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« Kampf um Demokratisierung: Bush und Blair geben Fehler im Irak zu | Start | ...und noch ein Kaufbefehl! »

Sonntag, 28. Mai 2006

Spreu und Weizen

Statler & Waldorf

...nehmen mir die Worte aus dem Mund. Denn genau dasselbe Gefühl beschleicht auch meine Wenigkeit schon seit längerem bei der Lektüre von "Politically Incorrect" und vor allem "Fakten & Fiktionen". Konservativ waren diese Blogs zwar immer schon, aber das wie gesagt oft durchaus unterhaltsam und mitunter sogar recht informativ. Aber seit einiger Zeit ist die Bandbreite dieser Blogs vom einstmals gesamten politischen Spektrum auf im wesentlichen 5 Punkte zusammengeschnurrt:

  1. Die Untaten des Islam
  2. Die Untaten der Moslems
  3. Die Untaten der Muslime
  4. Die Untaten der Muselmanen
  5. Die Untaten der Mohammedaner

Bei allem Respekt, aber das ist zuwenig, um Leute außerhalb jenes - zugegeben aber offenbar erschreckend zahlreichen - Publikums auf Dauer zu fesseln, dessen Vertreter sich stolz mit Namen wie AntiMusel schmücken (und auch genauso schreiben). Das ist alles, aber ganz gewiß nicht mehr politisch unkorrekt, sondern allerpeinlichster Stammtischmainstream. Damit erreicht man zwar sicherlich mehr Leser als unsereiner je kriegen wird, aber dieser Preis erscheint mir dann doch ein wenig zu hoch.

Zusammen mit dem immer offeneren Beschönigen rechtsterroristischer Anschläge wird es dann richtig unappetitlich (und nebenbei gesagt sogar ziemlich unkonservativ, denn ein richtiger Konservativer würde rechtsfreie Räume wie "national befreite Zonen" niemals hinnehmen, sondern ihnen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln den Garaus machen). Den Betreibern von PI und F&F wäre daher dringend anzuraten, die Notbremse zu ziehen, bevor der Zug entgleist und in einer braunen Schlammpfütze landet.

So traurig der Niedergang dieser beiden Blogs ist, so unvermeidlich ist aber wohl die Ausdifferenzierung der prowestlichen Bloggerszene. Wurde man anfangs noch durch seine exotische Außenseiterrolle zusammengeschweißt, so hat sich spätestens nach dem Bloggerstreit um die Deutungshoheit des Begriffs "Liberalismus" und der wundersamen Wandlung von Olaf Petersen zum Bushbasher gezeigt, daß der Vorrat an Gemeinsamkeiten über kurz oder lang erschöpft sein würde. Daß sich jetzt auch die ressentimentgeladenen Paläocons endgültig ins reaktionäre Lager verabschiedet haben, war nur noch eine Frage der Zeit.

Aber was soll's. Besser eine kleine, aber feine Truppe als die falschen Verbündeten.

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Folgende Weblogs beziehen sich auf Spreu und Weizen:

» Es war einmalim rechts-konservativen Wolkenkuckkucksheim - Teil I von Telegehirn
Es war einmal Wir schreiben Mitte Mai 2006. In einem virtuellen Hinterzimmer der Blogosphre treffen sich zahlreiche Macher diverser Blogs. Ein dringendes Problem ist zu lsen. Getrieben von Dhimmitum, unterwrfiger Toleranz und h... [Mehr erfahren]

Kommentare

Dein erstens, zweitens, drittens zeigt, dass Du bei mir schon lange nichts gelesen hast, sonst könntest du einen solchen Dreck gar nicht behaupten. Auf Analphabeten wie Dich und Statler verzichte ich aber gerne! Und liberal sind Leute, die nur ihr eigene eingefahrene Meinung gelten lassen, am Allerwenigsten!

@ kewil

Du wirst staunen, aber ich hab öfter bei Dir reingeschaut, als Du denkst, und werd das sicher auch weiterhin von Zeit zu Zeit tun. Und da Du - vor allem früher - durchaus interessante Sachen geschrieben hast, finde ich das richtig schade, daß Du Dich - offenbar durch die Zustimmung Deiner Leser angespornt - in diese Richtung entwickelt hast.

Das heißt jetzt natürlich nicht, daß Du nur bedenkliche Sachen schreibst (auch in letzter Zeit gab es durchaus einzelne vernünftige Artikel), aber die Artikel, die die Gefahr durch den Islam und die damit verbundene Einwanderung hervorheben bzw. jene durch den Rechtsextremismus verharmlosen haben inzwischen deutlich zugenommen.

Nimm nur mal diesen Satz: "Nach Meinung des SPIEGEL sollte sich der Papst bei seinem Besuch in Polen, der höchst positiv verläuft, offenbar dafür entschuldigen, daß er Flakhelfer war und Deutscher ist und überhaupt die Untaten des ganzen Dritten Reichs auf sich nehmen." Findest Du nicht, daß das günstigstenfalls auf eine unangenehme Weise zweideutig klingt?

P.S.: Daß ich gleich ein Analphabet bin, nur weil ich festsstelle, daß die gemeinsame Schnittmenge unserer Blogs im Vergleich zu früher deutlich geschrumpft ist, spricht übrigens nicht für eine gute Kinderstube. Ich muß sagen, jetzt bin ich noch ein wenig mehr enttäuscht als ohnehin schon.

Es ist Sonntagmorgen und NBFS, New European und S&W gehen gegen die Rechten vor. Sieht nicht nach Zufall, sondern nach Verschwörung aus ;-) So werden es die Rechten wohl drehen. Sie sehen sich ja gerne als Opfer...

Anyway, Gratulation zu dieser konzertierten Vorgehensweise. Hoffentlich kehren sich demnächst noch einige andere Blogs von den islamophoben ab. Es wird langsam Zeit...

"wundersamen Wandlung von Olaf Petersen zum Bushbasher"

Olaf kann zwar für sich selbst sprechen.
Aber: Was ist daran "wundersam"?

Hast Du Dir die Umfragewerte von Bush in den USA angesehen?
Viele Unterstützer von President Bush und vom Irak-Krieg haben ihre Meinung geändert und sprechen dem Praesidenten nicht mehr ihr vertrauen aus. Auch viele amerik. Konservative sind jetzt "Bushbasher"; entweder wegen Irak oder wegen Bushs aus Ihrer Sicht allzu liberaler Einwanderungspolitik, die Bush linker als die Grünen erscheinen lässt:
http://atlanticreview.org/archives/326-guide.html

Wie definierst Du "Bushbasher"?
Was macht Olaf zum "Bushbasher"?

Ich weiss, dass Olaf sehr sarkastisch ist und über Dich lästern und frotzelt, was oft nicht konstruktiv ist. Daher ist Deine Reaktion verständlich und angemessen.
Aber: Im Sinne der Erkenntnis, fänd ich es konstruktiver, wenn Du statt einer solchen Bezeichnung lieber entsprechende Zitate von Olaf bringst. Zitate, die unfaire oder uninformierte Kritik an Bush zum Ausdruck bringen.
Olaf ist ja ein open-minded guy. Vielleicht kannst Du ihn ja auch wieder überzeugen.

Anyway, eigentlich geht es ja hier um die Rechten...

Die Themen und die Art der Einträge richtet sich nachdem, was gerade in der Welt passiert und nicht nach den paar kleinen Kommentaren. Die kommen schließlich erst nach einem Artikel!

Wenn Millionen von Muslimen in der ganzen Welt nach den Karikaturen hohl drehen, ist es höchste Zeit, daß der Westen aufwacht. Wenn unsere auflagenstärksten Zeitungen tagelang nur noch Rechtsradikale auf den Titelblättern haben, dann darf man eine Kampagne vermuten, sich fragen, warum, und dagegenhalten. Ich habe kein Blog aufgemacht, um Politischkorrektes zu verbreiten, sondern meine Meinung, die ich im Gegensatz zu SPON etwa für fair und korrekt halte. Auch Davids Medienkritik hat SPON schon mit Goebbels verglichen! Schon vergessen?

Wenn aber Leute wie Du meinen, sie müssen Links löschen, dann ist das Ziel doch, den nicht mehr Verlinkten kaltzustellen und zu bekämpfen, denn je weniger Links, desto weniger Leser! Das wollt ihr doch! Bitte!

"Auch wenn ich nicht mit Ihrer Meinung übereinstimmte, würde ich doch bis zu meinem letzten Atemzug Ihr Recht verteidigen, diese frei äußern zu dürfen." Voltaire, von dem ihr "Liberale" noch viel lernen könntet.

Nein Kewil, das Ziel ist nicht, Dich oder PI kalt zu stellen. Aber ob man es will oder nicht, Leser interpretieren Blogrolls oft so, als würde man mit den Inhalten der verlinkten Blogs übereinstimmen.

Im Fall von normalen, moderaten Konservativen bereitet mir das keine Kopfschmerzen, selbst wenn ich tatsächlich mit vielen Dingen, die auch moderate Konservative schreiben, NICHT einverstanden bin. Aber PI und F&F, Ihr driftet seit Monaten langsam immer weiter ab, in irgendeine Grauzone zwischen Norbert Geis und Martin Homann. Mit sowas will ich nicht assoziiert werden, nur weil es auf meiner Blogroll steht.

Also, wenn ich mir einen Vorwurf gefallen lassen muß, dann wohl den, daß ich zu lange gewartet habe, weil ich immer noch davon ausging, daß PI (und Du) wieder zu alter Form und anspruchsvoll-konservativer Ausrichtung zurückfinden würden. Aber es ging nur immer weiter hinein in den dumpfen Rechtspopulismus.

"Es ist Sonntagmorgen und NBFS, New European und S&W gehen gegen die Rechten vor. Sieht nicht nach Zufall, sondern nach Verschwörung aus ;-) So werden es die Rechten wohl drehen. Sie sehen sich ja gerne als Opfer..."

Der Witz ist, daß ist eigentlich purer Zufall. Drüber nachgedacht hab ich schon länger, aber erst als Greg den Schritt getan hat, hab ich mir auch eine Ruck gegeben und mir gesagt "Stimmt, jetzt reicht's!" Ich find Volker Beck zwar auch übel, aber dieser homophobe Artikel samt seinen unsäglichen Kommentaren war dann doch zuviel. Und als Statler & Waldorf dann eine Begründung brachten, die mir so gut aus der Seele sprach, hab ich das als gute Gelegenheit für einen Schnitt gesehen.

"[...] "wundersamen Wandlung von Olaf Petersen zum Bushbasher"

Olaf kann zwar für sich selbst sprechen.
Aber: Was ist daran "wundersam"?

Hast Du Dir die Umfragewerte von Bush in den USA angesehen?
Viele Unterstützer von President Bush und vom Irak-Krieg haben ihre Meinung geändert und sprechen dem Praesidenten nicht mehr ihr vertrauen aus."

Stimmt, ich hätte auch sagen können opportunistisch. Wundersam klang aber netter. Aber das fing bei ihm schon früher an, ich glaube kurz nach dem Streit um die Mohammed-Karikaturen. Das Bushbashing war nur der Schlupunkt einer längeren Entwicklung.

[...] Wie definierst Du "Bushbasher"?
Was macht Olaf zum "Bushbasher"?

Lies mal meine Artikel zum Thema "Blog Battle", dann verstehst Du was ich meine.

"Ich weiss, dass Olaf sehr sarkastisch ist und über Dich lästern und frotzelt, was oft nicht konstruktiv ist. Daher ist Deine Reaktion verständlich und angemessen."

Das stört mich nicht, ehrlich. Zumal der erste seiner Radio Sauerkraut-Artikel sogar wirklich komisch war. Sowas weiß ich immer zu würdigen. Was mich hingegen tatsächlich ein bißchen enttäuscht, ist, daß er das dann zum Vorwand genommen hat, sich davor zu drücken, auf die Widerlegung seiner Argumente in der extra ihm gewidmeten "Blog Battle" einzugehen.

"Aber: Im Sinne der Erkenntnis, fänd ich es konstruktiver, wenn Du statt einer solchen Bezeichnung lieber entsprechende Zitate von Olaf bringst. Zitate, die unfaire oder uninformierte Kritik an Bush zum Ausdruck bringen."

Siehe oben. Es macht wenig Sinn, die komplette "Blog Battle" hier in den Kommentar reinzukopieren. Lies sie einfach noch mal nach. Und lies vor allem Olafs Antworten darauf. Bzw. achte mal drauf, wo es entsprechende Antworten erst gar nicht gab. Da hatte ich schon stark das Gefühl, als ob da jemand nicht mal den Eindruck erwecken will, er hätte Gegenargumente.

"Olaf ist ja ein open-minded guy. Vielleicht kannst Du ihn ja auch wieder überzeugen."

Der ist schon ok, klar. Wir hassen uns ja deswegen auch nicht. Aber mit dem überzeugen ist das so eine Sache, da bin ich skeptisch. Allerdings nicht nur bei ihm. Man lernt immer ein bißchen was dazu, aber daß man jemandem zu einem völligen Kurswechsel bewegen kann, kann ich mir kaum vorstellen.

@ kewil

"Wenn aber Leute wie Du meinen, sie müssen Links löschen, dann ist das Ziel doch, den nicht mehr Verlinkten kaltzustellen und zu bekämpfen, denn je weniger Links, desto weniger Leser! Das wollt ihr doch! Bitte!"

Falsch, das wär ja strunzdumm. Ein Schwanz wedelt ja nicht mit dem Hund. Wenn ich PI nicht verlinke, merken die das nicht mal, umgekehrt hingegen durchaus. Es geht aber auch gar nicht ums kaltstellen, sondern darum, daß man mit den Seiten, die man verlinkt, eine Übereinstimung in wichtigen Punkten demonstriert, die stärker ist als die Ablehnung anderer wichtiger Punkte. Die einzige Ausnahme sind jene Links, die man so wie ich die von Nixxon oder Konstantin Wecker nur als Punchingball drin hat. Aber möchtest Du das ich Dich zu denen packe?

Hallo,

ich kann mich dem, was Statler, Greg und Paul13 schreiben nur anschließen.

F&F, als auch PI habe ich immer gern und regelmäßig gelesen, aber was in den letzten Wochen so zu lesen war, da haben sich mir die Nackenhaare hochgestellt. Man gewinnt fast den Eindruck, als wären beide auf einem Kreuzzug und schlagen auf alles ein, was nicht ihrer Einstellung entspricht.
Man muß weder Beck, noch Roth lieben aber man kann sich auch auf andere Weise mit den Leuten beschäftigen und muß diese nicht, sehr zur Freude der "Fans" (anders kann man die Kommentare nicht nennen), diffamieren.
Man brauch auch nicht mit der FDP einer Meinung sein, ich habe auch oft meine Probleme, aber der Begriff "Dhimmi" Partei hat schon was beleidigendes.
Bei mir ist die Schmerzgrenze auf jeden Fall erreicht und ich werde einen weiten Bogen um diese Blogs machen, da mir diese Radikalität Bauchschmerzen bereitet.


MfG
Wolfram

PI ist heute auch beim Blogaggregat des Sozioproktologen rausgeflogen. DAS kostet definitiv Traffic!

Ich hatte PI schon vor einigen Wochen von meiner Blogroll entfernt. Die Beiträge dort haben schon lange nichts pro-westliches mehr, sie sind nur noch islamophob und homophob.

Okay, ich les die Blog Battle zwischen Dir und Olaf nochmal.

Die Bezeichnung "opportunistisch" finde ich nicht fair. Er hat einfach nur seine Meinung geändert. Dadurch hat er bestimmt viele Stammleser verloren.

Ich habe mir mal einige Umfragen angesehen und auch darüber geschrieben:
59% der Amerikaner bezeichnen jetzt Irak als Fehler. When the war started in March 2003, 69% of Americans considered going to war the "right thing" and only 26% called it a "mistake." Mehr jetzt hier: http://atlanticreview.org/archives/329-guide.html

Macht dieser Meinungswandel sie zu Opportunisten?
Bist Du ein Opportunist, weil Du dem Herdentrieb folgst und jetzt auf den Zug der wachsenden Kritiker von PI gesprungen bist?

Nein, natuerlich nicht.

Allerdings bin ich auch der Meinung (siehe o.g. link), dass auch die Kriegsgegner dem irakischen Volk gegenüber moralische Verpflichtungen haben.
Wenn die USA zu früh aus dem Irak abziehen, dann mache ich auch die Befürworter dieses verfrühten Abzugs für die zukünftigen Probleme im Irak verantwortlich.

Bravo

@Paul3
Zustimmung - ich kann mich nur anschließen!

Statler & Waldorf haben auch mir aus der Seele gesprochen. Traurig, aber unausweichlich für mich, sich dieser Entwicklung in Richtung Rechtspopulismus zu verschließen. Ich habe PI in der Vergangenheit geschätzt und auch gerne Tips zur Berichterstattung gegeben, in den vergangenen Wochen aber oft fassungslos dagesessen in Anbetracht der vielfach billigen Meinungsmache. Sorry, cut-off.

Ich kann eure Meinungen über PI und F&F nicht teilen und halte diese konzertierte Aktion, was da Streichen von Blogrolls betrifft, für völlig überflüssig. Zudem impliziert ihr hier eine ziemlich arrogante Haltung euren (ehemaligen) Mitstreitern gegenüber, insbesondere was die Autoren des langsam immer schwächer werdenden Statler&Waldorf-Blogs betrifft, den ich früher vor allem wegen teilweise überspitzt pointierten wirtschaftlichen Ansichten sehr gerne und amüsiert gelesen habe.

Aber auch der Autor dieses Blogs hier versteigt sich in Ansichten, die sich für einen früher witzig-provokativen Irakkriegs- und Bushbefürworter sehr schlecht ausnimmt.

Und da nützt es auch nichts, mal eben das Argument "Rechtslastigkeit" den beiden boykottierten Blogs anzuführen, da sich hier nicht im geringsten ein Ansatz dafür hergibt. Konservativ ja, Nazi-Blog mit Sicherheit nicht.

Aber auch hier scheint sich das Mäntelchen in den Wind opportunistisch zu drehen.

Sehr schade, Jungs!


@ Morten

Stefan Herre ist bestimmt kein Nazi oder auch nur ein Rechtsradikaler, sondern ein durchaus sympathischer und lustiger Zeitgenosse. Aber sein einstmals nur konservatives Blog driftet, vielleicht gerade weil er nicht mehr alleine dort schreibt, zunehmend in fragwürdige Fahrwasser ab.

Daß ich ihn nicht mehr positiv verlinke, hat nichts mit Opportunismus zu tun, sondern nur damit, daß ich mich nicht weiter für schwulenfeindliche und islamophobe Artikel anderer Leute rechtfertigen möchte. Das heißt wohlgemerkt nicht, daß ich nur Blogs verlinke, denen ich in jedem Artikel zustimme, aber wenn von mir abgelehnte Texte den Gesamtauftritt dominieren, macht das wenig Sinn.

@ Paul, Statler, et al.

Sehr gute Entscheidung, bei mir ist PI auch rausgeflogen, nachdem dieser peinliche Post ueber Volker Beck veroeffentlicht wurde. Gerade die Damen, die dort so schreiben, sollten vorher wirlklich mal das Gehirn anschmeissen...

Was kewil betrifft, den hatte ich zum Glueck noch nie verlinkt, reaktionaerer geht es ja wirklich kaum. Neulich z.B. sein alberner Angriff auf Broder, der LizasWelt so oft verlinkt - der pure Neid, dass Liza nach drei Monaten schon deutlich mehr Besucher hat.

Die Zersplitterung der pro-atlantischen Blogosphere ist sicher nicht schoen, aber es gibt ja auch immer wieder Neues mit Anspruch und Niveau. Seit Muenchen gab es immerhin Spirit of Entebbe, LizasWelt und Phillipika - da kann man Kewil, Tina Meier und Konsorten durchaus verschmerzen.

dieses blog ist völlig unbedeutend. gute nacht

Das Kewil hier gleich lospöbelt und andere als Analphabeten bezeichnet rechtfertigt das Handeln die Blogroll betreffend. Das mit AntiMusel einer der regelmäßigen Kommentatoren bei PI hier seinen Senf absondert, beweisst ja nur, daß die Kritik gesessen hat.

Dialoge mit Jäger alias Ivan Grosny sind nur bedingt lesbar und auf Dauer uninteressant, ebenso die bloße Verteidigung und Rechtfertigung des Irak-Krieges. Schließe mich AntiMusel an, Gute Nacht, Paul, einen ruhigen und selbstgerechten Schlaf mit dem Gefühl, auf der richtigen Seite zu stehen, wünsche ich dir trotzdem. Da hast du mir einiges voraus, ich leide schon seit Wochen unter Schlaflosigkeit.

@ mvh

Ich kann ja auch nichts dafür, daß ich immer recht hab. :-)

Selbstverstaendlich haben Sie recht, Paul. Auch ich kummere mich darum, dass unser Blog ein bischen (?) zu eindeutig geworden ist. Es gibt viele interessante "topics", leider fehlt uns die Zeit, sodass wir darueber schreiben was uns jezt wichtigst scheint. MfG.

@ Outlaw Mike

Ich will mir aber trotzdem mvh's Kritik an der bloßen Verteidigung und Rechtfertigung des Irak-Krieges zu Herzen nehmen und arbeite bereits an der Verteidigung und Rechtfertigung des Iran-Krieges, so er denn nötig sein sollte.

Ich kann eure Kritik nicht nachvollziehen.
1 Die Frage Broders ist, was macht ein dt. Abgeordneter da? und nicht, was macht der Schwule da. Eure Reaktion erinnert mich an Muslimreaktionen: Wenn etwas gesagt wird, das nicht passt, kommt die homophob/islamophob-Nummer.
2 Ich lese PI, weil dort konzentriert Info zum Islam steht
3 Seit Islamophobe and proud of it gesagt wird, ist der Islamophobie-Vorwurf aus den Diskussionen verschwunden - schaut mal, wie die Muslime die Islamophobie definieren, und da zählt nun mal jeder dazu, der die Cartoons nicht grundsätzlich ablehnt oder, Allah seis geklagt, für das Grundgesetz einsteht.
4 Machen die Leser immer wieder klar: Gegen den Islam, nicht gegen Muslime (und natürlich gibts ein paar unheilbare)
5 Wenn ihr den Islam nicht als Gefahr betrachtet, dann ignoriert bitte diesen Kommentar.

Volle Zustimmung!

Ich habe vor einigen Wochen folgenden Beitrag geschrieben:
http://forum.fdp-bundesverband.de/read.php?3,807923

Und ich kam zum selben Schluss wie ihr.

Es wurde allerhöchste Zeit, diese betreffenden Blogs von den Linklisten zu nehmen, denn unter "lesenswerten Konservativen" verstehe ich etwas anderes.

>>> Zusammen mit dem immer offeneren Beschönigen rechtsterroristischer Anschläge <<<

div. ausfällige Kommentare auf PI gefallen mir auch nicht. Das ist eine Sache. Genausowenig gefällt mir, dass ihr hier öffentliche Lügen verbreitet. Ich habe bisher noch nicht gesehen, dass die PI-Redaktion Anschläge beschönigt.
Also kommt mal wieder auf den Teppich, ja!

Auch wenn ich es an anderer Stelle schon einmal erwähnt habe, möchte ich es hier noch einmal sagen:

Es liegt nahe, das Statler auf seinem Blog vor allem deswegen so sauer ist, da PI (http://myblog.de/politicallyincorrect/) gewagt hat in einem Plakatwettbewerb die FDP für ihren unreflektierten Umgang mit dem Islam zu kritisieren.

Natürlich schiebt Statler andere Argumente vor, und der Plakatwettbewerb auf PI wird nur indirekt erwähnt:

"...wer nicht für die sofortige Abschiebung aller Kopftuch tragenden Muslima ist, wird zum Dhimmi erklärt"

Mit einem solchen Kommentar disqualifiziert Statler sich selbst, denn es ging darum, das Kopftuch nicht als religiöses, sondern als *politisches* Symbol zu kritisieren (wer sich damit nicht auskennt, der möge bitte einfach mal nach den Texten der Emma-Gründerin Alice Schwarzer zu diesem Thema googeln, z.B. werden Geldprämien von dubiosen islamischen Vereinen gezahlt, wenn die Töchter einer Familie Kopftuch tragen - man spricht von 100 Euro im Monat pro Tochter).

Die Julis der FDP haben nun das Kopftuch mit dem Spruch "mehr Vielfalt" auf einem Plakat verbunden. Wer über die Hintergründe bescheid weiß, kann sich also nur an den Kopf langen, über so viel Naivität seitens der FDP.

Auch denke ich, daß Statlers Streichen von der Bloglist albern ist, erst hat er das mit kewil gemacht, weil er so "reaktionär" sei. In Wirklichkeit hat kewil die EU mehrfach kritisiert, was Statler als blinder EU-Verfechter zur Weißglut treibt. Auch spricht kewil unbequeme Wahrheiten aus, die nicht so recht in das blauäugige Weltbild Statlers passen, z.B.

http://myblog.de/kewil/art/3638746#comm

oder

http://myblog.de/kewil/art/3588616#comm

Ich denke nicht, daß es gut ist einen Keil zwischen Konservativen und Liberalen zu treiben, wie es der erste Kommentator hier auf der Seite versucht. Auch ist es nicht angebracht, auf einzelne Artikel der Blogs überzureagieren, ohne miteinander darüber diskutiert zu haben. Bei einem Blog muss man immer das Gesamtbild betrachten und deswegen möchte ich Dich bitten noch einmal zu überdenken, ob Du PI wirklich von der Liste streichst oder ob eine sachliche Diskussion über die Streitpunkte nicht besser wäre.

Dem Kommentar von alex | 29. Mai 06 um 10:45 kann ich nur zustimmen:

"Also kommt mal wieder auf den Teppich, ja!"

“Was eint die Liberalen und Libertären Blogger, die ich in meiner Blogroll verlinke? Das Bekenntnis zur Marktwirtschaft, der Ruf nach einem schlanken Staat, ein fortschrittliches Gesellschaftsbild und die Würde des Menschen als Leitmotiv ihres politischen Denkens und Handelns.
Aus den letztgenannten beiden Punkten leitet sich wiederum – notwendigerweise, wie ich behaupte - eine Solidarität mit Israel und den Vereinigten Staaten im Kampf gegen Islamofaschisten und Diktatoren aller Couleur ab. Diese als „prowestlich“ zu bezeichnende Haltung hat innerhalb der Blogosphäre zu einer relativ engen Verbindung zwischen Liberalen und Konservativen Bloggern geführt.”

Mehr:

http://martin-hagen.blogspot.com/2006/05/spreu-und-weizen.html

@ ivan grosny

eigentlich ist das ja hier eine diskusion in der kleingruppe. aber ein kleiner hinweis zu den möglichen inhaltlichen ursachen für den vermeintlich überflüssigen konflikt zwischen liberalen und wertkonservativen demokraten:

es gibt eine inhaltliche affinität zwischen dem marktradikalen liberalismus und formen faschistischer herrschaft.

so widersinnig die behauptung auf den ersten blick klingt, so ergibt sich ihre logik aus den theoretischen grundlagen beider weltanschauungen / gesellschaftskonzepte. wohl gemerkt: ich spreche hier von der marktradikalen, utilateristischten form des liberalismus - in früheren zeiten unterschied man dabei das freie wirtschaftssubjekt (bourgeois oder nutzenmaximierer / homo oecominicus) vom freien staatsbürger (citoyen).

1. anschaulich wird das bei der regulation von verteilungskonflikten. im (neo)liberalen atomistischen marktmodell steht der - in seiner entscheidung, verträge zu schließen freie - einzelne arbeitnehmer dem einzelnen arbeitgeber gegenüber. über das spiel von angebot und nachfrage bildet sich ein gleichgewichtspreis - der markträumende lohnsatz. alle angebotene arbeit wird nachgefragt: arbeitslosigkeit gibt es nicht. sie entsteht nur durch staatliche intervention (z.B. durch transferzahlungen oder arbeitsrecht) oder durch KOLLEKTIVE VERHANDLUNGSORGANISATIONEN der arbeitnehmer, schlimmer bekannt als gewerkschaften! deswegen schimpft ja auch die fraktion der vermögensbesitzer (die FDP, die FAZ, der Bund der Steuerzahler usw.) auch so gerne auf die verschleuderung von volksvermögen durch die faulen & dummen gewerkschaftsbonzen.

die marktradikale liberale und die faschistische logik fordert den verbot bzw. die entmachtung dieser arbeitskraftkartelle als marktwidrig bzw. schädlich für die volksgemeinschaft - gleiches gilt natürlich auch für politische parteien, die eine solche politik bzw. solche gesetze fordern.

erst wenn die gewerkschaften abgeschafft / aufgelöst / verboten sind und tarifverhandlungen illegal, dann ist die marktwirtschaft und die volksgemeinschaft gerettet.

2. ebenso ähnlich ist die argumentation gegenüber den nicht-nützlichen. wer über kein vermögen und kein arbeitseinkommen verfügt belastet den staat, die sozialkassen, die volksgemeinschaft. der moderne schlanke staat überläßt die leistungsunfähigen und die modernisierungsverlierer, die in zukunft noch nicht einmal zur industriellen reservearmee = lohndrücker und streikbrecher taugen, der staatlichen wohlfahrt - bei weiter sinkenden existenzminimum - oder direkt der kirchlichen / privaten caritas. die faschistische volksgemeinschaft "betreut" die überflüssigen im arbeitsdienst, in der besserungsanstalt und im extremfall im KZ oder über ein euthanasieprogramm.

3. ganz deutlich werden die parallelen beim fremden (zuwanderer). hier wird nur der geduldet, der besonders wertvoll( begabt oder reich) ist. alle anderen bleiben draußen bzw. können ihr asylverfahren vom knast im heimatland oder vom grund des mittelmeeres betreiben. der faschistische staat grenzt die volksgemeinschaft per definitionem gegen fremde und erst recht gegen arme zuwanderer als rassisch minderwertige (ost-juden, zigeuner) ab. diese werden entweder abgeschoben oder intern ermordet. dafür kommt er gelegentlich per besatzung zu ihnen und rekrutiert die erforderlichen zwangsarbeiter, die dann für den einzelnen arbeitgeber (krupp, daimler benz, IG farben) zum wohle aller und zum gewinn der kapitaleigner schuften dürfen.


oder wie ein großer nicht-liberaler sagte: freiheit ist immer die einsicht in das elend der anderen.

und wer jetzt noch keinen freiheitlich-demokratischen wutanfall gekriegt hat, kann diesen gedankengang präziser und fundierter nachlesen bei:

Kühnl, Reinhard: Formen bürgerlicher Herrschaft I: Liberalismus und Faschismus, Rowohlt TB. (ist zwar vergriffen, gibt es aber über Amazon.de oder ebay gebraucht für kleines geld).


ivan grosny

@Stephan_M am 29. Mai 06 um 11:56

Mit Spaltkeile meine ich natürlich nicht den ersten Blogger (Schreibfehler oben), sondern Kommentare wie die von Roosevelt. kewil ist als Gegenpol zur linken Propaganda-Presse zu sehen. Es ist nicht alles politisch korrekt, was er schreibt, aber in vielem liegt er richtig.

@ Ivan Grosny

"es gibt eine inhaltliche affinität zwischen dem marktradikalen liberalismus und formen faschistischer herrschaft."

Du hattest mal angekündigt, Dich nur noch zum Thema Irak etc. zu äußern. Das war eine weise Entscheidung. Nicht daß Du mit dem, was Du da so von Dir gibst, recht hättest, aber das war teilweise wenigstens noch was zum diskutieren.

Aber wenn Du hier - und dann auch noch als offenkundiger Anhänger eben jener kommunistischen Ideologie, die vom Faschismus weniger weit entfernt ist als Brüderlein vom Schwesterlein - gerade den Liberalismus mit der Ideologie des sozialistischen Chefredakteurs Benito M. in Verbindung bringst, vergraulst Du dir ganz schnell selbst jene wenigen Leute, die Dir noch wohlgesonnen sind.

Also, zurück ans Reißbrett, und wir wollen noch mal so tun, als ob Du das nicht geschrieben hättest.

@ paul

tut mit leid. aber damit machst Du es Dir doch ein bischen zu einfach. versuchs doch mal mit ein paar gegenargumenten. für die keule (... alles verbrecherische kommunistische propaganda) habe ich schon kamerad otto & co.

außerdem kam die themenstellung nicht von mir. und nachdem ich die obigen trauererklärungen zu entartung der schönen prowestlichen blog-gemeinschaft habe über mich ergehen lassen, finde ich ein bischen gegenaufklärung ganz angebracht.

nun bin ich gespannt.

ivan grosny

P.S. wir können - wenn die neuaufteilung der blogger-welt abgeschlossen ist - gerne wieder über die lage im Irak und Afghanistan diskutieren. ich fürchte nur, dass die entwicklungen der letzten zeit keine guten argumente für Deinen unerschütterlichen glauben an die staatsmännische weisheit des Großen Bush liefern. aber ich lasse mich da gerne eines besseren belehren. vom vorkämpfer der prowestlichen einheit sowieso.

P.P.S. ob Du es glaubst oder nicht: bei der strikten ablehnung jeglichen faschistischen und fremdenfeindlichen geschwätzes (was z.B. auch jede form von antisemitismus beinhaltet!) haben wir etwas gemeinsam. gerade deshalb empfehle ich Dir die lektüre von kühnl. was er sagt wird Dir nicht gefallen. aber es ist eine gute gelegenheit die eigenen argumente zu schärfen.

@Grosny Ivan

Bitte unbedingt mal lesen:

The Intellectuals and Socialism
http://www.klaus.cz/klaus2/asp/clanek.asp?id=wFYl3mgsTzI6


Kleiner Auszug:

"They look for ideas, which enhance the role of the state because the state is usually their main employer, sponsor or donator. That is not all. According to Hayek “the power of ideas grows in proportion to their generality, abstractness, and even vagueness”. Hence it is not surprising that the intellectuals are mostly interested in abstract, not directly implementable ideas. This is also the way of thinking, in which they have comparative advantage. They are not good at details. They do not have ambitions to solve a problem. They are not interested in dealing with the everyday’s affairs of common citizens. Hayek put it clearly: “the intellectual, by his whole disposition, is uninterested in technical details or practical difficulties.” He is interested in visions and utopias and because “socialist thought owes its appeal largely to its visionary character” (and I would add lack of realism and utopian nature), the intellectual tends to become a socialist."

Da könnte schon was dran sein oder nicht?

Es ist schon erstaunlich, wie sich die diversen Damen und Herren aus dem sog. "PWH Kreis " seit einigen Wochen bekriegen - fuer einen einfachen blogleser ist es schlicht und einfach traurig anzusehen.
Ich moechte keinen von den blogs missen - jeder steht fuer sich und bietet mir differenzierte Informationen oder Argumente.
Und von unsaeglichen pc Diskussionen halte ich schlicht und einfach recht wenig.
Das heisst nicht, dass ich mit allem einverstanden bin - aber ich bin trotzdem weit davon entfernt, auch nur einen aus meiner Liste zu entfernen.
Wie gesagt: Kommt bitte wieder auf den Teppich- es gibt Wichtigeres.

@Paul13
Das Themenspektrum von kewil und PI ist größer als deins. Was diese Blogs so wertvoll macht sind nicht die angebotenen Antworten, sondern die Fragen, die gestellt werden. Du und deine Kollegen, ihr habt die Links gelöscht um die Fragen nicht mehr zu hören, genauso wie die Niederländer, die sich freuen Hirsi Ali los zu sein. Liberale mögen einfache Antworten. Aber zu den Fragen, die PI und kewil aufwerfen, gibt es keine befriedigende Lösung. Also macht ihr eure Augen zu, unterstellt PI und kewil böse Dinge und ignoriert die aufgetauchten Fragen.

Paul: „ein richtiger Konservativer würde rechtsfreie Räume wie "national befreite Zonen" niemals hinnehmen, sondern ihnen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln den Garaus machen“

Was sind denn die zur Verfügung stehenden Mittel? Mach bitte einen Vorschlag der funktioniert. Was bewirkt die momentane Medienhysterie? Um den Satz umzudrehen: Ein richtiger Liberaler würde rechtsfreie Räume wie die Aufhebung der Meinungsfreiheit in Bezug auf eine bestimmte Religionsgemeinschaft niemals hinnehmen.

"@ ivan grosny

[...]
ivan grosny

Kommentiert von: ivan grosny | 29. Mai 06 um 19:55"

Wiedermal Selbstgespräche, ivan? Diesmal mit den Mehrfachnicks durcheinandergekommen?

MUAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHA!!!!

@ niom

Ich werfe PI und F&F nicht vor, daß sie von den Medien lange Zeit verdrängte Themen ansprechen. Und ich bin bestimmt der letzte, der die Gefahr von Parallelgesellschaften schönredet oder gegenüber islamistischen Gewalttätern auf Kuschelpädagogik und Multikultifolklore setzt. Die Zustände an der Rütli-Schule sind sicher nicht besser als die in den "national befreiten Zonen". Aber das gilt eben auch umgekehrt!

Und wenn es nur noch um derartige Themen geht und der Verdacht dann gleich auf eine ganze Religion statt auf deren Extremisten ausgedehnt wird, kombiniert mit einem erschreckenden Schönreden rechtsterroristischer Aktivitäten, gewürzt mit deutschnationalen Sprüchen, Einwanderungsfeindlichkeit und peinlicher Schwulenhatz sowie einem konservativen Gesellschaftsbild überhaupt, dann ist das nichts, was ich guten Gewissens unterstützen kann.

Das heißt wohlgemerkt nicht, daß deshalb jeder Artikel dort schlecht oder falsch wäre, aber wenn ich in den allermeisten Bereichen entgegengesetzter Meinung bin, muß ich nicht durch einen Link dorthin meine Unterstützung kundtun.

Ich halte Volker Beck auch für einen Volltrottel, und man kann ihm angesichts der rot-grünen Unterstützung für Putin sicherlich Heuchelei vorwerfen, aber sich über gewalttätige Angriffe auf ihn zu freuen, sich dabei auf die Gesetze einer Halbdemokratie wie der Rußlands zu berufen, und die schwulenfeindlichen Leserkommentare ohne eine deutliche Distanzierung unwidersprochen stehenzulassen, geht zu weit.

Was alternative Vorschläge angeht, so wäre es schon mal ein erster Schritt, wenn man Terroristen egal welcher Coleur gleich behandeln und gegenüber Gewalttätern mal die Samthandschuhe ausziehen würde. Es gibt jedenfalls keinen Grund, daß ein Nazischläger oder Ehrenmörder mit dem Zusatz "der mehrfach vorbestrafte" in den Schlagzeilen steht.

Und wenn ich möchte, daß verbrecherische Islamisten dauerhaft aus dem Verkehr gezogen werden, dann muß das auch für ihre braunen Kameraden gelten. Nur weil die linke Gutmenschenpresse ihr eigenes Süpplein darauf kocht, kann man doch nicht so tun, als ob deswegen die realen Gefahren für Ausländer hierzulande bloß eingebildet seien.

Wenn die Konservativen schon unbedingt an der Verfassung zündeln und die Bundeswehr zur Terrorabwehr einsetzen wollen, dann sollten sie jedenfalls nicht mit der Bewachung von Fußballstadien anfangen, sondern lieber mal nach dem nächsten "Herrentag" vor den einschlägigen Faschokneipen ein paar Marder auffahren und die Läden auseinandernehmen lassen, statt die "national befreiten Zonen" bloß wegzuleugnen.

Nun hat auch die deutsche Blogosphäre ihre No-Go-Areas. Das politische Lager rechts der Mitte entledigt sich eines Ballastes und erhöht damit seine Gesellschaftsfähigkeit. Dies könnte der Beginn eines lagerübergreifenden Konsenses in der Blogosphäre sein, der die teilweise sehr verbissen verteidigte gegenseitige Ablehnung und Abgrenzung überwinden hilft.

Bertrand Russell hat mal sinngemäß erklärt er sei deshalb kein Christ, weil die Macht der christlichen Kirchen auf Manipulation menschlicher Ängste begründet sei. Als Agnostiker, was Russell zu sein auch in Anspruch nahm, würde ich seine Aussage in dem Sinne erweitern das fast jede Religion, auch weltliche, wie Kommunismus, Anarchismus, Faschismus etc. Ängste instrumentalisieren und manipulieren. Dies gilt auch für höchst aktuelle quasireligiöse Ideologien wie Ökologismus, dem Globalisierungsmythos, vormals weniger dramatisch auch internationale Arbeitsteilung genannt, und ganz aktuell, der Islamophobie. Im Unterschied zu den traditionellen Religionen, die zumeist durch Verweltlichung entschärft sind, treten die genannten Pseudoreligionen zumeist mit einem radikalen Absolutheitsanspruch auf, den die Apologeten, siehe Lafontaine, auch im Islam zu erkennen glauben.

(Manipulationen funktionieren aber nur so lange, wie Manipulateur und Manipulierter glauben sie würden funktionieren. Sonst wäre auch Russell kein Agnostiker geworden).

Der Spiegel und SPON, neben vielen anderen Publikationen und auch dem Fernsehen, spielen ganz hervorragend auf diesem Instrumentarium. Sie müssen nur einmal die Begriffe "globale Erwärmung" oder Krieg fallen lassen und eine satte Mehrheit assoziiert damit Wall Street. Danach fallen die Hirne fallen in katatonischen Zustand.

Neuerdings haben Islamisten und potentielle Islamisten die Islamophobie erfunden, um sich selbst Angst zu machen und als Opfer darzustellen. Und siehe da, die Manipulation funktioniert. Etliche Idioten, ihrer eigenen Werte nicht sicher, haben tatsächlich Angst vor dem Islam bzw. sehen sich umzingelt. Sie sind davon überzeugt, wenn die Manipulation beim Manipulateur funktioniert, muss sie auch bei ihnen funktionieren.

Es ist dann wohl kaum noch zu vermeiden, dass sich Globalisierungsgegner, Kommunisten wie Faschisten, in gemeinsamer Sorge um die "Volksgemeinschaft" treffen.


Hallo,
bin im Ausland habe nicht viel Zeit, aber auf was ihr Grossinquisitoren alles komt, ist erstaunlich. Ein Herr Rosenfeld erklaert die juedischstaemmigen Blogger Broder und de Winter zu Antisemiten. Bei Leon de Winter ist ein Grossteil der familie im KZ umgekommen.
Da haste Dich auf einen neuen Freund, eingelassen, Paule13, ich gratuliere Dir!
Kewil, der lieber Broder und De Winter liest!

@ mikado

das mag schon sein. gilt dann aber dann doch eher für die "linken" intellektuellen (früher nannte man diese salon-marxisten).

die vertreter des real existierenden kommunismus stehen für eine weltanschauung bzw. ein früheres staatensystem, dem man alles mögliche vorwerfen kann, aber nicht, dass es nicht konkret war und dass sie " ... are not interested in dealing with the everyday’s affairs of common citizens."

was meine person betrifft, so bin ich sicherlich kein intellektueller, dafür aber ziemlich gut in der analyse und beschreibung von politischen problemlagen und kenne mich im zweifel auch mit den details recht gut aus. dass meine argumente bzw. meine lösungsvorschläge den hiesigen lesern / schreibern nicht gefallen steht auf einem anderen blatt.

das klischee des lebensfremden linken / linksliberalen intellektuellen, der in seiner studierstube tee trinkt und dicke bücher über das wesen der dinge (in der DDR: "rolle der bedeutung") liest / schreibt, war schon zu zeiten des kalten krieges ziemlich unrealistisch. heute, fünfzehn jahre nach dem zusammenbruch des "real existierenden" und dem stetigen vormarsch des neoliberalen weltmarktes kann man es getrost ins reich der fabel verweisen. - gemein, nicht?!

ivan grosny

Paul13: "der Verdacht dann gleich auf eine ganze Religion statt auf deren Extremisten ausgedehnt wird"

Wo ist denn die innerislamische Verdammung von Selbstmordattentätern? Das bischen was es gibt wird von PI und F&F auch publiziert. Wenn du da mehr gefunden hast, dann veröffentliche es! Aber PI und F&F die Schuld geben ist natürlich viel einfacher.

Paul13: "wenn man Terroristen egal welcher Coleur gleich behandeln und gegenüber Gewalttätern mal die Samthandschuhe ausziehen würde"

Ein Terrorist ist jemand, der politische Ziele verfolgt. Jeden besoffenen Gewalttäter als Terroristen zu klassifizeren dient nicht der Wahrheitsfindung. Das mit den Samthandschuhen geht an die falsche Adresse, denn gerade PI und F&F treten für harte Stafen ein, auch für Gewalttäter ohne terroristische Motive.

Paul13: "nach dem nächsten "Herrentag" vor den einschlägigen Faschokneipen ein paar Marder auffahren und die Läden auseinandernehmen"

Das ist der einzige praktische Vorschlag den du machst. Es ist unvorstellbar, dass PI oder F&F vorschlagen würden eine Moschee mit Mardern auseinanderzunehmen. Damit bist du jetzt der Bösewicht.

Das PI und F&F unterstellt wird, sie würden in den braunen Sumpf abgleiten, ist nur dumm. Es lohnt nicht noch mehr zu schreiben.

@ niom

"Wo ist denn die innerislamische Verdammung von Selbstmordattentätern? Das bischen was es gibt wird von PI und F&F auch publiziert. Wenn du da mehr gefunden hast, dann veröffentliche es! Aber PI und F&F die Schuld geben ist natürlich viel einfacher."

Nein, diese Kritik an islamischen Autoritäten ist durchaus berechtigt, und ich meckere bestimmt nicht, wenn sie das zur Sprache bringen, weil mich das ja auch stört. Aber warum dann jeder Vorfall in irgendeiner Provinzkneipe mit demselben Engagement als grundsätzliches Argument gegen Einwanderung vorgebracht und der EU-Beitritt der Türkei aus Prinzip abgelehnt werden muß, vermag sich mir nicht ganz zu erschließen.

"Ein Terrorist ist jemand, der politische Ziele verfolgt. Jeden besoffenen Gewalttäter als Terroristen zu klassifizeren dient nicht der Wahrheitsfindung."

Neonazis und ihre Sympathisanten verfolgen durchaus politische Ziele. Nur dadurch, daß sie getrunken haben, werden sie nicht gleich zu gewöhnlichen Kriminellen. Und es bleibt eine Tatsache, daß diese "besoffenen Gewalttäter" weit mehr Menschen auf dem Gewissen haben als die gesamte deutsche linksterroristische Szene in den 70er und 80er Jahren. Waren das auch nur Kriminelle? Oder wären sie das gewesen, wenn sie vor der Ermordung ihrer Opfer ein paar Joints durchgezogen hätten?

"Das mit den Samthandschuhen geht an die falsche Adresse, denn gerade PI und F&F treten für harte Stafen ein, auch für Gewalttäter ohne terroristische Motive."

Also dann haben sie sich in letzter Zeit aber ein bißchen arg unglücklich ausgedrückt. Kritik gab es da immer nur an denjenigen, die sich gegen die rechte Gewalt gestellt haben, nie an den Tätern selbst. Wenn sie bei den Faschos genauso scharfe Hunde wären wie bei anderen, dann hätten sie nach dem letzten "Herrentag" die Glatzen gleich kompanieweise zum unentgeltlichen Autobahnbau abkommandieren können.

"Das ist der einzige praktische Vorschlag den du machst. Es ist unvorstellbar, dass PI oder F&F vorschlagen würden eine Moschee mit Mardern auseinanderzunehmen."

In einer Moschee sitzen überwiegend harmlose Gläubige, aber in den seltensten Fällen jene fiesen Türstehertypen mit den gegelten Haaren und dem tiefergelegten 3er-BMW, die auf der Straße einen auf Respekt machen und denen man dringend mal selbigen beibringen müßte. Sollte es aber doch jemals nötig werden, würde ich bei den Moscheen vorzugsweise Panzergrenadiere islamischen Glaubens einsetzen, nicht daß es da vermeidbare Mißverständnisse gibt.

"Damit bist du jetzt der Bösewicht."

Macht nix, bin ich eh schon gewohnt. Viel Feind, viel Ehr.

"Das PI und F&F unterstellt wird, sie würden in den braunen Sumpf abgleiten, ist nur dumm. Es lohnt nicht noch mehr zu schreiben."

Ich unterstelle ihnen nicht, daß sie dorthin abgleiten, sondern daß die Gefahr besteht, wenn sie nicht gegensteuern. Als erster Schritt wären mal ein paar ermahnende Worte an die eigenen Leser angebracht. Mal abwarten...

Man kann es auch einfacher ausdrücken: PI stellt die richtigen Fragen. Und gibt die falschen Antworten.

@ Niko

Das ist auch sehr schön gesagt. Das trifft es mitunter ganz gut.

Dir richtigen Fragen zu stellen ist erst mal wichtiger als die richtigen Antworten zu wissen. Die richtigen Antworten kennt ihr auch nicht.

Zwischen amerikanischen Blogs habe ich Diskussionen erlebt, bei denen trotz gegensätzlicher Meinungen mit Anstand diskutiert wurde. Ich habe die deutschen Blogger dafür kritisiert, dass es so etwas hier nicht gibt und dabei den Vorwurf der gegenseitigen Arschkriecherei gemacht. Ich lag falsch. Die nötige Zivilisiertheit ist nicht vorhanden. Der Andere ist sofort ein Nazi und die Diskussion wird durch entlinkung endgültig vermieden.

Ich habe diese Seite normalerweise über PI erreicht. Das ist nun Geschichte, also auf nimmer Wiederhören.

Ich gratuliere zu dem "split up"!
Niemals war ich ein Fan vom militanten Islamismus, hatte auch nur Ärger wegen meiner anfänglichen Pro-US-Meinung.

Aber was ich grad in den letzten 2 Monaten im PI lesen musste, machte mich bald selbst zu einem "Dhimmi".

Wenn es gegen den Koran und seiner erzkonservativen Auslegung ging, war ich immer einer der Ersten, die sofort losschrien.

Aber diese nun nicht mehr versteckten, tatsächlich ausländerfeindlichen Parolen waren mir beim PI immer ein Dorn im Auge.

Habe mich immer gewundert, daß Postings ala "sollen mit ihren Ziegen f****" oder "lieber eine blonde Beau, als eine stinkende Muslima" (so oder so ähnlich, wortgetreue und sinngemäße Wiedergabe) dort kommentarlos überlesen worden sind... sowas ist für mich persönlich abartig.

Werde hier nun öfter vorbeischauen, und hoffen daß es hier auch andere Themen gibt, als auf die PDS, Die Grünen und einzelne Volksvertreter einzudreschen, die nicht nach einer Ausweisung aller Muslime hier schreien, nur weil sie keinen Schnaps trinken und keine Lust auf ein leckeres Eisbein haben.
(Natürlich spinnen die Moslems dafür schon etwas für mich *lächel*)

(Werde meine originale Mailaddy beim nächstenmal posten, versprochen)


Mist, was wichtiges vergessen:

Das widerliche Geschreibsel über Beck's Moskau-Besuch mitsamt einiger homophober Comments war auch unterste Kajüte beim PI.

@ niom

Niemand behauptet, daß PI ein Nazi-Blog wäre, sondern nur, daß es aufpassen muß, daß es nicht in so eine Richtung abdriftet. Ich unterstelle ja auch nicht jedem, der was gegen Schwule hat, daß er ein Nazi wäre. Aber Schwulenfeindlichkeit alleine ist für mich schon inakzeptabel.

Und PI bewegt sich halt, angestachelt von teilweise nun wirklich äußerst fragwürdigen Kommentatoren in eine Gesamtrichtung die mir nicht schmeckt und für die ich mich nicht rechtfertigen müssen möchte. Ich hab unter anderem schwule Kumpels und islamische Verwandschaft und möchte denen noch in die Augen schauen können.

Die PI-Kritiker befinden sich ja deswegen nicht gleich im Krieg mit irgendwem. Alles was wir getan haben, ist die Verlinkung eines Blogs, mit dem wir inhaltlich in zu vielen zu wichtigen Bereichen über Kreuz bzw. Halbmond liegen, rauszunehmen. Und ich finde es ehrlich gesagt ein wenig seltsam, daß das von den PI-Fans geich als persönlicher Angriff gesehen wird.

@ Wolfram

Bin eben im Rahmen der Auseinandersetzung mit PI auf Deine Seite gestoßen und hab gesehen, daß Du mich ja verlinkt hast. Danke! Da mir Deine Seite auch ganz gut gefällt, würde ich mich gerne revanchieren, müßte Dich aber in eine Schublade packen und ich kann mich nicht entscheiden in welche. ;-)

Ich persönlich schwanke ja zwischen "Marschflugkörperdiplomaten" (eher NeoCon), "Zionistische Weltverschwörung" (Freunde Israels) und "Lakaien des Imperialismus" (liberale Falken). Aber Du darfst Dir natürlich gerne auch eine andere Kategorie aussuchen. Laß es mich einfach wissen.

Hallo Paul,

vielen Dank für die Ehre :-)).

Nun, da man mir schon des öfteren unterstellt hat, ich wäre Teil der zionistischen Weltverschwörung, was natürlich Blödsinn ist, denn Moishe (mein Agentenführer) und ich haben die Pläne schon längst fertig in der Schublade liegen, und behauptet, ich hätte im IDF Onlineshop einen Merkava bestellt (stimmt, der paßte aber nicht in die Garage), bin ich wahrscheinlich in dieser Kategorie am besten aufgehoben. :-))

Viele Grüße
Wolfram

Ich glaube das Kewil und Herre selbst schwul sind. Es ist nämlich nichts ungewöhnliches das ein verkappter Homosexueller maßlose Freude dabei empfindet, so bald ein anderer Schwuler brutal zusammengeschlagen wird. Der Verletzte führt denjenigen anschaulich vor, was in der bösen Welt passiert kann, wenn der Jubelnde seine unterdrückte Homosexualität ausleben würde. Für die, welche ihre Neigung geschickt tarnen und sehr viel Kraft und Kreativität verschwendet um der Umwelt das wahre Ich vorzuenthalten, sind solche Nachrichten ein nötiger Motivationschub um ihr erzwungenes konformistisches Leben fortzusetzen.

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