Mein Foto

Letzte Kommentare

Letzte Einträge

Februar 2008

Mo Di Mi Do Fr Sa So
        1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29    

Archiv (Typepad)

Kategorien

Powered by TypePad
Mitglied seit 01/2005

« Dezember 2006 | Start | Februar 2007 »

25 Artikel von Januar 2007

Montag, 29. Januar 2007

Vom Kapitalismus lernen heißt siegen lernen!

Auch wenn ich gerade leider nicht viel Zeit habe, aber diese Äußerung über die chinesische Kommunistische Partei ist einfach zu schön, als daß ich sie der Nachwelt vorenthalten könnte:

"Die Reichen gehören zur treuesten Klientel der KP, da sie den Wohlstand sichert." (SPIEGEL 03/07, Seite 99)

Angesichts solcher Sätze dürfte die Schlange vor dem Mao-Mausoleum noch ein wenig länger werden, denn wann sieht man schon mal eine Leiche in einem gläsernen Sarg wie ein Brummkreisel rotieren.

Sonntag, 28. Januar 2007

Keine Sorge...

...NBFS gibt's noch. Nur wird aus zeitlichen Gründen hier bis etwa Mitte nächster Woche leider nicht allzu viel passieren. Wird aber nachgeholt, versprochen!

Mittwoch, 24. Januar 2007

Rede zur Lage der Nation: Bush verblüfft mit Irak-Eingeständnis

Der SPIEGEL-Kommentar zu Bushs Rede an die Nation bestand erwartungsgemäß im wesentlichen aus den üblichen Ressentiments gegenüber dem US-Präsidenten, über die wir hier ausnahmsweise aber mal den Mantel des Schweigens ausbreiten wollen. Erwähnen sollte man höchstens noch, daß die dazugehörige Online-Umfrage, ob Bush der schlechteste US-Präsident aller Zeiten sei, von 82% der Antwortenden bejaht wurde, und auch jene 7%, die sich zu einem Nein durchringen konnten, dürften ihn deswegen noch lange nicht für den besten US-Präsidenten der Geschichte halten. Daß es die Leser sind, die einem SPIEGEL-Autor letztlich sein Gehalt bezahlen, nehmen wir dabei als pikantes Detail unkommentiert einfach mal so hin. Interessant ist eigentlich nur diese Passage:

Wenig Neues hatte der Präsident zu sagen, nur ein Eingeständnis ließ aufhorchen: Bush bekannte offen, dass sein Krieg den Nahen Osten an den Rand den Abgrunds gebracht hat. Von einem "Alptraumszenario" sprach er, von der Gefahr, "dass die gesamte Region in den Konflikt hineingezogen wird". Einzig die düstere Aussicht, es könnte noch schlimmer kommen, ist Bush für die Begründung des ungeliebten Feldzugs geblieben.

Interessant ist sie aber nicht, weil dieser Standpunkt jetzt so sonderlich neu wäre, sondern weil sie ein hervorragender Anlaß ist, Mascolo und allen anderen Gleichgesinnten ein paar Fragen zum Irakkrieg zu stellen, die auch für einen eingefleischten Bush-Hasser so schwer nicht zu beantworten sein sollten (keine Angst, jetzt folgt nicht wieder die zwar selbstverständliche, die meisten aber intellektuell offenbar weit überfordernde Frage nach irgendwelchen besseren Alternativen zum Sturz Saddam Husseins; daß es eine solche nicht gibt, ist inzwischen hinlänglich bekannt, sonst hätte die ja nach bald 4 Jahren wenigstens mal einer nennen und gegen Kritik verteidigen können). Also, liebe "Kriegsgegner", beantwortet dem lieben Onkel doch mal folgende 6 Fragen:

1. Da sich alle offenbar einig sind, daß im Irak das blanke Chaos herrscht und das ganze im Vergleich zur Zeit der Ba'ath-Herrschaft eine Riesenpleite war, müssen sie diese Erkenntnis ja an irgendwas festmachen. Nun wird damit kaum gemeint sein, daß damals die Datteln schmackhafter waren oder der Wüstenwind nicht so heiß. Es muß schon noch irgendetwas anderes sein. Da stell ich mich also mal dumm und frage ganz naiv: An welchen Kriterien erkennt man denn nun, daß die Lage im Irak vor der US-Invasion unterm Strich besser war?

2. Nachdem wir jetzt herausgefunden haben, woran man die Vorteile des Saddam-Regimes gegenüber der Zeit nach seinem Sturz identifizieren kann, wollen wir natürlich auch gerne wissen, wie der das damals angestellt hat, den Irakern ein besseres Leben zu bescheren. Irgendwas muß er ja offenbar etwas cleverer gemacht haben als die Amis, sonst wäre die Schuldzuweisung an Bush und die NeoCons wegen einer Verschlechterung der Situation im Irak nicht wirklich schlüssig. Wie also hat der alte Fuchs das geschafft, die oben genannten Kriterien besser zu erfüllen?

3. An die erfolgreiche Beantwortung der vorhergehenden Frage schließt sich logischerweise nahtlos die nächste an: Wenn die Methoden Saddam Husseins unterm Strich hinsichtlich der entscheidenden Kriterien angemessener waren, wäre zu klären, ob die US-Regierung durch Anwendung besagter Methoden ihre Kritiker wieder soweit besänftigen könnte, daß sie Bush nur noch so sehr verabscheuen wie damals Saddam Hussein. Sollten die Amerikaner daher auf Saddam's Methoden zurückgreifen, um im Irak wieder die Lebensqualität von vor 2003 herzustellen?

4. Die Kriegsgegner kritisieren natürlich nicht nur die Entscheidung Bushs für einen Sturz Saddam Husseins, sondern auch, daß er jetzt nicht wenigstens auf die Iraq Study Group gehört hat und die Truppen schnellstmöglichst abzieht, da die Anwesenheit der GIs im Irak die Lage dort erst destabilisiert. Irgendwie müssen die Anschläge des irakischen "Widerstands" demnach mit der amerikanischen Besatzung zu tun haben. Was sind dann aber die über den Abzug der Besatzer hinausgehenden Ziele der diversen "militanten Aktivisten" und "Rebellengruppen"?

5. Wenn aber der Kampf gegen die Besatzung das Ziel des "Widerstands" ist, muß es trotzdem eine vernünftige Erklärung dafür geben, daß jenen spektakulären Anschlägen, an denen wir hier im Westen erkennen, daß die Amerikaner im Irak verlieren, ausschließlich Zivilisten zum Opfer fallen. US-Soldaten machen auch unter Hinzunahme der kleineren und meisten fehlgeschlagenen Angriffe des "Widerstands" auf US-Truppen nur einen verschwindend kleinen Anteil aus. Warum genau führt der "Widerstand" seinen Kampf aber hauptsächlich gegen die eigenene Landsleute?

6. Last but not least taucht bei allen Lösungsansätzen der Probleme im Irak in schöner Regelmäßigkeit der Hinweis auf, daß die Ursachen des Terrors im Irak weit jenseits der Landesgrenzen und sogar der Nachbarstaaten zu suchen sind. Ganz gleich ob es um den Kampf gegen die eigenen Landsleute oder den gegen die Amerikaner geht, das gäbe es alles nicht, wenn ein anderer Konflikt endlich gelöst würde, und zwar der im Nahen Osten. Was aber, bitte schön, hat Israel damit zu tun, daß Sunniten Schiiten massakrieren und umgekehrt?

Natürlich kann niemand gezwungen werden, durch eine fundierte Antwort zu beweisen, daß er sich wirklich Gedanken zum Irakkonflikt gemacht hat und nicht nur seinem pathologischen Haß auf George W. Bush freien Lauf läßt, aber jeder "Kriegsgegner", der diese Fragen nicht beantworten möchte, sollte sich im stillen Kämmerlein mal für sich selbst fragen, warum er diese Antworten nur ungern geben möchte. Vermutlich, weil sie ihm selbst nicht gefallen. Und diese Erkenntnis wäre schon mal ein großer Schritt nach vorn.

Dienstag, 23. Januar 2007

Henry "Scoop" Jackson lebt!

We believe, therefore, that Henry Jackson’s legacy is as relevant today as his policies were during the Cold War; indeed, perhaps it is even more important than at any time previously. Therefore, the Henry Jackson Society:

1. Believes that modern liberal democracies set an example to which the rest of the world should aspire.

2. Supports a ‘forward strategy’ to assist those countries that are not yet liberal and democratic to become so. This would involve the full spectrum of our ‘carrot’ capacities, be they diplomatic, economic, cultural or political, but also, when necessary, those ‘sticks’ of the military domain.

3. Supports the maintenance of a strong military, by the United States, the countries of the European Union and other democratic powers, armed with expeditionary capabilities with a global reach.

4. Supports the necessary furtherance of European military modernisation and integration under British leadership, preferably within NATO.

5. Stresses the importance of unity between the world’s great democracies, represented by institutions such as NATO, the European Union and the OECD, amongst many others.

6. Believes that only modern liberal democratic states are truly legitimate, and that any international organisation which admits undemocratic states on an equal basis is fundamentally flawed.

7. Gives two cheers for capitalism. There are limits to the market, which needs to serve the Democratic Community and should be reconciled to the environment.

8. Accepts that we have to set priorities and that sometimes we have to compromise, but insists that we should never lose sight of our fundamental values. This means that alliances with repressive regimes can only be temporary. It also means a strong commitment to individual and civil liberties in democratic states, even and especially when we are under attack.

 Diesen lobenswerten Grundsätzen ist - mit Ausnahme vielleicht der etwas unglücklichen Formulierung von Punkt 7 - nichts hinzuzufügen. Beruhigend zu wissen, daß es NeoCon-ThinkTanks offenbar nicht nur jenseits des großen Teichs gibt, sondern auch in Europa. Und wie so oft, wenn Europa was gutes hervorbringt, kommt es von den Britischen Inseln.

Im äußerst lesenwerten Artikel "The Iraq 'Surge'" wird auf der Seite der Henry Jackson Society aufs vortrefflichste die Befürwortung eines Rückzugs aus dem Irak demontiert und noch einmal nachdrücklich auf eine Binsenweisheit hingewiesen, die die Befürworter des Appeasement gegenüber dem Islamofaschismus allzu gerne vergessen, daß nämlich ein Rückzug von den Terroristen als Erfolg gesehen würde, der zum Weitermachen anspornt, und nicht als willkommene Gelegenheit, mit ihren Todfeinden Frieden zu schließen:

It is when insurgent and terrorist forces are being driven back that they are most likely to compromise, not when they are flush with success, as they are currently. For a recent example, witness Hezbollah’s behaviour when provoking Israel during last summer’s Lebanon crisis. Having ridden out Israel’s aerial campaign, the terrorist organisation hurried to a ceasefire once the Israelis began a ground invasion to the Litani river that would have seen their weapons caches uncovered and their strike-force rendered impotent.

Wer das bezweifelt, muß sich nur mal ansehen, wie die Hisbollah besagten Waffenstillstand von Anfang an zur Wiederaufrüstung nutzte und gerade dieser Tage wieder vollauf damit beschäftigt ist, die eigene Regierung zu destabilisieren. Spätestens das sollte auch die etwas langsamer schaltenden Zeitgenossen von allen Illusionen bezüglich eines Entgegenkommens gegenüber durchgeknallten Fanatikern ein für allemal heilen.

Montag, 22. Januar 2007

Raketentest: Peking rebelliert gegen Amerikas All-Macht

Als China den veralteten Wetter-Satelliten "Feng Yun 1C" mit einer Mittelstreckenrakete abschoss, versetze das den Westen in große Aufregung. Der Test ist ein deutlicher Wink Pekings an Washington: Sie müssen mit China rechnen.

[...] Tatsächlich nährt das Experiment Zweifel an den Versicherungen Pekings, sein Aufstieg zur Großmacht sei ausschließlich eine "friedliche" Angelegenheit. Chinas Engagement für sogenannte "Schurkenstaaten" wie Burma und den Sudan sowie die energische Aufrüstung seiner Marine tragen nicht dazu bei, die Skepsis zu ersticken.

Da fragt man sich unwillkürlich, wer angesichts der bedrohlichen Entwicklung im Ostasien der letzten Jahre diesen Unsinn überhaupt geglaubt hat.

[...] Es ist allerdings hilfreich, den Weltraum-Knaller in die richtige Perspektive zu setzen. Man kann sich des Gefühls nicht erwehren, dass aus Washington eine Welle der Heuchelei heranschwappt.

Denn die Amerikaner erheben den Anspruch, als einzige Nation den Kosmos militarisieren zu dürfen.

Sicher, man kann natürlich der Ansicht sein, daß nicht nur die führende Demokratie der Welt den Weltraum militärisch nutzen können sollte, sondern auch die größte Diktatur der Welt, und daß es der Sicherheit des Westens wie der Welt nicht schadet, wenn Europa sein Geheimwissen mit potentiellen Gegnern teilt. Man kann es aber auch lassen. Im übrigen ist es erschreckend zu sehen, wie jedem dahergelaufenen Terrorregime immer wieder dieselben Rechte zugestanden werden wie einer zivilisierten Demokratie.

[...] "Die USA behalten sich das Recht, die Fähigkeit und die Handlungsfreiheit im Weltraum vor", lautet die offizielle Weltraum-Doktrin Washingtons. Washington werde, "falls notwendig, Feinden die Weltraum-Nutzung verwehren, falls sie den US-Interessen entgegenstehen".

Im Klartext heißt dies: Nur die Amerikaner und ihre Verbündeten haben das Recht, Waffen für den Krieg der Sterne entwickeln. Alle Versuche der Uno, die All-Aufrüstung zu verhindern, hat die Bush-Regierung abgeschmettert.

Und das ist auch gut so. Zum Glück paßt wenigstens der Bush noch ein bißchen auf, wo deutsche Friedenskanzler den Chinesen am liebsten noch den kompletten Eurofighter verkaufen würden. Die Vorstellung, daß irgendwann die National-Kommunisten Chinas unsere Satelliten ausknipsen und so die im wesentlichen auf technologischer Überlegenheit basierende militärische Stärke des Westens neutralisieren könnte, hat jedenfalls etwas durchaus unangenehmes. Offenbar aber nicht für jeden.

[...] Chinas oberstes Ziel der Politik ist die Wiedervereinigung mit dem abtrünnigen Taiwan, notfalls mit militärischer Gewalt.

Read Lorenz' lips! Für den Fall, daß der SPIEGEL genau diese Behauptung in Frage stellt (und das wird nicht lange dauern), sollte man sich diesen Text besser schon mal im Hinterkopf behalten.

Deshalb ist Pekings KP so nervös angesichts der amerikanischen Pläne, zusammen mit Chinas Erzrivalen Japan einen Raketen-Abwehrschirm (theater-missile-defense-system) aufzuspannen, der wohl auch Taiwan vor einer Attacke schützen soll.

Frechheit, sowas! Sich einfach gegen einen Angriff verteidigen zu wollen! Diese kriegslüsternen Amis und ihre nicht minder kriegslüsternen japanischen Lakaien. Da muß man als Betreiber einer aggressiven Diktatur ja nervös werden. Zum Glück gibt es auch im Westen noch Leute, die für die Sorgen eines Despoten noch das nötige Verständnis aufbringen können.

Zu hoffen ist, dass Amerikaner und Chinesen zur Vernunft kommen und sich an einen Tisch setzen, um die Aufrüstung im All zu verhindern. Mit dem kriegerischen Präsidenten Bush ist dies allerdings kaum zu erwarten.

Der kriegerische Bush ist an allem schuld, jetzt wissen wir's. Die Gegenseite trifft keine Schuld, sie reagiert nur. Bis zum Jahr 2000 hatten die Chinesen brav abgerüstet und die Friedensdividende eingestrichen, die Anerkennung der Unabhängigkeit Taiwans lag schon unterschriftsreif vor, die letzten Lager wurden aufgelöst und die Opfer rehabilitiert, die Verantwortlichen für das Massaker am Platz des Himmlischen Friedens saßen in Untersuchungshaft, die KP bereitete sich gerade auf die ersten freien Mehrparteienwahlen vor - und dann kam dieser schreckliche Bush an die Macht. Dann ging das alles natürlich nicht mehr.

Fast ein bißchen schade, daß der SPIEGEL nicht in erster Linie über Satellit vertrieben wird oder Druckmaschinen nicht im All kreisen. Angesichts der Vorstellung, daß chinesische Betonkommunisten eines fernen Tages darüber entscheiden könnten, was man montags liest oder besser gesagt nicht liest, würden die verantwortlichen Redakteure vielleicht ein bißchen nachdenken, bevor sie einen derartigen Unsinn schreiben.

Freitag, 19. Januar 2007

US-Kongreß: Abgeordnete planen Resolution gegen Angriff auf Iran

US-Abgeordnete beider Parteien fürchten einen weiteren Feldzug Präsident Bushs im Nahen Osten. Sie planen nun ein Gesetz, das einen Angriff der USA auf Iran von der Zustimmung des Kongresses abhängig machen soll.

Das ist völlig überflüssig. Die Abgeordneten dieser überparteilichen Initiative haben offenbar noch nicht mit den Fachleuten aus dem Lager der Irakkriegsgegner gesprochen. Die versichern uns nämlich seit Jahr und Tag immer wieder aufs neue, daß es so einen Angriff gar nicht geben kann, weil die US-Armee ja im Irak festsitzt und der Iran unbesiegbar ist und Bush sich das nicht leisten kann und und und... Die Irankriegsgegner im Kongreß müssen sich also keine Sorgen machen. Außer natürlich besagte Fachleute haben keine Ahnung wovon sie reden. Aber das per Gesetz schriftlich zu bekommen, wäre den Spaß durchaus wert.

Donnerstag, 18. Januar 2007

Gewalt im Irak: Uno zählt mehr als 34.000 tote Zivilisten in einem Jahr

Im Irak sind nach Angaben der Vereinten Nationen allein im vergangenen Jahr mehr als 34.000 Zivilisten gewaltsam zu Tode gekommen. Damit hat die Uno mehr als doppelt so viele Todesopfer gezählt wie die irakische Regierung.

Doppelt so viele? Heißt das, daß die UNO doppelt versagt hat, weil sie sich bisher weigerte, den Koalitionsstreitkräften, die gegen die Verantwortlichen für besagte Toten kämpfen, die nötige Unterstützung zu gewähren? Oder weil sie die islamofaschistischen Verbrecher, die diese meist unschuldigen Zivilisten vorsätzlich ermordet haben, nicht vorbehaltlos und unzweideutig als Terroristen verurteilt?

Nein das heißt es wohl nicht. Ist ja schließlich die UNO, und da ist natürlich die Polizei schuld, die ihren Job angeblich nicht gut genug macht, aber nie die Täter selbst, die die Verbrechen begehen, oder gar deren Auftraggeber, die das Massaker (und um nichts anderes handelt es sich, da Kombattanten inkl. Kollateralschäden nur einen kleinen Teil der Opfer ausmachen) zu organisieren mithelfen.

Aber wehe die Polizei geht mal etwas härter gegen die Verbrecher vor, dann ist's auch nicht recht. Das dürfen nämlich nur diese selbst, dann aber richtig! Was mit einer gewissen inneren Logik auch erklärt, warum die UNO den früheren Gangsterboß lieber noch als Bandenchef an der Macht sähe statt am Galgen. Weil er anders als die Polizei das Recht hat, Verbrechen mit selbigen zu bekämpfen.

Three influential US senators gather support for steps to block the Bush plan to send more troops to Iraq

DEBKAfile

Democrats Joseph Biden and Carl Levin and Republican Chuck Hagel agree on a resolution which says it is not in the national interest of the United States to deepen its military involvement in Iraq.

[...] The resolution goes on to say: The US should transfer under an appropriately expedited timeline responsibility for internal security and halting sectarian violence to the government and security forces of Iraq.

Um sicherzustellen, daß der Feind aus der Nennung eines festen Abzugstermins keine unrechtmäßigen Vorteile erlangt, verpflichtet die Resolution unbestätigten Berichten zufolge ferner sämtliche im Irak tätigen Faschisten, Islamisten, Milizionäre und Terroristen, sich Augen und Ohren zuzuhalten und laut "lalalalala" zu rufen, wann immer das Datum in den Medien genannt werden sollte. Wer von ihnen dagegen verstößt, wird wegen Mogelns disqualifiziert und aufgrund seiner mangelnden Fairness des Schlachtfelds verwiesen.

Differenzen über das weitere Vorgehen scheinen bei den Unterstützern der Resolution nur noch in der Frage zu bestehen, ob man dem Terror im Irak nach Abzug der US-Truppen mit Sackhüpfen, Eierlaufen, Topfschlagen oder einer Kissenschlacht entgegentreten möchte.

Dienstag, 16. Januar 2007

Neue Schätzungen: Krieg gegen den Terror teurer als Vietnam-Krieg

Die Kosten für den "War on Terror" werden in diesem Jahr die des Vietnam-Krieges übersteigen: 660.000.000.000 Dollar - nach offiziellen Zahlen. Manche US-Ökonomen kommen sogar auf eine fünfmal so hohe Summe, und zwar allein für den Irak-Krieg.

Auch wenn die Zahl von 25.000 Dollar pro befreitem Iraker jetzt gemessen daran, was man bei Geiselnahmen sonst auszugeben bereit ist, nicht gerade unermeßlich hoch ist, so ergibt das zusammengenommen doch schon ein erkleckliches Sümmchen. Da wird es allmählich Zeit, über Reparationsforderungen an islamistische Terroristen und faschistische Freischärler sowie ihre ausländischen Unterstützer nachzudenken.

Auch wenn man bei Assad, Chameini und Bin Laden mit dem Eintreiben der Schulden sicher noch ein Weilchen warten muß, so spräche doch nichts dagegen, für den Anfang wenigstens schon mal den Saudis eine Zahlungsaufforderung über eine erste Rate von 10 Mrd. zuzustellen, die diese dann wiederum an die Verantwortlichen unter den eigenen Untertanen weiterreichen. Nur damit sie wissen, was die Stunde geschlagen hat.

Sonntag, 14. Januar 2007

Neue Strategie, alte Reaktionen

Wem die oberflächliche Berichterstattung deutscher Massenmedien, die Bush's Rede zur neuen Irakstrategie im wesentlichen als Truppenverstärkung darzustellen versuchen, etwas seltsam vorkommt, kann sich glücklicherweise an kompetenterer Stelle über ein paar hierzulande - natürlich rein "zufällig" - übergangene, aber weit wichtigere Punkte des amerikanischen Strategiewechsels informieren. Weit entfernt davon, nur Schadensbegrenzung zu betreiben, scheint Bush nämlich wieder in die Offensive gehen zu wollen und den Kampf endlich - wie schon seit Jahren von neokonservativer Seite angemahnt, von den Realpolitikern aber immer wieder ausgebremst - auch auf die ausländischen Drahtzieher des irakischen Terrorismus ausweiten zu wollen.

President Bush’s new Iraq plan highlights security in Baghdad, adds 20,000 extra US troops to boost Iraqi security effort, and vows “to seek out and destroy” networks Iran and Syria allows to attack US forces from their territory

DEBKAfile: This vow does not limit US military operations to Iraqi territory. Bush stated: “I recently ordered the deployment of additional carrier strike group in the region. We will…deploy Patriot air defense systems to reassure our friends and allies.”

Einen Vorgeschmack darauf bekam man bereits kürzlich, als iranische "Diplomaten", sprich Agenten, samt äußerst aufschlußreichen Informationen zu den von ihnen unterstützten - auch sunnitischen! - Terrornetzwerken aus dem Verkehr gezogen wurden. Die Kommandoaktion gegen das iranische Konsulat in Irbil Mitte der Woche war ein weiterer Tritt vors Schienbein der Mullahs. Interessant ist, daß das Regime in Teheran trotz eines derartig rabiaten Vorgehens von den obligatorischen Protesten abgesehen so tut, als ob nichts gewesen wäre, obwohl es nach der Theorie der Irakkriegsgegner jetzt eigentlich einen riesigen iranisch gesteuerten Aufstand der Schiiten im Süden des Irak geben müßte.

Doch weit gefehlt. Selbst der SPIEGEL rückt, nachdem er seine selektiven Kommentare zur Bushs Rede abgelassen hat, wenn auch etwas verspätet damit heraus, daß bei den US-Truppen im Umgang mit dem Iran nicht nur Schluß mit der weichen Welle angesagt zu sein scheint, sondern daß auch der angeblich unbesiegbare Iran offenbar keineswegs daran interessiert ist, da irgendetwas eskalieren zu lassen. Im Gegenteil, die Kommentare der iranischen Führung zur Festsetzung der iranischen "Diplomaten" wirken nicht gerade, als ob da jemand vor Kraft kaum laufen kann und nur auf das Signal zum Losschlagen wartet:

Die fünf Männer seien Diplomaten, die in "Konsulats-Angelegenheiten" im Irak seien. "Ihre Aktivitäten waren legal", erklärte Mohammad Ali Hosseini, Sprecher des iranischen Außenministeriums. Er forderte die sofortige Freilassung der Iraner und eine Entschädigung für die Schäden an dem erstürmten Gebäude. "Die Amerikaner wollen die Atmosphäre im Irak radikalisieren, um ihre Besetzung zu rechtfertigen, aber wir werden weise handeln", sagte Hosseini weiter.

An dieser Entscheidung wird die Tatsache, daß die USA nicht nur 21.000 Soldaten (die im übrigen auch nicht nur den Verkehr regeln können) zusätzlich in den Irak schicken, sondern auch - offenbar unterhalb des Radarschirms des investigativen Journalismus a la SPIEGEL - Luftwaffeneinheiten in die Südosttürkei verlegen und mehrere Flugzeugträgerverbände und amphibische Landungsgruppen in der Region zusammenziehen, nicht unerheblich dran beteiligt sein, was wiederum an der Selbstgewißheit jener kriegskritischen Militärfachleute kratzen dürfte, die seit Jahr und Tag behaupten, daß die USA gegenüber dem Iran militärisch nicht handlungsfähig sind, weil sie wegen dem blöden Bush ja im Irak festsitzen.

Interessant im Zusammenhang mit Bushs Rede zur neuen Strategie im Irak sind auch weitere Fakten, deren Unterdrückung den westlichen Medien erneut ein Armutszeignis ausstellt. So finden beispielsweise 80% der Anschläge in einem Umkreis von 50km um Baghdad statt, was Presse und Fernsehen hier im Westen natürlich nicht daran hindert, den kompletten Irak in einer Welle der Gewalt versinken zu sehen, ganz so als ob die Existenz von Problemvierteln in deutschen Großstädten zugleich automatisch den Zerfall der öffentlichen Ordnung im bayerischen Wald oder der Lüneburger Heide bedeutet.

Ähnlich verhält es sich mit dem Geschwätz des republikanischen Senators Chuck Hagel, der als Kronzeuge für den aktuellen Zerfall der Unterstützung Bushs durch die eigene Partei gewertet wird, während gleichzeitig - natürlich wieder rein zufällig, ist schon klar - zu erwähnen vergessen wird, daß Hagel schon immer gegen Bush und den Irakkrieg war und seinen Vietnam-Unsinn schon 2005 von sich gegeben hat. Es wäre also eher eine Nachricht wert gewesen, wenn er seine Ansicht geändert hätte und auf Bush-Kurs eingeschwenkt wäre, nicht umgekehrt. Aber was immer im Irak passiert, aus der Zeitung oder dem Fernsehen werden wir es bis auf weiteres wohl nicht erfahren.

Und jetzt die Werbung...

Kürzlich aktualisierte Weblogs

Wer nicht suchet, der findet

Sonstige Komplizen und Helfershelfer

Andere Marsch - flugkörper - diplomaten

Viel Feind, viel Ehr'

Geile Mucke