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Freitag, 29. Juni 2007

Das Wort zum Freitag

Auch auf die Gefahr hin, daß ich mir damit keine Freunde mache, aber in meinem unwiderstehlichen Drang, gegen den Strom zu schwimmen, bin ich inzwischen in Köln-Ehrenfeld angekommen. Da planen sie bekanntlich eine etwas größere Moschee, und das stößt offenbar den meisten Menschen sauer auf. Schade eigentlich, denn wenn ich mir die Bilder des Entwurfs so anschaue, dann kann ich nur sagen "Hut ab! Das ist ja mal was. Warum nicht öfter so?" Führt man sich nämlich vor Augen, wie häßlich hierzulande oft gebaut wird, ohne daß sich eine Bürgerinitiative oder auch nur das ästhetische Empfinden dagegen wendet, dann ist man geneigt, voller Ehrfurcht auf die Knie zu fallen, auch ohne dafür vorher zum Islam konvertiert zu sein.

Denn das, was der Architekt Paul Böhm da auf die Beine bzw. die Stahlträger gestellt hat, ist ohne protzig zu sein wirklich eine beeindruckende Synthese aus klassischen Elementen und der Moderne. Das ist schlicht, aber doch richtig hübsch, und wenn man hört, daß jetzt wieder daran herumgedoktert werden soll, um die Minarette zu verstümmeln, dann könnte man heulen. So ein Prachtbau als Wahrzeichen würde den meisten Städten zur Ehre gereichen, doch statt darauf stolz zu sein, sind die Ehrenfelder dagegen. Nun könnte man das vielleicht noch verstehen, wenn sie dafür halbwegs vernünftige Gründe hätten, aber schaut man sich die einzelnen gegen den Moscheebau vorgebrachten Argumente an, dann wirkt keins davon wirklich überzeugend, im Gegenteil:

1. Die Moschee zerstört gewachsene Strukturen

Dieses Argument hat man so ähnlich, oder besser gesagt genauso, schon von den Gegnern der McDonalds-Filiale in Berlin-Kreuzberg gehört. Und damit ist es auch genauso idiotisch. Wir leben in einem - zumindest rudimentären - Kapitalismus, und da sollte es einem Eigentümer schon noch erlaubt sein, in einem gewissen Rahmen über sein Eigentum zu verfügen, ohne erst die Nachbarn um ihr Einverständnis zu fragen. Und wenn damit eine vorhandene Nachfrage nach einem Gut oder einer Dienstleistung befriedigt wird und sich das Konzept somit durchsetzt, dann ist eben genau das die gewachsene Struktur, die es zu schützen gilt, und nicht der zweifelhafte Versuch, selbiges zu verhindern. Solange die Religionsfreiheit der Gewerbefreiheit nicht nachgeordnet wird, ist das Bereitstellen eines Platzes für die Religionsausübung jedenfalls genauso zulässig wie einer für die Nahrungsaufnahme.

2. Die Moschee verschandelt das Stadtbild

Ohne Euch zu nahe treten zu wollen, liebe Ehrenfelder, aber das ist ja wohl ein Witz! Ich würde sagen, jetzt lachen wir da alle mal gemeinsam drüber und dann vergessen wir das ganz schnell wieder. Denn bei allem Respekt, aber so spektakulär ist diese Aussicht jetzt wirklich nicht, daß sie durch das eine oder andere Minarett großartig abgewertet würde. Im Gegenteil, diese Moschee wäre architektonisch mit Sicherheit ein Gewinn und könnte sogar zu einer Kölner Attraktion werden, die neben muslimischen Gläubigen auch eine Menge Touristen anderer Religionen anzieht. Und wenn die erst mal ihr Geld in all den neu entstehenden Geschäften in Ehrenfeld lassen, werden die im Sonnenuntergang glänzenden Minarette auch in den Augen vieler, die sie heute noch als Bedrohung empfinden, plötzlich wunderschön sein.

3. Die Moschee zieht kriminelles Gesindel an

Also in der geplanten Moschee werden sich vielleicht reaktionäre Patriarchen mit zugegeben nicht mehr ganz zeitgemäßen Vorstellungen von Traditionspflege und Familienehre ein Stelldichein geben, aber die schikanieren im allgemeinen eher ihre Angehörigen als ihre Nachbarn. Die immer wieder gerne angeführten türkischen Türsteher und arabischen Drogendealer hingegen dürften sich nun wirklich in den seltensten Fällen in eine Moschee verirren. Da müßte man eher gewisse Etablissements in Bahnhofsnähe schließen, und ob das allen Gegnern des Moscheebaus wirklich so recht wäre, wage ich mal zu bezweifeln. Denn wer weiß, ob man in den einschlägigen Lokalen nicht auch den einen oder anderen Ehrenmann wiedertreffen würde, der in der Bürgerinitiative noch lautstark gegen seine dortigen Zimmernachbarn gewettert hat. Also laßt mal die Kirche bzw. Moschee im Dorf.

4. Die Moschee begünstigt terroristische Umtriebe

Das ist das vielleicht dümmste Argument, denn es ist eher eins für als gegen die Moschee. Mal ganz davon abgesehen, daß sich die Terroristen und ihre Einpeitscher hierzulande nicht gerade darum bemühen, im Rampenlicht zu stehen, wäre es selbst dann, wenn sie sich in aller Öffentlichkeit zur freitäglichen Haßpredigt zu treffen, gerade aus Sicherheitsgründen vorteilhaft, wenn sie sich zu diesem Zweck auf einen einzigen Ort einigen könnten. Dann kann man sie nämlich nicht nur mit weniger Personal überwachen (so viele Arabisten hat der Verfassungsschutz dann doch nicht), man läuft in einer Menschenmenge von mehreren hundert oder tausend Menschen auch deutlich weniger Gefahr entdeckt zu werden (zumindest so lange man auf Schlapphut und Trenchcoat verzichtet) als in einer Hinterhofgarage, wo sich die anderen alle persönlich kennen.

5. Die Moschee belästigt die Anwohner

Dieser Kritikpunkt ist im Prinzip der einzige, welcher tatsächlich ernst genommen werde muß, denn es geht natürlich nicht an, daß die Anwohner wegen eines Großprojekts in ihrer Nähe selber keine Parkplätze mehr kriegen. Nur, das sind Bedenken, die auch dann gelten, wenn dort ein neuer Karstadt hingesetzt werden würde. Und was macht man dann? Richtig, man baut ein Parkhaus. Genauso verhält es sich mit dem gefürchteten Muezzin. Der darf natürlich genauso wenig zu nachtschlafender Zeit rufen wie man morgens um 5 von Glockengeläut geweckt werden möchte. Auch für Religionsgemeinschaften gibt es schließlich kein Grundrecht auf Ruhestörung. Wenn es aber schon so spät ist, daß sogar die Bauarbeiter ihre Preßlufthämmer anwerfen dürfen, gibt es keine Berechtigung, Don Camillo zu verweigern, vom Kirchturm aus Peppone zu ärgern.

Wenn also gewisse Auflagen hinsichtlich Infrastruktur und Ruhezeiten durchgesetzt werden, gibt es wie gesagt keinen vernünftigen Grund, den Moscheebau mehr abzulehnen als beispielsweise den einer Kirche, eines Kaufhauses oder eines Schnellrestaurants. Gleichzeitig spricht sogar einiges für den Bau. Vielleicht sollten die Deutschen, die in allem Neuen immer erst mal nur die Risiken und Gefahren sehen, etwas amerikanischer werden. Dort sieht man nämlich vor allem die Chancen und Vorteile, was sich unterm Strich nicht nur in einem höheren Lebensstandard, sondern auch in größerer subjektiver Zufriedenheit niederschlägt. Und bei der Toleranz gegenüber "den anderen" können sich die Deutschen offenbar auch einiges von ihnen abgucken. Also, liebe Ehrenfelder, weckt den Amerikaner in Euch!

In der Hoffnung, wenigstens einige Moscheegegner überzeugt zu haben, würde mich jetzt natürlich interessieren, ob meine Argumente wirklich verfangen haben oder nicht. Deswegen hier die Freitagsfrage:

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Folgende Weblogs beziehen sich auf Das Wort zum Freitag:

Kommentare

@ Pauli 13

ich fürchte, Dein "Wort zum Freitag" dürfte einigen unserer Mitbürger ein Wehklagen entlocken. Die von Dir genannten Argumente treffen.

Du weißt aber genau, dass der Islam weniger eine Religion als eine aggressive auf Hegemonie ausgerichtete Ideologie ist, die durchaus (wenn auch mit Bauchweh und der Bitte gegenüber Hanna Arendt um Vergebung) als totalitär eingeschätzt werden kann.
Jeder monströse Bau einer Moschee ist ein Symbol der Eroberung im Dar al-Harb. Wer unbedingt Moscheen in seiner Umgebung haben will, möge doch dorthin gegen/fliegen, wo es diese zur Genüge gibt.

Da ich nicht zu denen gehöre, die im Kampf gegen den Islam das "christliche Abendland" in Anschlag bringe, sondern diese Bezeichnung ablehne - wer die Kirchengeschichte kennt, weiß, welche unausgesprochene Drohung da mitschwingt, sollte auch der Bau weiterer Kirchen verhindert werden, Religionsunterricht aus staatlichen Schulen verbannt werden.

Broder hat ja Geschäfte auf Gegenseitigkeit vorgeschlagen: Für jede in Saudi-Arabien et al. neu gegründete Kirche wird hier eine neue Moschee zugelassen. Tit for tat!

@ eberhard wollauchi

Für die Islamisten ist es sicher auch eine Ideologie, aber selbst jene reaktionären Muslime, die den Koran wörtlich nehmen, machen sich in den seltensten Fällen Gedanken, wie sie dem Islam zur globalen Machtergreifung verhelfen können.

Man sollte also schon zwischen dem ideologischen Islamismus und der Religion Islam unterscheiden, und auch dort noch mal zwischen rückständigen Frauenfeinden und jenen liberalen Muslimen differenzieren, die Mohammed einen guten Mann sein lassen.

@ Chewey

Das ist sinnvoll, sofern man es so regelt, daß Gelder aus Saudi-Arabien nur noch dann für den Moscheebau in Deutschland verwendet werden dürfen, wenn das umgekehrt mit Kirchen auch möglich ist.

Wobei man mit solchen Staaten aber besser gar keine Geschäfte macht. Wenn saudische Gelder in dem Moment, wo sie auf einem deutschen Konto eintreffen, konfisziert würden, erledigte sich das Problem ganz von selbst.

@ Paul

"Wenn saudische Gelder in dem Moment, wo sie auf einem deutschen Konto eintreffen, konfisziert würden, erledigte sich das Problem ganz von selbst."

Bin ich zu dusselig? Dann werden wohl die Saudis deutsche Gelder auf saudischen Konten auch beschlagnahmen. Und keine Kirche würde gebaut. Oder?

@ Chewey

Und, wär das so schlimm? :-)

@Paul

Na dann auf nach Köln-Ehrenfeld Paul. Diese Ortsgebundenheit ist eine typisch deutsche Eigenschaft. Da sollte man sich mal ein Beispiel an den USA nehmen, dort ist ständiges Umziehen völlig normal. Die Glaubwürdigkeit würde unglaublich dazugewinnen wenn die Moscheefans auch in unmittelbarer Nachbarschaft zur Großmoschee leben würden.

Übrigens sind im grassen Gegensatz zu Europa die USA ein durch und durch christliches Land. Die paar Großstädte sind nicht Amerika. It’s deep in the country. Bevor du die religiöse Toleranz der USA preist solltest du vielleicht mal die Südstaaten besuchen.

„Die Moschee begünstigt terroristische Umtriebe
Das ist das vielleicht dümmste Argument, denn es ist eher eins für als gegen die Moschee. „

Diese Verharmlosung ist mit Verlaub auch ziemlich dumm. Welche Kirche bzw. Synagoge wird denn in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet? Richtig! Keine. Der Zentralrat der Muslime schaffte es ja noch nicht einmal sich zum Grundgesetz zu bekennen. Aber vielleicht sollte man zuerst an jeder deutschen Hochschule endlich einen Gebetsraum zur Verfügung stellen. Dann werden sicherlich die Studentenzahlen explodieren.

Gruß
Mikado

P.S. Bist du immer gleich 2 Tage nacheinander verkatert? Kommt mit dem Alter. ;-)

@ Paul

:-))

@ Paul

Auf die Gefahr, dass dies Ihnen bei Ihren Kumpels schaden könnte: absolument d´accord. Nicht zuletzt, weil fast jeder Neubau in Ehrenfeld eine Verbesserung bedeutet. (Ich bin im Kölner Umland aufgewachsen und weiß, wovon ich rede.)

Man konnte mit mir über eine striktere Trennung von Staat und Religion reden, wie Wollauchi vorschlägt. Nur das Geschrei (in Köln!) möchte ich nicht hören, wenn katholische Nonnen nicht mehr in ihrer Tracht in die Schulen dürften.

mfG
Anton

@Paul:

Danke, das, was Du hier schreibst, ist praktisch das Gleiche, was ich seit ca. 1 Jahr mindestens einmal die Woche in einer Diskussion von mir gebe (Wohnsitz fast in Köln, und ein guter Kumpel arbeitet in Ehrenfeld). Wir haben hier in Pulheim auch eine schöne Moschee, die keine größeren Probleme - und auch keinen echten Widerstand - auslöst; also, warum sollte das in Ehrenfeld, wo sowieso ein erheblicher Teil der Einwohner Muslime sind, nicht gehen?

Vor allem, da der Entwurf wirklich hervorragend ist. Ein tolles Stück Architektur.

wow! großartig, paul! ich wünschte, ich kriegte auch mal einen text hin, dem du zustimmen könntest. gratulation!

Na, wer wird denn gleich vor einem Architektenentwurf ehrfürchtig auf die Knie sinken? Sind es gar die zwei Minarette, von denen aus dem isoliert plazierten Modell nicht ganz deutlich wird, wie hoch sie denn eigentlich werden sollen, welche diesen unangebrachten Enthusiasmus ausgelöst haben?

Ich kann auch nicht erkennen wie zwei Minarette das Erscheinungsbild von Köln-Ehrenfeld verbessern könnten. (Um den unvollständigen Fragenkatalog zu ergänzen: Ich habe nichts gegen die Errichtung von islamischen Gebetsschuppen, aber sehr viel gegen den Bau von Minaretten. Wenn die im Koran denn zwingend vorgeschrieben sein sollten, stellt sich Frage warum denn bislang Garagen als Gebetsschuppen dienen konnten?)

Dem Argument, dass Aufrufe zum Djihad oder zum Mord an Ab-Weichlingen, wie in Köln ja schon geschehen, in einer großen Moschee besser zu kontrollieren und zu verfolgen wären, könnte ich noch am ehesten etwas abgewinnen. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass die Djihadaufrufe weiterhin aus den von unterschiedlichen Sektierern besetzten Garagen kommen, während der Imam in der großen Moschee zum Kampf z.B gegen Mohamedkarikaturen oder die "Islamophobie" aufruft und somit gleich mehrfach das Grundgesetz missachtet, was unseren überaus kritischen Islamexperten bestenfalls ein müdes Achselzucken entlockt.

Findest du nicht auch, Paul, das dieser Eintrag in einem gewissen Wiederspruch zu deinem Eintrag "Broder in Hochform!" steht.

Nachrichtlich: In Cordoba/Spanien fand kürzlich eine Konferenz "gemäßigter" islamischer "Gelehrter" statt. Dort wurde gefordert die Kathedrale Cordobas wieder an islamische "Gelehrte" zu übergeben und die Nachkommen der im 16. Jhd. aus Andalusien vertriebenen Muslime als previlgierte Anwärter auf die spanische Staatsbürgerschaft zu behandeln. Irgendwie decken sich diese Forderungen mit dem strategischen Programm der Al Qaida zur Rückeroberung von Al Andalus. Totalitäre Strategen haben eben nicht nur den Terror als taktische Variante.

Noch eine Frage: Wieviel große Moscheen gibt es eigentlich so in London, wo doch so ein wahnsinnig toleranter Bürgermeister die Djihadisten vom Terror abhalten sollte?

Nun, entweder ist die Ditib eine gefährliche oder kriminelle Organisation, dann sollte doch der Staat (Richter Polizei, Verfassungsschutz, etc.) aktiv werden, oder sie ist es nicht, dann sollte sie normal wirken können und Moscheen gehören nun mal zu einer islamischen Religionsgemeinschaft. Die Ausgestaltung der Mosche aber sollte doch dem Bauherrn und seiner Gemeinde überlassen und nicht per Volksentscheid in Köln bestimmt werden. Schliesslich sollte doch der Eigentümer und nicht die "Gesellschaft" entscheiden, was auf seinem Grundstück entsteht.
Im übrigen finde ich, dass der Protest gegen den Bau, in die falsche Richtung zielt. Die Mohammed-Karikaturisten und das Recht auf freie Meinungsäusserung hätten sich sicher auch über eine Unterstützung gefreut, die so groß ist, wie der Widerstand, gegen diesen Moscheebau. Was ist denn nun das Problem, dass Moslems in einer großen Moschee beten, oder dass Leute die Mohammed karikieren ihres Lebens nicht sicher sein können?
Gruss Schmock

paul,

wenn du schreibst:

Man sollte also schon zwischen dem ideologischen Islamismus und der Religion Islam unterscheiden, ...

verkennst Du die Natur des Islam. Die von Dir behauptete Unterscheidung existiert nicht. Sie ist im orthodoxen Verständnis des Islam eine schwere Lästerung Allahs.

wenn Du weiter schreibst:

... und auch dort noch mal zwischen rückständigen Frauenfeinden und jenen liberalen Muslimen differenzieren, die Mohammed einen guten Mann sein lassen.

sei angemerkt,daß letztere dann aber gerade keine Muslime mehr sind.

mfg
noch ein schmock

habs dann doch noch mal rausgesucht:

Necla Kelek:

„Moscheen sind selbst nach muslimischer Lesart keine Sakralbauten wie Kirchen oder Synagogen, sondern ‚Multifunktionshäuser’. Der Islam begreift sich nicht nur als spirituelle Weltsicht, sondern als Weltanschauung, die das alltägliche Leben, die Politik und den Glauben als eine untrennbare Einheit sieht.“ Deshalb sei „die Frage des Moscheebaus auch keine Frage der Glaubensfreiheit, sondern eine politische Frage“.

Und der Zentralrat der Ex-Muslime lehnt den Bau von Großmoscheen in Deutschland ab, weil diese nicht einfach nur Gotteshäuser seien, sondern „symbolträchtige Zeichen einer gezielten Islamisierungsstrategie“, „Orte politisch-weltanschaulicher Indoktrination und zum Teil auch antiwestlicher Konspiration“ sowie „Stätten einer rigiden Geschlechtertrennung“.

@ Mikado

"Die Glaubwürdigkeit würde unglaublich dazugewinnen wenn die Moscheefans auch in unmittelbarer Nachbarschaft zur Großmoschee leben würden."

Falsch, Sie würde unglaublich dazugewinnen wenn die Moscheefans nicht wegziehen, falls die Moschee des Propheten zu ihnen kommt. Ihr hinterherzuziehen ist aber ein bißchen viel verlangt. Es gibt nämlich eine ganze Menge Gründe, nicht von meinem derzeitigen Wohnort nach Köln-Ehrenfeld zu ziehen. Und die Moschee gehört ganz gewiß nicht dazu.

"Übrigens sind im grassen Gegensatz zu Europa die USA ein durch und durch christliches Land. Die paar Großstädte sind nicht Amerika. It’s deep in the country. Bevor du die religiöse Toleranz der USA preist solltest du vielleicht mal die Südstaaten besuchen."

Also ich hab bisher noch keine Amerikaner getroffen, die mit Muslimen auch nur halb so viel Probleme haben wie die meisten Deutschen. Es mag da gewiß auch reaktiönäre Rednecks geben, aber bisher hatte ich eher den Eindruck, daß gerade die religiösen unter ihnen es immer noch besser finden, wenn jemand an den falschen Gott glaubt als an gar keinen.

"Diese Verharmlosung ist mit Verlaub auch ziemlich dumm. Welche Kirche bzw. Synagoge wird denn in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet? Richtig! Keine."

Gerade wenn Du das ändern möchtest, solltest Du es begrüßen, daß sich die mutmaßlichen Haprediger zwecks leichterer Überwachung an möglichst wenigen zentralen Orten treffen.

"P.S. Bist du immer gleich 2 Tage nacheinander verkatert? Kommt mit dem Alter. ;-)"

Wieso verkatert? Und wieso gleich zwei Tage?

@ anton

Keine Sorge, das schadet mir nicht. Im Gegenteil, daß Du einer amerikanisch geprägten liberalen kapitalistischen Gesellschaftsordnung plötzlich doch Vorteile abzugewinnen verstehst, freut mich sogar. ;-)

@ jolly rogers

Du wirst staunen, ich hab mehr als einmal herzlich über Deine Formulierungen gelacht und ihnen sicher auch schon mal in einzelnen Fällen zugestimmt. Und wenn Du meine Kommentare nicht immer löschen würdest, hätte ich Dich das sogar wissen lassen können. ;-)

@ alibaba

"Na, wer wird denn gleich vor einem Architektenentwurf ehrfürchtig auf die Knie sinken? Sind es gar die zwei Minarette, von denen aus dem isoliert plazierten Modell nicht ganz deutlich wird, wie hoch sie denn eigentlich werden sollen, welche diesen unangebrachten Enthusiasmus ausgelöst haben?"

Also ich fand vor allem das interessante Design der Kuppel beeindruckend.

"Ich kann auch nicht erkennen wie zwei Minarette das Erscheinungsbild von Köln-Ehrenfeld verbessern könnten. (Um den unvollständigen Fragenkatalog zu ergänzen: Ich habe nichts gegen die Errichtung von islamischen Gebetsschuppen, aber sehr viel gegen den Bau von Minaretten. Wenn die im Koran denn zwingend vorgeschrieben sein sollten, stellt sich Frage warum denn bislang Garagen als Gebetsschuppen dienen konnten?)"

Selbst wenn sie nicht vorgeschrieben wären, wäre es blöd darauf zu verzichten. Und zwar schlicht und einfach, weil sie hübsch anzusehen sind.

"Dem Argument, dass Aufrufe zum Djihad oder zum Mord an Ab-Weichlingen, wie in Köln ja schon geschehen, in einer großen Moschee besser zu kontrollieren und zu verfolgen wären, könnte ich noch am ehesten etwas abgewinnen. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass die Djihadaufrufe weiterhin aus den von unterschiedlichen Sektierern besetzten Garagen kommen,"

Womit die große Zentralmoschee die Lage schon mal nicht mehr verschlechtert.

"während der Imam in der großen Moschee zum Kampf z.B gegen Mohamedkarikaturen oder die "Islamophobie" aufruft und somit gleich mehrfach das Grundgesetz missachtet, was unseren überaus kritischen Islamexperten bestenfalls ein müdes Achselzucken entlockt."

Alles das können sie wie gesagt genausogut auch ohne die Moschee.

"Findest du nicht auch, Paul, das dieser Eintrag in einem gewissen Wiederspruch zu deinem Eintrag "Broder in Hochform!" steht."

Also ich verstehe Broder so, daß er sich gegen den Islamismus wendet, nicht aber gegen den Islam. Sollte er das aber doch tun, habe natürlich im Zweifelsfall ich recht. ;-)

"Nachrichtlich: In Cordoba/Spanien fand kürzlich eine Konferenz "gemäßigter" islamischer "Gelehrter" statt. Dort wurde gefordert die Kathedrale Cordobas wieder an islamische "Gelehrte" zu übergeben und die Nachkommen der im 16. Jhd. aus Andalusien vertriebenen Muslime als previlgierte Anwärter auf die spanische Staatsbürgerschaft zu behandeln."

Na ja, diese "damals im 16. Jhdt."-Geschichten sollte man nicht ernst nehmen. Wobei ich Oberappeaser Zapatero durchaus zutraue trotzdem darauf einzugehen.

"Irgendwie decken sich diese Forderungen mit dem strategischen Programm der Al Qaida zur Rückeroberung von Al Andalus. Totalitäre Strategen haben eben nicht nur den Terror als taktische Variante."

Also al-Qaida wird Andalusien gewiß nicht zurückerobern. Zur Eroberung eines Gebiets gehört dann doch noch etwas mehr als dessen Bwohner in die Luft zu sprengen.

"Noch eine Frage: Wieviel große Moscheen gibt es eigentlich so in London, wo doch so ein wahnsinnig toleranter Bürgermeister die Djihadisten vom Terror abhalten sollte?"

Keine Ahnung, aber ich nehme mal an, es sind schon ein paar. Wieso?

@ Schmock

"Was ist denn nun das Problem, dass Moslems in einer großen Moschee beten, oder dass Leute die Mohammed karikieren ihres Lebens nicht sicher sein können?"

Das trifft genau den Punkt. 100% d'accord!

@ noch ein schmock

"sei angemerkt,daß letztere dann aber gerade keine Muslime mehr sind."

Dann sind die meisten Christen auch keine Christen.

@ Paul

Das wiederum ist ein Mißverständnis Ihrerseits: auch wenn ich die Außenpolitik der amtierenden US-Regierung ablehne, bin ich ein großer Fan der amerikanischen Populärkultur (Bücher, Musik, Kino). Wenn ich die Wahl zwischen deutscher Volksmusik a la Mutantenstadl und Springsteen, Seeger oder auch Keith Jarrett / Miles Davis habe - verliert das nationale Kulturerbe IMMER.

mfG
Anton

Wunder gibt es anscheinend immer wieder: "bin ich ein großer Fan der amerikanischen Populärkultur (Bücher, Musik, Kino). Wenn ich die Wahl zwischen deutscher Volksmusik a la Mutantenstadl und Springsteen, Seeger oder auch Keith Jarrett / Miles Davis habe - verliert das nationale Kulturerbe IMMER."

Meine Rede! Nebenbei, schon Die Hard 4.0 gesehen? Das ist ALLERBESTES Amikino! Einfach nur goil.

Vielleicht bist Du doch kein ZK-Mitglied. :)
Darauf lässt sichs aufbauen. Genial! USA forever ( und hoffentlich bald global )! ;)

Zum Thema:

Schmock hat glaube ich alles gesagt. Was ich noch hinzufügen möchte, wäre ein Wunsch nach einer fundamental-analytischen Religionskritik a la Kant, Marx ( Marx ist zwar mit EINIGER Vorsicht zu genießen, aber, anders als z.b. Lenin, noch genießbar ) oder Freud. Versteht mich nicht falsch, ich sehe, wie auch Popper, die Fakten eher dafür sprechen, dass es eine Metaphysische Realität gibt und ganz persönlich nenne ich diese Realität G´tt ( ich halte auch Yom Kipur ein, glaube an ein Jenseits etc. ) nur sollte dass metaphysische Privat bleiben und nicht ALLZU öffentlich in die Welt getragen werden, was derzeit beim Islam ein Problem darstellt.

Schon traurig, wenn das "nationale Kulturerbe" auf "deutscher Volksmusik a la Mutantenstadl" reduziert wird.

Haben Du was besseres anzubieten??

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