!

Der Beweis, daß im Kulturteil des SPIEGEL auch mal was interessantes stehen kann:

Wer heute die Werte der Aufklärung verteidigen will, der muss intolerant sein, der muss Grenzen ziehen und darauf bestehen, dass sie nicht überschritten werden. Der darf "Ehrenmorde" und andere Kleinigkeiten nicht mit dem "kulturellen Hintergrund" der Täter verklären und den Tugendterror religiöser Fanatiker, die Sechzehnjährige wegen unkeuschen Lebenswandels hängen, nicht zur Privatangelegenheit einer anderen Rechtskultur degradieren, die man respektieren müsse, weil es inzwischen als unfein gilt, die Tatsache anzusprechen, dass nicht alle Kulturen gleich und gleichwertig sind.

Unbedingt lesen!

Samstag, 23. Juni 2007

Goslar reloaded?

Die Mehrheit der Deutschen plädiert einer Umfrage zufolge für den Abzug der Bundeswehrsoldaten aus Afghanistan. Wie der "Focus" heute berichtet, sprachen sich 61 Prozent der vom Meinungsforschungsinstitut polis/USUMA befragten Bundesbürger dafür aus, den Bundeswehreinsatz am Hindukusch zu beenden. Lediglich 36 Prozent hielten es für richtig, das militärische Engagement der Deutschen wie bisher fortzusetzen.

61%? Na, angesichts von Gerhard Schröders beeindruckender Performance in der Zielgeraden 2002 dürften diejenigen, die mir heute morgen als Zeichen des offenbar allmählich beginnenden Wahlkampfaktionismus unter dem Titel "Holt die Jungs heim!" unter anderem das hier in den Briefkasten geworfen haben, dem 27. Januar relativ entspannt entgegensehen:

Wie viele deutsche Soldaten müssen noch in Zinksärgen aus Afghanistan nach Hause kommen? Das Land am Hindukusch wird zum zweiten Irak. Für Deutschland gibt es da nichts zu verteidigen, aber viel zu verlieren.

Deutschland hatte in Afghanistan einen ausgezeichneten Ruf. Wir waren geschätzt als ehrliche Partner und Ratgeber. Dieser gute Ruf wird runiniert, weil wir als Hilfstruppen der Amerikaner tatenlos danebenstehen, während das Land wieder ins Chaos versinkt.

Der Versuch, das Land am Hindukusch militärisch zu besetzen und eine proamerikanische Regierung zu installieren, scheitert. Die ausländischen Besatzungstruppen stehen vor einem harten Guerillakrieg, der Jahrzehnte dauern kann und auch mit größten Opfern nicht zu gewinnen ist.

Statt die Augen zu verschließen und jede Rückzugsdebatte für tabu zu erklären, muß die Bundesregierung den Bürgern reinen Wein einschenken. Angesichts des sich abzeichnenden Desasters gibt es nur eine logische Konsequenz: Holt unsere Jungs heim, bevor es zu spät ist.

Und jetzt dürfen die Leser dreimal raten, wer für dieses Geschwurbel verantwortlich ist. Kleiner Tip, damit's nicht allzu schwer wird: Unser lieber Ivan ist es trotz des für ihn nicht untypischen Geredes von Zinksärgen, Hilfstruppen, Regierungsinstallationen, Besatzern und Desastern ausnahmsweise mal nicht.

Bartels strikes again

Einen Eindruck davon, warum die Fatah in der Bevölkerung kaum Rückhalt hat, gibt zum Beispiel der Bericht von Ulrike Putz bei Spiegel Online direkt aus dem Folterkeller eines Fatah-Geheimdienstes, der nun von der Hamas für die Öffentlichkeit geöffnet wurde.

Na, Marcel, da haben wir den Artikel wohl nicht ganz zu Ende gelesen, was? Denn Frau Putz sagt noch etwas anderes:

Im Nebenraum des Pförtnerhäuschens trocknen von Fliegen umschwirrt große Blutlachen. "Die Fatah hat diesen Raum für Erschießungen genutzt", sagt der Kassam-Milizionär.

Warum der Sicherheitsdienst Hinrichtungen in einem Raum mit zwei Fenstern direkt neben der Toreinfahrt vorgenommen haben soll, in einem Komplex mitten in einem Wohnviertel - das wird nicht klar.

Der Verdacht drängt sich auf, das Abu Mohammeds Männer hier Fatah-Männer erschossen haben könnten, die sich ergeben wollten. Augenzeugen hatten am vergangenen Donnerstag berichtet, dass den Fatah-Verteidigern des Gebäudes einem nach dem anderen in den Kopf geschossen wurde, als sie sich schließlich mit bloßem Oberkörper und erhobenen Händen ergeben wollten.

Aber ich vergaß, der Abu Mohammed hat ja gesagt, "das wäre unislamisch". Und seit der Zerstörung der Twin Towers durch die CIA weiß ja jedes Kind, daß ehrbare Islamisten sowas nie tun würden. Da klingt es natürlich nur logisch, daß sich der Zustimmungsgrad für palästinensische Terroristen vor allem danach berechnet, wie gut sie die Genfer Konvention auswendig gelernt haben.

Denn falls doch mal jemand in ihrem Namen exekutiert werden sollte, dann haben sich natürlich nur ihre Gegner wieder in die falsche Flagge gewickelt. Und weil die amerikanischen und israelischen gerade aus sind (kommt vermutlich vom andauernden Flaggenverbrennen, selbst Flaggen-Schlüter kommt mit der Produktion nicht mehr nach), nehmen sie jetzt halt die von der armen Hamas.

P.S.: Schade, daß es das Parteibuch noch nicht lange genug gibt. Ich möchte wetten, daß Du früher, als die siegreichen Helden von der Hamas noch die Schmuddelkinder waren, Arafat und seiner Mörderbande den Darmausgang mehr als einmal von innen ausgeleuchtet hast.

Freitag, 22. Juni 2007

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Zweifellos der Lacher des Tages! Das kommt davon, wenn sich die Perspektiven aufgrund des permanenten Blicks durch die russische Lupe im Laufe der Zeit all zu sehr verzerren. Dann vermag man die falschen Freunde von den noch falscheren irgendwann nicht mehr zu unterscheiden.

P.S.: Ob die Haare des Herrn auf dem Bild (gemeint ist natürlich das im Hintergrund!) eigentlich gefärbt sind?

Und jetzt die Werbung...

Kürzlich aktualisierte Weblogs

Wer nicht suchet, der findet

Sonstige Komplizen und Helfershelfer

Andere Marsch - flugkörper - diplomaten

Viel Feind, viel Ehr'

Geile Mucke